Leserbriefe

Kurzkommentar:

Ich habe diese Woche einen Leserbrief geschrieben, weil im taz-Artikel zur gemeinsamen Sorge von unverheirateten Vätern mal wieder die Angst vor prügelnden Vätern in den Vordergrund gestellt wurde. Gut, kann man erwarten, wenn es von den Frauenhäusern kommt. Von einer Zeitung erwarte ich dann aber etwas differenzierende Berichterstattung, so beispielsweise die Erkenntnis, dass Mütter ihre Kinder ungefähr genauso oft schlagen wie Väter. Dazu gibt es genügend scheuklappenlose Erkenntnisse. Die taz aber nun kürzt meinen Leserbrief aber dann genau um die kursive Stelle:

Selbstverständlich müssen Gewaltopfer geschützt werden. Und es ist eine berechtigte Forderung, dass Frauenhausadressen geheim bleiben müssen. Aber wenn es um die Kinder geht, um elterliche Sorge, dann steht das eben hintendran und nicht vornedran. Dann muss der Kontakt eben über Dritte wie Großeltern oder Jugendamt gewährleistet werden. Denn die Strafe für Körerverletzung heißt nicht: lebenslanger Kinderentzug oder Entväterung.

Darüber hinaus bleibt windmühlenartig zu wiederholen: Kinder werden zu gleichen Teilen Opfer von Gewalt durch Männer und Frauen. Wenn eine Frau ihr Kind drischt, soll man sie dann auch davon ausschließen, über die Schule ihres Kindes eine Entscheidung treffen zu dürfen? Oder ihr lebenslang den Kontakt zu ihrem Kind untersagen dürfen?

Das ist regelrecht sinnenstellend. Und ich finde es schlimm, weil es genau dieser Aspekt ist, der im Ursprungsartikel fehlt und damit einseitig Gewalt Vätern zuordnet. Leider erlbt man das in der Debatte um Gewalt immer wieder. Nicht das Opfer muss geschützt werden, sondern der männliche Täter soll angeprangert werden. Schade taz.

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2 Gedanken zu „Leserbriefe

  1. Franklin

    Hallo Herr Rupp,

    ich finde Ihren Leserbrief lobenswert. Man kann die Öffentlichkeit nicht oft genug darauf hinweisen, dass die gängige Darstellung des Phänomens häusliche Gewalt – Mann Täter, Frau Opfer – im Kern sexistisch ist, dumpfe Vorurteile gegen Männer fördert und zudem nicht der Wahrheit entspricht. Man kann allerdings von einem Blatt wie der taz kaum eine objektive Darstellung dieses Sachverhalts erwarten.

    Um das Verbreiten von Halbwahrheiten und Falschinformationen durch die Medien zu bekämpfen, gilt es dicke Bretter zu bohren. Bei der taz aber ist das Brett ganz besonders dick.

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    1. Jörg Rupp

      doch, man kann auch von der taz objektive Berichterstattung einfordern. Und die taz ist für ne linke Zeitung in diesen Sachen sehr objektiv und zeigt die verschiedenen Sichtweisen. DAs Thema. ist in der konservativen und in der der linken Presse nicht gerade gut vermittelbar. Das ist grundsätzlich ein dickes Brett.

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