Massengrab Mittelmeer

Ich sitze heute morgen fassungslos vor dem PC und glaube nicht, was ich lesen muss. Heute ist der Geburtstag meines jüngsten Sohnes. Die Sonne scheint, es ist ein wenig kühl und später kommen lauter kleine Gäste. Es soll ein schöner Tag werden.

Die dpa meldet:

Rom (dpa) – Bei einem Schiffsunglück im Mittelmeer könnten bis zu 700 Flüchtlinge ums Leben gekommen sein. Ihr Boot kenterte nördlich der libyschen Küste, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa ohne Nennung von Quellen berichtete.

Dies ist die zweite Meldung, die ich wahrnehme dazu. 700 Flüchtlinge – das sind zwischenzeitlich rund 1200 Menschen, die alleine diese Woche auf ihrem Weg hierher nach Europa, jämmerlich ersoffen sind. Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben, vor Hunger, Krieg, Tod, Elend hierher zu flüchten, in teilweise völlig überfüllten Booten, den letzten Cent von Schlepperbanden aus ihnen heraus gepresst, die nicht viel mehr haben, als sie auf dem Leib tragen.

Es gab eine Operation namens „Mare Nostrum“, die im Mittelmeer binnen eines Jahres 130.000 Schutzsuchende gerettet hat. Die EU hat diese Aktion, die einigen europäischen Politikern wohl zu viele Menschen gerettet hat, eingestellt:

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sprach im Deutschen Bundestag[3] im September von einer „Brücke nach Europa“, deren Pfeiler er maßgeblich mit zum Einstürzen gebracht hat. Zusammen mit vier europäischen Amtskollegen hat sich de Maizière dafür stark gemacht, dass Mare Nostrum nicht europäisiert, sondern im Herbst 2014 durch die Operation Triton unter Leitung der europäischen Grenzschutzbehörde Frontex abgelöst wurde.

und

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat erneut davor gewarnt, mit einem Seenotrettungsdienst für Flüchtlinge im Mittelmeer Schleppern in die Hände zu spielen. „Man muss Schlepper bekämpfen und sie nicht dafür belohnen, dass sie Menschen unter schäbigsten Bedingungen nach Europa bringen wollen“, sagte de Maizière bei einem Treffen der Unions-Innenpolitiker in Bremen.

Die richtige Reaktion wäre es ja, legale Einreisemöglichkeiten nach Europa zu schaffen, ein Zuwanderungsgesetz, das auch Fluchtgründe abdeckt und Zuwanderung ermöglicht, das nicht vom Asylgesetz geprägt ist und Fluchtgründe akzeptiert wie zum Beispiel Zerstörung der Lebensgrundlagen vor Ort. Damit wäre den Schleppern die Lebensgrundlage entzogen.

Herr de Maiziere ist vorzuhalten, dass er, laut Pressemeldungen als treibende Kraft hinter der Abschottungspolitik Europas, Hilfeleistung unterlässt und sich damit möglicherweise des Totschlags schuldig macht.

Angesichts der neuerlichen Toten fordere ich den Rücktritt von Herrn De Maiziere als Innenminister und eine Strafverfolgung durch die Staatsanwaltschaft.

Wer zeigt ihn an?

Achso: hier gibt es eine Petition, die verlangt, dass er zurücktritt:

https://www.openpetition.de/petition/online/innenminister-thomas-de-maiziere-cdu-muss-entlassen-werden

Be the first to like.

4 Gedanken zu „Massengrab Mittelmeer

  1. Guenter Munz

    Hier will sich Herr Rupp mal wieder wichtig machen. Wir können nicht jeden Menschen aus Afrika aufnehmen. Diese Menschen sind kein Gewinn für unsere Gesellschaft.

    Antworten
    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      Herr Munz, danke für Ihre Aufmerksamkeit. Ich habe Sie bei FB geblockt, ich habe Ihnen in Mails geantwortet, nachdem Sie mich im Shitstorm persönlich beleidigt haben. Ich habe Ihnen geschrieben, dass ich keinen Kontakt zu Ihnen möchte. Sind Sie erwachsen genug, das zu akzeptieren?
      „Wichtig machen“? Ich zitiere Ihnen kurz die Wikipedia:

      Der oder das Blog [blɔg] oder auch Weblog [ˈwɛb.lɔg] (Wortkreuzung aus engl. Web und Log für Logbuch) ist ein auf einer Website geführtes und damit meist öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Web-Logger, kurz Blogger genannt, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert („postet“) oder Gedanken niederschreibt.

      Häufig ist ein Blog eine lange, chronologisch abwärts sortierte Liste von Einträgen, die in bestimmten Abständen umbrochen wird. Der Blogger steht als wesentlicher Autor über dem Inhalt, und häufig sind die Beiträge aus der Ich-Perspektive geschrieben. Das Blog bildet ein für Autor und Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu spezifischen Themen, je nach Professionalität bis in die Nähe einer Internet-Zeitung.

      Vielleicht verstehen Sie dann die Funktion dieses Blogs, das aus einem Wahlkapftagebuch her aus entstanden ist. ich schreibe hier meine Gedanken nieder. Lesen müssen Sie das nicht.
      Also, als letzte Bitte: verlassen Sie meine virtuellen „Wohnzimmer“.

      Antworten
      1. Günter Munz Stuttgart

        Ihre Gedanken machen Sie öffentlich und dann müssen Sie sich auch gefallen lassen, dass man Ihnen antwortet. Souverän sieht irgendwie anders aus.

        Antworten

Kommentar verfassen