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	<title>Blog GRÜN-(p)puR</title>
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	<description>ein grünes Blog für Karlsruhe, drumherum und die große weite Welt</description>
	<lastBuildDate>Fri, 03 Feb 2012 11:31:08 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Lieber Cem</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 11:26:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[GRÜNEs]]></category>
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		<description><![CDATA[(ein offener Blogbeitrag.....)

mit großem Befremden höre ich in diesen Tagen von einer neuerlichen Amigo-Affäre, was Deine Verquickung von Privatem und Politischem angeht.

Was wissen wir:

Der Partymanager Schmid hat Dir Karten für das Fußballspiel Barcelona-Real Madrid angeboten. Tickets für dieses Spiel, die auf dem üblichen Weg nicht mehr zu bekommen waren. Daher hast Du auch VIP-Tickets ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(ein offener Blogbeitrag&#8230;..)</p>
<p>mit großem Befremden höre ich in diesen Tagen von einer neuerlichen Amigo-Affäre, was Deine Verquickung von Privatem und Politischem angeht.</p>
<p><strong>Was wissen wir:</strong></p>
<p>Der Partymanager Schmid hat Dir Karten für das Fußballspiel Barcelona-Real Madrid angeboten. Tickets für dieses Spiel, die auf dem üblichen Weg nicht mehr zu bekommen waren. Daher hast Du auch VIP-Tickets angeboten bekommen. Du hast dafür 119 € bezahlt. In der <a href="http://taz.de/Cem-zdemir-zum-Discount-Ticket/!86913/" target="_blank">taz</a> rechtfertigst Du Dein Nichterkennen dieses niedrigen Preises damit, dass du Deine letzten Tickets für die Fankurve des VFB Stuttgart gekauft hattest. Dir war nicht klar, was diese VIP-Tickets kosten. Loungenkarten. Dachtest, mit 119 €, das wäre schon okay und wenn sich jetzt herausstellte, das es das nicht wahr, ja dann, dann bezahlst du nach.</p>
<p>Ich weiß nicht genau, wie Du das Internet benutzt. Wenn ich was nicht sicher weiß, dann benutze ich eine Suchmaschine. Wenn ich eine anwerfe, dann stelle ich fest, dass selbst beim KSC eine Karte für ein Spiel in der <a href="http://www.ksc.de/fileadmin/bilder/Business/110928_Sparkassen-Lounge_Tagestickets.pdf" target="_blank">VIP-Lounge</a> (PDF!) 170 € kosten. Das wäre leicht herauszufinden gewesen. Entweder für Dich oder Dein Büro. Dass man bei Dir angesichts Deiner Hunzinger-Affäre und Hubschrauberflügen ein bißchen empfindlich bist, kannst Du Dir sicherlich denken. Auch wenn Du zuletzt bei Illner zum Thema Wulff richtigerweise auf Deinen damaligen Mandatsverzicht hinweist &#8211; was immer noch hohen Respekt hervorruft &#8211; so bleiben dennoch die Nachlässigkeiten, die zu dieser Sache geführt haben. Und die sich hier wiederfinden. Ich frage mich gerade: was ist in den letzten Jahren nicht aufgefallen? Und wer Hunzinger bei Jauch erlebt hat &#8211; entschuldige &#8211; aber solche Menschen haben doch definitv ein gestörtes Verhältnis zu gutem Benehmen, oder? Und wer ihm so eng verbunden war/ist? Naja, egal, Schnee von gestern. Aber Schmidt! Wie wir dem <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,812888,00.html" target="_blank">Spiegel  </a>entnehmen konnten, hat sich Deine Co-Vorsitzende Claudia Roth erfolgreich gegen die Umwerbeversuche gewehrt. So hätte ich das eigentlich von einer/m Grünen erwartet.</p>
<blockquote><p>Andere Parteifreunde ließen Schmidt laut &#8220;Stern&#8221; abblitzen. Özdemirs Kollegin Claudia Roth zum Beispiel. Hartnäckig soll Schmidt versucht haben, die grüne Co-Chefin zu einer Feier nach Hamburg einzuladen. Die Reise, das Hotel &#8211; alles würde bezahlt. Selbst die Büro-Klausur, die Roth als Grund für ihre Absage anführte, wollte Schmidt in die Hansestadt verlegen. Ohne Erfolg. Roth widerstand.</p>
<p>&#8220;Das grenzte schon an Stalking&#8221;, erinnert sich die Grünen-Chefin.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das ist das eine. Glaubwürdig? So richtig warm werde ich mit der Version nicht. Alles, was mir möglich scheint, ist eine große Nachlässigkeit Oder soll ich eher sagen: Unbedarftheit? Aber für die solltest Du die politische Verantwortung übernehmen. Was auch immer das für Dich heißt.</p>
<p>Und dann ist da noch die Parteifahrt. Du sagst:</p>
<blockquote><p>Ich hatte schon seit langem eine Einladung der Grünen Kataloniens und Spaniens. Sie hatten mich gebeten, dort eine gemeinsame Veranstaltung mit ihnen zu machen, was lange nicht klappte. Ohnehin war ein Treffen lange geplant, warum sollte ich es dann nicht zu einem Zeitpunkt machen, der den katalanischen Parteifreunden sehr gut gepasst hat und bei dem es auch möglich war, abends dann bei diesem außergewöhnlichen Fußballspiel dabei zu sein, das ja jedesmal die gesamte spanische Nation in Wallung versetzt?</p></blockquote>
<p>Tja, warum wohl, Cem? Weil es Leute in dieser Partei gibt, die auf sowas gar nicht kämen. Wenn z. B. ich in Parteidingen nach Stuttgart fahre und gehe anschließend noch zu meinen Schwiegereltern in Ostfildern, von wo ich dann mit meiner Frau zurückfahre, berechne ich nur eine Fahrt. Ich bin im Parteirat und bekomme dafür 50% der Bahncard 50 bezahlt. Sonst hätte ich gar keine &#8211; weil ich selten verreise. Liegt am Kleingeld. Im letzten Jahr habe ich drei längere private Fahrten mit der Bahn gemacht, die die Partei nicht bezahlt hat. 2 davon war zu Treffen des linken grünen Flügels, eine davon zur <a href="http://antriebzukunft.de/" target="_blank">Zukunftskonferenz</a>. Zusätzlich spende ich der Partei durch Auslagenverzicht noch ein paar Euro jedes Jahr. Und so kenne ich das von den vielen anderen Ehrenamtlichen auf den unterschiedlichsten Ebenen. Es gibt Menschen, die fahren alle paar Wochen zu Treffen von Landesarbeitsgemeinschaften und genieren sich, das abzurechnen &#8211; und manchmal geht das auch gar nicht.</p>
<p>Wenn Du gerne zu so einem Fußballspiel möchtest, für das du Freikarten im Wert von mehreren hundert Euro bekommen hast, das &#8220;jedesmal die gesamte spanische Nation in Wallung versetzt&#8221; &#8211; dann kauf Dir doch ein Bahn- oder Flugticket und zahl das selbst. Oder lass die Partei nur die Hälfte bezahlen. Wäre auch okay. Aber so hast Du eine Parteifahrt genutzt, um zu einer Schickimickiveranstaltung bei einem Schickimickifußballspiel zu fahren, bei der 22 Mehrfach-Millionäre, unter anderem reich geworden durch Werbeeinnahmen von Firmen, die die Ärmsten der Welt (Kinderarbeit wie bei Nutella z. B.) ausbeuten, schönen Fußball spielen. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.</p>
<p>Ja, Cem. Was nun? Sicherlich möchtest Du gerne, dass die Debatte darüber schnell wieder verfliegt. Mal sehen, ob das gelingt. Aber Deine Erklärung &#8211; die hätte ich doch bitte noch ein bißchen genauer. Sonst bleibt da nicht nur ein Geschmäckle. Sondern bei Deiner Vorgeschichte schon was mit recht deftigem Geschmack.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://joergrupp.de/?flattrss_redirect&amp;id=1705&amp;md5=5840aa9d3f3ae17e7caed97da102c23a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://joergrupp.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zivilklausel in Bremen</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 18:35:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[GRÜNEs]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
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		<category><![CDATA[Universität]]></category>
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		<description><![CDATA[Gastbeitrag von Dr.-Ing. Dietrich Schulze

Uni Bremen: Rollback der Friedensbindung gestoppt! Glückwunsch an die Zivilklausel-Schützer!

Die Bremer Rüstungswirtschaft, das Uni-Establishment und Teile der Bremer Bürgerschaft hatten vor mehr als zwei Jahren damit begonnen, die Zivilklausel von 1986 zwecks Teilnahme der Uni an Rüstungsforschung zu kippen. Die Zivilklausel besagt „Der Akademische Senat lehnt jede Beteiligung an Wissenschaft ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gastbeitrag von Dr.-Ing. Dietrich Schulze</p>
<p><strong>Uni Bremen: Rollback der Friedensbindung gestoppt! Glückwunsch an die Zivilklausel-Schützer!</strong></p>
<p>Die Bremer Rüstungswirtschaft, das Uni-Establishment und Teile der Bremer Bürgerschaft hatten vor mehr als zwei Jahren damit begonnen, die Zivilklausel von 1986 zwecks Teilnahme der Uni an Rüstungsforschung zu kippen. Die Zivilklausel besagt „Der Akademische Senat lehnt jede Beteiligung an Wissenschaft und Forschung mit militärischer Nutzung bzw. Zielsetzung ab und fordert die Mitglieder der Universität auf, Forschungsthemen und -mittel abzulehnen, die Rüstungszwecken dienen können.ʺ Unter dem Eindruck einer engagierten, beharrlichen und immer konsequenter gestalteten demokratischen Gegenwehr in Gestalt eines Bündnisses aus organisierten Studierenden, verfasster Studierendenschaft, internen und externen WissenschaftlerInnen, Bremer Friedensforum, GEW, Linksfraktion in der Bürgerschaft und einzelnen Parlamentariern hat eine 4/5-Mehrheit des Akademischen Senats am 25. Januar beschlossen, die Zivilklausel beizubehalten und die Verpflichtung der Universität auf „Frieden und zivile Zwecke“ in den Leitzielen der Universität zu verankern.</p>
<p><strong>Lehrstück in Sachen Demokratie</strong></p>
<p>Der versuchte Rollback der Zivilklausel begann Mitte 2009 mit der Entscheidung der Universität, das Stifter-Ehepaar Fuchs zu Uni-Ehrenbürgern zu ernennen. Manfred Fuchs gehört das Weltraum-Rüstungsunternehmen OHB AG in Bremen. Besorgte Wissenschaftler machten auf den Widerspruch zur Zivilklausel aufmerksam. Später kam die Einrichtung einer Stiftungsprofessur von OHB hinzu. Der amtierende Rektor Wilfried Müller begegnete allen Einwänden mit drei Argumenten: Erstens brauche die Uni die Forschungskooperation mit OHB. Zweitens handele sich nur um Grundlagenforschung, die anwendungsoffen bleiben müsse. Drittens sei die Zivilklausel angesichts einer neuen „geopolitischen Situation“ überholt und müsse deswegen geändert werden. Ein AStA-Antrag auf Bekräftigung der Zivilklausel wurde ignoriert. Das Rektorat hingegen versuchte, externe Friedenswissenschaftler für sich einzuspannen. In einer Podiumsdiskussion würdigte Götz Neuneck vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) die Zivilklausel als Alibi herab. Anfang vergangenen Jahres trat jedoch die interne Friedenswissenschaft in Form eines Appells von 60 Bremer ProfessorInnen und WissenschaftlerInnen an die Öffentlichkeit, die vor der Fremdsteuerung durch die Wirtschaft mittels Stiftungsprofessuren warnt und die Autonomie der Uni bedroht sieht.</p>
<p><strong>Herr Fuchs droht der Universität</strong></p>
<p>Schließlich erklärte Mitte vergangenen Jahres der Unternehmer Fuchs unumwunden: „Entweder die Uni ändert ihre Zivilklausel oder wir lassen die Professur sein.“ Der AStA und viele andere sehen darin einen Erpressungsversuch. Eine Universität, die dem nachkommt, veräußert ihre verfassungsrechtlich verbriefte Wissenschaftsfreiheit. Dann ein erster Zwischenerfolg nach zwei Jahren. Die von Dekan Arnim von Gleich (Fachbereich Produktionstechnik) im Akademischen Senat eingebrachte Beschlussvorlage mit konkreten Leitsätzen zur „geopolitischen“ Änderung der Zivilklausel musste aufgrund von starken Protesten vertagt werden. Die Dekane hatten sich derweil auf von Gleichs Wahl zum neuen Rektor geeinigt. Aufgrund von Kritik am Verfahren der Kandidatengewinnung musste die für Mitte November geplante Wahl verschoben werden. Der AStA hatte zuvor eine online-Petition für den Erhalt der Zivilklausel gestartet.</p>
<p><strong>Geopolitischer Dekan fällt bei Rektorwahl durch</strong></p>
<p>In einer Podiumsdiskussion hoffte von Gleich mit „Steher-Qualitäten“ Punkte sammeln zu können. Den vier Zivilklausel-Schützern auf dem Podium warf er vor, keine Freunde der Wissenschaftsfreiheit zu sein. Heute müsse Frieden auch mit Waffen geschützt werden. Den OHB-Gegnern warf er vor, Skandalisierung zu betreiben und ein „Problem für die Demokratie“ zu sein. Er forderte „eine Kontrolle der Skandalisierer&#8221;. Bei der Neuwahl des Rektors im Dezember fiel er durch. Der neu gewählte Rektor Bernd Scholz-Reiter versicherte dem AStA in einem ersten Gespräch, dass er zur Zivilklausel stehe. Viel Zustimmung aufgrund von exzellenten Recherchen fand eine Broschüre des Bremer Friedensforums über den Rüstungsstandort Bremen. Darin wird von Rudolph Bauer die interessante Vorgeschichte der Bremer Zivilklausel nachgezeichnet, der Protest gegen Reagans Strategische Verteidigungsinitiative SDI.</p>
<p><strong>Ein letzter abgeschwächter Aufweichungs-Versuch</strong></p>
<p>Am Tag vor der Senatsabstimmung trat Dekan von Gleich mit dem „Kompromiss“ vor die Presse, die Bestimmung „Forschung und Lehre für friedliche Zwecke“ in die Grundordnung aufzunehmen. An der Universität Tübingen wird derzeit versucht, die dortige Zivilklausel mit der Bestimmung „für friedliche Zwecke“ in Umkehrung der ursprünglichen Absichten als vereinbar mit Rüstungsforschung auszulegen. Das ist bei einer Bestimmung „für zivile Zwecke“ bzw. „gegen militärische Zwecke“ praktisch nicht möglich. Eine umstrittenere Bestimmung sollte also höherwertiges Recht werden (Grundordnung steht über Senatsbeschluss). Der AStA und andere hatten jedoch das Manöver durchschaut. Der AStA-Vertreter Sören Böhrnsen verlangte in der Diskussion den Ersatz durch den Begriff „zivile Zwecke“. Genau so wird es in Bekräftigung und im Einklang mit der Zivilklausel künftig in den Leitzielen der Universität Bremen stehen. Auch dieser Aufweichungs-Versuch in letzter Minute ist gescheitert.</p>
<p><strong>Der Fuchs und die sauren Trauben</strong></p>
<p>Vor der Abstimmung gab es eine bemerkenswerte Umfaller-Erklärung, die an die Fabel vom Fuchs und den Trauben erinnert (Kasten). Im Stil eines Pressesprechers von OHB verkündete Rektor Wilfried Müller, dass OHB dem Akademischen Senat alle Freiheit lassen und die Stiftungsprofessur unabhängig von dessen Entscheidung finanzieren wolle. 150 Studierende mit Transparenten und Wandmalereien wie &#8220;Kriegsforschung ist mordsleicht: Hirn aus, abnicken.&#8221; wiesen dessen erneut vorgetragenes Argument eines „grundsätzlich veränderten Kontextes der Militärpolitik“ zurück. Niemand sprach sich für die als notwendig erklärte Änderung der Zivilklausel aus. Einem taz-Bericht zufolge erklärte Rektor Müller zur getroffenen Entscheidung wörtlich: &#8220;Es ist das, was ich mir gewünscht habe.&#8221; Unglaublich, wenn man sich an dessen frühere Erklärung erinnert. Wenn AStA und Friedensforum die OHB-Stiftungsprofessur weiter ablehnen, ist das nur allzu berechtigt. Da der amtierende Rektor aufgrund der bestätigten Zivilklausel keine Auswirkungen auf die Einrichtung der Stiftungsprofessur sieht, müsste er doch zumindest verlangen, dass in den Stiftungsvertrag eine Bestimmung aufgenommen wird, wonach OHB und Dritten gemäß Zivilklausel die militärische Nutzung von Forschungsergebnissen aus der Stiftungsprofessur untersagt ist. Und auch OHB wird nach der überraschenden Kehrtwende doch wohl eine solche Bestimmung gegenzeichnen können. Oder? Nicht die Uni braucht OHB, sondern OHB will die Uni gebrauchen.</p>
<p><strong>AStA und Linke für Zivilklausel im Bremischen Hochschulgesetz</strong></p>
<p>In Presse-Erklärungen nach der positiven Senatsentscheidung setzten sich der AStA und Linksfraktion in der Bremischen Bürgerschaft erneut dafür ein, die Zivilklausel im Landeshochschulgesetz für alle Bremischen Hochschulen verbindlich zu machen. Hier steht ein interessanter Stresstest auf die Glaubwürdigkeit der Rot-Grünen Landesregierung auf der Tagesordnung. Diese hatte die Zivilklausel der Uni Bremen als vorbildlich auch für die anderen Bremischen Hochschulen bezeichnet, allerdings unter der Maßgabe von notwendigen Änderungen, die in der Uni diskutiert würden. Auf Initiative der Jusos beschloss der SPD-Landesparteitag im September 2011 die Aufforderung an Parlament und Senat der Bürgerschaft, eine Zivilklausel im Bremischen Hochschulgesetz zu verankern. Damit sollen die Hochschulen zu einer „Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung“ verpflichtet werden, die zugunsten einer friedlichen und zivilen Gesellschaftsentwicklung beiträgt.</p>
<p><strong>Bremer Bürgerschaft finanzierte Kriegsdrohnen</strong></p>
<p>Wie die Realitäten in der „Waffenschmiede Bremen“ aussehen, ist gerade bekannt geworden. Die Rüstungsfirma Rheinmetall hat vom Bremer Senat 1,5 Millionen Euro für die Entwicklung ziviler Drohnen erhalten. Aus dem zivilen Haushalt unter dem Segel der Konversionsförderung, obwohl bekannt ist, dass die Firma nur militärische Drohnen produziert. An Peinlichkeit kaum zu über-bieten. Zu dem Projekt namens Competitive Aerial Robot Technologies (CART) gehört ein Forschungs- und Entwicklungsverbund, an dem neben Rheinmetall das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Hochschule Bremen und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) aus dem Umfeld der Universität Bremen beteiligt sind. Nach all dem darf man gespannt sein, ob sich bezüglich der von Rot-Grün gelobten Zivilklausel der Uni etwas Ähnliches wiederholt wie bei Grün-Rot im Ländle.</p>
<p><strong>Appell an Grün-Rot: Zivilklausel für KIT-Gesetz und Hochschulgesetz</strong></p>
<p>Entgegen Wahlaussagen von Grünen und SPD in Baden-Württemberg, in denen Zivilklauseln für alle Landeshochschulen gefordert werden, hatten sich die Grüne Wissenschaftsministerin Mitte 2011 und der Grüne Ministerpräsident Ende 2011 öffentlich dagegen ausgesprochen, eingeknickt vor der Rüstungslobby. Man wolle den Unis keine gesetzlichen Vorgaben machen. Aber genau eine solche Vorgabe steht im Wahlprogramm und genau eine solche Vorgabe wurde von beiden persönlich kurz vor der Wahl für das Karlsruher Institut für Technologie (KIT – Zusammenschluss von Uni und Forschungszentrum Karlsruhe) unterzeichnet.</p>
<p><strong>Denken wir aber positiv ….</strong></p>
<p>Rot-Grün Bremen beschließt eine gesetzliche Zivilklausel und trotzt der starken Bremer Rüstungsstandort-Kulisse und Grün-Rot Baden-Württemberg nimmt den demokratischen Impuls der Uni Bremen auf und löst das Wahlversprechen ein. Dazu gibt es einen hochaktuellen Grund. Noch vor der für die zweite Hälfte 2012 geplanten Novellierung des baden-württembergischen Hochschulgesetzes soll im März/April die Novellierung des Landesgesetzes für KIT unter Dach und Fach gebracht werden. Das Anhörungsverfahren ist am 15. Januar abgeschlossen worden. Die Studierendenvertretung der Uni Karlsruhe, ver.di, GEW und viele andere fordern die Aufnahme der Zivilklausel in das KIT-Gesetz und zwar in der Formulierung, die von den früheren Oppositionsparteien SPD und Grüne im Juni 2009 für das KIT-Errichtungsgesetz gefordert worden war.</p>
<p><strong>Bremer Impuls für die Demilitarisierung aller Hochschulen</strong></p>
<p>An der beschriebenen Entwicklung in Bremen wird vor allem zweierlei deutlich. Die Zivilklausel ist ein wertvolles Mittel, die Wissenschaft an ihre Verantwortung für den Frieden zu erinnern. Sie kann und muss geschützt werden durch stetiges, wachsames und solidarisches Zusammenwirken von Studierenden, Lehrenden und Beschäftigten der Hochschulen mit der demokratischen Öffentlichkeit. Die durch die Pläne zur KIT-Gründung vor drei Jahren ausgelöste Zivilklausel-Bewegung hat zu Initiativen an drei Dutzend Hochschulen, zu einer bundesweiten Koordinierung und zu internationalen Appellen geführt. In seinem Grußwort zu einem Zivilklausel-Kongress an der Uni Tübingen Ende Oktober hatte der antifaschistische Widerstandskämpfer Martin Löwenberg an den gesellschaftlichen Konsens nach der Befreiung 1945 erinnert, an die vier „D“s – Demilitarisierung, Denazifizierung, Demonopolisierung, Demokratisierung. Die deutsche Geschichte mahnt.</p>
<p><span style="color: #666699;"><em>Über den Autor: Dr.-Ing. Dietrich Schulze war von 1966-2005 im Kernforschungszentrum Karlsruhe (jetzt KIT Campus Nord) tätig, anfangs als wiss. Mitarbeiter in Hochenergiephysik-Projekten und später als Betriebsratsvorsitzender.</em></span><br />
<span style="color: #666699;"><em> Er ist Beiratsmitglied der NaturwissenschaftlerInnen-Initiative für Frieden und Zukunftsfähigkeit e.V. und arbeitet in der Initiative gegen Militärforschung an Universitäten. Viele Infos zur Zivilklausel-Bewegung finden sich in der Web-Dokumentation www.stattweb.de/files/DokuKITcivil.pdf Kontakt: <a href="mailto: dietrich.schulze@gmx.de"><span style="color: #666699;">dietrich.schulze@gmx.de</span></a></em></span></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://joergrupp.de/?flattrss_redirect&amp;id=1697&amp;md5=70b58536a4e9118e1dcd995f715f375b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://joergrupp.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>ich sprüh&#8217;s an jede Wand?</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 04:46:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Ina Deter hat sie gefordert - die neuen Männer. Sie hat dabei sehr offen gelassen, was sie damit meint - was vielen den Raum lies, dort hinein zu interpretieren, was man so für sich selbst dachte. Gemeinhin wird der "neue Mann" aber als das Gegenteil vom Mann im Patriarchat interpretiert - wie er - ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ina Deter hat sie gefordert &#8211; die neuen Männer. Sie hat dabei sehr offen gelassen, was sie damit meint &#8211; was vielen den Raum lies, dort hinein zu interpretieren, was man so für sich selbst dachte. Gemeinhin wird der &#8220;neue Mann&#8221; aber als das Gegenteil vom Mann im Patriarchat interpretiert &#8211; wie er &#8211; überdeutlich &#8211; <a href="https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/images.owni.fr/pub_vintage_027.jpg" target="_blank">hier</a> <a href="http://owni.fr/2010/11/06/top-48-des-vieilles-pubs-nauseabondes-qui-feraient-scandale-aujourd%E2%80%99hui/"><img class="alignleft" title="Sexistische Werbung" src="https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/images.owni.fr/pub_vintage_027.jpg" alt="" width="94" height="130" /></a>dargestellt wird. Seine Rolle neu finden soll er, im Haushalt helfen, Kinder betreuen, emotional sein, reflektiert, nicht Sonntag früh beim Stammtisch, Partner, nicht der, der &#8220;die Hosen anhat&#8221;. Ein Partner in einer Beziehung auf Augenhöhe.</p>
<p>Zwischenzeitlich <a href="http://kunstderverfuehrung.com/nice-guy-syndrom.html" target="_blank">redet</a> man sogar über das &#8220;Nice-Guy-Syndrom, das dramatischerweise dazu führt, dass offenbar</p>
<blockquote><p>Frauen  Männer sexuell unattraktiv finden, die ständig nur als der Nette und Harmoniesuchende agieren und Konfrontationen stets ausweichen.</p></blockquote>
<p>In der Zeit findet sich ein derzeit stark debattierter <a href="http://www.zeit.de/2012/02/Maenner/" target="_blank">Beitrag von Nina Pauer</a>, in der sie klischeehaft beschreibt</p>
<blockquote><p>Heute tragen die jungen Männer Bärte und spielen Gitarre. Sie sind lieb, melancholisch und sehr mit sich selbst beschäftigt. Für die Frauen wird das zum Problem.</p></blockquote>
<p>wie neue Männer, belastet mit dem Nice-Guy-Syndrom Frauen frustrieren, sie sich doch eher den zupackenden Mann wünschten. Sie stellt es so dar, als wären es vor allem auch eigene Erfahrungen, aus denen sie auf den Rest der Männerwelt schließt. Und das Bild des gitarrespielenden Bartträgers, der es dann nicht schafft &#8220;richtig&#8221; zu flirten oder gar ma Ende &#8220;einfach mal küsst&#8221; ohne zu fragen, der zupackende Mann, der Aufreißer &#8211; der fehlt ihr. Überhaupt das Küssen: in einem <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/allerseelen/archive/2012/01/07/richtig-kuessen-frau-pauer.aspx" target="_blank">klugen Artikel im FAZ-Blog</a> beschreibt Julia Seeliger aka <a href="https://twitter.com/zeitrafferin" target="_blank">@zeitrafferin</a>, dsas es -nicht nur eigentlich &#8211; uncool ist, ungefragt zu küssen. Womit sie recht hat. Und schreibt die Botschaft aus ihren &#8220;geheimen Kanälen&#8221;:</p>
<blockquote><p>Im Übrigen würden sich viele Männer auch freuen, wenn die Frau mal den ersten Schritt macht.</p></blockquote>
<p>Korrekt. Kann ich bestätigen. So geheim ist das gar nicht. Ich habe in meinem Leben auch nicht immer der Forderung nach dem &#8220;ersten Schritt&#8221;  erfüllt. Das klassische &#8220;willst du mit mir gehen&#8221; &#8211; gab es nie. Aber bis heute ist diese Erwartungshaltung da. Der Mann hat den ersten Schritt zu tun. Die Frage nach &#8220;willst du mich heiraten&#8221; &#8211; die hat vor allem der Mann zu stellen und bitte noch gleich die wunderschönen Ringe mitzukaufen. Die Frage muss natürlich romantsich verbrämt an einem besonderen Ort &#8211; Urlaub, gutes Restaurant &#8211; gestellt werden und nicht bloß nicht nach einem durchschwitzten Beischlaf im gemeinsamen Bett. Er kauft die Ringe &#8211; sie kümmert sich dann zusammen mit einer Horde Freundinnen um die gelungene Ausrichtung der Hochzeitsfeier, schleppt ihn auf Hochzeitstage, das Kleid muss auch sauteuer sein &#8211; ein unvergesslicher Tag, bombastisch &#8211; durch und durch amerikanisiert.</p>
<p>Der Rollback findet statt &#8211; und er findet sich in Artikeln wie dem von Nina Pauer wieder. Einem Artikel, der nicht in der Bunten gestanden ist &#8211; sondern im intellektuellen Blatt &#8220;Zeit&#8221;. Wollte die Redaktion provozieren? Man weiß es nicht. Ich finde es aber erschreckend, dass sich solche Plattitüden verbreiten. Denn es ist ja nicht nur dieser Artikel, es ist eine ganze Reihe von ihnen &#8211; die das Bild der modernen Familie/Beziehung humorvoll, überspitzt und voller überkommener Klischees insLächerliche zieht. Wie das Herumhacken auf den angeblichen Latte-Macchiato-Müttern in Berlin und Frankfurt. Und wir, die wir uns dafür einsetzen, die klassiche Männerrollen zu überwinden, müssen rückwärtsgewandt Kämpfe führen. Autor_innen wie Nina Pauer gehen hand ind Hand mit der maskulistischen Szene, die ebenfalls gerne vom &#8220;richtigen Mann&#8221; schwärmt und alle, die sich für &#8220;neue Männer&#8221; einsetzen, als Pudel beschimpft &#8211; die, die noch dazu für die Gleichberechtigung kämpfen und Feminismus nicht er se vedammen, gar als &#8220;Lila Pudel&#8221;.</p>
<p>Das Bild des gehemmnten jungen Mannes, der sich nicht an die Frau traut, gezeichnet mit</p>
<blockquote><p>Statt seinen Stolz zu nehmen und nach einem letzten romantisch-heroischen Versuch einzusehen, dass es richtig wäre aufzugeben, trauert er, wochen-, monatelang.</p></blockquote>
<p>ist sowas von 1950er, dass es weh tut. Ja, Männer dürfen weinen, Männer dürfen trauern, Männer dürfen unerfüllt lieben und Männer dürfen nicht wissen, wie sie die Angebetene herumkriegen &#8211; zu was auch immer. Und wenn eine Frau dsa merkt &#8211; dann kann sie sich ja trauen und sagen: trau dich ruhig. Ich wünsch es mir. Ich bin sicher, das würde es so leicht machen, wie Frau Pauer sich das wünscht. Eine Rückkehr zum Macho, der sich &#8220;die Weiber schnappt&#8221; &#8211; die darf gerne weiter an Stammtischen und in Maskuforen gefordert werden, der <a href="http://vaeter-und-karriere.de/blog/index.php/2012/01/10/manner-scheuen-die-auseinandersetzung-mit-den-eigenen-gefuhlen/#more-5653" target="_blank">Zugang und der Ausdruck</a> von Gefühlen gerne weiter pudelig. Wir sind da weiter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://joergrupp.de/?flattrss_redirect&amp;id=1685&amp;md5=fe6eeb085cbdcfc96c22140bec15847f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://joergrupp.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>auspressen</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 16:59:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Eine Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Sozial und Wirtschaftlich]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
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		<category><![CDATA[Essen]]></category>
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		<category><![CDATA[Lebensmittelskandale]]></category>
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Wir pressen aus. Menschen. Tiere. Bis zum geht-nicht-mehr. Mit nicht kleinem Erschrecken gibt es neue Berichte, über das, was man eh schon seit geraumer Zeit weiß - und über das ich beispielsweise hier schonmal geschrieben habe. Aber trotz Medienberichten über Ausbeutung, schlechte Arbeitsbedingungen denken LIDL, ALDI, KIK und Co., dass sie weiterhin produzieren können, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1679" class="wp-caption alignleft" style="width: 234px"><a href="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/zitrone_ausgepr.jpg"><img class=" wp-image-1679 " title="zitrone_ausgepr" src="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/zitrone_ausgepr.jpg" alt="" width="224" height="336" /></a><p class="wp-caption-text">(c) gusperus@photocase.com</p></div>
<p>Wir pressen aus. Menschen. Tiere. Bis zum geht-nicht-mehr. Mit nicht kleinem Erschrecken gibt es neue Berichte, über das, was man eh schon seit geraumer Zeit weiß &#8211; und über das ich beispielsweise <a href="http://joergrupp.de/arm-und-reich" target="_blank">hier</a> schonmal geschrieben habe. Aber trotz Medienberichten über Ausbeutung, schlechte Arbeitsbedingungen denken LIDL, ALDI, KIK und Co., dass sie weiterhin produzieren können, wie sie wollen &#8211; der/die Kund_in wird doch weiter einkaufen. Nichts deutet derzeit daruf hin, dass die Marktmacht wankt &#8211; der LIDL-Skandal ist längst Geschichte &#8211; allein Schlecker scheint es etwas übertrieben zu haben. Nicht mit Ausbeutung in der dritten Welt &#8211; sondern &#8220;nur&#8221; mit Ausbeutung in der westlichen Welt. Nachdem scheinbar massiv fest angestellten Arbeitnehmerinnen gekündigt wurde, um sie in neue Arbeitsverträge bei der eigenen Zeitarbeitsfirma zu zwingen, scheint die Empörung bei der Kundschaft so groß geworden zu sein, dass es Schlecker insgesamt wirtschaftlich nicht mehr <a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2011-06/schlecker-schliessungen" target="_blank">so gut geht</a>. Auch LIDL erlebte nach seinem Überwachungsskandal eine massiven Umsatzeinbruch &#8211; der aber wohl längst egalisiert scheint.</p>
<p>Ob die neuesten Berichte über die Zustände in Bangladesh daran etwas ändern, ist zu bezweifeln. Denn das Elend und die Not sind weit weg &#8211; und den meisten Leuten ist das eigene Hemd näher. Was will man machen &#8211; alleinerziehend, arbeitslos, in Hartz IV, andere Gründe wie Bequemlichkeit: gekauft wird in Deutschland sehr vielbeim Discounter. Das ein T-shirt-Preis von 1,00 €, produziert in Asien und hierher transportiert, beinahe zwangsläufig zu Ungerechtigkeiten führen muss, ist scheinbar egal (50 Prozent Gewinn und Kosten des Einzelhandels, 25 Prozent Markenwerbung, 13 Prozent Fabrikkosten, 11 Prozent Transport und Steuern. Ein Prozent Lohnkosten.). Wer&#8217;s nicht glaubt: ein Blick in die Diskussionsforen zu den diversen Artikeln bei SPON und anderswo spricht <a href="http://forum.spiegel.de/f22/billig-kleidung-von-lidl*und-co-das-suendenregister-der-discounter-ist-skandaloes-51858-5.html" target="_blank">Bände</a>:</p>
<blockquote><p>grundsaetzlich ist fuer die einhaltung arbeitsrechtlicher vorschriften oder gesetze in bangladesh NICHT der deutsche staat, der deutsche importeur von bekleidung, der einzelhaendler oder (schon garnicht) der deutsche verbraucher verantwortlich, sondern die regierung bangladesh&#8217;s.</p>
<p>wenn die regierung dort dieser verpflichtung nicht nachkommt ist das nicht unser problem.</p></blockquote>
<p>Kein Grund also, sich Gedanken über den Einkauf zu machen. Wobei es natürlich Alternativen gibt. Unser Geiz, unser Wunsch nach billig, billig, billig sorgt dafür, dass Menschen ausgebeutet werden müssen.</p>
<p>Der eigentliche Skandal ist aber, dass sich diese Ketten öffentlich verpflichtet haben, an den Missständen vor Ort etwas zu ändern. Sie labeln sich &#8211; und kontrollieren nicht. Augenwischerei. Bewusst. Menschen auspressen &#8211; und wenn sie nicht mehr können, wegwerfen. Sind ja genügend andere da &#8211; und vor allem genügend andere, die das vor Ort unterstützen, ausnutzen, mit daran verdienen.</p>
<p>Mit derselben Art und Weise wird eine alte tatsache breit getreten: Tieren in Massentierhaltung muss zur Krankheitsvorsorge massiv Antibiotika gegeben werden, damit sie nicht krank werden. Krankheitserreger entwicken Immunitäten dagegen, über das Fleisch kommen diese immunnen Erreger in den menschlichen Organismus. Kein wirklich neue Nachricht. Aber gerade wieder aktuell &#8211; weil aktuell der BUND zum wiederholten Mal solches nachgewiesen hat &#8211; bei Produkten, die bei LIDL, ALDI, REWE, Edeka und wie sie alle heißen, verkauft wird. Hähnchen von Wiesenhof, Rindfleisch von JA, Schweinfeleisch von irgend einem obskuren Hof &#8211; Fleisch aus Massentierhaltung. 3 Schnitzel für 1,99 € &#8211; das Grillfest oder der Sonntagsbraten sollen billig sein. Essen darf nichts bis wenig kosten. Wir wissen das, wir wissen, wie das Fleisch erzeugt wird, wir wissen, wie geschlachtet wird und wir wissen, wie es bei Tiertransporten zugeht. Edeka kann es sich leisten, sein Fleisch (aus Massentierhaltung in Ostdeutschland) im Schwäbischen schlachten zu lassen, um es dann in Rheinstetten zu portionieren &#8211; Transporte hin und her. Weil es offenbar Fleisch sein muss. Das Futtermittel für diese Tiere wird in Südamerika angebaut.</p>
<p>Ich esse auch Fleisch, gerne sogar. Ich halte Fleisch essen für einen natürlichen Vorgang, weil ich auch an Kreisläufe glaube und daran, dass der Mensch ein Raubtier ist. Ich kaufe mein Fleisch dort, wo ich sehen kann, wie das Tier gehalten wird und gefüttert wird. Ich kaufe große Mengen und friere sie ein &#8211; weil ich es nur so bezahlen kann. Oder kaufe reduziertes Fleisch im Bioladen oder -supermarkt. Und esse halt immer öfter mal vegetarisch. Werfe fast nichts weg.</p>
<div id="attachment_1681" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/hermitdemschönenleben.jpg"><img class="size-medium wp-image-1681" title="hermitdemschönenleben" src="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/hermitdemschönenleben-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">(c) ts-grafik.de@photocase.com</p></div>
<p>Offenbar führt die neue Armut dazu, dass die Menschen weiterhin nicht auf das verzichten möchten, was sie sich früher leisten konnten. Zu Lasten von uns allen, zu Lasten unserer Umwelt.</p>
<p>Ich erwarte einen medialen Aufschrei, der noch eine Weile nachhallen wird, neue Absichtserklärungen, niemand, der das kontrolliert &#8211; und weiterhin jedes Jahr Lebensmisttelskandale. Weil die Menschen nicht bereit sind, nicht mehr bei ALDI einzukaufen. Auch die nicht, die das nicht müssten. Leider.</p>
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<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://joergrupp.de/?flattrss_redirect&amp;id=1677&amp;md5=56906e88b57f238d0427e19f2b38cbb1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://joergrupp.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sonntagsspaziergang</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 16:22:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
		<category><![CDATA[Ausflug]]></category>
		<category><![CDATA[Bismarckturm]]></category>
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		<category><![CDATA[Spaziergang]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>
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		<description><![CDATA[Hier steht ja fast nichts mehr persönliches, ist mir heute aufgefallen. Da passt es ja, dass ich heute morgen mit meinen beiden kleinen Söhnen einen kleinen Sonntagmorgenausflug gemacht habe. Da der jüngere grade mal dreieinhalb Jahre alt ist, musste die Strecke also leicht bewältigbar sein.

Also fuhren wir auf den Spuren meiner eigenen Kindheit nach ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier steht ja fast nichts mehr persönliches, ist mir heute aufgefallen. Da passt es ja, dass ich heute morgen mit meinen beiden kleinen Söhnen einen kleinen Sonntagmorgenausflug gemacht habe. Da der jüngere grade mal dreieinhalb Jahre alt ist, musste die Strecke also leicht bewältigbar sein.</p>
<p>Also fuhren wir auf den Spuren meiner eigenen Kindheit nach Ettlingen &#8211; und gingen zum <a href="http://ka.stadtwiki.net/Bismarckturm" target="_blank">Bismarckturm</a>, einem Wahrzeichen meiner Heimatstadt.</p>
<p><a href="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0148.jpg"><img class="alignleft  wp-image-1654" title="IMAG0148" src="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0148-1024x612.jpg" alt="" width="738" height="441" /></a></p>
<p>Der Weg war am Anfag etwas steil, aber auch für den Kleinen gut zu bewältigen. Voraus mit dem großen Bruder, auf der Suche nach dem ersten Wanderstock vom Waldrand. Am Ettlinger Hochwasserbehälter vorbei,</p>
<p><a href="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0151.jpg"><img class="wp-image-1655 alignnone" title="Hochwasserbehälter Ettlingen" src="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0151-150x150.jpg" alt="" width="126" height="126" /></a><a href="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0152.jpg"><img class="wp-image-1656 alignnone" title="Baum" src="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0152-150x150.jpg" alt="" width="116" height="116" /></a><a href="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG01491.jpg"><img class="wp-image-1658 alignnone" title="Baumstamm" src="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG01491-150x150.jpg" alt="" width="112" height="112" /></a></p>
<p>an abgebrochenen Bäumen und geheimnisvollen Baumstämmen im Wald vorbei gelangten wir nach ca. 30 Minuten Wanderung am Turm an. Dazwischen gab es Überlegungen und Beschreibungen, wieviel jetzt wohl 2000 cbm Wasser sind, ob es Ritter im Wald gäbe, die Kinder für sich mitnähmen, ob es wohl Bombentrichter im Wald gibt und so weiter. Auch &#8220;Papa, ich find das doof, das Leute hier den Wald absperren dürfen &#8211; ja, wer hat wohl relativ unbewirtschafteten Grundbesitz im Wald über Ettlingen?</p>
<p><a href="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0154.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1665" title="IMAG0154" src="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0154-300x179.jpg" alt="" width="300" height="179" /></a></p>
<p>Die Kinder mal voraus, mal hinterher, mal auf, mal neben dem Weg. Und der Kleine eher an der Hand.</p>
<p>Am Ziel angekommen werden wir mit einem Blick über Ettlingen und das Rheintal belohnt &#8211; vor allem der Dreijährige freut sich über Weitblick bis nach Hause nach Malsch.</p>
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<p><a href="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0157.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1667" title="Fernblick" src="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0157-300x179.jpg" alt="" width="300" height="179" /></a> <a href="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0155.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1668" title="Hinterlassenschaften" src="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0155-300x179.jpg" alt="" width="300" height="179" /></a> Leider werden wir auch mit den Hinterlassenschaften einer Silvesterfeier konfrontiert. Obwohl es auch dort mitten im Wald einen Mülleimer gibt, liegen Flaschen, Böllerreste und Kronkorken rum &#8211; 4 Meter und sich zweimal bücken wären notwendig gewesen, um die Sauererei wegzumachen. Da versteht man manchmal, dass solche Orte, der hier wurde bis  in die 70er Jahre von Karlsruher Studenten für Sonnenwendfeiern genutzt, für Feste gesperrt werden.</p>
<p>Dann erstmal geschmierte Brote, Tee (Pfefferminz- und Schwarztee gemischt, wie es früher immer meine Mutter gemacht hatte) und Obst &#8211; wobei es die beiden keine 5 Minuten ruhig hielt und die Kletterbäume riefen.</p>
<p><a href="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0160.jpg"><img class="alignright  wp-image-1670" title="Kletterbaum" src="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0160-179x300.jpg" alt="" width="125" height="210" /></a><a href="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0161.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1669" title="Birne" src="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0161-300x179.jpg" alt="" width="300" height="179" /></a></p>
<p>Der Hügel musste erklommen werden &#8211; unter ständigem Kirchengeläut der Herz-Jesu-Kirche, das selbst hier im Wald, eine gehörige Strecke von der Stadt weg, ganz schön laut war. Fast pünktlich um 10 Uhr endete es &#8211; um kurz danach vom Geläut der nächsten Kirche abgelöst zu werden. Manchmal bin ich froh, nicht mehr mitten in der Stadt zu wohnen.</p>
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<p><a href="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0165.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1673" title="Zickzack" src="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2012/01/IMAG0165-179x300.jpg" alt="" width="179" height="300" /></a> Dann ging es auch schon wieder zurück &#8211; den Zick-Zack-Weg entlang, wie wir früher immer sagten, der sich in Schlangenlinien vom Bismarckturm in Richtung Vogelsang schlängelt. Für mich, den alten Vater und den kleinen Bruder, den Weg entlang, für den Achtjährigen Abenteurer dann natürlich mitten druch den Wald &#8211; Stufen sind langeweilig, auch wenn sie alt, aus Holz und ziemlich glitischig sind.</p>
<p>Bei Oma und Opa wärmten wir uns dann auf, besuchten den Cousin, halfen Tante und Großeltern, den ausgedienten Weihnachtsbaum zur Sammelstelle zu bringen &#8211; um dann mit vielen neuen Eindrücken, einem mitten im Wald gefundenen Silvesterraketenstab (den die Mama für ihre Ergotherapie-Praxis benötigt), zwei neuen Wanderstöcken und zwei Hosen, die dringend eine Waschmaschine nötig haben, wieder nach Hause zu fahren. &#8220;Papa, sieht man den Turm auch von Malsch?&#8221;</p>
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<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://joergrupp.de/?flattrss_redirect&amp;id=1653&amp;md5=565aef5077f2a7cdbbfa92f3d5f90703" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://joergrupp.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Weihnachten 2011</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Dec 2011 11:12:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsbotschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Im vorchristlichen Rom feierte der 25. Dezember  (Wintersonnenwende) die Rückkehr des Lichtes. Der Tannenbaum symbolisierte im Keltischen die Unsterblichkeit. Auch viele andere chritlichen Feiertage lassen sich auf ältere, heidnische Feiertage zurückführen. Das gehört heute zum Allgemeinwissen.

Die Heilsgeschichte der Christen, die Botschaft des Erlösers, so glaube ich, ist hinzugedichtet zu einem historischen Jesus, der vermutlich ein ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im vorchristlichen Rom feierte der 25. Dezember  (Wintersonnenwende) die Rückkehr des Lichtes. Der Tannenbaum symbolisierte im Keltischen die Unsterblichkeit. Auch viele andere chritlichen Feiertage lassen sich auf ältere, heidnische Feiertage zurückführen. Das gehört heute zum Allgemeinwissen.</p>
<p>Die Heilsgeschichte der Christen, die Botschaft des Erlösers, so glaube ich, ist hinzugedichtet zu einem historischen Jesus, der vermutlich ein radikaler Gesellschaftskritiker war, gerichtet gegen die Unterdrückung durch das römische Reich, die Fremdbestimmung. Vermutlich ein Grüner <img src='http://joergrupp.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Die Botschaft des neues Testaments ist eine durchaus radikale, basisdemokratische und gerechte. Alles andere drumrum, Engel, Himmelfahrt und Wiedergeburt, göttliche Befruchtung, Hirten auf dem Feld deuten für mich eher auf klassische religionsstiftende Elemente hin, die Überhöhung Jesu zu Gottes Sohn und daraus resultierend das Christentum eher sogar widersprüchlich zu dem, was sonst überliefert wurde. Auch das heutige Christentum, vertreten durch die großen Kirchen, vor allem die katholische,  hat für mich wenig mit dem zu tun, was im Neuen Testament geschrieben steht. Der Jesus, der dort beschrieben ist, hätte den Pomp, die Ausbeutung, den Schutz Pädokrimineller, den unermesslichen Reichtum, das Behalten der durch Raub und Völkermord gewnnen Schätze des südamerikanischen Kontinents eine radikale Abfuhr erteilt. Die Idee, aus Gold, Weihrauch und Myrrhe in ihrer Symbolkraft Berge von Geschenken für Kinder und die Liebsten zu machen, erschüttert eigentlich. Die Umsetzung in der heutigen Zeit demonstriert Jahr für Jahr die Doppelmoral.</p>
<p>&#8220;Weihnachten wird unterm Baum entschieden&#8221; &#8211; so titelt Media Markt in einer viel bescholtenen Werbung &#8211; von einem Boykott der Märkte (und anderen, zur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Media-Saturn-Holding" target="_blank">Metro-Kette</a> gehörend) ist nichts bekannt geworden. Wie für den gesamten Einzelhandel, so ist der Dezember ein wichtiger Umsatz- und Ertragsmonat. Woher der Brauch kommt, an dem Tag besonders gut und viel zu essen, an dem einem obdachlosen Paar mit kleinem Kind gedacht wird, weiß ich nicht &#8211; eigentlich ist es schon ein bißchen pervers. Und natürlich hat der Mediamarkt recht &#8211; er wird nur, wie so manch andere Borschaftsüberbringer &#8211; gescholten. Geköpft &#8211; als boykottiert &#8211; dazu reicht es schon nicht mehr. Denn die Konsumsucht ist soweit vorangeschritten und durchdringt die Gesellschaft so durch und durch, dass all dieses Geschimpfe nichts weiter als ein weiteres Zeichen der omnipräsenten Heuchelei ist. Leben nicht letztendlich auch die Kirchen gut von den gefüllten Kirchen an diesen Feiertagen, von der überbordenden Spendenbereitschaft in diesen Tagen. Weihnachten ist auch für Christengemeinschaften und all die anderen ein gutes Geschäft. Der Briefkasten quillt über von Post von Amnesty, Ärzte ohne Grenzen, Unicef und wie sie alle heißen und sie alle wollen auch die von der christlichen Ablassbereitschaft profitieren. Denn Geld regiert die Welt.</p>
<p>Für mich ist Weihnachten heute vor allem eines: der heilige Abend, an dem meine Familie versammelt ist und wir zusammen essen, was schon meine Eltern mit uns gegessen haben: Hühnerfrikassee in Königinpasteten, dazu Feldsalat. Wir schenken wenig und versuchen es bewusst zu tun, ersetzen verlorene oder kaputt gegangen Dinge, erfüllen Wünsche, die man sonst vor sich hinschiebt oder versuchen eine Freude zu machen. Ich verschenke gerne Bücher, meine Frau hat dieses Jahr die von meinen Söhnen &#8220;verlorenen&#8221; Schraubenzieher bekommen, der eine große Sohn will nix &#8211; und kriegt nix &#8211; der andere  was zum Führerschein dazu. Wenn ich unterm Jahr etwas höre, was jemand vermisst, dann versuch ich mir das zu merken &#8211; und schenke damit Freude &#8211; meist. Manches kaufe ich gebraucht &#8211; so wie die Wii, die sich mein 8-jähriger sehr gewünscht hat. Jetzt muss er sich zukünftig seine Online- und TV-Zeiten noch besser einteilen&#8230;.:-) Aber es gibt auch Selbstgebasteltes und meine Frau besteht auf den selbstgebackenenen &#8220;Brädle&#8221; &#8211; oder Keksen unterm Baum. Und da die kleinen trotzdem um 9 ins Bett gehen &#8211; also so ein bis zwei Stunden später als sonst &#8211; und die Großen andere Dinge tun ist es alsbald ruhig am Heiligen Abend &#8211; und so soll es auch sein.</p>
<p>Ich will die Freude und die Vorfreude, die diese Tage mit sich bringen, nicht missen, ich will vor allem die Famioienzusammenkunft nicht missen. Was ich vor allem in meinem Umfeld wahrnehme, ist der Wunsch, zum Ende des Jahres auch etwas zur Ruhe zu kommen, entschleunigen, Dinge zu tun, für die man sich sonst keine Zeit nimmt. Durchatmen. Ein bißchen Konsum gehört dazu. Aber für viele Menschen in diesem Land wird Weihnachten unterm Baum entschieden. Die Freude kommt mit der Größe oder dem Wert des Geschenkes. Und getrauert wird über die, die kein Geld für Geschenke haben. Das mag man bedauern. Trotzdem ist es so, die laute Kritik geheuchelt so wie die Weihnachtsansprachen und mehr. Denn was man tatsächlich kritisieren sollte -  das bleibt Tabu: die Kritik an einem kapitalistischen System, das die Ausbeutung zur Maxime und legitimen Mittel erhoben hat.</p>
<p>Und so kommt keine Kritik an den Zuständen in diesem Land, die dafür sorgen, dass die Armut der Vielen zunimmt ebenso wie der Reichtum der Wenigen. Und trotz dem lauten, allentalben geäußerten Wunsch nach Frieden entscheidet das Kabinett auch nicht an Weihnachten, dass ab moren keine Waffen mehr auf Bundesgebiet produziert oder in Krisengebiete geliefert werden, niemand rückt die Steuerpolitik ins gerade Licht und erhebt die Steuern, um Hartz-IV-Empfänger_innen im nächsten Jahr zu Empfänger_innen eines bedingslosen Grundeinkommens zu machen, niemand holt die Obdachlosen von der Straße und gibt ihnen neue Perspektiven, keiner kündigt die Zusammenarbeit mit den Verbrechern in Russland oder China, niemand setzt Abschiebungen hierher geflüchteter Menschen in Not und Elend ab, keineR befreit Tiere, in Betlehem im Stall stehend, aus Massentierhaltung und Pein, sondern kauft Schnitzel, Pute und so weiter bei Aldi, Lidl und wie sie alle heißen. Naja, nicht keineR, aber immer noch zu wenige. Und so könnte ich eine Stunde lang weiter schreiben.</p>
<p>Und so ist Weihnachten auch ein politisches Fest. Für mich bleibt Ziel, das an einem hoffentlich nicht mehr fernen Tage einE Kanzler_in, ein Präsident vor die Menschen tritt und sie nicht nur mit Lippenbekenntnissen von Weihnachten erzählt, sondern sagt: ich habe die Botschaft ernst genommen, ab sofort leben wir danach und wir werden alles möglich machen, damit es den Menschen gut geht. Wir werden Frieden verbreiten und nicht Waffen, wir werden für Gerechtigkeit sorgen &#8211; und nicht für mehr Geld in den Kassen von wenigen. Dafür werde ich weiter eintreten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://joergrupp.de/?flattrss_redirect&amp;id=1636&amp;md5=65eb9a7b6728dfc7029947c3366d2efa" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://joergrupp.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>schon wieder ein Neuer?</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 09:50:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Mitbewerber]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Was soll man dazu noch sagen? Der Bundespräsident steht unter Druck wegen einer Kreditaffäre &#8211; und weigert sich vehement, alle Details außer den gerade beweisbaren zu nennen. Salamitaktik nennt man das wohl und es ist bezeichnend, dass Wulff so agiert &#8211; anstatt von Anfang an mit offenen Karten zu spielen. Schon die Anfrage der GRÜNEN im niedersächsischen Landtag zur Verbindung mit dem Unternehmer Geerkens, deren Beantwortung jedem, der seine 5 +x Sinne beisammen hat, als bewusste Fehlinformation erscheinen lassen müssen, sind geeignet, lautere Motive anzuzweifeln.</p>
<p><strong>Was ist bekannt?</strong></p>
<p>1. Wulff hat 2008 einen Kredit von Frau Geerkens bekommen, über 500.000 € zum Zinssatz von 4% für den Kauf einer Immobilie. Wie Geerkens darstellte, kam das Geld aus der <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,803424,00.html" target="_blank">Schweiz</a>. Hier stellt sich die erst Frage: wieso Geld aus der Schweiz? Das Geld auf Schweizer Nummernkonten nicht immer ordentlich versteurtes Geld ist, wissen wir nicht erst seit Peer Steinbrücks <a href="http://www.zeit.de/online/2009/13/schweiz-steinbrueck-aerger" target="_blank">Ausfällen</a> gegenüber Schweizer Banken.</p>
<blockquote><p>&#8220;Uns war geholfen und ihm auch.&#8221;</p></blockquote>
<p>wird Geerkens zitiert. Geldwäsche mithilfe des Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen?</p>
<p>2. Der Zinssatz liegt mit 4% deutlich unter dem damals marktüblichen Zins. Die Online-Enzyklopädie <a href="http://www.finanz-sektor.de/wiki/Darlehenszinsen-Entwicklung-fuer-Immobiliendarlehen-101.html" target="_blank">Finanz-Sektor</a> schreibt:</p>
<blockquote><p>Im Sommer 2008 mussten Kreditnehmer daher Darlehenszinsen von mehr als 5% p.a. bezahlen, der Durchschnitt für erstrangige Immobiliendarlehen lag zu diesem Zeitpunkt bei 5,0-5,8% p.a.[...]<br />
Im Januar 2009 lag der durchschnittliche <a id="itxthook2" href="http://www.finanz-sektor.de/wiki/Darlehenszinsen-Entwicklung-fuer-Immobiliendarlehen-101.html#" rel="nofollow">Zinssatz</a> für zehnjährige Annuitätendarlehen bei nur noch 4,83%, [...]</p></blockquote>
<p>Herr Wulff machte also gut 1% Zinsen gespart. Darüber hinaus hat er dann im Frühjahr 2010 das Darlehen abgelöst, ich nehme an, der Grund liegt in den Tatsachen, die das Finanzportal beschreibt:</p>
<blockquote><p>im Frühjahr 2010 offerieren einige Banken ihre Darlehen sogar mit Darlehenszinsen von weniger als 4% p.a.</p></blockquote>
<p>Dann gab es also günstigere Darlehen am Markt und vermutlich war der Herr Wulff auch wieder kreditwürdig, nachdem die Scheidung abgewickelt war. Wohin Herr Wulff das Geld bezahlt hat und ob es wieder in der Schweiz gelandet ist &#8211; bislang unbeantwortet. Damit ist also ein nicht unerheblicher geldwerter Vorteil entstanden durch dieses Darlehen. Man kann jeden beliebigen Zinsrechner im Internet benutzen und mal selbst schauen, was der Unterschied zwischen 4% und 5% Zinsen bei einem Zeitraum von 10 Jahren sind. Letztendlich hat Herr Geerstens Herrn Wulff gut und gerne knapp <strong>75.000 €</strong> geschenkt. Unter diesem Gesichtspunkt ist sicherlich die Frage zu stellen: was hat er dafür erhalten?</p>
<p>3. Das Darlehen war im Herbst 2008 schufafrei. <del>Herr</del> Frau Geerstens wollte auch &#8211; sehr unüblich &#8211; keine Sicherheit in Form eines Grundbucheintrags. Natürlich ist das öffentliche Amt eigenltich Sicherheit genug. Man stelle sich vor: Wulff zahlt die Raten nicht und Geerstens erzählt das&#8230;.Trotzdem: mit dem Haus, für das keine Grundschuld eingetragen war,  konnte Herr Wulff (oder Familie Wulff) bequem ein Darlehen aufnehmen und das alte Darlehen ablösen &#8211; wir alle wissen bislang nicht, in welcher Höhe es dann noch war&#8230;.</p>
<p><strong>Vorläufiges Fazit</strong>:</p>
<p>Es sind diese Nebenaspekte, die kaum einer mitbeleuchtet. Diese könnten mit ein Grund für die Salamitaktik sein. Darüber hinaus schient es so zu sein, dass manche Kreise meinen, man sei als Bundespräsident so eine Art weltlicher Papst &#8211; anders lässt sich der Versuch der CDU/CSU nicht erklären, berechtigte Kritik an dieser Sache mit Amtsbeschädigung zu beschreiben &#8211; der Präsident beschädigt das Amt selbst.</p>
<p>Kaum einer macht sich aber offenbar Gedanken darum, wie schwer es ist, überhaupt Darlehen zu bekommen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Christian musste sein Leben neu ordnen, und jeder weiß, dass Scheidungen teuer sind&#8221;,</p></blockquote>
<p>Wahrscheinlich ist es für die, die darüber (be-)richten völlig unglaublich, dass da ein Problem sein könnte. Was zeigt, wie teuer diese Scheidung für Wulff vermutlich war. Vermutlich hat er -zusammen mit der heutigen Frau Wulff -diesen hohen Betrag &#8211; noch nicht einmal die 415.000, die das Haus gekostet haben soll (inkl Nebenkosten?) mit Banksicherheit inForm eines Grundbucheintrags bekommen. Und kleinere Brötchen wollten er und sie offenbar nicht backen.</p>
<p>Warum allerdings Details aus diesem Darlehensvertrag überhaupt in der Presse landeten und dies just zu diesem Zeitpunkt &#8211; das ist eine andere Frage. Die nichts an der Erklärbarkeit der Dinge ändert.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://joergrupp.de/?flattrss_redirect&amp;id=1632&amp;md5=18055a26ce19aac8adfe1b71a6068a1f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://joergrupp.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Frauen in die Politik</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 19:53:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In diesen modernen Zeiten sprechen moderne Parteien gerne von den Zeiten, in denen wir alle postgender sind. Postgender ist die Überwindung von Geschlecht und damit bedingter Diskriminierung. Damit geht einher, dass wir alle als Menschen betrachtet werden und es egal ist, wer welchen Geschlechtes ist, der was politisches sagt. Oder überhaupt was sagt. Oder ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diesen modernen Zeiten sprechen moderne Parteien gerne von den Zeiten, in denen wir alle <a href="http://antjeschrupp.com/2010/05/25/funfzehn-thesen-zu-feminismus-und-post-gender/" target="_blank">postgender</a> sind. Postgender ist die Überwindung von Geschlecht und damit bedingter Diskriminierung. Damit geht einher, dass wir alle als Menschen betrachtet werden und es egal ist, wer welchen Geschlechtes ist, der was politisches sagt. Oder überhaupt was sagt. Oder tut. (OK, das führt jetzt zu weit)</p>
<p>Man kann natürlich so tun, als wäre das so. Ein Hoax. Sozusagen. Nur fragt man sich, ob das glaubhaft ist.Denn nur weil man etwas nicht sehen möchte, was gesellschaftlich passiert, ist es noch lange nicht verschwunden. Und nur weil ich selbst schon weiter bin, muss ich doch dran denken, was mit denen los ist, die das ganz anders sehen. Zwei Beispiele:</p>
<p>Die Böllstiftung hat ein <a href="http://www.boell.de/wirtschaftsoziales/stadtentwicklung/stadtentwicklung-erstes-genderranking-deutscher-mittelstaedte-13625.html" target="_blank">Genderranking Deutscher Mittelstädte</a> erarbeiten lassen. Das Ergebnis ist erschütternd.</p>
<blockquote><p>Aus den erhobenen Frauenanteilen in den einzelnen politischen Positionen der Mittelstädte lässt sich ein Genderindex bilden, der die Grundlage unseres Genderrankings bildet, das detaillierte Angaben über die Repräsentation von Frauen im Städtevergleich präsentiert.</p></blockquote>
<p>Das Ergebnis ist: Aktuelle Spitzenreiterin ist die Stadt Frechen mit 36,4% Frauenanteil in verantwortlichen und führenden Positionen (inkl. Fraktionsvoristzende). Im Ranking noch angegeben ist als Erstplatzierte meine Heimatstadt Ettlingen mit 37,5% Anteil. Mit ausschlaggebend war die bis Oktober regierende OB <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gabriela_B%C3%BCssemaker" target="_blank">Gabriela Büssemake</a>r. Im Landkreis Karlsruhe liegt noch Bruchsal, mit einem Anteil von 17,1%!  Das Schlusslicht bildet deutschlandweit Merzig im Saarland mit 13,3%</p>
<p>Interessant auch:</p>
<blockquote><p>Zunächst ist ähnlich, wie für die von uns 2010 untersuchten Großstädte festzustellen, dass die Frauen-repräsentanz mit der Bedeutung der Position tendenziell abnimmt. Der Frauen-anteil unter allen Ratsmitgliedern in deutschen Mittelstädten liegt bei 26,4 %. Bei den Ausschussvorsitzenden ist nur noch einen Frauenanteil von 19,2 %, bei den Fraktionsvorsitzenden von 18,4 %, bei den Dezernent/innen und Dezernen-ten von 14,0 % und bei den Bürgermeister/innen und Bürgermeistern von 9,9 % zu verzeichnen.</p></blockquote>
<p>Das ist die Manifestation der berühmten gläsernen Decke. Und der Grund für eine Frauenquote bei uns GRÜNEN. Denn wenn man die Dinge dem freien Spiel der Kräfte überlässt, kommt als Ergebnis ein solches heraus -  was man ja auch gut an der postgender-Partei sieht. Die Reaktion darauf darf aber nicht sein, so zu tun, als gäbe es das alles nicht oder hätte keine Relevanz, sonder, wie es <a href="http://antjeschrupp.com/2010/05/25/funfzehn-thesen-zu-feminismus-und-post-gender/" target="_blank">Antje Schrupp</a> sagt:</p>
<blockquote><p>8. Eine freiheitliche Politik besteht nicht in der Behauptung einer (immer nur abstrakt denkbaren) Gleichheit der Menschen, sondern in kreativen und dem jeweiligen Kontext angemessenen Wegen, mit der (real vorhandenen) Ungleichheit der Menschen umzugehen, ohne dass daraus Herrschaft entsteht.</p></blockquote>
<p>Passend dazu erschien im September 2010 im <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/duerfen-politikerinnen-schoen-sein/1918154.html" target="_blank">Tagesspiegel</a> ein Artikel, der sich mit der Schönheit von Frauen in der Politik beschäftigt. Interessant der Blick durch die Brille einer Sarah Wagenknecht, Doro Baer, Agnes Krumwiede und ihrem Umgang mit der Differenzierung aufgrund ihres Geschlechts. Wichtig auch der Blick zurück:</p>
<blockquote><p>Bundestagsvizepräsident Richard Jaeger (CSU) war jedenfalls strikt dagegen. Er werde keine Frauen in Hosen dulden, verkündete er 1970 unter heftigstem Gejohle der Parlamentarier. Nicht in diesem hohen Hause! Und schon gar nicht am Rednerpult!</p></blockquote>
<p>Oder der <a href="http://www.marinaslied.de/?p=675" target="_blank">Blog-Artikel von Marina Weisband</a>, politische Geschäftsführerin der Piraten, über ihre Wahrnehmung, wie sie von Mdien und Öffentlichkeit wahrgenommen wird.</p>
<blockquote><p>Seien wir ehrlich. Meine Medienpräsenz besteht zu 80% aus Fotos, Kommentaren über meine Frisur, meine Kleidung, meine Hobbies, meine Art. Hach, wie hübsch und hach, wie erfrischend, heißt es da immer.</p></blockquote>
<p>So würden heute noch manche Herren Frauen in der Politik sehen. Ich bin da scheinbar einigermaßen gefeit &#8211; ich stimme Agnes Krumwiedes Thesen zum Urheberrecht trotzdem nicht zu und lehne nicht alle Argumente der immer schlecht gelaunt aussehenden Renate Künast ab.</p>
<p>Ich möchte mehr Frauen den Zugang zur Politik ermöglich wissen. Ich wünsche mir eine gleichberechtigte Gesellschaft, in der eine (politische) Karriere unabhängig vom Geschlecht möglich ist. Wenn man dies will, kommt man nicht darum herum, Regeln aufzustellen, die dies garantieren. Denn Frauen tun Dinge anders. Männer auch.</p>
<p>Das schwierigste daran, für eine Quote einzutreten, ist, sich selbst zurückzunehmen. Seien wir ehrlich, so ein bißchen Rampensau sind wir alle, die wir Politik machen. Die eine mehr, der andere weniger. Und es tut weh, dass man Dinge nur, weil man ein Mann ist, nicht tun kann. Offen noch dazu. Das ist auch lehrreich. 2005 wurde ich nicht in den Parteirat gewählt, weil eine Frau auf den offenen Plätzen angetreten ist. Und wäre die grünen Wahllisten zur Bundestagswahl nicht &#8220;gegendert&#8221;, wäre ich vermutlich heute auch schon im Bundestag. Trotzdem trete ich weiter dafür ein, dass es Quoten gibt. Und möglicherweise müssen andere Gruppen auch Quotierung in solche Positionen gebracht werden. Die Vernachlässigung der Barrierefreiheit wäre sicherlich zu lösen über mehr Einfluss von mehr Menschen mit Behinderungen.</p>
<p>Das ist in meinen Augen der &#8220;angemessene Weg&#8221; mit diesen Unterschieden so umzugehen. Vor der Realität die Augen zu verschließen, ist der falsche Weg.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://joergrupp.de/?flattrss_redirect&amp;id=1621&amp;md5=d8a2a4f00afdce090a18fc76c25587bc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://joergrupp.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Forschung</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Dec 2011 16:37:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
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&#160;

Mit allem Recht steht die grüne Landesregierung in der Kritik aus verschiedenen Richtugnen, wenn es um das Thema Forschung geht. Denn teilweise wird hier in Baden-Württemberg an Dingen geforscht, die  diametral zu unserer grünen Programmatik stehen. Es sind drei Themengebiete, die ich dabei kritisch sehe:

1. Tierforschung

In Tübingen findet Grundlagenforschung in der Gehirnforschung statt, die ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" src="http://www.welt.de/multimedia/archive/00717/tierversuch_DW_Wiss_717944g.jpg" alt="" width="480" height="320" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mit allem Recht steht die grüne Landesregierung in der Kritik aus verschiedenen Richtugnen, wenn es um das Thema Forschung geht. Denn teilweise wird hier in Baden-Württemberg an Dingen geforscht, die  diametral zu unserer grünen Programmatik stehen. Es sind drei Themengebiete, die ich dabei kritisch sehe:</p>
<p>1. Tierforschung</p>
<p>In Tübingen findet Grundlagenforschung in der Gehirnforschung statt, die mithilfe von Rhesusaffen durchgeführt wird. Während die Forscher (erwartungsgemäß) sagen, diese Forschung sei notwendig, sagen Tierschützer, dass diese Grundlagenforschung unnötig ist. Nicht zuletzt <a href="http://www.reinhold-pix.de/tierschutz/tierversuche-an-affen" target="_blank">Reinhold Pix</a>, grüner MdL, hält diese Versuche jedoch für unnötig und fordert deren Abschaffung. Und auch wir hatten im Wahlprogramm die Abschaffung von Tierversuchen mit Primaten gefordert. Dem gegenüber stehen die Aussagen von <a href="http://mwk.baden-wuerttemberg.de/ministerium/personen/ministerin-theresia-bauer-mdl/" target="_blank">Ministerin Bauer</a>, die für die Abschaffung der Tierversuche keine Rechtsgrundlage sieht, ebenso wie <a href="http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/hochschule_artikel,-Gruene-halten-an-Tierversuchen-fest-_arid,152579.html" target="_blank">OB Palmer</a>, der die Tierversuche für legitim hält.</p>
<p>2. Militärische Forschung an Universitäten</p>
<p>Demnächst steht das Weiterentwicklungsgesetz an, mit dem <a href="http://www.kit.edu/index.php" target="_blank">KIT</a> organisatorisch und finanziell zu einer weitgehend autonomen Körperschaft öffentlichen Rechts für Forschung, Lehre und Innovation verschmolzen werden soll. Ebenso wie die SPD im Wahlprogrammhatten wir Grüne uns für eine Zivilklausel ausgesprochen, die die Universitäten verpflichten, mit ihrer Forschung ausschließlich friedliche Zwecke zu verfolgen. Leider steht auch hier Theresia Bauer im Fokus: sie lehnt anders als zu Oppositionszeiten eine solche Zivilklausel ab. Dies wiegt umso schwerer, als das räumlich nah das Franhofer Institut für Sprengstoffforschung in Berghausen liegt. An der Universität Karlsruhe wird Militärforschung traditionell betrieben, z.B. im Nachrichtentechnischen Institut mit Forschungen an Breitbandkommunikationssystemen für multinationale Interventionstruppen und, wie erst jüngst aufgedeckt, am Institut für Theoretische Elektrotechnik und Systemoptimierung an Drohnen für Auslandseinsätze der Bundeswehr. Noch schwerer jedoch ist die Existenz von Atomforschungsanlagen sowie Kernbrennstoffe in nicht unerheblichem Maße &#8211; z. B. Plutonium &#8211; auf dem Gelände des KIT. Somit haben wir in Karlsruhe die einmalige Situation, dass unter einem Dach militärisch und atomar geforscht werden darf. Ich lehne das strikt ab.</p>
<p>3. Die Atomforschung</p>
<p>Wie schon oben beschrieben, wird am KIT weiter Atomforschung betrieben. Wir haben auf unserem Landesparteitag im Oktober <a href="http://gruene-bw.de/fileadmin/gruenebw/dateien/LDK_Aalen/Keine_Unterst%C3%BCtzung_der_Atomforschung.pdf" target="_blank">beschlossen</a> (PDF) , dass das Land keinerlei Atomforschung mehr unterstützen wollen soll, mit Ausnahme der Forschung für Sicherheit, Endlagerung und Rückbau. Trotzdem findet diese Forschung weiter statt. Am europ. Institut für Transurane soll weiterhin Forschung in Sachen Kernfusion stattfinden &#8211; schwerwiegender jedoch ist die Forschung an den sogenannten Reaktoren der 4. Generation. Aufgrund einer Anfrage für einen Neubau der Forschungsgebäude in dem auch Kernbrennstoffe und andere radioaktive Stoffe gelagert werden sollen musste das Land die atomrechtliche Genehmigung erteilen. Gegen diese Pläne gibt es Widerstand.</p>
<p>Daraufhin wurde ein Mediationsverfahren beschlossen, dessen <a href="http://www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/88183/" target="_blank">Ergebnis</a> <a href="http://www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/88183/" target="_blank">hier</a> nachzulesen ist.</p>
<blockquote><p>Auszug:</p>
<p>3. Das ITU verpflichtet sich, seine Forschungsarbeiten im Zusammenhang mit zukünftigen Reaktorsystemen auf sicherungs- und sicherheitsrelevante Untersuchungen der Kernbrennstoffe zu begrenzen. Forschung im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung von neuen Reaktorlinien ist damit ausgeschlossen.</p></blockquote>
<p>Damit ist klar, dass Umweltminister <a href="http://www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/81717/" target="_blank">Franz Untersteller</a> damit einverstanden ist, dass dort an der nächsten Generation Kernelemente geforscht werden darf. Forschung in einem Bereich, aus dem wir den Ausstieg über lange Jahre gekämpft haben. Der Minister ermöglicht so den Weiterbetrieb von Kernreaktoren auf der Welt mit deutschem Know-How. Auch das teile ich überhaupt nicht.</p>
<p>Für mich als Parteirat respektive Mitglied des Landesvorstands ist das nicht ganz einfach. Ich erwarte eigentlich, dass sich die Minister auch für grüne Ziele einsetzen &#8211; soweit das im Kabinett mit der SPD überhaupt möglich ist. In allen Fällen ist jedoch öffentlich kein roter Gegenwind wahrzunehmen &#8211; es ist grüner Gegenwind.</p>
<p>Ich werde mich im nächsten Jahr dafür einsetzen, dass wir wahrnehmbar eine breite Debatte über die Forschung, die wir wollen, führen. Ich persönlich möchte keine Forschung an Tieren, keine Militärforschung und keine Atomforschung der Forschung für Sicherheit, Endlagerung und Rückbau &#8211; wobei nicht die Sicherheit der nächsten Generation Kraftwerke gemeint ist. Ich finde, hier muss es einen klaren Eingriff in die Forschungsfreiheit geben. Nicht alles was möglich ist, sollte auch getan werden. Wer solche Forschungen durchführen möchte, soll das da tun, wo sie erlaubt ist. Bei uns sollte man sich davon verbaschieden &#8211; schnell, wenn&#8217;s geht.</p>
<p><strong>Update:</strong><br />
am 24.12. erreichte mich folgender <a href="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2011/12/ITU_Ministerium.pdf" target="_blank">Brief (PDF)</a> aus dem Forschungs- und aus dem Umweltministerium &#8211; der den Dissens noch einmal deutlich beschreibt.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://joergrupp.de/?flattrss_redirect&amp;id=1611&amp;md5=54f24ef5b0f57b966ef2f159edb4801f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://joergrupp.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>ich bin ein Gutmensch</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 21:42:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Funktion]]></category>
		<category><![CDATA[Gutmensch]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Filius]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute hat mich ein Brief erreicht. Absender ist ein Insasse einer JVA in Baden-Württemberg, den ich von früher her kenne. Ich war mit seinem zwischenzeitlich leider verstorbenen Bruder befreundet und wir hatten mal denselben Nebenjob. Er hatte damals schon immer wieder Schwierigkeiten mit dem Gesetz.

Er hat Schwierigkeiten im Knast. Welcher Art die sind, beschreibt ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute hat mich ein Brief erreicht. Absender ist ein Insasse einer JVA in Baden-Württemberg, den ich von früher her kenne. Ich war mit seinem zwischenzeitlich leider verstorbenen Bruder befreundet und wir hatten mal denselben Nebenjob. Er hatte damals schon immer wieder Schwierigkeiten mit dem Gesetz.</p>
<p>Er hat Schwierigkeiten im Knast. Welcher Art die sind, beschreibt er nicht genau. Er möchte gerne ein Gespräch mit dem Strafvollzugsbeauftragten der Fraktion im Landtag. Was ihm wohl zusteht, soweit ich das alles richtig verstanden habe. Und er möchte, dass ich dabei bin.</p>
<p>Nun, ich habe jetzt bei <a href="http://juergenfilius.de" target="_blank">Jürgen</a> angefragt, was es dazu gibt und wie die Sachlage überhaupt ist. Und wenn es zu so einem Termin kommt, werde ich mitgehen. Und ich werde mich nicht benutzen lassen.</p>
<p>Warum ich das blogge? (leih ich mir mal von <a href="http://blog.till-westermayer.de" target="_blank">@_tillwe_</a> aus)<br />
Weil ich überlegt habe, was ich damit anfange. Weil ich es wichtig finde, dass solche Dinge transparent sind. Weil ich als ehrenamtlicher Politiker angesprochen wurde, der zudem ein alter Bekannter ist. Weil jemand diese alte Beziehung und meine Funktion (be)nutzen möchte. Weil ich tätig geworden bin (indem ich mal nachgefragt habe). Das bin ich, weil ich mich ein bißchen verpflichtet fühle aus Gründen, die zu persönlich sind, um sie hier ins Netz zu schreiben (von wegen post-privacy und so). Und weil ich gern weiß, dass es noch jemand weiß außer meiner Frau <img src='http://joergrupp.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Update: ich habe ihm heute eine <a href="http://joergrupp.de/wp-content/uploads/2011/12/Antwort.pdf">Antwort geschrieben</a>.</p>
<p>Update 29.01.2012: Laut einem Telefonat mit dem Büro von Jürgen filius wird der Besuch vermutlich am Rosenmontag stattfinden. Sollte das terminlich nicht hinzubekommen sein, wird sich das bis Ende April hinziehen. Aber meine Teilnahme am Besuch ist zwischenzeitlich genehmigt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://joergrupp.de/?flattrss_redirect&amp;id=1608&amp;md5=ab8fec5ebc61a602e43846bba15601af" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://joergrupp.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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