Grüner Rückblick – und Austritt

Liebe Simone, lieber Cem, lieber Michael, lieber KV-Vorstand in Kopie und zur Kenntnis,

1988, zwei Jahre nach Tschernobyl, ein Jahr nach dem Beginn meines Engagements bei einer BI gegen das Atomforschungszentrum Karslruhe, bin ich Mitglied der Karlsruher Grünen Liste geworden. Mit kurzen Unterbrechungen – finanziell, nicht inhaltlich bedingt – war ich bis heute Mitglied zunächst der GRÜNEN Liste, dann der GRÜNEN, später Bündnis 90/Die GRÜNEN.

Seit 1999 war ich bis gegen Ende des letzten Jahres immer an verantwortlichen Stellen aktiv, teilweise habe ich als Kreisvorsitzender bis zu 20 Stunden wöchentlich und mehr neben meiner Familie und  Beruf zusätzlich grüne Politik gemacht, viele Wochenende mit Parteitagen, Programmänderungsanträgen, Reden vorbereiten, Wahlkämpfen, Bundestagskandidaturen, LAG- und BAG-Sitzungen, Kreisvorständetreffen, Klausuren verbracht, zweimal war ich Kreisvorsitzender und Schatzmeister in einer Person, weil sich niemand fand, der die Kasse des verstorbenen Kreiskassiers „aufräumen“ wollte, ein andermal, weil sich niemand fand. Politische Arbeit kenne ich auf allen Ebenen und es gibt wenig an ehrenamtlichen Tätigkeiten, die ich in dieser Partei nicht ausgeführt habe. Wir kennen uns über viele Jahre politischer Arbeit. Die GRÜNEN waren meine politische Heimat, doch seit gut 3 Jahren hat sich das zunehmend verändert.

Als Mitglied des Landesvorstands Baden-Württemberg war ich 4 von 6 Jahren direkt mit den Auswirkungen grün geführter Regierungspolitik im Land befasst. Ich kenne Ton und Umgang in Oppositionszeiten, ich kenne Ton und Umgang in der ersten Euphorie eines politischen Aufbruchs und ich kenne Ton und Umgang, wenn der Regierungschef zunehmend auf allen politischen Ebenen der Partei durchregieren möchte. Der Dreiklang von Regierung, Fraktion und Partei ist ein monotoner Missklang geworden. Seit der Regierungsübernahme von grün mit schwarz hat sich dabei die grüne Partei in meinen Augen von jedem Wunsch, positiv im Sinne grüner Politik gestalten zu wollen, verabschiedet. Damit einher gingen die unsäglichen Beschlüsse der menschenrechtsverletzenden Erweiterungen der sogenannten sicheren Herkunftsländer, zwischenzeitlich offiziell zugegebene Mauscheleien beim Koalitionsvertrag, die völlig konträr zum noch 2011 ( und danach) propagierten Politikwechsel und mehr Transparenz stehen, der Einsatz des grünen Ministerpräsidenten für TTIP, die Billigung einer gemeinsamen Übung von Polizei und Bundeswehr in den letzten Tagen, Tierversuche werden verteidigt, Rüstungsforschung ebenso, undundund. Parallel dazu rast ungebremst ein Boris Palmer durch Talkshows und Zeitungen und propagiert Asylrechtsverschärfungen, die der AfD zu Ehre gereichen würden – ohne dass es relevanten Widerspruch gäbe. Die grüne Pegida ist in unserer Mitte und es gibt eine Reihe von Mitgliedern, die ihr recht geben. Darüber hinaus gibt es Mitglieder, die unverfroren öffentlich islamhassend agieren und dabei auch nicht vor Veröffentlichungen bei pi-news zurückschrecken. Gegenwehr: keine. Spricht man es an, ist man ein Nestbeschmutzer.

Die Thinktanks der Partei, die Flügel und die BAGen, sind zu Karrierenetzwerken degeneriert. Die Abgeordneten reden nur noch über ihre Fachgebiete, alleine Cem Özdemir nimmt sich als AmtundMandatler das Recht heraus, mal kurz die komplette friedenspolitische Rest-Säule des Bundesverbandes zu zertreten und sich für Waffen in Kriegsgebiete einzusetzen – die danach prompt auf dem Schwarzmarkt, wie prognostiziert, auftauchen. Was ihn auch nicht zu einer Revidierung seiner Position kommen lässt. Die Partei und Fraktion werden zunehmend von Leuten geprägt, die so lange in der Politik sind, dass man auf  Einschätzungen, das „richtige Leben“ betreffend, kaum mehr setzen kann. Grüne Bellizisten nehmen Position für Faschisten in der Ukraine ein, der Widerspruch verhallt. Die Boellstiftung bläst das Horn des Wachstums – niemand schreitet ein. Themen werden diktiert von Leuten, die sich nie der Partei und einer Wahl stellen mussten – sondern eingestellt wurden.

Die Partei nimmt Spenden an, von Lobbyisten und Verbänden, zu denen auch Rüstungsunternehmen gehören – und zwar in erheblicher Höhe.

Auf grünen Debattenlisten tauchen Symphatisanten von KenFM und anderen Querfrontlern und Verschwörungstheortikern auf und man hat Mühe, darauf aufmerksam zu machen, was das denn für Protagonisten sind.

Die Partei orientiert sich ausschließlich an den Möglichkeiten, Macht zu erringen und Posten und Mandate zu erhalten, Inhalte werden zusehends zur Verhandlungsmasse – während ein ganzer Flügel darauf drängt, mit der CDU ab 2017 Koalitionen einzugehen – wie das gehen soll mit einer CSU ist völlig unerheblich. Die Gegenstimme bildet alleine der auf die Hinterbank verbannte Jürgen Trittin, der wohl Narrenfreiheit (und damit keinen Einfluss) hat. Der Einfluss der Basis daegegen wird weiter zurückgedrängt – weil die Entscheidungen in den Fraktionen getroffen werden. Denn es gibt genügend willfährige in der Partei, die das alles dann auch verteidigen. Irgendwie will man ja regieren, dazugehören. Dafür gibt es Umfragen, an deren Ergebnisse sich eh keiner gebunden fühlt und wenn gar nichts mehr geht – dann gibt halt ein Promi ein Interview und stellt mal geschwind die Parteimeinung und -beschluss auf den Kopf – das hat nicht erst mit den Fuchspanzern nach Saudi-Arabien angefangen.

Diese Partei war ein wundervoller Aufbruch, eine wundervolle Chance und ist am Ende in die Hände von Karrieristen gefallen. Wo zu Beginn der Einsatz für Minderheiten und emanzipatorische Kräfte stand, werden diese heute bekämpft. Mit der Friedensbewegung hat man sich überworfen bzw. seinen Teil dazu beigetragen, dass es sie nicht mehr gibt, mit der Anti-AKW-Bewegung steht man teilweise auf Kriegsfuß, in der Flüchtlingspoltik ist kein Verlass mehr durch die Kretschmänner und Al-Wazire, neuerdings steht die Cannabispolitik auf dem Prüfstand und ist man für das Burkiniverbot, von interessierter Seite wird immer mal wieder auch das Frauenstatut in Frage gestellt – vor allem, wenn es um Listenplätze geht. Wir streiten für eine Schuldenbremse, die im Land und den Bundesländern die notwendigen Investitionen verhindert, auf Missstände wissen wir nur noch „Bildung“ als Antwort – anstatt einmal Hartz IV zu hinterfragen – und in der EU dominieren Pragmatiker wie Rebecca Harms, die wohl auch Krieg gegen Russland führen würde, wenn sie dabei nur nicht ihr Gesicht verliert. Wo zu Beginn überzeugende politische Konzepte standen, die über den Tag hinaus gedacht waren, sind es heute Politikfloskeln, die die Wahrnehmung der Partei nach außen bestimmen. Wo Freude und Spaß an politischer Arbeit waren, sind verkrampfte Konzepte geworden, die jede noch so leise Andeutung von „passiert nicht laut Plan“ niederringt. Wo zu Beginn Utopien den Weg in eine bessere Zukunft, mit der Erhaltung der Umwelt und einer gleichberechtigten Gesellschaft standen, dominiert heute der sogenannte Realismus, der so wenig mit der Realität vieler Menschen in Deutschland zu tun hat. Und wo früher Mut auch zur spontanten politischen Provokation war, regiert heute die Angst vor einem Shitstorm, der nur noch Provokationen zulassen möchte, die vorher vom Spindoctor genehmigt wurden.

Ich gehe, bevor ich platze. Ich hadere, jede kleinste Meldung regt mich auf und ich muss für mich das alles zu einem Ende bringen, bevor es mich auffrisst, was aus dieser Partei unter Eurer Führung geworden ist. Und ja, ich weiß, es gibt ein differenzierteres Bild – aber ich habe keine Hoffnung mehr, dass es anders werden könnte und dass die Vernünftigen mit Rückgrat in dieser Partei irgendwann wieder die Oberhand gewinnen.

Diese Partei hat noch immer großes Potential, ausgezeichnete, intelligente und integre Politiker*innen – Jan Albrecht, Konstantin von Notz (die in der Lage gewesen wären, die Piraten zu beerben, aber dafür hat lieber Renate Künast mit der Presse gesprochen), Sylvia Kotting-Uhl, Sven Lehmann, Madeleine Henfling um ein paar Promis zu nennen, viele, viele schlaue und engagierte Menschen an der Basis, von denen ich viele, viele vermissen werde. Es gibt viele, für die und für deren Arbeit ich großen Respekt empfinde. Aber ich glaube nicht, dass Leute wie sie einen Einfluss zurückgewinnen können, dass wieder Inhalte im Vordergrund stehen – statt Macht.

Ich sagte es schon vor einem Jahr: die GRÜNEN von 1980 hätten sich gegen diese farblose und rückgratlose Funktionärspartei, die die GRÜNEN heute sind, gegründet. Ihr sprecht noch von Haltung – während ihr schon die nächste rote Linie überschritten habt.

Es gäbe noch mehr zu sagen, es gäbe ganze Bücher zu füllen – ich will es dabei belassen und die Themen nur anreißen. Ich weiß eh: Reisende soll man nicht aufhalten und wer raus ist – dessen Meinung hat eh keine Relevanz mehr.

Ich gehe zornig, aber ich bleibe vielen von Euch verbunden und wie so viele vor mir sage ich: ich bleibe im Herzen ein Grüner – mit der Einschränkung: ein Grüner einer grünen Partei, die es nicht mehr gibt.

Qulle: Alexas_Fotos@pixabay.de

Qulle: Alexas_Fotos@pixabay.de

Hiermit erkäre ich meinen Austritt aus der Partei Bündnis 90/Die GRÜNEN zum nächstmöglichen Termin. Bitte bestätigt mir diesen umgehend.

Basisdemokratische Grüße

Jörg

Update:
austritt


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48 Gedanken zu „Grüner Rückblick – und Austritt

  1. icke

    Respekt. Ich habe den gleichen Prozess mit der SPD durch… Es bleibt die Erkenntnis, dass man sich nicht auf Parteien verlassen kann und es in einem parlamentarischen System letztlich immer nur um die Maximierung von Wählerstimmen und Sicherung der errungenden Machtpositionen geht.

    Für die Basisdemokratie, für die Anarchie 🙂

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  2. Michael Straub

    Tut mir leid lieber Jörg, die Grünen bräuchten Menschen wie Dich jetzt und in Zukunft aber ich kann dich ein Stück weit verstehen alles Gute lass von dir hören Michael

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  3. Wolfgang G. Wettach

    Lieber Jörg. Wie man bei auseinandergehenden Beziehungen zu sagen pflegt: Lass uns Freunde bleiben.

    Für uns als Grüne, für uns als Grünlinke und für mich, der mich ein Stück weit als Freund und Weggefährten sehe, ist dein Weggang sehr schade – wenn nur noch die Palmers dieser Partei sich aufregen verliert sie deutlich an Liebenswürdigkeit.

    Für dich aber, der du dich sehr oft und weit öfter als ich aufgeregt hast, scheint der Weggang das Richtige zu sein, auch ich möchte nicht dass du platzt. Ich wünsche dir alles gute auf deinem weiteren Weg, den Grünlinken dass dir bei diesem Schritt nicht zuviele folgen und mir, dass wir beide uns noch oft, wie Holger Burner singt, auf der Strasse treffen!
    https://www.youtube.com/watch?v=D8ba6gYgdnc

    Dein WGW

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  4. Walter Koppe

    für mich Ex-Grünen war schon mit der rotgrünen Agendapolitik Schluss, als Billiglohn und privatisierte Rente zwangsweise Altersarmut schuf; die heutigen Grünen mit alledem nichts mehr zu tun haben; sich das gute Gewissen stattdessen im Ökoladen leisten können.

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    1. Renate Thon

      Agenda 2010 und die rot-grüne Rentenpolitik wären damals schon genug für einen Austritt gewesen. Ich bin geblieben, weiß aber nicht, wie lange ich das noch aushalte. Respekt für Jörgs Erklärung.

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  5. Steffen Hübner

    Ein sehr spannender Einblick! Vielen Dank dafür!

    Ich bin noch in der DDR aufgewachsen und habe früh ein ausgeprägtes Misstrauen gegenüber etablierten Parteien und ihren Strukturen aufgebaut. Das hat sich bis heute gehalten. Sachliche, inhaltliche Auseinandersetzung (vor allem auch gegenüber den neuen rechten Bewegungen) ist Mangelware geworden – vermutlich aus Kalkül, potenzielle Wähler zu verschrecken. Eine traurige Bilanz!

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  6. Sascha Bahl

    Sehr gut. Man muss wissen wann man aufhört. Ich habe das Gefühl, dass viele Grüne im Herzen die Ideologien aus den 80’ern in sich tragen, aber nicht sehen wollen, dass dies alles schon lange nicht mehr Inhalt dieser Partei ist.

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    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      Ach nö. Die Frage ist aber, ob man in einer Partei bleiben möchte, in der die Menschenrechte zur Verhandlunsmasse geworden sind – anstatt sie zu verteidigen.

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  7. Wolfgang Weiss

    Hallo Jörg, als jemand, der sehr intensiv die marktkonforme (Miß)Entwicklung der sogenannten „Grünen“ verfolgt, kann ich Dir nur von Herzen zu diesem Schritt bzw. „Befreiungsschlag“ gratulieren:-) ! Du sprichst mir mit Deinen Ausführungen aus dem Herzen. Ich wünsche Dir, daß Du den für Dich passenden Weg für die Zukunft findest.

    Soli-Grüße „aus der Nähe“ (Sinzheim) von
    WOLFgang

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  8. Ronald Maltha

    Leider dürfen wir uns als Grüne mittlerweile nicht mehr wundern, wenn die Bürger zunehmend Protest statt „Inhalte“ wählen. Wenn die sogenannten Inhalte nur noch dazu dienen, im Wahlkampf eine positive Stimmung für die Partei zu erzeugen und spätestens in den Koalitionsgesprächen nach einer Wahl erst einmal alles wieder offen ist. Gerade gestern habe ich mich mit jemandem unterhalten, der nicht mehr wählen geht und vorher immer SPD oder Grün gewählt hat. „Wenn die Grünen mal mit der SPD oder mal mit der CDU Koalitionen bilden, dann weiß ich nicht mehr, wofür diese Partei eigentlich steht. Da geht es nur noch um Macht und Mitmischen in der Regierung“, so seine Begründung, die Grünen nun gar nicht mehr zu wählen und zu Hause zu bleiben.

    Die Wahlergebnisse von Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz (seit Mai 2016 nur noch knapp im Landtag drin) machen deutlich: entweder wir halten endlich unsere Inhalte aufrecht und gehen auch mal in die Opposition oder immer mehr Wähler und auch Mitglieder ! verlassen diese Partei.

    Grüne Grüße an Jörg, den ich als aufrechten und für seine Ideen und Inhalte kämpfenden Grünen kennenlernen durfte. Machs gut Jörg, ich hoffe Du bleibst politisch in irgendeiner Form engagiert.

    Ronald (B90 / Grüne, LAG Kultur und Medien, Rheinland-Pfalz)

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    1. Markus Hitter

      Sehr richtig, was die beobachtete Diskrepanz zwischen Wahlversprechen und den tatsächlichen Taten nach der Wahl angeht.

      Doch auch als aufrechte Partei würde ich nicht scheuen, mit einer CDU zu koalieren. Auch in einer Koalition kann man weiterhin zu seinen Werten stehen und sie zumindest anteilig einbringen. Entscheidend ist weniger, mit wem man die Regierung bildet; sehr viel mehr, wie viel man sich dafür verbiegt. Letzteres bei einem Minimum zu halten sollte immer das Ziel sein.

      Deswegen will ich auch hier zustimmen: Inhalte aufrecht erhalten! Ohne oder mit Regierungsbeteiligung.

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  10. Gerd Bendman

    Sehr nachvollziehbar nach dem erschreckenden Wandel dieser einst progressiven Partei. Bedauerlich allerdings die undifferenzierte, inzwischen weit verbreitete Querfrontler- und Verschwörungskeule.

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  11. oberham

    Klingt vielleicht arrogant, trotzdem, ich erlaube mir das Folgende zu äußern:

    Hätte es einen besseren Listenplatz für die BTW gegeben und wäre ein Mandat für den „Idealisten“ herausgesprungen, stünde dieser Austrittsbrief hier nicht!

    Selber bin ich 1982 als Student in München den Grünen beigetreten (02/1982) – ich trat schon nach acht Monaten wieder aus!

    Alles was dort Oben an Prinzipien beschrieben wird, kann man nach kurzer Zeit erkennen, so man kritischen Blickes in einer Partei aktiv wird.

    Ich wollte nochmal bei den Piraten mitmachen – das gleiche Spiel – einzig die waren noch extremer von Egomanen durchzogen und haben überreizt.

    Vielleicht gehört der Autor zu den leidensfähigen Idealisten, jenen die tatsächlich lange durchhalten und doch noch an den Sieg der Vernunft über die Gier glauben. Er war ja wirklich eine lange Zeit dabei und hat, da bin ich mir nun sicher, viel Zeit und Engagement investiert.

    Gerstern Abend musste ich schmunzeln – die Ruhestandsansprüche aus einer Legislaturperiode sind in MäcPom nicht so üppig…….

    Parteien sind Theatergruppen und die Spieler der Gruppe streiten sich um die bezahlten Rollen des Ensembles, die Gagen zahlt das Volk, das Drehbruch jedoch schreibt das Großkapital und leider hänge wir Menschen am Geld wie der Esel an der Karotte, die vor ihm an der Angelrute hängt.

    Populismus ist System und wird von den Medien eifrig betrieben, der Demokraturstadl ist nur eine widerliche Facette in dieser Tyrannis des Kapitals und kostet schlappe 50 Milliarden p.a. (nur die Schauspieler und das Bühnenpersonal hinter den Podien – alleine Berlin schluckt 15 Mrd.!)

    Wie gesagt, dieser Brief existierte nicht, wäre der Autor MdB geworden!

    Natürlich – eine Behauptung – nur meine Meinung.

    Übrigens, in den sechs Monaten habe ich schon erlebt, wie dreckig die Sprache untereinander ausfällt, sobald es um persönliche Posteninteressen geht und es zum offenen Schlagabtausch kommt – niemals wieder in meinem Leben habe ich ein widerlicheres Millieu angetroffen!

    Als Schüler habe ich in den Ferien mal für zwei Tage in einer Drückerkolonne gearbeitet – dann bin ich um eine Erfahrung reicher, reuig in den Getränkemarkt zurück, wo ich regelmäßig jobbte.

    Dort, in dieser Drückerkolonne, der Sklaventreiber – der kam dem Grünen Eberhard Bueb sehr nahe (Bueb war verschlagener und ich denke gewaltbereiter……) ein führender Politprofi mit dem ich einmal aneinander geriet – (ich war kein verschlossener Typ, kein Diplomat, ich bin eben jemand, der ausspricht was er denkt und konnte diesen Herrn damals aus der Reserve locken – natürlich wusste er, dass nur ein windiges Wesen aus der Masse da vor ihm stand…).
    Dieses Gespräch war u. a. dann auch ausschlaggebend für meine „Vorurteile“ die sich bis heute jedoch in schöner Regelmäßigkeit bestätigen!

    Dem Autor wünsche ich, er möge bitte keine Call-Center mehr gründen!

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    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      Ich weiß es, ehrlich gesagt nicht. Ich hoffe, der Brief stünde trotzdem da. Ich hab mir immer vorgenommen, mich nicht zu verbiegen – hab über alle Kompromisse nachgedacht. Der Kompromiss zur Spitzenandidatur Kretschmann 2011 – er Spitze, da zu ein Team von 3 Leuten anstatt Doppelspitze – hat mir Kreuzschmerzen beschert.

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      1. Bruno

        Großer Respekt für Ihre Antwort. Viele hätten sich angegriffen gefühlt und wären ausgewichen. Sie wissen es nicht und stehen dazu. Alles Gute wünsche ich Ihnen!

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      2. oberham

        Ich deutete es an. Sie sind (meine ich) ein sehr leidensfähiger Optimist, ….. und irgendwie wäre dann das Mandat vielleicht als Entschädigung für all die schlaflosen Nächte akzeptiert worden – oder eben auch nicht (was für uns alle, für jeden von uns, die richtige Entscheidung wäre, doch die wenigsten hätten genug Mut und Rückgrat, diese Privilegien auszuschlagen…. – in meinen Augen das immanente Problem einer Demokratie, die sich solch feudal versorgte und auftretende Vertreter hält……).

        In meinem Blog habe ich entsprechende Skizzen angefertigt.

        Übrigens damals in den 80ern galt bei den Grünen – ein Abgeordneter solle sich nicht mehr als das Gehalt eines Facharbeiters einbehalten, der Rest hätte in eine Art Sozialkasse einfließen sollen…….. (gerade die LINKE müsste exakt so handeln, sie entlarvt sich durch ihre Repräsentanten als Funktionärselite, die sich nicht scheut auch öffentlich permanent auf ihre Privilegien zu verweisen, für die sie ja nichts könnte, die sie aber als „volksgegeben“ doch gerne annehmen.)

        Das Traurigste – die feudale Versorgung verdirbt endgültig den Charakter, so er je im sozialen, positiven Sinne ausgeprägt gewesen sein sollte (was ich ja gerade nicht erlebte in den kurzen Phasen aktiver Parteiarbeit….. – aber das ist natürlich eine Pauschalierung….. – nur – aus der Ferne fand ich keine Perle – z.B. ist Ströbele das Musterbeispiel eines ambivalenten Wesens – in meinen Augen ein grüner „Zwergenpapst“ – der aktuelle Papst ist geradezu der Prototyp des Phrasendreschers! – niemals wohl könnten Worte und Taten weiter auseinanderklaffen.

        Insofern sind die Grünen nur ein winziger Teil jenes Gespinstes, welches die Hoffnungen und Träume der Menschen einzuweben und trefflich einzudämmen versteht.

        (Man lese die Grundsatzprogramme – auch der SPD – und betrachte dann die Agenda 2010……… – wer da noch eine Synthese erkennt, der möge mir bitte seine Argumentation darlegen, ich wäre gespannt.)

        Aber sorry, …….. leider verlaufen sich die Debatten in den Blogs immer sehr schnell.
        Es ist eben doch zu anonym…….. zu diffus, ein wabernder Gedankennebel auf binäre Impulse gelegt.

        Wir sind Teil der Natur, leben wir unsere Leben, wir sind so glücklich, frei zu sein – auch in unseren Entscheidungen – wir müssen nicht mitmachen!

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  12. Stefan

    Hallo Joerg,

    hast du Lust eine Partei, die ehrlichgruene Politik macht zu gruenden?
    Oder meinst du, es ist sinnvoller, die Direktkandidateninitiative* mitzugestalten?
    Dies ist eine Initiative, die meist lausigen (nur in Wahlzeiten beim Volk auftauchenden, danach eher gegen das Volkswohl abstimmenden) Erststimmengewählten im Bundestag zu dezimieren.
    Falls ja, melde dich, um ein Buergerkomitee in/um Karlsruhe auf den Weg zu bringen.

    @icke: nach zwei Jahren SPD (initial zur Verhinderung der GroKo eingetreten (leider misslungen), aber offen fuer weitergehende Mitgestaltung) musste ich erfahren, wie defekt diese Partei oberhalb der Ortsvereine ist. Auf Kreisebene wird bereits gekuscht, lediglich in Ortsvereinen ist stellenweise kreatives Handeln erkennbar, wenn es nicht schon dort absurd begruendet verhindert wird. Es gibt engagierte Personen vor Ort, aber woher diese ihren Mut bei aller Demuetigung und wie sie ihre Parteimitgliedschaft angesichts der BundesSPDPolitik schoenreden und rechtfertigen, ist mir nur eingeschraenkt plausibel.
    @alle: wie sieht es bei euch aus?

    Gruss,
    Stefan

    *) http://direktkandidaten.info/konzept_kurz

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    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      Es gibt die Idee, eine neue Partei zu gründen – und die Unzufriedenen – die, die schon gegangen sind und die, die noch ausharren – auch aus anderen linken oder vormals linken Parteien zu sammeln. Das halte ich für zielführender

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    2. Markus Hitter

      Wie soll das mit der „Dezimierung“ denn funktionieren? Wer sollte einen Kandidaten wählen, der keine Partei hinter sich hat und dessen Wahlprogramm sich auf „alle Anderen sind doof“ beschränkt? Und damit gar noch in den zweistelligen Prozentbereich kommt, sonst wird es dem bisherigen Direktkandidaten ja nicht wirklich kritisch. Obendrein ist das Thema äusserst abstrakt und daher für die meisten Bürger kaum zugänglich.

      Eine neue Partei gründen? Schon eher, gemeinsam ist man stark.

      Was würde sich diese Partei auf die Fahnen schreiben? Ohne sich für ein positives(!) Thema stark zu machen kommt man nirgendwo hin. Bei den Grünen war das „Leben in Frieden und ohne Atomkraft“, bei der AfD erst „zurück zur D-Mark“, dann „Deutschland den Deutschen“ (deren Wähler sehen das leider als positiv), bei den Piraten die Informationsfreiheit und teilweise auch die direkte Demokratie. Alle diese Themen versprechen in der einen oder anderen Form eine bessere Zukunft.

      Aktuell bewegende und eher schief laufende Themen sind z.B. Frieden/Terrorismus, direkte Demokratie, bedingungsloses Grundeinkommen. Wichtig im Jahr 2016: wie damit der Wohlstand erhalten wird. Die Leute im Jahr 2016 sind nicht mehr so satt und zufrieden wie vor 30 Jahren, sie haben Angst um ihre Zukunft. Dieses „Mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben“ der Grünen war eine super Idee, um so enttäuschender die Reihe der Debakel in Sachen Waffen/Flüchtlinge/Demokratie oder auch der völlig planlosen Stuttgarter ( = Feinstaubhauptstadt) Verkehrspolitik.

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    1. Dirk

      Mal abgesehen von dem sachlich falschen und in diesem Text völlig deplazierten Abschnitt mit der Querfronttheorie war das ein großartiges Statement. Ich habe von 1994 bis 2010 von einer Ausnahme abgesehen immer grün gewählt, in den letzten Jahren allerdings mehr aus Gewohnheit denn aus Überzeugung. Seitdem wähle ich die Linkspartei und muss leider feststellen, dass die dortige Entwicklung ähnlich wie bei der SPD und den Grünen abläuft. Wenn das so weitergeht, bin ich bald vielleicht komplett „heimatlos“. AfD wähle ich natürlich nicht. Eine Partei, die praktisch das gleiche Programm vertritt wie CDU, SPD, Grüne und FDP, nur noch unsozialer und rassistischer. Eine Partei, die nur durch die Schuld der etablierten Parteien entstehen konnte. Hier nenne ich insbesondere die SPD, aber auch die Grünen und zumindest Teile der Linken. Vielleicht ist die Idee der Gründung einer neuen Partei gar nicht so schlecht. Diesen Gedanken habe ich schon lange. Eine Partei, die sich aus „echten“ Sozis, Grünen und Linken zusammensetzt und eine wirkliche Alternative zu diesem Einheitsbrei verspricht, nicht nur einen Farbenwechsel. Einen Versuch wäre es wert. Ich denke, Potenzial wäre genug vorhanden. Da würde ich bestimmt auch mein Kreuz machen:-)

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  14. Stefan

    Sehr nachvollziehbarer Beitrag. Herr Rupp, da haben Sie aber Durchhaltevermögen bewiesen.
    Ich war immer ein Grüne-, SPD-Wähler und -Sympathisant. Seit den Agenda-Jahren war aber Schicht im Schacht. Linke Parteien, sowie auch Die Linke, sind die wenig verbliebenen Alternativen. Hoffentlich tut sich da bald was, evtl. auch Ihre angedachte Parteigründung.
    Ich meine, die Themen liegen auf der Straße: Solidarisches, soziales Europa; Ende der dummen Austeritätspolitik, die so viel Leid geschaffen hat; Menschen brauchen solide und sanktionsfreie Existenzgrundlagen, solche Menschen werden von Unternehmen benötigt und eine Demokratie braucht sorgenfreie Bürger, etc.
    Den Einschub mit den Querfrontlern halte ich auch für zu kurzsichtig, bitte differenzieren.

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  15. Volker

    Das ist sehr nachvollziehbar dargestellt, vielen Dank für den Blick hinter die Kulissen. Das ist genau der Eindruck, den die Partei, mit der mal sehr viele eine große Hoffnung auf einen Richtungswechsel verbunden haben auch nach außen ausstrahlt. Spätestens mit der Wirtschaftskompetenzkampagne wurden die letzen Gründungs-Ideale allerdings zur Verhandlungsmasse deklariert. Heute lassen sich Hansel wie Al-Wazir von der CDU die Briefmarkensammlung zeigen (lieb) und Kretschmann unterschreibt geheime Nebenabreden. Zum Speien, was aus der „Bewegung“ geworden ist: Sozialdemokraten mit Fahrrad. Womit sie – nach einem kurzen Höhenflug und Träumen vom Ankommen in der „Mitte“ als „Volkspartei“ – ja gerade wieder abstürzen. (Naah, koi Ongschd, em Ländle nedde, do habbe se no immer rechts gwehlt, de Farb von ere Baddei ischa nébénsächlich.)

    Wäre schon schlauer gewesen, die Leute mit überzeugenden Lösungsvorschlägen dazu zu veranlassen, zu den Grünen zu kommen, anstatt sich bis zur Mimikry anzupassen und dasselbe armselige Bild von Demoskopen und „Experten“ hinterherlaufenden rückgratlosen „Profis“ abzugeben, wie die, gegen die man deshalb mal angetreten war. Für mich – nach Jahrzehnten – somit nicht mehr wählbar.

    Eine neue Partei ohne Leit-Thema? Positiv: raus aus der Verelendung, negativ: Korruption – man sieht ja schön, wohin die Nähe zur „Wirtschaft“ die Grünen gebracht hat.

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  17. Illoinen

    „Grüne Politik“ war für mich von Anfang an nur ein Etikettenschwindel, das Ziel war über den Umweg von angeblich grünen Zielen, am Ende eine weitere kleine Partei in Deutschland zu haben, die den Eliten nicht gefährlich wird, und zum Schluss dahin auch kam, wohin es immer wollte, mit am Tisch zu sitzen. Sind wir doch einmal realistisch, wir haben über 7 Milliarden Menschen auf dieser Welt, wie viele Menschen leben in Deutschland, und wie viele davon wiederum wählen „grün“ Zum Schluss ist sie das geworden, ein Trojaner, was sie schon immer war, und ist den etablierten Parteien auch nie gefährlich geworden. Das war und ist das Ziel. Ähnliches vollzieht sich doch bei der „Linken“ sogar aus den eigenen Reihen, werden Wagenknecht öffentlich angegriffen. Ungeachtet der Realitäten, kann eine Kanzlerin sich hinstellen und öffentlich sagen: „UNS GEHT ES GUT“ Mit dem Uns, kann sie aber nicht die Mehrheit in diesem Land gemeint haben, sondern sich und eine kleine Elite in diesem Land.

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    1. oberham

      UNS GEHT ES GUT! So wir uns von den materiellen Fesseln befreien und begreifen, dass dieses System allumfassend destruktiv wirkt (wobei – sogar die „Eliten“ leiden, da sie in ihrem banalen Hedonismus ebenso ihre Leben platt verschenken – ich behaupte der einsame Schrebergärtner in einem Winkel der Kleinstadt empfindet mehr Glück wenn er seine selbstgezogenen Früchte erntet, zubereitet und genießt, als der kaufkräftige Gewinner, der im Sternetempel „erlesene“ Speisen kauft – Eitelkeit und Ignoranz bezeichne ich als eine andere Art zu leiden! Ok – darüber kann man den Kopf schütteln, einige denke ich, können es nachempfinden….).

      Unsere Gesellschaft bedürfte einer vollkommenen Transformation.
      Technik und Wissenschaft in den Dienst effizienter Technologien ohne negative Pull-Backs!
      Eine Ökonomie der sozialen Versorgung, ja, wir müssten die nächsten Jahrzehnte einen Solidarpackt mit den Entwicklungsländern schließen, just in dem Augenblick, da in diesen Ländern keine Infiltration der „interessierten“ Länder mehr stattfindet und die Menschen dort ihre korrupten Unterdrückungsapparate vom Hof gejagt haben, sich erkennbar soziale Gesellschaften bilden – somit die Solidarität nicht in die Taschen weniger, sondern tatsächlich in die Hilfe zur Selbsthilfe fließen würde.

      Es gibt unglaublich viele Stellschrauben, die nicht mehr justierbar sind, die faktisch längst in komplett Absurde führen!

      Das Problem, niemand von uns wird die nötigen Kräfte bündeln können, darum würde eine „neue“ Partei entweder niemals die fünf Prozent überwinden (da die Programmatik schlicht so radikal sein müsste, dass kaum einer diese Partei wählen würde) – oder sie endete erneut im Sumpf der Eitelkeit und des Egoismus.

      Wenn ich sage – es geht uns gut – dann meine ich damit, jeder hier hat noch die Wahl – mitzumarschieren, oder vom Weg abzuweichen und sich ein alternatives Lebensmodell auszudenken – er wird schlimmstenfalls als Obdachloser auf der Straße enden – wobei ich behaupte, dann hat er das Wesentliche erneut nicht begriffen.

      Einzige Ausnahme, – (leider wohl inzwischen sehr viele Menschen……) – mangelnde gesundheitliche Autonomie – sprich akute Krankheit oder Gebrechen, die sozialen Beistand erfordern – und sozialer Beistand wird in dieser Gesellschaft nur dem willigen Mitläufer gewährt.
      (Reiche Menschen können immer behaupten sie wären unabhängig – nur – sie hängen schlicht von ihrem Reichtum ab, sprich ohne Geld wären sie völlig hilflos – ihnen steht nur der gleiche Weg in die Freiheit zur Verfügung – wie uns allen, die wir gesund und körperlich autonom sind – jener sich Nahrung zu beschaffen, trockenen Wohnraum, – wer in nördlichen Gefilden bleiben möchte – Heizung in den kalten Monaten.

      Es gibt noch jede Menge abgeschiedene Orte – dort kann man meditieren, philosophieren, das Leben spüren, – das schönste Vergnügen ist die Beobachtung und wo möglich Interaktion mit der Biossphäre – schwimmen, baden (tauchen gleich Schwerelosigkeit – schöner wohl als bei einem Parabelflug! – und ich meine tauchen für vielleicht eine Minute – sprich ohne irgendwelches Zeugs – vielleicht ein Schnorchel…..), wandern, ab und an laufen, sich räkeln – sprich Dehnen, Gleichgewicht, Beweglichkeit – sich fühlen, seinen Körper empfinden – tja – usw. usf. – Musik machen (selber singen, so schräg es auch sei ;-), selber trommeln, selber – selber – selber machen – schreiben, lesen, Rätsel lösen, die Naturwissenschaften studieren – der Tag ist viel zu kurz – es wird einem niemals langweilig werden und die paar Euro die man vielleicht noch braucht, kann man durch maximal ein – zwei Stunden sehr selektive Systemkollaboration sicher generieren.
      Paare die sich und Ihre Kinder wirklich lieben, werden keinen Vorwand finden, warum sie es nicht auch so handhaben sollten!

      Vor allem solche die gut etabliert sind, können, so sie ihre Werte verflüssigen über Jahre finanziellen Spielraum erlangen – sprich – sie können sich diese eigentlich kontraproduktive Art auszusteigen „leisten“ – jene die überschuldet sind, sollten keinen Tag zögern!

      Jene die für 8,50 die Stunde Sklavenarbeit leisten, sind wahrscheinlich so dermaßen von der Arbeitshypnose entmündigt, dass sie schlicht eher Suizid begehen würden, als zu versuchen ein eigenständiges Leben zu führen – leider ist genau das der Punkt – wir wurden zu Arbeitssklaven erzogen und das Mantra lautet – verkaufe Dich möglichst teuer – desto exquisiter Dein Dienstangebot – desto höher die „Belohnung“.

      Gewissenlosigkeit – gepaart mit hohem logischem Denkvermögen und einem extremen Schuss Soziopathie haben den höchsten Marktwert.

      Die Kaste der Reichen lebt ohnehin abgehoben im -Reich des Großgrund- und Großkapitalbesitzes – dort lautet die Devise – halte die Massen so wie sie sind, das ist perfekt!

      Der Krieg ist permanent, irgendwo wird er immer als solcher aktiv betrieben, in den restlichen Regionen lässt man ihn als Damoklesschwert über den Gedanken der Massen hängen, auf dass diese sich in ihrer „Staatskoppel“ bündig geben.

      Menschen die sozial, global denken, werden als romantische Idioten abgetan!

      Ich bin so ein Idiot – insofern, Verzeihung, dass ich nochmals hier aufgeschlagen habe.

      Es liegt an jedem selber! Entweder er bleibt in diesem Getriebe ein williges Zahnrad, oder er wird zum Sandkorn, natürlich ist letzteres manchmal bitter – denn die Sandkörner werden zerrieben – nur – niemals ganz, ein kleiner Teil von einem fällt aus dem Apparat – dieser Rest ist – behaupte ich das Pure von uns – und unter diesem Wahn, ist ein Leben in Freiheit – noch – möglich.

      (Gründet lieber anarchistische Kommunen als Parteien! Ich bin eine anarchistische Ein-Personen Kommune :-)……., so frugal wie ich, mag es leider niemand – bis dato…….. )

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      1. Rainbow-Warrior21

        „Gründet lieber anarchistische Kommunen als Parteien!“
        Auch dazu kann ich nur zustimmen…Demokratie (im ursprünglichen Sinn) hat nämlich so gut wie nichts mit Parteien (im herkömmlichen Sinn) zu tun.

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      2. Karl Groninger

        “ . . . UNS GEHT ES GUT! So wir uns von den materiellen Fesseln befreien und begreifen, dass dieses System allumfassend destruktiv wirkt (wobei – sogar die „Eliten“ leiden, da sie in ihrem banalen Hedonismus ebenso ihre Leben platt verschenken – ich behaupte der einsame Schrebergärtner in einem Winkel der Kleinstadt empfindet mehr Glück wenn er seine selbstgezogenen Früchte erntet, zubereitet und genießt, als der kaufkräftige Gewinner, der im Sternetempel „erlesene“ Speisen kauft – Eitelkeit und Ignoranz bezeichne ich als eine andere Art zu leiden! Ok – darüber kann man den Kopf schütteln, einige denke ich, können es nachempfinden….). . . .“

        “ . . . Jene die für 8,50 die Stunde Sklavenarbeit leisten, sind wahrscheinlich so dermaßen von der Arbeitshypnose entmündigt, dass sie schlicht eher Suizid begehen würden, als zu versuchen ein eigenständiges Leben zu führen – leider ist genau das der Punkt – wir wurden zu Arbeitssklaven erzogen und das Mantra lautet – verkaufe Dich möglichst teuer – desto exquisiter Dein Dienstangebot – desto höher die „Belohnung. . . .“

        Mensch Oberham, ein paar materielle Fesseln wirst Du so schnell nicht los. Du musst Fressen, Trinken, Schlafen, brauchst mehr oder weniger soziale Beziehungen (sofern Du nicht schon halb Paradies bist) etc. oder Du musst von Luft, Liebe oder purer Energie leben. Ansonsten versuch mal im Winter im Teutoburger Wald ohne Geld und Unterstützung durch andere durchzukommen. Und jene von Dir erwähnten Sklavenarbeiter können sich von 8,50 EUR noch nicht einmal ein „Schrebergärtchen“ leisten. Ich habe schon für weniger als 8,50 gearbeitet und empfinde Deine Thesen als derart arrogant und abgehoben, das Du vermutlich einer der Leute bist, die sich im Bio-Laden ihr reines Gewissen kaufen und über jene herziehen können, die versuchen, ihre Existenz auf niedrigstem Niveau zu erhalten. Da scheinst Du das System nicht verstanden zu haben: Bist Du nicht zur Arbeit für 8,50 bereit, kann es sein das Du auf Hartz IV angewiesen bist, das Dir dann erst einmal um ein Drittel gekürzt wird, und bist Du mehrfach nicht dazu bereit, darfst Du von Luft und Liebe oder den Almosen der Caritas, Arbeiterwohlfahrt, Tafeln etc. leben. Diesen Leuten zu unterstellen, sie seien wahrscheinlich so dermaßen von der Arbeitshypnose entmündigt und würden eher Selbstmord begehen als ein eigenständiges Leben zu führen, grenzt schon fast an den Rassismus der AFD.

        Und das mit den Soziopathen/Psychopathen ist ein alter Hut:
        http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-92079506.html
        http://www.spiegel.de/karriere/fuehrungskraefte-heiner-thorborg-ueber-psychopathen-chefs-a-1001377.html

        Und über den psychopathischen/soziapathischen Charakter von Firmen:
        https://www.youtube.com/watch?v=4PSxtJNp9Pc
        Doch wessen Charakter fließt da in die Firmen? Wohl die der Führungspersönlichkeiten.

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      3. cource

        du hast vollkommen recht, man kann den sklaven nicht mehr helfen, weil sie schon die meinung ihrer peiniger zu 200% übernommen haben um nicht verrückt zu werden.

        aber deine lebensform ist eine ernste gefahr für den neoliberalismus, deshalb hat ja auch schröder und co eigenmächtig die sozialgesetze geändert um solchen lebenswandel mit sanktionen begegnen zu können.

        mach weiter so–du bist nicht allein–schon jesus sagte: „Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. „

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  18. Pingback: Austritt | chartlaie

  19. Peter

    Lieber Jörg,
    Dein Beitrag ist das was du persönlich empfindest;gut so.
    Aber vergiss nicht, dass wir in einer Welt leben auf der deine Meinung keinen Platz hat und nichts verändert. Ich persönlich habe für die bevormundenden Grünen nichts mehr übrig und hoffe, dass sie irgendwann in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.
    Gruß Peter

    Antworten
  20. Flix

    Wie kann man nur solange in einer Partei mit dieser Claudia Roth bleiben? Dass Tritin ein Erzkommunist war, ist auch nicht ohne.

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    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      WEgen Claudia wäre ich nicht gegangen – auch wenn sie ein paar Entscheidungen getroffen hat, die ich sehr kritisiere (die im Text genannten Fuchspanzer bspw.), ebenso wie die tw. Aufhebung der Trennung von Amt und Mandat – ihr größter Fehler, wie ich meine. Mit Trittin bin ich nie warm geworden, aber er ist ein intelligenter Politiker – der leider auch erst wieder in der Opposition angekommen grünen Geist wiederentdeckt hat.

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  21. Pingback: MedienScreen # 125 [Grün, olivgrün sind die Kleider …] | MeyView.com

  22. Hanne Kirchberg

    Lieber Jörg Rupp, du sprichst mir aus der Seele. Ich wähle die Grünen seit es sie gibt; aber mit immer heftigeren Bauchschmerzen. Einen „ehrenwerten“ Grünen hast zu vergessen zu erwähnen, den guten alten Ströbele.

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  23. Stefan Welte

    @Flix:
    nein, ich glaube Hanne Kirchberg meint den nicht vorbestraften Ströbele, der auf mannigfaltige Weise glänzt und Anwalt von RAF-Mitgliedern war. Auch dieser andere Ströbele hat ein Direktmandat wie der Ströbele, den du meinst. Geholt hat er es angeblich mit dem markigen Spurch „Ströbele wählen heißt Fischer quälen“. 🙂

    Bitteschön,
    Stefan

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