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	<title>Blog GRÜN-(p)puR &#187; Persönlich</title>
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	<description>ein grünes Blog für Karlsruhe, drumherum und die große weite Welt</description>
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		<title>Heimat</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 21:13:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
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										</div>Die Grünen in Bayern haben begonnen, den Heimatbegriff grün zu besetzen: Das Bedürfnis im Zuge der Globalisierung und Individualisierung einen Ort zu haben, wo man zuhause ist, der vertraut ist, wo man hingehört, ist spürbar gewachsen. Und mit ihm, neben unverwüstlichen Heimatkitsch, ein ernsthaftes Nachdenken über das Phänomen Heimat, das von weltoffener und liberaler Gesinnung [...]]]></description>
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										</div><p>Die Grünen in Bayern haben <a href="http://www.gruene-bayern.de/start/aktuelles/news/article/grueen-4-heimat/" target="_blank">begonnen</a>, den Heimatbegriff grün zu besetzen:</p>
<blockquote><p>Das Bedürfnis im Zuge der Globalisierung und Individualisierung einen Ort zu haben, wo man zuhause ist, der vertraut ist, wo man hingehört, ist spürbar gewachsen. Und mit ihm, neben unverwüstlichen Heimatkitsch, ein ernsthaftes Nachdenken über das Phänomen Heimat, das von weltoffener und liberaler Gesinnung getragen wird.</p></blockquote>
<p>Auch im Landtagswahlkampf in Schleswig Holstein wird die Heimat <a href="http://www.sh.gruene.de/cms/default/rubrik/18/18471.onlinedebatte_zum_thema_heimat.htm" target="_blank">thematisiert</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Heimat, aber welche?</strong></p>
<p>Mit Recht betont Robert Habeck den funktionalen politischen Wert, den Heimat in sich birgt, gerade auch für die ökologische und soziale Gestaltung unserer Umwelt – dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass Heimat mehr ist als ein wichtiger Faktor politischer Kalkulation, dass Heimat für sich einen Eigenwert besitzt.</p></blockquote>
<p>und zitiert Margarete Bause (Fraktionsvorsitzende der Grünen in den Bayerischen Landtag):</p>
<blockquote><p>&#8220;Heimat ist nicht etwas, in das du hineingeboren wirst und das immer so bleibt. Sondern Heimat ist das, wo es mir nicht egal ist, was um mich herum passiert. Wo ich mir mein Umfeld gestalte.&#8221;</p></blockquote>
<p>Es wird Zeit, dass wir den Begriff aus seiner nationalistischen und konservativen Gefangenschaft befreien. Ich verbinde mit Heimat keinen &#8220;Stolz&#8221; darauf, in einer bestimmten Gegend der Welt geboren zu sein. Und ich verbinde damit auch kein &#8220;alles ist irgendwie gut, daheim&#8221; oder gar die Pflicht, sich mit einer wie auch immer gearteten Heimat verbunden zu fühlen.</p>
<p>Für mich ist Heimat da, wo ich daheim bin. Ich bin sehr bodenständig und, wie man so schön sagt, meiner Heimat &#8211; &#8220;wo meine Wiege stand&#8221; &#8211; verbunden. Einen 18-monatigen Arbeitsausflug ins Saarland habe ich wegen Heimweh abgebrochen. Ich tue mich schwer mit baulichen Veränderungen in meinem Umfeld. Bin traurig, wenn sich Ecken in &#8220;meiner Stadt&#8221; sich verändern. Gewöhne mich aber auch schnell an das Neue. Ich habe eine sehr emotionale Bindung an die Orte, die mein Leben prägten. Ebenso wie auch an Dinge, an die ich mein Herz gehangen habe (ich hab immer noch alle LPs im Schrank&#8230;).Ich bin gerne hier. Ich wohne zwischenzeitlich ein paar Kilometer von meinem Heimatort Ettlingen entfernt und ich hab ein bißchen Heimweh. Aber insgesamt, fühle ich mich wohl und will nicht fort. Hier ist größer als Ettlingen.</p>
<p>Und deshalb bin ich auch daran interessiert, wie mein Lebensraum hier aussieht. Dass Erhaltenswertes erhalten bleibt. Ich möchte eine lebenswerte Umwelt, und ich möchte sie gerne mit meiner politischen Heimat verbinden. Das bedeutet Veränderungen &#8211; und ich stelle fest, dass mir diese leichter fallen. Denn zum Beispiel stehen auf den Hügeln hier keine Windräder &#8211; obwohl sie hier einen ordentlichen Beitrag zur Energiewende leisten könnten. Ich möchte die Natur erhalten, ich möchte mich in meiner alten und neuen Gemeinde (nicht kirchliche Gemeinde) wohlfühlen und etwas zu ihr beitragen können, was in meinen Augen positiv ist. Ich darf wie jede_r andere, die hier aufgewachsen ist sagen: &#8220;Hier bin e dehoim&#8221;. Es ist mir ein Anliegen, mit grüner Politik auch meinen eigenen  &#8211; und der meiner Familie und Freunde &#8211; Lebensraum zu gestalten.</p>
<p>Dafür möchte ich nicht länger Gefahr laufen, in eine rechte Ecke gestellt zu werden. Es gibt eine linke Definition von Heimat. Es ist möglicherweise ein bißchen spießig &#8211; aber wen kümmert das schon. Ich trage gerne dazu bei, meine Heimat zu erhalten. Eine Heimat, die ich in erster Linie geografisch definiere, in zweiter Linie kulturell. Politisch-geografisch könnte das hier auch Frankreich sein. Wäre mir egal. Ist es aber nicht. Ich finde es schön, sich auf den Weg zu machen, den Heimatbegriff von seiner völkischen Interpretation bin hin zur Blut-und-Boden-Ideologie <del>reinzuwaschen</del> zu entkoppeln. Sich verantwortungsvoll dem zu stellen, was zum Wohlbefinden meiner Umwelt beiträgt. Im Kleinen, der Kommune, im Größeren, dem Land und im Großen, dem Staat. Nicht buckelnd, sondern aktiv gestaltend. Ich bin nicht stolz ein Deutscher zu sein &#8211; aber ich bin es einfach gerne.</p>
 <p><a href="http://joergrupp.de/?flattrss_redirect&amp;id=1914&amp;md5=b5a3c4dc34a235086cbec5dd7ae5e61c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://joergrupp.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>sportliche Elite</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Apr 2012 14:32:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
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										</div>Im Fernsehen sehen sie gut aus, sie vertreten &#8220;unser&#8221; Land bei sportlichen Wettkämpfen, wir fiebern mit ihnen, freuen uns über ihre Siege, trauern ob ihrer Niederlagen. Sie sind Idole für ganze Scharen von Jungsportlern, werden ob Disziplin, Durchhaltevermögen und Erfolg als Vorbilder auf Throne gehoben, freundlich befragt, fotografiert, geehrt. Sie mussten früher nciht zur Bundeswehr, [...]]]></description>
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										</div><p>Im Fernsehen sehen sie gut aus, sie vertreten &#8220;unser&#8221; Land bei sportlichen Wettkämpfen, wir fiebern mit ihnen, freuen uns über ihre Siege, trauern ob ihrer Niederlagen. Sie sind Idole für ganze Scharen von Jungsportlern, werden ob Disziplin, Durchhaltevermögen und Erfolg als Vorbilder auf Throne gehoben, freundlich befragt, fotografiert, geehrt. Sie mussten früher nciht zur Bundeswehr, sie werden von Staatsdiensten freigestellt, ohne dass sie kündigen müssen, sie greifen Milliarden an Sponsorengelder ab. Unsere Elitesportler.</p>
<p>Hat aber jemals irgendwer diese sportliche Elite an ihren moralischen Maßstäben gemessen? Sie gefragt, nachdem was sie außerhalb des Sportplatzes repräsentieren? nach der Verantwortung für das, was sie tun?</p>
<p>Drei aktuelle Beispiele:</p>
<p><strong>Oliver Kahn</strong> hat <a href="http://www.markenartikel-magazin.de/no_cache/medien-werbung/artikel/details/1001890-oliver-kahn-wirbt-fuer-den-wiesenhof-bruzzzler/" target="_blank">aktuell einen Werbevertrag</a> für den Bruzzler von Wiesenhof erhalten. Wiesenhof  ist immer wieder in den Schlagzeilen, wegen Hygienemängeln und zuletzt wieder wegen <a href="http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/oldenburg/wiesenhof137.html" target="_blank">Tierquälerei</a>. Vor allem der letztere Vorwurf ist im Zusammenhang mit der Massentierhaltung im Geflügelbereich eigentlich Dauerthema. Die meisten erinnern sich mit GGrausen an Film über Wiesenhof in der ARD:</p><object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/uDIqiN49bmA" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed wmode="opaque" src="http://www.youtube.com/v/uDIqiN49bmA" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="355"></embed></object><p>Kahns Rolle ist die eines glaubwürdigen Markenbotschafters und eines anerkannten Fußball-Experten, der zu den Großereignissen immer präsent ist &#8211; da werden sich die Würste schon gut verkaufen. Dass er dabei das System &#8220;Wiesenhof&#8221; stützt &#8211; Hauptsache die Kasse stimmt.</p>
<p><strong>Sebastian Vettel</strong> ist Formel-1-Pilot. Ich persönlich finde schon die Berufswahl merkwürdig, aber bitte, jede_r nach ihrer Facon. Angeischts der Menschenrechtslage in Bahrain wurde letztes Jahr das Formel-1-Rennen abgesagt. Dieses Jahr -heute &#8211; fand es aber statt. Vettel äußerte sich zu denForderungen, das Rennen erneut abzusagen so:</p>
<blockquote><p>&#8220;Unser Job ist der Sport, sonst nichts.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Idee, dass diese Veranstaltung dazu genützt werden könnte, ein deutliches Zeichen gegen die Unterdrückung in Bahrain zu setzen, die scheint niemandem der großen Vorbilder gekommen zu sein. Die <a href="http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/sport_nt/formel1_nt/article106212784/Viele-Verlierer-nach-Bahrain-Desaster-der-Formel-1.html" target="_blank">Ignoranz</a>, mit der vor allem die deutschen Stars Schumacher und Vettel hier vorangehen, ist schier unerträglich. Hauptsache, die Kasse stimmt &#8211; so muss man es leider sagen.</p>
<p><strong>Ariane Friedrich</strong> ist Polizeikommisarin und eine bekannte deutsche Hochspringerin. Sie hat am Wochenende eine E-Mail erhalten, die ganz klar als sexuelle Belästigung anzusehen ist:</p>
<blockquote><p>Willst du mal einen schönen Schw*** sehen, Gerade geduscht und frisch rasiert.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zusätzlich hat er wohl noch eine Datei mitgeschickt, die vermutlich das beschriebene zeigt &#8211; man weiß es nicht. Frau Friedrich ist nicht zu beneiden und leider geht es vielen Menschen so, die im öffentlichen Leben stehen, vor allem Frauen. Es gibt eindeutige, rechtlich völlig einwandfreie Maßnahmen, die man nach einer solchen Mail ergreifen kann. Strafanzeige, E-Mail-Filter zum Beispiel. Frau Friedrich ist Polizeikommisarin, sie muss wissen was zu tun ist. Statt dessen &#8211; oder sogar zusätzlich? &#8211; richtet sie auf ihrem Facebookprofil einen Internetpranger ein und veröffentlicht Name und Wohnort des Belästigers dort. Ohne zu prüfen, wieviele Menschen es mit dem Namen an diesem Ort gibt, ohne sich zu vergewissern, ob der Beschuldigte überhaupt der Täter ist &#8211; das Profil könnte ja entweder gefaked oder gefished sein &#8211; ohne jegliches Schuldbewusstsein, wie man nachlesen kann, wie sie sich zu dem <a href="https://www.facebook.com/pages/Ariane-Friedrich/129310533816411" target="_blank">Vorgang äußert</a>:</p>
<blockquote><p>Ich wurde in der Vergangenheit beleidigt, sexuell belästigt und einen Stalker hatte ich auch schon. Es ist Zeit, zu handeln, es ist Zeit, mich zu wehren. Und das tue ich. Nicht mehr und nicht weniger.</p></blockquote>
<p>Dann wird es Zeit, dass man Frau Friedrich entlässt. Was macht sie, wenn Sie nach der Sportkarriere wieder im sicheren Staatsdienst, einen solchen Stalker oder Belästiger verhaften muss? Ihn am ****** durch die Stadt schleifen? Gleich erschießen?</p>
<p>Vor wenigen Tagen ist durch die Veröffentlichung eines Namens auf Facebook ein 17-jähriger fälschlicherweise beinhe Opfer eines Lynchmobs geworden.  Als wäre all das nicht passiert, agiert Frau Friedrich &#8211; sonst eigentlich symphatisch, sportlich erfolgreich &#8211; im Reich der Selbstjustiz.</p>
<p>Es gibt viele weitere Beispiele für die Verantwortungslosigkeit unserer &#8220;Vorbilder&#8221;. Man sollt erwarten, dass mit der Bekanntheit auch ein Sinn für Verantwortung entwickelt wird. Leider Fehlanzeige.</p>
 <p><a href="http://joergrupp.de/?flattrss_redirect&amp;id=1887&amp;md5=c01a730bddba5d08f2400b4539b8bb3b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://joergrupp.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>der dritte Streich</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 10:17:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
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										</div>Es ist schon reichlich perfide, was Christian Füller als taz-Journalist im Nachgang meiner Kritik an seinem Jubel-Artikel über Julia von Weilers Buch schreibt. In einer schnellen Twitter-Reaktion auf Das Netz [...] ist die Börse fürs Kennenlernen und für Kinderpornografie schrieb ich in einem Twitterbeitrag warum @ciffi einen Werbeartikel für Innocence in Danger schreiben muss, weiß [...]]]></description>
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										</div><p>Es ist schon reichlich perfide, was Christian Füller als taz-Journalist im Nachgang meiner Kritik an seinem <a href="http://taz.de/Sexuelle-Gewalt-gegen-Kinder/!91222/" target="_blank">Jubel-Artike</a>l über Julia von Weilers Buch schreibt. In einer schnellen Twitter-Reaktion auf</p>
<blockquote><p>Das Netz [...] ist <em>die</em> Börse fürs Kennenlernen und für Kinderpornografie</p></blockquote>
<p>schrieb ich in einem Twitterbeitrag</p>
<div class="otweet" style="background-image:url(http://a0.twimg.com/profile_background_images/20291527/tapete_1_18.png)">
<div class="otweet_content">
    <div class="otweet_header">
        <div class="text">warum <a href="http://twitter.com/ciffi">@ciffi</a> einen Werbeartikel für Innocence in Danger schreiben muss, weiß auch keineR so recht. Und dann wieder die alte Kinderpornoleier</div>
        <div class="created_at"><a href="http://twitter.com/#!/JoergRupp/status/189959562105856000">2012/04/11 07:14:23</a> via <a href="http://www.echofon.com/" rel="nofollow">Echofon</a></div>
    </div><!--end .otweet_header-->
    <div class="otweet_footer">
        <div class="profile_image"><a href="http://twitter.com/#!/JoergRupp"><img src="http://a0.twimg.com/profile_images/2103613386/5x7_0385_normal.jpg" alt="JoergRupp" /></a></div>
        <div class="name"><a href="http://twitter.com/#!/JoergRupp">Jörg Rupp</a></div>
        <div class="screen_name">JoergRupp</div>
    </div><!--end .otweet_footer-->
</div><!--end .otweet_content-->
</div><!--end .otweet-->
<p>Die &#8220;Kinderpornoleier&#8221; reisst er skandalisierend komplett aus dem Zusammenhang und formuliert die <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=bi&amp;dig=2012%2F04%2F18%2Fa0131&amp;cHash=8cc0997eb5" target="_blank">Schlagzeile</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Missbrauchsinitiativen empört über &#8220;alte Kinderpornoleier&#8221;,</p></blockquote>
<p>obwohl ich ihm in einem Telefonat den Bezug zu den Bürgerrechtsdebatten ums Internet (Zensursula/VDS) erklärt und klargestellt habe. Ich habe gleichzeitig klargestellt, dass man innerhalb von 140 Zeichen auch manchmal zu umgangssprachlichen Ausdrücken greift. Es ist ja nicht so, als wäre der Ausdruck &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alte_Leier" target="_blank">Leier</a>&#8221; im Sinne von &#8220;jetzt kommt schon wieder jemand damit an&#8221; gänzlich unbekannt.  Er stellt es so dar, als ging es mir darum, Kinderpornografie im Internet als Bagatelle darzustellen. Ich habe ziemlich lange gebraucht, um das Problem der mir von ihm unterstellten Bagatellisierung überhaupt zu erkennen &#8211; so absurd war das für mich. Erst im Telefonat wurde mir klar, <strong>warum</strong> er sich  so aufregt. Offenbar hat er sich aber vor dem Telefonat mit mir auch mit Wildwasser, Strohhalm und Zartbitter ins Benehmen gesetzt und wohl erzählt, Herr Rupp,  ein grüner Landesvorstand aus Baden-Württemberg bagatellisiere Kinderpornografie im Internet. Anders sind solche Sätze nicht zu begreifen (interessanterweise von Silke Noack, Teil der von mir kritisierten Organisation &#8220;Innocence in Danger&#8221;):</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich weiß gar nicht, was Herr Rupp mit Kinderpornoleier meint. Denkt der vielleicht, das leiert sich aus? Das ist gefährlicher Unsinn, der unsere Arbeit behindert.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das zeigt mir, dass Herr Füller gar kein Interesse daran hatte, mit mir eine Klärung herbeizuführen oder gar zu verstehen, was mich zu der Aussage gebracht hat. Wie gesagt, den Zusammenhang hatte ich ihn erklärt &#8211; darüber verliert er in seinem Artikel kein Wort. Im Gegenteil, er bezieht meine Aussage auf das Buch. Darüber hinaus ist es ihm wohl weiterhin wichtig, mir irgend etwas zumindest anzuhängen. Denn nur so sind zwei Dinge erklärbar:</p>
<blockquote><p>Auf seinem Blog und in seinen Texten beruft sich Rupp beständig auf den verurteilten Besitzer von Kinderpornografie, den Exbundestagsabgeordneten Jörg Tauss.</p></blockquote>
<p>Das ist zwar so nicht wahr &#8211; ich habe per Blog den Prozess gegen Jörg Tauss begleitet, den ich in der ihm unterstellten sexuellen Absichten in seiner Angelegenheit nach wie vor für unschuldig halte und ihm einmal im Verfahren auf die Verlautbarungen der Ex-OB von Ettlingen, Büssemaker, hingewiesen. Was das in dem Zusamenhang soll, ist dabei ziemich offensichtlich. Wenn vom aufgebauschten Empörungsfall wenig bleibt, stellt man halt Zusammenhänge her, die so nicht gegeben sind. Tauss wohnt im Wahlkreis, für den ich zweimal kandidiert habe und war hier selbst Bundestagsabgeordneter.</p>
<blockquote><p>Auch die Bundesgrünen distanzierten sich. &#8220; ,Kinderpornoleier&#8217; entspricht sicher nicht unserer Wortwahl für die Auseinandersetzung mit dieser wichtigen und ernsten Debatte&#8221;, sagte der netzpolitische Sprecher Malte Spitz.</p></blockquote>
<p>Stimmt. Aber die Bündnisgrünen haben noch viel mehr dazu gesagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich halte es für falsch und weise es zurück, das einzelne Grüne, selbst wenn sie Aussagen treffen die ich in der Wortwahl und  Verkürzung nicht teile und diese Worte auch nicht Teil der Grünen Debatte sind, dann als &#8220;Kinderpornolobbyisten&#8221; bezeichnet werden. Das sind Verleumdungen die weit über das verträgliche einer politischen Debatte hinausgehen. Jörg Rupp hat sich in der inhaltlichen Debatte immer wieder aktiv eingebracht, einen Verein gegen sexuelle Gewalt  gegen Kinder mitgegründet und setzt sich aktiv im Bereich Medienkompetenz und Jugendmedienschutz ein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine Distanzierung sieht anders aus. Dass Füller nur den Teil, der ihm aus Malte Spitz&#8217; Stellungnahme passt, zitiert und alles andere weglässt, spricht auch nicht gerade dafür, dass sein Empörungsgebäude auf sicheren Füßen steht. Interessant ist, dass er versucht, an die alten Unterstellungen, Grüne würden irgendwie Pädosexualität straffei stellen wollen, anzuknüpfen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Mich erinnert das an die 1980er Jahre, als man aus der grünen Partei Stimmen hörte, die Pädosexualität straffrei stellen wollten&#8221;, sagte Iris Hölling.</p></blockquote>
<p>Das war zwar nie Position innerhalb der grünen Partei, aber damit lässt sich ja immer gut Stimmung machen. Korrekt war es so, wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Wagner" target="_blank">Marita Wagner</a> schreibt:</p>
<blockquote><p>Zur damaligen Zeit, es waren noch die Ausläufer der &#8220;sexuellen Befreiung&#8221; vor allem durch die Kommunebewegung, gab es in der Schwulenbewegung reichlich Sympathie für pädophile Gedankengänge. Oder anders ausgedrückt, die Pädophilen versuchten sich der Schwulenbewegung zu bedienen und ihre Interessen auch durch die Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule der Grünen zur Geltung zu bringen. Im Zuge dessen kam es auch zu einem Antrag der BAG Schwule auf einem Parteitag der Grünen NRW, der allerdings durch das Einschreiten der grünen Frauen, ich war daran beteiligt, verhindert werden konnte.</p>
<p>Im Internet kursiert noch immer die falsche Annahme, dass dieser Antrag durchgekommen sei und die Grünen NRW diesen Antrag angenommen und es im Parteiprogramm aufgenommen worden sei. Dies ist allerdings falsch.</p></blockquote>
<p>bzw. in ihrer <a href="http://troll-forum.de/Forum03/viewtopic.php?p=25714#25714" target="_blank">Stellungnahme</a> zu der Füllerkampagne:</p>
<blockquote><p>Die Nürnberger Stadtindianer waren auf den Delegiertenversammlungen gefürchtet. Man hat versucht sie so gut wie möglich zu integrieren bzw hinauszubitten. Aber die Geschichte kennt Füller wohl nicht.</p></blockquote>
<p>Herr Füller kennt vieles nicht. Ich hatte ihn gebeten, mal im <a href="http://trollforum.de/" target="_blank">Trollforum</a> zu Kinderpornografie zu recherchieren &#8211; auch über Innocence in Danger. Da hat ihn wohl schon der Name abgestoßen. &#8220;Ich bin kein Netzpolitiker&#8221;, sagt er. &#8220;Ich recherchiere doch nicht in einem <a href="http://www.trollforum.de/themen.htm" target="_blank">Trollforum</a>.&#8221;</p>
<blockquote>
<p align="justify">Im November 2002 wurde dieses Forum eröffnet. Die Idee stammt von Heise-Usern, die damit eine thematische Schnittstelle zwischen den <img src="http://www.trollforum.de/images/extlink.gif" alt="" width="10" height="10" hspace="3" /><a href="http://www.heise.de/foren/" target="_blank">Heise-Foren</a> und dem Überwachungsforum <img src="http://www.trollforum.de/images/extlink.gif" alt="" width="10" height="10" hspace="3" /><a href="http://f25.parsimony.net/forum63036/" target="_blank">Stop 1984</a> schaffen wollten. Es geht um Zensur, Informationsfreiheit, Meinungsbildung und Überwachung im Allgemeinen und um sexuellen Missbrauch und Kinderpornografie im Besonderen. Im Mittelpunkt stehen Strafrecht, Politik und Medien. Auf einige Aspekte möchten wir auf unseren Seiten etwas ausführlicher eingehen.</p>
</blockquote>
<p>Vielleicht würde ihn mehr interessieren, was <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/phoenix-und-die-kinderporno-expertin/" target="_blank">Stefan Niggemeyer</a> zu Julia von Weiler schreibt:</p>
<blockquote><p>Die »Welt« <a href="http://www.welt.de/politik/article3444259/Wie-der-Kampf-gegen-Kinderpornos-funktioniert.html?nr=1&amp;pbpnr=0">deutet an</a>, dass Julia von Weiler auch nicht unbeteiligt daran war, Familienministerin Ursula von der Leyen von der Notwendigkeit eines solchen Gesetzes zu überzeugen. <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,615454,00.html">Eilig vorangetrieben</a> wurde es jetzt von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, dessen Ehefrau Stephanie Freifrau zu Guttenberg zufällig Präsidentin des Vereins »Innocence in Danger« ist, dessen Geschäftsführerin bekanntlich Julia von Weiler ist (die auch Julia Freifrau von und zu Weiler heißt — angesichts des <a href="http://www.innocenceindanger.de/index.php?id=299">Vorstands</a> schiene »Adelige für Kinder« auch ein treffender Name für die Organisation).</p></blockquote>
<p>Letztendlich muss ich anerkennen, dass hier eine Kampagne gegen mich (und die Grünen) läuft, aufgrund einer (bewusst?) missverstandenen Aussage (und was noch?). Schon hat mich eine Mail mit folgendem Inhalt erreicht:</p>
<blockquote><p>Danke Jörg, für die Wahlkampfhilfe. So schaffen wir es auch in NRW, auf unter 10% zu kommen. Auch wenn du vom Fach kommst, mußt du doch merken, mit welchen umgangssprachlichen Sprüchen entsprechend ankommst.<br />
Verärgert und ohne Gruß</p></blockquote>
<p>Trotz Klarstellung scheint Herr Füller nicht von seinem Tripp herunter zu kommen. Mit Recht sind mir gegenüber Befürchtungen geäußert worden, dass andere Presseorgane dies aufgreifen könnten, möglicherweise noch mit einem der weniger hübschen Bilder von mir, die man im Netz finden kann. Ich sehe dieses Risiko auch nach diesem Artikel. Daher bleibt mir wenig anderes übrig, als meine Sicht der Dinge noch einmal darzustellen &#8211; mein Blog hat natürlich nicht die Reichweite der taz.</p>
<p>Ich kann zwischenzeitlich verstehen, dass der Begriff &#8220;Kinderpornoleier&#8221; aus dem Zusammenhang gerissen tatsächlich bagatellisierend begriffen werden kann. Mit diesem Verständnis würde ich ihn auch nicht mehr schreiben oder sagen. Ich finde aber, dass ich ausreichend und umfangreich dargestellt habe, dass es so nicht gemeint war, sogar gesagt habe, dass, sollte dieser Eindruck entstanden sein, es mir leid tut. Ich finde es ziemlich spannend und beängstigend &#8211; auch wenn ich noch nicht weiß, wie das alles ausgeht &#8211; wie schnell man in so einen Strudel geraten kann. Ein böswilliger Journalist mit entsprechender Reichweite bei einem emotional besetzen Thema &#8211; und schon kann man überlegen, ob man wirklich für den Bundestag kandidieren kann. Da wird einem schon anders.</p>
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		<title>als ich zwölf war</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Apr 2012 21:52:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
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										</div>habe ich angefangen, mich &#8220;richtig&#8221; für Musik zu interessieren. Ich holte den alten Plattenspieler meines Vaters aus dem Keller, einen transportablen Philipps-Kofferplattenspieler, stelle mein mit dem Kommunionsgeld erworbenen Radiorekorder daneben und kaufte mir in Ettlingen beim Kaufhaus Schneider am neuen Markt meine ersten drei Schallplatten &#8211; drei Singles: Abba &#8211; Does your Mother know; Sailor [...]]]></description>
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										</div><p>habe ich angefangen, mich &#8220;richtig&#8221; für Musik zu interessieren. Ich holte den alten Plattenspieler meines Vaters aus dem Keller, einen transportablen Philipps-Kofferplattenspieler, stelle mein mit dem Kommunionsgeld erworbenen Radiorekorder daneben und kaufte mir in Ettlingen beim Kaufhaus Schneider am neuen Markt meine ersten drei Schallplatten &#8211; drei Singles: Abba &#8211; Does your Mother know; Sailor &#8211; Some Girls und Scorpions &#8211; Is there anybody there. Ich weiß es noch wie gestern. Ich lag auf meinem Bett und hörte die drei Singles &#8211; A und B &#8211; Seite  &#8211; rauf und runter und stellte im Radio S3 ein &#8211; SWF3 hörten nur die anderen. Ich besaß bald zwei Popkasetten mit aktuellen Chart-Hits &#8211; von Hot Chocoloate und Wings bis hin zu Boney M. Zum 13. Geburtstag erhielt ich Genesis &#8211; Second&#8217;s  Out als Doppelkasette(!) und fing an, nebenher zu arbeiten. Vom verdienten Geld kaufte ich mir eine Steroanlage Marke ITT. Und ab dann regelmäßuig Schallplatten. (Zur Orientierung &#8211; wir befinden uns in den Jahren 1978 ff.) Diese kaufte man bei uns im &#8220;Bladde Lädle&#8221; &#8211; Die Adresse in Ettlingen. Man konnte fachsimpeln &#8211; auch mit 14-jährigen wurde gesprochen, allerdings wurde man etwas arrogant behandelt, wenn man richtige Musik wie Led Zeppelin kaufte (spiel ihm mal die Seite 2 vor, das kauft der nie&#8230;:-)&#8230;was man sich so merkt&#8230;.), die neuesten Platten kaufen, es gab einen ganzes Regal voll mit Japan-Pressungen und Picture-LPs. Auch LPs im Selbstvertrieb wie die von Schwoißfuaß gab es dort. Es lief immer gute Musik. Und er hatte alles vorrätig, was der nicht ganz mittellose, weil selbst verdienende Gymnsiast kaufen wollte und was garantiert nicht in den Charts lief.</p>
<p>In Karlsruhe gab es noch zwei ähnliche Läden, der Rest war viel zu sehr Mainstream. Mit dem Siegeszug der CD verschwand der eine oder andere Plattenladen. Das Bladde Lädle überlebte noch lange und war auch noch als CD-Laden beliebt.</p>
<p>Ich wurde älter, kaufte CDs anstatt Schallplatten &#8211; besaß aber immer noch einen Plattenspieler und hatte meine Schallplatten im Wohnzimmer. Sie überstanden Umzüge, eine Scheidung, Kellerzwischeneinlagerungen. Meine Lieblings-LPs kaufte ich nach. Ich besitze heute meine 6. Genesis &#8211; Second&#8217;s Out. Die 6. war dann endlich ein Download.</p>
<p>Die Platten- und CD-Läden sind verschwunden. Zuerst verdrängt von großen Einkaufsmärkten, den Kunden, die es gerne bequemer hatten, dann von Elektronikmärkten mit CD-Abteilung, dann vom Internetversand und Ebay, und der Fortschritt hin zu iTunes und Sptify lässt kaum auf eine Wiederkehr hoffen. Es ist anders.</p>
<p>Arbeitsplätze gingen verloren. In der Vinylpressindustrie. Im Einzelhandel. Im Vertrieb. In der Logistik. Geblieben sind Künstler_innen, die GEMA und die Verwerter. Und nun (nicht erst seit gestern) geht es den letzteren ans Geschäftsmodell.</p>
<p>Es ist nie schön, wenn sich etwas ändert &#8211; man versteht eigentlich nicht, was los ist. Bisher hat man doch immer alles richtig gemacht. Das Geschäft lief. Aber auf einmal kommen keine Kunden mehr. Kaufen im Internet. Kaufen was anderes. Es gibt neue Konkurrenz. Die Kunden bestellen gar im Ausland. So geht es grad den Verwertern.</p>
<p>Bis in die 1990er-Jahre hinein war es üblich, dass man zu einem Telefonanschluss sich ein Telefon bei der Telekom gemietet hat. Nachdem man nicht nur ein einheitsgraues Gerät im Angebot hatte und die ersten bunten Telefone und dann die mit Tasten und die Schnurlosen für den Endverbraucher bezahlbar wurden, entstand ein riesiger Markt. Und kaum war er da &#8211; war er auch schon wieder weg. Die ersten Handys tauchten auf, auf einmal gab es günstige Telefone von anderen Herstellern als der Telekom zu kaufen &#8211; zu erschwinglichen Preisen. Das war gut so &#8211; für den Verbraucher. Dann wurden die Netze geöffnet. Die Telekom verlor Marktanteile. Massiv. Hatte Konkurrenz, wo sie vorher Monopolistin war.</p>
<p>Es gab keine Debatten, dass man die Arbeitsplätze schützenn müsste oder gar die Netze zusammenbrechen würden. Man freute sich über den Wettbewerb und manche_r, der/die von der Telekom wegging, kam bald wieder. Mancher aber nicht. Als sie mehr und mehr Kund_innen verlor, weil ihre Mitarbeiter Kunden_innen nicht als Kund_innen betrachteten, änderten sie nach und nach ihre Strategie. Heute sind sie wieder attraktiv, mit guten und interessanten Angeboten. Teil des Marktes. Innovativ (manchmal). Niemand rümpft mehr die Nase über die altbackene Telekom.</p>
<p>Auf diesen Weg wollen sich die Verwerter von &#8220;Kunst&#8221; nicht begeben. Sie führen einen Abwehrkampf gegen neue Vertriebswege, gegen Kopiermöglichkeiten &#8211; anstatt nach neuen Geschäftsmodellen zu suchen. So wie AOL einst das DSL-Geschäft verschlafen hat und seinen proprietären Zugang beibehalten hatte &#8211; so verschlafen einige heute offenbar die Möglichkeiten, die das Netz ihnen bietet. Der Markt wird das lösen. Die Künstler_innen werden andere Wege finden, ihre Produkte zu verkaufen. Vielleicht wird es weniger große Villen für nen Sommerhit geben. Und keine Millionen mehr für Spielfilme oder tausende für Auftritte in Samstagabend-Shows. Aber es wird weiter Künstler_innen geben. Und da wir alle Kunst kaufen möchten &#8211; werden wir einen Markt finden, auf dem wir uns einig werden. Es mag sein, dass dabei der eine oder andere unter die Räder kommt. Das muss nicht sein. Wenn zum alten Markt  niemand mehr kommt, muss man halt zum neuen Markt gehen. Dorthin, wo die Kunden sind. Wo sie es einfach haben. Bequem. Und vielleicht nicht mehr ganz so teuer.</p>
<p>Als ich zwölf war, kaufte ich Schallplatten und Kasetten. Das gibts heute fast nicht mehr. Und es ist gut so. Dinge verändern sich. Und so schwer es manchmal ist &#8211; die Veränderungen sind notwendig. Denn nur so kommen wir voran.</p>
 <p><a href="http://joergrupp.de/?flattrss_redirect&amp;id=1829&amp;md5=b7b30c82589fa46b6c362730aa2a4a87" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://joergrupp.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>es reicht</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Apr 2012 11:47:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
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		<category><![CDATA[Christian Füller]]></category>
		<category><![CDATA[Im Netz]]></category>
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		<category><![CDATA[Innocence in Danger]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Tauss]]></category>
		<category><![CDATA[Julia von Weiler]]></category>
		<category><![CDATA[kinderpornografie]]></category>
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										</div><p>Heute morgen wurde ich auf einen <a href="http://taz.de/Sexuelle-Gewalt-gegen-Kinder/!91222/" target="_blank">Artikel von Christian Fülle</a>r, Journalist der taz aufmerksam, der mit einem reißerischen Titel: &#8220;Sexuelle Gewalt gegen Kinder, das Web als Antörner&#8221; mal wieder die alte Leier vom bösen Internet und den armen, bedrohten Kinder singt. Und er singt nicht nur dieses Leier &#8211; er preist mit seinem Artikel gleichzeitig das Buch der Geschäftsführerin von Innocence in Danger, Julia von Weiler an, das sich offenbar nicht so gut verkauft. Kein Wunder, wenn man liest, was Füller so an Inhalten auftischt, die in diesem Buch stehen sollen.</p>
<blockquote><p>Das Gute an Weilers Buch ist, dass sie ein Vademecum auch für stinknormale Ahnungslose geschrieben hat, ohne aber simple „Schaltet das ab“-Fantasien zu bedienen.</p></blockquote>
<p>Das aus berufenem Munde, der sich entblödet, einen Absatz später folgendes zu schreiben:</p>
<blockquote><p>Das Netz ist aber zugleich der Ort, wo Pädophile und Pädokriminelle geschützten Zugang zu Teenies bekommen. Es ist <em>die</em> Börse fürs Kennenlernen und für Kinderpornografie. Innocence in Danger hat mit der TV-Serie „Tatort Internet“ für jeden sichtbar gemacht, wie schnell und zielgerichtet Päderasten beim Cyber-Grooming und -Dating vorgehen. Das hat die Republik in die falsche Richtung aufbrechen lassen: Sofort fragten die Feuilletons nach dem Schutz der Täter – und nicht nach dem der Opfer.</p></blockquote>
<p>Kein Wort zu Innocence in Danger  &#8211; über die nicht nur Jörg Tauss <a href="http://www.tauss-gezwitscher.de/index.php?s=innocence+in+danger&amp;searchsubmit=Los" target="_blank">vielfältig kritisch</a> berichtet hat. Auch der <a href="http://www.focus.de/panorama/welt/innocence-in-danger-kritik-an-guttenbergs-kinderschutz-organisation_aid_576340.html" target="_blank">Focus </a>und <a href="http://www.fr-online.de/politik/-innocence-in-danger--verfolgte-unschuld,1472596,4886820.html" target="_blank">die FR</a> berichten über den intransparenten Umgang mit denVereinsfinanzen. Es gibt Berichte über <a href="http://www.piksa.info/blog/2010/10/11/die-schmutzkampagne-zu-%C2%BBtatort-internet%C2%AB/" target="_blank">Medienkampagnen</a>, <a href="http://www.piksa.info/blog/2010/11/29/wer-innocence-in-danger-kritisiert/" target="_blank">wenn man den Verein</a> kritisiert oder seltsame <a href="http://wirres.net/article/articleview/5693/1/6/" target="_blank">Pressemitteilungen</a>. Ich selbst habe auch schon <a href="http://joergrupp.de/tatort-internet/" target="_blank">einen Artike</a><a href="http://joergrupp.de/tatort-internet/" target="_blank">l</a> dazu geschrieben. Tatort Internet wurde heftigst von allen, die was davon verstehen, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/TV-Kritik-Tatort-Internet-Schuetzt-endlich-unsere-Kinder-startete-auf-RTL-2-1104051.html" target="_blank">kritisiert</a>. Alles egal &#8211; Christian Füller jubelt euphorisch:</p>
<blockquote><p>Julia von Weiler bietet in ihrem Buch konkrete Hilfe an, die weiter reicht, als alle einschlägigen Listen und Adressen zu nennen. Es geht ihr darum, Kinder so stark zu machen, dass sie mit negativen Erfahrungen im Netz umgehen können.</p></blockquote>
<p>Einwände, dass 80-90% aller Missbräuche im direkten sozialen Umfeld der Kinder stattfinden, wie der Verein sogar selbst zugibt, interessieren nicht. Das böse Internet, die bösen Pädokriminellen und die sozialen Netzwerke &#8211; da passiert das alles. Denn wenn das so ist, dann kann man Ratgeber verkaufen, Unterrichtsmaterial zum Download anbieten, Geld mit der Shared-Cost-Hotline verdienen (14 Cent/Minute) sich bekannter machen, mehr Spendengelder aquirieren oder gar sich der Hilfe bekannter Schauspieler wie Til Schweiger bedienen, der sein Gesicht und <a href="http://www.innocenceindanger.de/projekte/" target="_blank">seinen Namen</a> auf der Homepage des Vereins hergibt. Schweiger, der Modedesigner ist, dem es aber egal ist, ob seine Klamotten in <a href="http://joergrupp.de/boykott-til-schweiger/" target="_blank">ausbeuterischer Kinderarbeit</a> produziert werden.</p>
<p>Auf Kritik an diesem Werbeartikel für ein Buch dieses dubiosen Vereins reagiert Christian Füller so:</p>
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    <div class="otweet_header">
        <div class="text">warum <a href="http://twitter.com/ciffi">@ciffi</a> einen Werbeartikel für Innocence in Danger schreiben muss, weiß auch keineR so recht. Und dann wieder die alte Kinderpornoleier</div>
        <div class="created_at"><a href="http://twitter.com/#!/JoergRupp/status/189959562105856000">2012/04/11 07:14:23</a> via <a href="http://www.echofon.com/" rel="nofollow">Echofon</a></div>
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        <div class="profile_image"><a href="http://twitter.com/#!/JoergRupp"><img src="http://a0.twimg.com/profile_images/1583357146/J_rg_final_normal.jpg" alt="JoergRupp" /></a></div>
        <div class="name"><a href="http://twitter.com/#!/JoergRupp">Jörg Rupp</a></div>
        <div class="screen_name">JoergRupp</div>
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<div class="otweet_content">
    <div class="otweet_header">
        <div class="text">ein grüner kinderpornolobbyist RT <a href="http://twitter.com/JoergRupp">@JoergRupp</a> "Und dann wieder die alte Kinderpornoleier"</div>
        <div class="created_at"><a href="http://twitter.com/#!/ciffi/status/189964176171610112">2012/04/11 07:32:43</a> via <a href="http://www.tweetdeck.com" rel="nofollow">TweetDeck</a></div>
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        <div class="profile_image"><a href="http://twitter.com/#!/ciffi"><img src="http://a0.twimg.com/profile_images/1775862765/Bildschirmfoto_2012-01-23_um_18.06.37_normal.png" alt="ciffi" /></a></div>
        <div class="name"><a href="http://twitter.com/#!/ciffi">christian füller</a></div>
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        <div class="text"><a href="http://twitter.com/ciffi">@ciffi</a> jetzt reiß dich aber mal zusammen. Das ist ziemlich grenzwertig, was du hier schreibst</div>
        <div class="created_at"><a href="http://twitter.com/#!/JoergRupp/status/189964514345754624">2012/04/11 07:34:04</a> via <a href="http://www.echofon.com/" rel="nofollow">Echofon</a></div>
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        <div class="profile_image"><a href="http://twitter.com/#!/JoergRupp"><img src="http://a0.twimg.com/profile_images/1583357146/J_rg_final_normal.jpg" alt="JoergRupp" /></a></div>
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    <div class="otweet_header">
        <div class="text">grüner Landesvorstand aus BaWü <a href="http://twitter.com/joergrupp">@joergrupp</a> nennt Kinderpornos im netz "leier". + beruft sich positiv auf <a href="http://twitter.com/tauss">@tauss</a><a href="http://search.twitter.com/search?q=%23t">#t</a>äterlobby<a href="http://search.twitter.com/search?q=%23missbrauch">#missbrauch</a></div>
        <div class="created_at"><a href="http://twitter.com/#!/ciffi/status/189967015560216576">2012/04/11 07:44:00</a> via <a href="http://www.tweetdeck.com" rel="nofollow">TweetDeck</a></div>
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<p>Das passt alles ganz gut ins Bild dessen, was einem blüht, wenn man Innocence in Danger kritisiert. Nur, was hat Christian Füller davon?</p>
<p>Update:</p>
<p>es reicht Christian Füller offenbar nicht, er legt heute abend nach:</p>
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        <div class="text">eins muss man <a href="http://twitter.com/joergrupp">@joergrupp</a> lassen: er hat beinharte grün-piratige<a href="http://search.twitter.com/search?q=%23P">#P</a>äderasten+#täterlobby sichtbar gemacht. kein wort über<a href="http://search.twitter.com/search?q=%23opfer">#opfer</a><a href="http://search.twitter.com/search?q=%23missbrauch">#missbrauch</a></div>
        <div class="created_at"><a href="http://twitter.com/#!/ciffi/status/190150149853556736">2012/04/11 19:51:43</a> via <a href="http://www.tweetdeck.com" rel="nofollow">TweetDeck</a></div>
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        <div class="text">das fragt RT <a href="http://twitter.com/JoergRupp">@JoergRupp</a> nach<a href="http://search.twitter.com/search?q=%23emden">#emden</a><a href="http://search.twitter.com/search?q=%23berlin">#berlin</a><a href="http://search.twitter.com/search?q=%23trier">#trier</a> etal! wie viele Fälle gab es, die es so wichtig machen, Zushg "Internet/Pädo" aufzumachen</div>
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		<title>piratige Zeiten?</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Apr 2012 16:22:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
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										</div>Meine Haltung zu den Piraten hat sich im Laufe der Jahre verändert. 2009 habe ich einen Text zu &#8220;Grüne und Piraten&#8221; veröffentlich, den ich heute nicht mehr so schreiben könnte. 2009 waren die Piraten eine Splitterpartei, mit gerade mal 2% in der Bundestagswahl gescheitert. Zwischenzeitlich haben Sie zwei Landtage erobert, sonnen sich in hohen Umfragwerten [...]]]></description>
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										</div><p>Meine Haltung zu den Piraten hat sich im Laufe der Jahre verändert.</p>
<p>2009 habe ich einen Text zu &#8220;<a href="http://joergrupp.de/gruene-und-piraten/" target="_blank">Grüne und Piraten</a>&#8221; veröffentlich, den ich heute nicht mehr so schreiben könnte. 2009 waren die Piraten eine Splitterpartei, mit gerade mal 2% in der Bundestagswahl gescheitert.</p>
<p>Zwischenzeitlich haben Sie zwei Landtage erobert, sonnen sich in hohen Umfragwerten und haben seit dieser Bundestagswahl die Legende voran getrieben, sie wären die neuen Grünen. Ihre Geschäftsführerin <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,810638,00.html" target="_blank">verstieg sich sogar zu der öffentlichen Äußerung</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Eine Utopie ist, dass die anderen Parteien sich ganz doll an den Kopf fassen, Angst vor den Piraten kriegen und anfangen, unsere Ideen zu klauen. Das würde mich freuen&#8221;, sagte Weisband. &#8220;Wenn die anderen unsere Ideen stehlen, könnten wir uns guten Gewissens auflösen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Meine Parteifreundin Nina Galla, die ich sehr schätze, auch wenn sie mir ein bißchen zu sehr pirateneuphorisiert scheint, sieht das durchaus <a href="http://www.fair-sprechen.com/2012/04/01/danke-piraten/" target="_blank">ähnlich</a> &#8211; und erntet dafür natürlich viel Zuspruch bei den Piraten. Ich hab mich zwischenzeitlich ein bißchen beruhigt, was meine warme Sympathie angeht. Übrig ist Sympathie für den Ansatz der Transparenz und der Basisdemokratie &#8211; da kopieren sie ja uns Grüne tatsächlich. Unmut habe ich aufgrund der vielen Vorkommnissen in den letzten 3 Jahren &#8211; angefangen bei <a href="http://www.tagesschau.de/inland/dudda100.html" target="_blank">Bodo Thiesen</a>, der bis heute Mitglied der Piratenpartei ist über Ex-NPDler und <a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/antisemitismus-in-der-piratenpartei-kevin-barth-findet-den-juden-an-sich-unsympathisch/6186544.html" target="_blank">Kevin Barth</a> bis hin zu <a href="http://diefreiheitsliebe.de/politik/kreisvorsitzender-der-piraten-fordert-atombombe-auf-gaza" target="_blank">Boris Turovskiy</a> als Leiter der LGS der Piraten in Bayern. SOlche Dinge können in einer schnell wachsenden Partei durchaus vorkommen. Auch wir Grüne führen, bedingt durch unseren rasanten Mitgliederzuwachs nach dem Wahlsieg in BW, mit Neumitgliedern auf einmal wieder Debatten über Redelisten und Frauenquoten. Wir stehen aber da zu unserer Haltung. Bei den Piraten erlebte ich im Falle Kevin aber dann eine Stellungnahme, die Rechtsradikalimus und &#8220;sonstiges radikales Gedankengut&#8221; gleichsetzte und die Kritik daran zunächst als &#8220;bashen&#8221; oder &#8220;trollen&#8221; bezeichnet wurde &#8211; bis es irgendwann dann <a href="http://www.piratenpartei-bw.de/2012/02/08/nein-zu-antisemitismus-und-rassismus-piratenpartei-bezieht-stellung/" target="_blank">klargestellt</a> wurde.</p>
<p>Auch auf die nicht vorhandene Frauenquote blicke ich zwischenzeitlich mit anderen Augen. Handelte es sich 2009 noch um Kommentare vor allem zur Präsenz auf Parteitagen, so muss man zwischenzeitlich konstatieren, dass die Idee, man könne heute schon &#8220;postgender&#8221; politisch agieren, eine Falle ist. In Berlin eine von fünfzehn, im Saarland eine von vier. Das ist zu wenig. Die Rollenbilder in dieser Gesellschaft sind lange nicht überwunden. Die Piraten drehen da das Rad zurück. Mit der fatalen Konsequenz eines zu erwartenden gesellschaftlichen Flashbackes. Für sich mögen sie nicht darauf achten (wollen), welches Geschlecht ein Pirat hat. Die gesellschaftliche Realität ist aber eine andere. Und da kann ich als Partei nicht so tun, als gäbe es das alles nicht. Bevor wir Grünen mit einer klaren, kompromisslosen Haltung in der Frauenfrage die politische Präsenz verändert haben. waren Männer der Meinung, sie könnten auch für Frauen sprechen. Aber das können sie nicht &#8211; genausowenig wie Frauen für Männer sprechen können. Vor nur 40 Jahren konnte ein Mann für seine Frau den Job kündigen &#8211; gegen ihren Willen. Es ist nicht so, dass der gesellschaftliche Impetus dazu schon überwunden wäre &#8211; im Gegenteil.</p>
<p>Bleibt die Frage: müssen wir (als Grüne) uns verändern? Natürlich müssen wir das. Wir haben ja auch bewiesen, dass wir in der Lage sind, dies zu tun. Unsere Antworten auf politische Fragen den Realitäten der Zeit anzupassen, ohne dabei die Grundhaltung völlig aufzugeben. Wir streiten bis heute leidenschaftlich über die Teilnahme am Afghanistankrieg. Ich finde nach wie vor, dass die Teilnahme falsch war. Nur kann ich nicht so tun, als wären die deutschen Soldaten nicht dort und als würde aus dieser Präsenz keine Folgen entspringen. 1980 haben wir das Kabelfensehen abgelehnt. Mehr als zwei Flüge pro Jahr wollten wir den Bundesbürgern nicht zugestehen. Wir hatten damals die Oberlehrehaltung, die wir längst hinter uns gelassen haben &#8211; aber uns heute noch nachgesagt wird (IHR wollt immer allen alles vorschreiben).</p>
<p>Wir müssen sicherlich wieder mehr basisdemokratische Elemente implementieren &#8211; auf der Basis moderner Technologien. Aber wir können nicht so tun, als könnte jedeR alles in so einer Partei machen. Ich kann nicht umhin anzuerkennen, dass ich zwar einerseits für eine Rotation (2 bis 3 Legislaturperioden) bin, andererseits ohne  persönliche politische Erfahrung ein Amt wie das des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg nicht zu besetzen ist. Viele der Kröten, die wir unter rot-grün schlucken mussten, waren auch der Unerfahrenheit mit solchen Ämtern geschuldet. Mitsprache gibt es auch bei uns. Aber manchmal sind auch &#8220;die da oben&#8221; nicht gut erreichbar. Aber auch deren Tag hat nur 24 Stunden. Insofern gibt es Hierarchien und Büroleiter oder andere Ansprechpartner. Es ist sicherlich vieles optimierfähig, manches aber einfach auch nicht lösbar, wenn man anerkennen muss, dass auch ein Parlamentarier das Recht auf einen Feierabend hat.</p>
<p>Und ich muss der Tatsache Rechnung tragen, dass wir es hier mit zwei verschiedenen Generationen zu tun haben. Und so krieg ich halt auch nicht alle dazu, sich des Netzes als Kommunikations- oder Erarbeitungsmittel zu bedienen. Die Piraten glauben an Schwarmintelligenz &#8211; ich glaube an Gremien, in denen man auch basisdemokratisch mitarbeiten kann. So wie wir es in den LAGen beispielsweise tun. Beides ist unterschiedlich &#8211; im Ergebnis glaube ich, selten wirklich schlechter. Ich glaube auch an Delegation. Denn ich halte die repräsentative Demokratie für einen guten Kompromiss. Ich finde aber auch, dass es mehr Volks/Bürger_innenentscheide auf allen Ebenen geben muss, mehr Mitsprachrechte, mehr Transparenz, wenn Entscheidungen anstehen oder welche gefällt werden sollen. Mehr Mut zur Öffentlichkeit. Auch bei uns nehme ich Angst vor Presse oder Öffentlichkeit wahr &#8211; aber auch darauf gibt es Einflussmöglichkeiten.</p>
<p>Wir betreiben zwei verschiedene Systeme &#8211; die ähnlich sind, aber doch nicht kompatibel. Die Arroganz der Piraten ist, dass sie meinen, die Menschen gingen schon mit und würden sich anpassen. Dass ihr Weg der einzig richtige ist. Meine Arroganz ist es, zu glauben, dass viele ganz froh sind, dass sie repräsentiert werden und sich nicht um alles kümmern müssen. Aber so wie die Piraten glaube ich, dass die Menschen sich mehr interessieren würden, wüssten sie mehr. Gleichzeitig kann ich aber politisch nicht so agieren, als beherrschten die meisten Menschen die Internettechnologien und verstünden eine differenzierte Informationsbeschaffung. Dem ist nicht so. Die meisten konsumieren. Das erklärt den Erfolg von Facebook. Und diejenigen, die gar nichts damit anfangen können, die Bürger_innen, die darf ich nicht ausschließen.</p>
<p>Die Basisdemokratie ist in meiner Partei immer noch breit verankert. Jedes einzelne Mitglied kann seinen Kreisverband zu einem Beschluss führen, sodenn er eine Versammlung überzeugt. Nur 10 Mitglieder können das selbe auf Landesebene tun, nur 20 auf Bundesebene. Ich selbst habe 2010 zusammen mit Silke Krebs zunächst den Landesvorstand, dann den Landesverband davon überzeugt, dass Alkoholverbote auf öffentlichen Plätzen keine Lösung sind, sondern Prävention der richtige Weg ist &#8211; trotz prominenter Fürsprecher für&#8217;s Verbot wie die drei OBs. Heute steht dies in Baden-Württemberg im Koalitionsvertrag. Programmatisch müssen wir uns in Sachen Basisdemokratie nichts vorwerfen lassen, unsere Kandidat_innen für die Listenplätze sind für alle Mitglieder offen, auf kommunaler Ebene kandidieren sogar oft genug Nichtmitglieder. Aber natürlich ist es schwer, gegen einen Profi zu gewinnen.</p>
<p>Letztendlich sind wir zwei verschiedene Parteien. Ich sehe in manchen Dingen Möglichkeiten der Zusammenarbeit, in anderen Feldern nicht. Für mich sind die Piraten zwischenzeitlich eine Partei wie jede andere Andere auch. 2009 waren mir diejenigen, die ich kannte, auch alle sympathisch. Heute kenne ich mehr &#8211; und ich hab leider auch ein paar kennen gelernt, mit denen mag ich nicht mal ein Bier trinken &#8211; aber es gibt immer noch viele, die ich gerne mag. Ich mag ihr anarchisches Element, ich mag ihr &#8220;System-in-Frage-Stellen&#8221;. Nur durch Neues kommt Bewegung rein  und manche Erstarrung, gegen die ich auch innerparteilich gekämpft habe, löst sich schneller. Dafür muss ich aber nicht pathetisch &#8220;Danke, Piraten&#8221; sagen. Denn es ist für mich ein normaler Prozess. Und eine Partei,die nicht meine ist, kritisiere ich auch schärfer &#8211; vor allem in den Punkten, die ich nicht teile. Und eine, die mir nicht egal ist, für die gehe ich auch noch ins Detail. Manchmal.</p>
<p>Und inhaltlich werden sie sich sehr schnell positionieren müssen. Sechs Jahre nach der Gründung kann man erwarten, das eine Partei zu den wichtigsten gesellschaftlichen Fragen Antworten hat. Wenn sie das nicht hat, wenn das nicht wichtig ist für sie und ihre Wähler_innen, dann ist das eben so. Dann wird sie weiter Protestpartei bleiben &#8211; und ihre Abgeordneten schneller zum System gehören, als ihnen lieb sein kann &#8211; und Ziel des Protests.</p>
<p>Für mich sind nicht die Piraten das Maß &#8211; sondern die grüne Partei. Ich bin Grüner aus Überzeugung. Weil ich hier auch auf Fragen, die mich umtreiben, Antworten bekomme, Antworten geben und sie selbst mitgestalten kann. Und weil ich ein gewisses Maß an Seriosität in der Politik als unabdingbar halte. Eine Seriosität, die ich bei manchen Piraten (auch mit Posten) manchmal vermisse. So wie ich bei uns manchmal weniger Professionalität und mehr Mut wünschen würden. Mein Politikansatz ist  nicht piratig &#8211; sondern grün.</p>
<p>Emanzipatorisch. Solidarisch. Basisdemokratisch. Sozial. Gewaltfrei. Ökologisch.</p>
<p>Das heißt nicht, dass ich die Piraten nicht grundsätzlich als mögliche Verbündete sehe. Aber ein Selbstläufer ist diese Verbündung nicht. Das Maß sind die  Säulen grüner Politik. Daran müssen sie sich (für mich) messen lassen. Und da bleibt mir nur festzustellen: Ich habe sie gewogen, aber leider zu oft als für zu leicht gefunden.</p>
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		<title>transparent</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Mar 2012 18:35:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
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										</div>Alle wollen mehr Transparenz. In der Politik. Ohne scheinbar wirklich zu wissen, was sie damit anfangen sollen. Oder was das eigentlich ist. Für mich ist politisch transparent, wenn ich nachvollziehen kann, wie eine politische Entscheidung zustande gekommen ist.  Wer wie warum abgewogen hat. Und sich wie und warum entschieden hat &#8211; für das, was er [...]]]></description>
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										</div><p>Alle wollen mehr Transparenz. In der Politik. Ohne scheinbar wirklich zu wissen, was sie damit anfangen sollen. Oder was das eigentlich ist.</p>
<p>Für mich ist politisch transparent, wenn ich nachvollziehen kann, wie eine politische Entscheidung zustande gekommen ist.  Wer wie warum abgewogen hat. Und sich wie und warum entschieden hat &#8211; für das, was er oder sie jetzt vertritt. Wenn er erzählt, mit wem er sich zum Thema getroffen hat, wo sie sich informiert hat. Der Anspruch wäre: liebe Politiker_in, sag das von Dir aus. Und das noch dazu in einer Sprache, die ich auch verstehe. Zeitnah, versteht sich.</p>
<p>Geht das denn? Nein, es geht nicht. Erstens werden Dinge in ihrer Relevanz unterschiedlich betrachtet. Mein eigenes Beispiel zeigt mir hier klare Grenzen auf. Ich diskutiere gerne. Auch und vor allem im Internet. Ich bin ein digitales Kind der AOL-Chats und der Webforen. Kommunikation war schon immer für mich DIE zentrale Anwendung von Webdiensten. Ich war chatsüchtig und kann mich heute noch in Foren oder in Onlinedebatten per Twitter, Facebook oder Mailingliste verlieren.</p>
<p>Meine Anonymität habe ich ungefähr 2001 aufgegeben. Weitgehend. Aus Transparenzgründen. Dort, wo ich debattiert habe, habe ich selten einen Hehl daraus gemacht, dass ich grünes Mitglied bin. In Scheidungs- und Männerrechtsforen durchaus eine Last, weil man einige nicht mehr erreicht. Äußerungen abgestempelt werden.  Aber angesichts meiner Argumentationslinien war das eh meist klar &#8211; zumindest, dass ich irgendwie links und ziemlich öko und feministisch bin.</p>
<p>Heute diskutiere ich offen. Ich blogge unter meinem Namen, im Impressum steht meine Adresse (aber nicht meine Telefonnummer), ich bin als Parteiratsmitglied identifizierbar, ich &#8220;oute&#8221; mich auch im Twitterprofil. Ich nehme unter meinem richtigen Namen an Diskussionen teil &#8211; so z. B. im Nachrichtenforum der ka-news. Ich melde mich dort meist zu politischen Themen zu Wort.  Mal mehr, mal weniger. Da bekommt man schonmal eine Postkarte mit dem Vermerk: Du bist Armleuchter des Jahres. Alles richtig gemacht <img src='http://joergrupp.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Ich schreibe Leserbriefe. Nie anonym. (und die <a href="http://www.bnn.de" target="_blank">Tageszeitung</a> meint: zu oft)</p>
<p>Ich versuche, nachvollziehbar zu machen, wie ich zu meinen Entscheidungen komme. Dass ich ein Mensch bin. Soweit normal, wie ein Grüner in dieser Gesellschaft &#8220;normal&#8221; sein kann (denn was ist schon normal). Mit Arbeitsplatz, nicht geradem Lebenslauf, Sorgen, Nöten, Glück, Freude, <a href="http://joergrupp.de/entschuldige-dieter-janecek-richtig-lesen/" target="_blank">der auch mal Mist baut</a>, sich aber auch nicht unterkriegen lässt und zu seinem Mist steht. Was anderes hilft ja eh (fast) nie. So ist dann hoffentlich auch nachvollziehbar, was die Basis meines Handelns ist. Zumindest denjenigen, die im Grunde wohlwollend sind. Bzw. nicht bösartig. Die haben eh kein Interesse daran. Und dementsprechend muss man das dann auch nicht immer kommentieren.</p>
<p>Politische Entscheidungen werden auch aufgrund persönlicher Erfahrungen getroffen. Und so kann helfen, diese persönlichen Erfahrungen transparent zu machen &#8211; wenn sie ursächlich oder mitentscheidend für die Entscheidung sind. Manchmal kann man das nicht. Ich hab so manchen Artikel wieder gelöscht, halb oder ganz fertig. Weil ich gemerkt habe, dass ich zuviel erzählt habe. Es gibt Dinge, die wären zwar wichtig &#8211; aber die sind dann auch oft sehr persönlich. Und werden nicht von jedem so ausgelegt, wie man fairerweise erwarten kann. Ich kann auch nur sehr weitläufig und mit größerem Abstand aus meinem Arbeitsleben berichten &#8211; obwohl ich dort viel erfahre, was mein Gesellschaftsbild prägt. Gerade in Hinblick auf Integration, auf Gerechtigkeit, auf Teilhabe, Diskriminierung, Mobbing.</p>
<p>Ich versuche hier einen Mittelweg zu finden, ebenso auf Twitter und Facebook. Den Transfer in konkretes politisches Handeln versuche ich dann herzustellen. So habe ich kürzlich einen Antrag gestellt, dass der Landesvorstand zumindest ein Kurzprotokoll und die Tagesordnung veröffentlicht, sodass man nachvollziehen kann, über was gesprochen wurde und was beschlossen wurde. Wortprotokolle und LiveStreams aus jeder Vorstandssitzung kann ich mir dabei nicht vorstellen &#8211; allerdings zu bestimmten Themen wäre ein Stream mal einen Versuch wert. Aber das ist der nächste Schritt.</p>
 <p><a href="http://joergrupp.de/?flattrss_redirect&amp;id=1691&amp;md5=5e96bf62b9b2c18fdb65564b4a18fd1f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://joergrupp.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Entschuldige Dieter Janecek: richtig lesen</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Mar 2012 15:05:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Persönlich]]></category>

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										</div>Da ist mir ja jetzt ein richtiger Fauxpas passiert. Der Landesvorsitzende der bayrischen Grünen möchte für den Bundestag kandidieren. Ein seit längerer Zeit offenes Geheimnis, also wirklich nichts überraschendes. Transparent und netzaffin wie er ist, hat er seine Entscheidung sehr früh öffentlich gemacht und das vertwitttert. Ich hab es gelesen &#8211; und offenbar hab ich [...]]]></description>
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										</div><p><img class="aligncenter" title="Dieter Janecek" src="http://www.mainpost.de/storage/pic/mpnlneu/by/3968418_1_Grne.jpg" alt="" width="520" height="331" /></p>
<p>Da ist mir ja jetzt ein richtiger Fauxpas passiert. Der Landesvorsitzende der bayrischen Grünen möchte für den Bundestag kandidieren. Ein seit längerer Zeit offenes Geheimnis, also wirklich nichts überraschendes. Transparent und netzaffin wie er ist, hat er seine Entscheidung sehr früh öffentlich gemacht und das vertwitttert. Ich hab es gelesen &#8211; und offenbar hab ich was falsch gelesen.</p>
<p>Er schreibt:</p>
<blockquote><p>So werde ich für den Stimmkreis <a href="http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_09/strukturdaten/wahlkreise/l09/wk_221.html">München-West/Mitte</a> sowie für einen vorderen Platz auf der bayerischen Landesliste antreten.</p></blockquote>
<p>Ich habe wohl statt &#8220;für&#8221; &#8220;auf&#8221; gelesen. Da ich mich natürlich bei jemand andrem rückversichert hatte und es mehr als einmal gelesen hatte &#8211; ich bin eigentlich ein guter Leser und regelrecht über diesen Satz gestolpert &#8211; hab ich einen harrschen Kommentar <a href="http://blog.dieter-janecek.de/2012/03/05/ich-bewerbe-mich/comment-page-1/#comment-7564">geschrieben</a>:</p>
<blockquote><p>Was ich ja so als -zugegeben baden-württenbergischen – Landesvorstand so spannend finde, lieber Dieter, ist folgender Halbsatz: “[...]sowie einen vorderen Platz auf der bayerischen Landesliste antreten”.<br />
Das bestimmt ja wohl immer noch die Versammlung – und wie man bei Cem Özdemir gesehen hat, kann so eine Annahme durchaus von der Versammlung anders gesehen werden. Oder hat der Listenparteitag in Bayern schon stattgefunden?<br />
Ich nehme mal an, du hast dich verschrieben, Dieter. Ansonsten finde ich eine solche Haltung, die voraussetzt, dass man einen vorderen Listenplatz erhält, schlicht sehr undemokratisch.</p></blockquote>
<p>Mein Verständnis war, dass Du, Dieter, damit öffentlich sagst, dass Du diesen Platz bekommst. Sonst machte ja das Beispiel Cem Özdemir keinen Sinn. Das habe ich wohl gründlich missverstanden. (Hättest mich aber auch mal anschreiben können.)</p>
<p>Also, jetzt ist es in der<a href="http://www.nordbayern.de/region/grune-hoffen-auf-erfolg-bei-kommunalwahl-in-ansbach-1.1898274" target="_blank"> Welt</a>, heraus bekommt man es nicht mehr, also nehme ich den Beitrag zurück und entschuldige mich dafür &#8211; hab ich schon einmal in Deinem Blog getan und tu es hiermit nochmal in meinem eigenen. Mehr kann ich nicht tun &#8211; und werde mich in zukünftig bemühen, etwas dreimal zu lesen, weil zweimal offenbar nicht reicht. Und über dem einen oder anderen Kommentar noch ne Nacht schlafen.</p>
 <p><a href="http://joergrupp.de/?flattrss_redirect&amp;id=1756&amp;md5=9030c1c14b981ea1b5ac1f72fcbc8da9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://joergrupp.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>ein Tag in der JVA Bruchsal</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Feb 2012 09:50:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[GRÜNEs]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
		<category><![CDATA[Baden]]></category>
		<category><![CDATA[Bruchsal]]></category>
		<category><![CDATA[Gefängnis]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Filius]]></category>
		<category><![CDATA[JVA]]></category>
		<category><![CDATA[Knast]]></category>

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										</div><p><a href="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/02/bruchsal_jva.jpg"><img class="size-medium wp-image-1728 alignleft" title="bruchsal_jva" src="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/02/bruchsal_jva-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>  Am Montag war es soweit. Nachdem ich vor Monaten von einem <a href="http://joergrupp.de/ich-bin-ein-gutmensch/" target="_blank">alten Bekannten</a> angesprochen wurde, der mich auf verschiedene, persönliche Missstände in seiner langen Knast-Laufbahn angesprochen hatte, war ich am Montag zusammen mit <a href="http://juergen-filius.de/" target="_blank">Jürgen Filius, MdL</a> und seinem Mitarbeiter in der JVA Bruchsal zu Gast. Jürgen war dort als Strafvollzugsbeauftragter der grünen Landtagsfraktion. Er besucht regelmäßig die JVAs im Land und ist so auch Ansprechpartner nicht nur für die Leitung, sondern auch für Gefangene mit individuellen Sorgen und Nöten, aber auch für die Gefangenenvertretung.</p>
<p><em>Ein Mal im Jahr können die Insassen ein Gremium von 9 Gefangenen wählen, welches sich dann um die Belange der Gefangenen kümmern soll. In Bruchsal organisiert die GV zudem den Verkauf preiswerter Schreibwaren, führt einen Sozialfonds für bedürftige Gefangene, die neu in die JVA Bruchsal kommen, bietet preiswerte Möglichkeit, sich fotografieren zu lassen und anderes mehr.</em></p>
<p>Ich fand den Tag überaus interessant. Kleine Anekdote am Rande: Jürgen Filius zeigte sich überrascht und amüsiert über die vielen Bekenntnisse zur badischen Heimat im Gefängnis &#8211; so ein Nachbildung eines alten Grenzpfostens zum Großherzogtum Baden (im Hintergrund auf dem Foto zu sehen) im Büro des Gefängnisleiters, Herrn Müller . Die kleinen Nickeligkeiten sind in Ulm offenbar nicht so präsent.</p>
<p>Da am Rosenmontag frei war, konnten wir leider die Arbeitsstätten nicht begehen, trotzdem war der Rundgang durchs Gefängnis mit abschließendem Mittagessen sehr informativ. Faszinierend schon der Aufbau der JVA mit Mittelturm und vier Flügeln, der Kapalle mit aufsteigender Bestuhlung und Orgel in der Kuppel. Alte, mächtige Holztüren im Gefängnistrackt, die offenbar noch aus dem 19. Jahrhundert stammen. Die &#8220;Größe&#8221; einer Gefängniszelle, in der die Gefangenen ihre Abende und Nächte verbringen &#8211; danke an den Häftling, dass wir seinen persönlichen Bereich anschauen konnten. Der Gang über die Gefängnismauer, die noch begehbar ist, der Rundgang auf ihr wird aber demnächst  durch Technik ersetzt. Dies wurde noch durch das alte Justizministerium veranlasst und soll eigentlich Kosten sparen. In dem Fall aber eher ein Schildbürgerstreich: durch die begehbare Mauer &#8211; auf der natürlich andauernd bewaffnete Beamte stehen müssen &#8211; ist man innerhalb von 3 Minuten an jedem Brennpunkt. Durch den Abbau des Rundgangs wird am Ende sogar noch mehr Personal benötigt werden, weil die Wege länger werden. Steinschlagschilder an der Gefängnismauer zeigen aber, dass diese dringend saniert werden muss. Sehr interessant auch die Hinweise darauf, das die Strafe &#8220;lebenslänglich&#8221; eben nicht, wie allgemein angenommen, 15 Jahre Haft bedeutet, sondern in einzelnen Fällen zu Haftstrafen von bis zu 50 Jahren führen kann &#8211; wenn es keine positive Prognose gibt. Es gibt wohl tatsächlich einen solchen Gefangenen in der JVA, der auch jetzt klar sagt: ich bin Berufsverbrecher, wenn ich rauskomme, mache ich so weiter. Der kommt nicht raus.</p>
<p>Die Gespräche mit den Gefangenen waren interessant, Einzelheiten kann ich ja hier nicht wiedergeben. Positiv fand ich die Aktivitäten der Gefangenenvertretung und ihr Einsatz für die Gesamtheit der Gefangenen. Die Probleme, die sie ansprachen, haben wir mit dem Gefängnisdirektor nachbesprochen und Jürgen hat den Handlungsbedarf identifiziert. Vor allem der Sozialausschuss, in dem Gelder für bei Haftantritt mittellose Gefangene gesammelt werden, hat mir gut gefallen. Zu meinem alten Bekannten werde ich aber zumindest in losem Kontakt bleiben. Wer weiß, ob&#8217;s hilft.</p>
<p>Insgesamt eine informeller Tag, den ich gerne mal wiederholen möchte. Wichtig war mir auch,  zu beobachten, dass es Unterschiede je nach Knast gibt. In Bruchsal sitzen ja nunmal auch die etwas härteren Fälle, das ist nochmal eine besondere Situation. Die Thematik werde ich aber doch insgesamt im Auge behalten.</p>
 <p><a href="http://joergrupp.de/?flattrss_redirect&amp;id=1727&amp;md5=642d63bfef1d22420d3afa86b2b4c142" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://joergrupp.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>ich sprüh&#8217;s an jede Wand?</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 04:46:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Familie und Gender]]></category>
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										</div><p>Ina Deter hat sie gefordert &#8211; die neuen Männer. Sie hat dabei sehr offen gelassen, was sie damit meint &#8211; was vielen den Raum lies, dort hinein zu interpretieren, was man so für sich selbst dachte. Gemeinhin wird der &#8220;neue Mann&#8221; aber als das Gegenteil vom Mann im Patriarchat interpretiert &#8211; wie er &#8211; überdeutlich &#8211; <a href="https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/images.owni.fr/pub_vintage_027.jpg" target="_blank">hier</a> <a href="http://owni.fr/2010/11/06/top-48-des-vieilles-pubs-nauseabondes-qui-feraient-scandale-aujourd%E2%80%99hui/"><img class="alignleft" title="Sexistische Werbung" src="https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/images.owni.fr/pub_vintage_027.jpg" alt="" width="94" height="130" /></a>dargestellt wird. Seine Rolle neu finden soll er, im Haushalt helfen, Kinder betreuen, emotional sein, reflektiert, nicht Sonntag früh beim Stammtisch, Partner, nicht der, der &#8220;die Hosen anhat&#8221;. Ein Partner in einer Beziehung auf Augenhöhe.</p>
<p>Zwischenzeitlich <a href="http://kunstderverfuehrung.com/nice-guy-syndrom.html" target="_blank">redet</a> man sogar über das &#8220;Nice-Guy-Syndrom, das dramatischerweise dazu führt, dass offenbar</p>
<blockquote><p>Frauen  Männer sexuell unattraktiv finden, die ständig nur als der Nette und Harmoniesuchende agieren und Konfrontationen stets ausweichen.</p></blockquote>
<p>In der Zeit findet sich ein derzeit stark debattierter <a href="http://www.zeit.de/2012/02/Maenner/" target="_blank">Beitrag von Nina Pauer</a>, in der sie klischeehaft beschreibt</p>
<blockquote><p>Heute tragen die jungen Männer Bärte und spielen Gitarre. Sie sind lieb, melancholisch und sehr mit sich selbst beschäftigt. Für die Frauen wird das zum Problem.</p></blockquote>
<p>wie neue Männer, belastet mit dem Nice-Guy-Syndrom Frauen frustrieren, sie sich doch eher den zupackenden Mann wünschten. Sie stellt es so dar, als wären es vor allem auch eigene Erfahrungen, aus denen sie auf den Rest der Männerwelt schließt. Und das Bild des gitarrespielenden Bartträgers, der es dann nicht schafft &#8220;richtig&#8221; zu flirten oder gar ma Ende &#8220;einfach mal küsst&#8221; ohne zu fragen, der zupackende Mann, der Aufreißer &#8211; der fehlt ihr. Überhaupt das Küssen: in einem <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/allerseelen/archive/2012/01/07/richtig-kuessen-frau-pauer.aspx" target="_blank">klugen Artikel im FAZ-Blog</a> beschreibt Julia Seeliger aka <a href="https://twitter.com/zeitrafferin" target="_blank">@zeitrafferin</a>, dsas es -nicht nur eigentlich &#8211; uncool ist, ungefragt zu küssen. Womit sie recht hat. Und schreibt die Botschaft aus ihren &#8220;geheimen Kanälen&#8221;:</p>
<blockquote><p>Im Übrigen würden sich viele Männer auch freuen, wenn die Frau mal den ersten Schritt macht.</p></blockquote>
<p>Korrekt. Kann ich bestätigen. So geheim ist das gar nicht. Ich habe in meinem Leben auch nicht immer der Forderung nach dem &#8220;ersten Schritt&#8221;  erfüllt. Das klassische &#8220;willst du mit mir gehen&#8221; &#8211; gab es nie. Aber bis heute ist diese Erwartungshaltung da. Der Mann hat den ersten Schritt zu tun. Die Frage nach &#8220;willst du mich heiraten&#8221; &#8211; die hat vor allem der Mann zu stellen und bitte noch gleich die wunderschönen Ringe mitzukaufen. Die Frage muss natürlich romantsich verbrämt an einem besonderen Ort &#8211; Urlaub, gutes Restaurant &#8211; gestellt werden und nicht bloß nicht nach einem durchschwitzten Beischlaf im gemeinsamen Bett. Er kauft die Ringe &#8211; sie kümmert sich dann zusammen mit einer Horde Freundinnen um die gelungene Ausrichtung der Hochzeitsfeier, schleppt ihn auf Hochzeitstage, das Kleid muss auch sauteuer sein &#8211; ein unvergesslicher Tag, bombastisch &#8211; durch und durch amerikanisiert.</p>
<p>Der Rollback findet statt &#8211; und er findet sich in Artikeln wie dem von Nina Pauer wieder. Einem Artikel, der nicht in der Bunten gestanden ist &#8211; sondern im intellektuellen Blatt &#8220;Zeit&#8221;. Wollte die Redaktion provozieren? Man weiß es nicht. Ich finde es aber erschreckend, dass sich solche Plattitüden verbreiten. Denn es ist ja nicht nur dieser Artikel, es ist eine ganze Reihe von ihnen &#8211; die das Bild der modernen Familie/Beziehung humorvoll, überspitzt und voller überkommener Klischees insLächerliche zieht. Wie das Herumhacken auf den angeblichen Latte-Macchiato-Müttern in Berlin und Frankfurt. Und wir, die wir uns dafür einsetzen, die klassiche Männerrollen zu überwinden, müssen rückwärtsgewandt Kämpfe führen. Autor_innen wie Nina Pauer gehen hand ind Hand mit der maskulistischen Szene, die ebenfalls gerne vom &#8220;richtigen Mann&#8221; schwärmt und alle, die sich für &#8220;neue Männer&#8221; einsetzen, als Pudel beschimpft &#8211; die, die noch dazu für die Gleichberechtigung kämpfen und Feminismus nicht er se vedammen, gar als &#8220;Lila Pudel&#8221;.</p>
<p>Das Bild des gehemmnten jungen Mannes, der sich nicht an die Frau traut, gezeichnet mit</p>
<blockquote><p>Statt seinen Stolz zu nehmen und nach einem letzten romantisch-heroischen Versuch einzusehen, dass es richtig wäre aufzugeben, trauert er, wochen-, monatelang.</p></blockquote>
<p>ist sowas von 1950er, dass es weh tut. Ja, Männer dürfen weinen, Männer dürfen trauern, Männer dürfen unerfüllt lieben und Männer dürfen nicht wissen, wie sie die Angebetene herumkriegen &#8211; zu was auch immer. Und wenn eine Frau dsa merkt &#8211; dann kann sie sich ja trauen und sagen: trau dich ruhig. Ich wünsch es mir. Ich bin sicher, das würde es so leicht machen, wie Frau Pauer sich das wünscht. Eine Rückkehr zum Macho, der sich &#8220;die Weiber schnappt&#8221; &#8211; die darf gerne weiter an Stammtischen und in Maskuforen gefordert werden, der <a href="http://vaeter-und-karriere.de/blog/index.php/2012/01/10/manner-scheuen-die-auseinandersetzung-mit-den-eigenen-gefuhlen/#more-5653" target="_blank">Zugang und der Ausdruck</a> von Gefühlen gerne weiter pudelig. Wir sind da weiter.</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://joergrupp.de/?flattrss_redirect&amp;id=1685&amp;md5=fe6eeb085cbdcfc96c22140bec15847f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://joergrupp.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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