Mein Fazit einer Debatte

In machen Diskussionen gibt es unvereinbare Positionen. Jede Seite hat ihre Meinung und lässt sich nur schwer oder gar nicht von der Gegenseite überzeugen. Das ist nicht weiter tragisch – solange beide Seiten die jeweils andere Meinung respektieren. Das setzt voraus, dass einigermaßen nachvollziehbare Argumente eingebracht werden. Und es setzt voraus, dass die Diskutanten dazu wenigstens im Ansatz bereit sind.

Mein etwas polemischer Artikel über die Verstöße bei Waffenkontrollen vom November hat knapp 200 Kommentare (meine eigenen Antworten inbegriffen) hervorgerufen. Es fühlten sich vorwiegend Waffenbesitzer (es gibt keinen Grund, das zu gendern, es war keine Waffenbesitzerin dabei) dazu berufen, mir zu antworten (und mich teilweise auch zu beschimpfen).

Die Fragen, die sich mir vor dem Einstellen des Artikel bewogen haben, bleiben dabei großteils ungeklärt. Neue Fragen sind aufgeworfen worden, auf die ich auch nicht zu 100% Antworten habe.

Schlimm finde ich, daran hätte ich vor dem Artikel nicht zu glauben gewagt, dass man tatsächlich meint, dass Tim K.’s Vater genügend bestraft wäre, weil sein Sohn tot ist und er von Winnenden wegziehen musste – daher keine Verurteilung mehr notwendig wäre. Ich finde schon, dass, wenn seine Schuld bewiesen werden kann, dass er seinem Sohn Zugang zu der Tatwaffe verschafft hat und ihm tatsächlich noch Munition in großer Menge gekauft hat, wie es z. B. hier nachzulesen ist), sollte er bestraft und verurteilt werden. Ob er dafür ins Gefängnis sollte, steht auf einem anderen Blatt, hier könnte man tatsächlich mit „genug gestraft“ argumentieren. Aber ich bin ja kein Strafrichter…

Ein bißchen lächerlich finde ich immer den Vergleich von Waffen mit Küchenmessern, Motorrädern oder Autos. natürlich könnte man auch mit einem Auto Amok laufen (bzw. fahren). Der Amoklauf mit Schusswaffen hat eine ganz andere Qualität – und das nicht nur für mich. Kaum anders ist die hohe Aufmerksamkeit zu erklären, die Amokläufe mit Schusswaffen nach sich ziehen. Das ist nicht wegzudiskutieren. Hier trägt für mich tatsächlich der Vewendungszweck schwerer. Waffen sind für mich nach wie vor keine Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Ich kann aber die Faszination des Schießens nachvollziehen. Täte ich es, würde es mir sicherlich auch Spaß machen. Aber ich find es für mich nicht angemessen, eine Waffe zum Sport ausüben zu benutzen. Und auch zum Jägertum habe ich ein zwiespältiges Verhältnis.

Ziemlich bescheuert unangemessen finde ich den Hinweis auf die illegalen Waffenbesitzer. Illegaler Waffenbesitz wird verfolgt und ist strafrechtlich bewehrt. Dass jemand, der illegitim eine Waffe in Besitz hat, wird sich überlicherweise auch nicht um die ordentliche Aufbewahrung kümmern. Darum gings ja auch gar nicht.

Sehr erschreckend finde ich auch, dass die Mehrheit der Waffenbesitzer offenbar keinen Zusammenhang zwischen dem (meiner Meinung nach) verantwortungslosen Umgang mit der Aufbewahrungspflicht durch den Vater des Amokläufers und den Pressemeldungen, die ja Anlass für den Artikel waren, sieht. Ich habe aber gelernt, dass mancher Verstoß tatsächlich mehr Aufmerksamkeit bekommt, als es notwendig wäre. Insofern wäre es wünschenswert, würden über diese Verstöße differenzierter berichtet. Dabei bleibt aber auch außen vor, dass die Kontrollen immer angekündigt waren.

Und hier ist eigentlich mein größter Knackpunkt: wenn ich in Sachen Überwachung im Zusammenhang mit Terrorakten gegen Rasterfahndung, gegen Nacktscanner, gegen Vorratsdatenspeicherung, gegen Überwachungskameras bin, also die Freiheit höher schätze als die Notwendigkeit des Schutzes, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als den Argumenten der Waffenbesitzer zu folgen, die sagen, dass die absolute Mehrzahl der Waffenbesitzer verantwortungsvoll mit ihren Waffen umgeht und sie korrekt aufbewahrt. Und genauso wenig, wie man für falsches Parken den Führerschein entzogen bekommen kann, muss auch im Waffenrecht bei leichten Verstößen die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben.

Es gibt Dinge im Waffenrecht, die ich geändert haben möchte. Dazu gehört die Ausnahmeregelung bei der Alterbeschränkung. Und dazu gehört eine schärfere Auslegung der Zuverlässigkeit. Und eine bessere Kontrolle. Nicht nur anlassbezogen. Das bringt der Umgang mit gefährlichen Gegenständen mit sich. Und das halte ich weiterhin für legitim. Ebenso finde ich – und das hat sich im Laufe der Debatte auch geändert – dass Waffen in Privathaushalten verbleiben können. Ich möchte das zwar nicht – das hat sich nicht geändert – aber das ist in diesem Fall nicht maßgeblich. Es ist auch kein Ziel mehr, das ich verfolge. Woran ich festhalte ist, dass Munition nicht an Privatpersonen ausgegeben werden sollte. Hier sollte eine Vergabe erfolgen, wie sie bspw. bei Medikamenten, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen, erfolgen. Ausgabestelle könnten die Schützenvereine sein, die für entsprechende sachkundige Personen zu sorgen haben. Das würde ich für angemessen halten.

Ich wünsche mir, dass sich Waffenbesitzer untereinander stärker kontrollieren, nicht wegschauen bei offensichtlichen Verstößen, wie beispielsweise der belegte Zugang Tim K.’s zu nicht altersgemäßen Waffen. Kein Mensch kann mir erzählen, dass das niemand mitgekriegt hat.

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9 Gedanken zu „Mein Fazit einer Debatte

  1. Matthias

    Hallo Herr Rupp,

    schön, daß die Saga weitergeht! Also:

    „Schlimm finde ich, daran hätte ich vor dem Artikel nicht zu glauben gewagt, dass man tatsächlich meint, dass Tim K.’s Vater genügend bestraft wäre, weil sein Sohn tot ist und er von Winnenden wegziehen musste – daher keine Verurteilung mehr notwendig wäre. Ich finde schon, dass, wenn seine Schuld bewiesen werden kann, dass er seinem Sohn Zugang zu der Tatwaffe verschafft hat und ihm tatsächlich noch Munition in großer Menge gekauft hat, wie es z. B. hier nachzulesen ist), sollte er bestraft und verurteilt werden. Ob er dafür ins Gefängnis sollte, steht auf einem anderen Blatt, hier könnte man tatsächlich mit “genug gestraft” argumentieren. Aber ich bin ja kein Strafrichter…“

    Dazu einen Kommentar, für den ich -interessanterweise- von Waffenhassern in der Vergangenheit kritisiert wurde (Man sieht also, dumme gibt’s auf beiden Seiten):
    Ich finde es unverantwortlich eine Waffe mirnichts dirnichts herumliegen zu lassen. Im Minimum hat eine Verurteilung auf Grundlage des WaffG 2008 stattzufinden. Sollte nachgewiesen werden, daß der Vater vom desolaten Zustand seines Sohnes gewusst hat, so ist der Vater mindestens im Bereich der fahrlässigen Tötung zu verurteilen.
    Diese Meinung teile ich und viele andere Waffenbesitzer, mit denen ich gesprochen habe.

    „Ein bißchen lächerlich finde ich immer den Vergleich von Waffen mit Küchenmessern, Motorrädern oder Autos. natürlich könnte man auch mit einem Auto Amok laufen (bzw. fahren). Der Amoklauf mit Schusswaffen hat eine ganz andere Qualität – und das nicht nur für mich. Kaum anders ist die hohe Aufmerksamkeit zu erklären, die Amokläufe mit Schusswaffen nach sich ziehen. Das ist nicht wegzudiskutieren. “

    Die Medien brauchen EInschaltquoten. Also stilisiert man ein Thema hoch. Das ist nichts neues (Schweinegrippe, Schneechaos oder wissen sie noch die VOGELGRIPPE!!! 😉 ).
    Tatsache ist, daß eine Schußwaffe nicht gefährlicher ist als ein Auto, wenn sie in den richtigen Händen liegt. In den falschen Händen ist eine SW genauso gefährlich wie ein Auto, daß von einem Besoffenen gefahren wird.
    So ist das nunmal. Der Mensch entscheidet, nicht der Gegenstand- Ich bitte sie dies endlich einmal wenigstens in Betracht zu ziehen.

    „Hier trägt für mich tatsächlich der Vewendungszweck schwerer. Waffen sind für mich nach wie vor keine Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Ich kann aber die Faszination des Schießens nachvollziehen. Täte ich es, würde es mir sicherlich auch Spaß machen. Aber ich find es für mich nicht angemessen, eine Waffe zum Sport ausüben zu benutzen. Und auch zum Jägertum habe ich ein zwiespältiges Verhältnis.“

    Ich wiederhole es nocheinmal. Eine Schußwaffe ist zum Schießen gemacht, nicht mehr. Damit kann man sich dann verteidigen, angreifen, sportschießen oder jagen gehen. Auch das Sammeln ist eine interessante Sache, wenngleich dies meist nicht mit einer Schußabgabe einher geht…
    ALso stehts doch 4 zu 1. Vier gesellschaftlich anerkannte Formen eine SW zu gebrauchen und 1 nicht anerkannte.
    Nehmen wir einen Hammer: Nutzen: Gegenständen ein gerichtetes Bewegungsmoment zukommenn lassen. Gefahr: Schädel einschlagen.
    Und nun? 1 zu 1. Verbieten wir nun Hämmer oder haben Angst davor? Nein!? Sollten wir aber, denn die meisten Personen werden mit *trommelwirbel* Gegenständen des täglichen Gebrauchs umgebracht.
    Wenn sie meinen Sportschießen würde ihnen Spaß machen, so verstehe ich den Ekel davor nicht. Hauen sie rein und toben sie sich in einem facettenreichen und anspruchsvollen Sport aus- so lange es ihn noch gibt….

    „Ziemlich bescheuert unangemessen finde ich den Hinweis auf die illegalen Waffenbesitzer. Illegaler Waffenbesitz wird verfolgt und ist strafrechtlich bewehrt. Dass jemand, der illegitim eine Waffe in Besitz hat, wird sich überlicherweise auch nicht um die ordentliche Aufbewahrung kümmern. Darum gings ja auch gar nicht.“

    Und? Macht das die Sache besser, daß man die illegalen Waffenbesitzer und Kriminellen per WaffG nicht erwischt?
    Wohl kaum. Ersatzweise den legalen Waffenbesitzern eins reinzuwürgen zeugt nur davor Angst zu haben zugeben zu müssen, daß die Polizei in unserem Land mittlerweile arg untermotorisiert ist.

    „Sehr erschreckend finde ich auch, dass die Mehrheit der Waffenbesitzer offenbar keinen Zusammenhang zwischen dem (meiner Meinung nach) verantwortungslosen Umgang mit der Aufbewahrungspflicht durch den Vater des Amokläufers und den Pressemeldungen, die ja Anlass für den Artikel waren, sieht. Ich habe aber gelernt, dass mancher Verstoß tatsächlich mehr Aufmerksamkeit bekommt, als es notwendig wäre. Insofern wäre es wünschenswert, würden über diese Verstöße differenzierter berichtet. Dabei bleibt aber auch außen vor, dass die Kontrollen immer angekündigt waren.“

    Zum ersten Punkt siehe oben: Die Aufbewahrung war auf gut Deutsch „für den Arsch“!
    Zum zweiten Punkt: Da stimme ich zu. Es wird ja auch nicht viel Wind um die 4000-5000 Verkehrstoten jedes Jahr gemacht. Vielleicht etwas provokativ, doch ich denke, daß sie wissen, was ich meine.

    „Und hier ist eigentlich mein größter Knackpunkt: wenn ich in Sachen Überwachung im Zusammenhang mit Terrorakten gegen Rasterfahndung, gegen Nacktscanner, gegen Vorratsdatenspeicherung, gegen Überwachungskameras bin, also die Freiheit höher schätze als die Notwendigkeit des Schutzes, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als den Argumenten der Waffenbesitzer zu folgen, die sagen, dass die absolute Mehrzahl der Waffenbesitzer verantwortungsvoll mit ihren Waffen umgeht und sie korrekt aufbewahrt. Und genauso wenig, wie man für falsches Parken den Führerschein entzogen bekommen kann, muss auch im Waffenrecht bei leichten Verstößen die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben.“

    Eben. Wie sie es selbst sagten: Verhältnismäßigkeit ist das maß aller Dinge in einem Rechtsstaat.

    „Es gibt Dinge im Waffenrecht, die ich geändert haben möchte. Dazu gehört die Ausnahmeregelung bei der Alterbeschränkung.“

    Wieso das? Wie soll der Schießsport sonst Nachwuchs gewinnen? Oder ist das vielleicht sogar ihr Plan?

    „Und dazu gehört eine schärfere Auslegung der Zuverlässigkeit. Und eine bessere Kontrolle. Nicht nur anlassbezogen. Das bringt der Umgang mit gefährlichen Gegenständen mit sich.“

    Dann würde ich gerne bei ihnen Kontrollieren, daß ihr Autoschlüssel sicher verwahrt ist, so daß keines ihrer Kinder daran gelangen kann. Wenn wäre es ihnen denn genehm? Nächste Woche vielleicht?
    Ich denke sie sehen gerade, daß das Recht auf unverletzlichkeit der Wohnung ein hohes Gut ist. Warum an in dem Falle zuverlässige Waffenbesitzer schlechter stellt als Verbrecher ist mir ein Rätsel… Wie war das noch mit dem Generalverdacht?

    „Und das halte ich weiterhin für legitim. Ebenso finde ich – und das hat sich im Laufe der Debatte auch geändert – dass Waffen in Privathaushalten verbleiben können. Ich möchte das zwar nicht – das hat sich nicht geändert – aber das ist in diesem Fall nicht maßgeblich. Es ist auch kein Ziel mehr, das ich verfolge. Woran ich festhalte ist, dass Munition nicht an Privatpersonen ausgegeben werden sollte. Hier sollte eine Vergabe erfolgen, wie sie bspw. bei Medikamenten, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen, erfolgen. Ausgabestelle könnten die Schützenvereine sein, die für entsprechende sachkundige Personen zu sorgen haben. Das würde ich für angemessen halten.“

    Ebenfalls unsinnig. Die von ihnen als „sachkundig“ bezeichneten Personen finden sie bereits in jedem Waffenbesitzer und genausowenig, wie jemand auf die Idee kommen würde ihnen Sprit nur auf der Tanke einzufüllen -um dann auf der Tankstelle umherzufahren- ist es auch unsinnig dies von Waffenbesitzern zu fordern. Die Kosten für dieses Vorgehen wären enorm, die Lagerkapazitäten für einen SV wie die auf meinem Stand ansässigen (600 Mitglieder) wären immens und würden weder eine ordentliche Ausführung des Wettkampfsports, noch einen ordentlichen Schießbetrieb möglich machen.
    hier sollten wir alle die Kirche im Dorf lassen, denn letztlich handelt es sich bei Waffenbesitzern nicht um Verbrecher, denen man jede Patrone einzeln vorzählen muß um sie anschließend wieder einzusacken.
    Stichwort: Verhältnismäßigkeit.

    „Ich wünsche mir, dass sich Waffenbesitzer untereinander stärker kontrollieren, nicht wegschauen bei offensichtlichen Verstößen, wie beispielsweise der belegte Zugang Tim K.’s zu nicht altersgemäßen Waffen.“

    Da kann ich ihnen nicht folgen. Was meinen sie genau mit „nicht altersgemäßen Waffen“?

    „Kein Mensch kann mir erzählen, dass das niemand mitgekriegt hat.“

    Ein gutes Schlußwort, daß mich auf den Kern der Sache bringt:
    Waffen sind NICHT der Kern der Sache.
    Auf Couterstrike nicht.
    Auch FIlme oder Musik nicht.

    Die Frage ist und bleibt, wie jemand derart missachtet und isoliert werde konnte, daß niemand es mitbekommen hat, daß diese Person -von langer Hand an geplant- sich darauf vorbereitete einen Massenmord zu begehen.
    WIE kann soetwas sein? Ist unsere Gesellschaft schon so neben der Spur? Kümmern wir uns so wenig umeinander? Anscheinend ja, denn dann hätten wird nicht die elenden Verbotsdiskussionen um ein Hobby, dan dem ca. 1,5 Millionen Menschen etwas liegt Wäre unsere Gesellschaft nicht so desolat, dann würde man ein bisschen mehr Respekt vor anderen Leuten haben und somit nicht Verlierer wie Tim Kretschmer, Robert Steinhäuser oder Bastian Bosse produzieren.
    Aber man prügelt lieber drauf los, egal was es ist. Irgendweg kommt ja schließlich immer dran. Gestern die Raucher, heute die Sportschützen morgen die Motorradfahrer. Und was bringt’s? Nichts.
    Da sie sich ja beklagen beschimpft worden zu sein, will ich ihnen einen kurzen Auszug aus verschiedenen Konversationen mit Waffengegnern zitieren (sinngemäß):

    – „Das braucht kein Mensch.“
    – „Waffen sind nur zum Töten da.“
    – „Und dann kann man Leute erschießen!?“ (Nachdem ich den langwierigen Prozess zu einer WBK beschrieb)
    – „Und denk daran: Nicht so viel ballern, das macht dumm.“

    usw. usf. Das Meiste habe ich verdrängt, da es einfach zu „grausam“ ist um wahr zu sein.

    Und nun meine Frage: WAS gedenken sie zu tun um unserer respeklosen Gesellschaft wieder ein Gesicht zugeben?
    Was gedenken sie zu tun, damit Menschen zur Freiheit stehen und nicht mißgünstig zum Nachbarn gucken um zu überlegen, was man ihm verbieten könnte?
    Wie stellen sie sich die Zukunft in einer Verbotsgesellschaft vor? Wollen sie wirklich in solch einer Welt leben?? Ich nicht.

    In diesem Sinne wünsche ich noch einen schönen Rest-Sonntag!

    Antworten
    1. joerg

      ich will gar nicht mehr auf alles eingehen, das hab ich ja schon mehrfach an anderer Stelle. Aber eines noch: nein, ich habe kein Interesse daran, dass Schützenvereine keinen Nachwuchs mehr finden. Verantwortungsvollen Nachwuchs natürlich. Und deshalb habe ich gestern, als der Schützenverein bei uns im Dorf Papier eingesammelt hat, mein Altpapier auf die Straße gestellt.

      Antworten
      1. Matthias

        „nein, ich habe kein Interesse daran, dass Schützenvereine keinen Nachwuchs mehr finden. Verantwortungsvollen Nachwuchs natürlich.
        Und deshalb habe ich gestern, als der Schützenverein bei uns im Dorf Papier eingesammelt hat, mein Altpapier auf die Straße gestellt.“

        ???? Was hat das eine denn mit dem anderen zu tun?

        Antworten
        1. joerg

          weil ich konsequenterweise, wäre ich gegen die Nachwuchsarbeit der Schützenvereine, ich das Papier in meine grüne Tonne werfen würde. Damit dieser Schützenverein kein Geld für mein Papier bekommt. Das ist genauso, wie ich nicht bei ALDI, LIDL, Schlecker und Konsorten einkaufe.

          Antworten
  2. Greenhawker

    Hallo Her Schrozberg,

    wenn sie diese Zustände wollen, gebe ich ihnen die Empfehlung nach GB oder China auszuwandern.
    Wie es Ihnen dann ergangen ist können Sie ja dann hier berichten, falls Sie es überleben.
    Wenn jemand als Pazifist ohne Waffen leben möchte, von mir aus gerne.
    Aber ich möchte so nicht leben, und lasse es mir von Ihnen auch nicht vorschreiben.

    Antworten
  3. Christian Stahl

    Nun breche ich doch meine Vorsätze.
    Zuerst möchte ich mich bei Ihnen Herr Rupp für die Beleidigungen in meinem letzten Beitrag entschuldigen. Ich hoffe aber, daß Sie verstehen, daß wenn man in verschiedensten Foren oder Blogs, z.B. Spiegel-Online, teilweise als ein impotenter, schiesswütiger Irrer bezeichnet wird, der seine Waffen als Schwanzverlängerung braucht, einem irgendwann mal die Hutschnur platzen kann.
    Nun aber wieder zum Thema. Als ich schrieb, daß der Vater vonTim schon genug bestraft worden wäre, habe ich es so gemeint, wie Sie geschrieben haben. Nämlich, daß er zwar wegen Verstosses gegen das Waffengesetz mit einer Geldstrafe belangt werden sollte, aber daß er wie es viele Waffengegner fordern, wegen fahrlässiger Tötung ins Gefängnis geschickt werden sollte, finde ich nicht angemessen. Ich glaube auch nicht, daß er vorsätzlich seinem Sohn die Tatwaffe verschaft hat. Ich habe zwar keine Kinder, aber er hat wohl nur das getan, was jeder Vater getan hätte. Er hat seinem Sohn vertraut. Tims Vater hat doch nicht im Traum daran gedacht, daß sein fast volljähriger Sohn die Pistole sammt Munition nimmt, um damit 15 Menschen umzubringen. Sie haben selber Kinder Herr Rupp. Würden Sie es einem Ihrer Kinder zutrauen, daß es Molotow-Cocktails oder Rohrbomben baut, um damit Mitschüler und Lehrer umzubringen?
    Zu Ihrem obigen Text.
    Sie bezeichnen 1000 Schuss als eine grosse Menge Munition. Das ist relativ. Wenn ich mir 9mm Munition kaufe ist das auch entweder im 1000er oder 2000er Pack. Grund dafür ist der Preis der billiger wird. Aber auch das Produktionslos. Man kann somit nämlich sicher sein, das jeder Schuss mit dem gleichen Pulver und dem gleichen Geschoss geladen wurde. Somit schliesst man aus, daß sich die Trefferlage je nach Packung ändert. Daher ist es auch nicht möglich, Munition nur im Schützenverein auszugeben. Eine Waffe ist ein hoch komplexes Sportgerät und beim Schiessen kommt es auf die optimale Waffen-Munition-Schützen-Kombination an. Zwei Waffen desselben Typs können mit derselben Muniton völlig unterschiedlich genau schiessen. Genauso verhält es sich bei einer Waffe und zwei unterschiedlichen Munitionssorten. Meine Desert Eagle in .44 Magnum z.B. funktioniert mit Magtech oder S&B Fabrikmunition nicht zuverlässig. Mit Remington HV Muniton habe ich einen unmöglichen Haltepunkt. Nur mit der Handladung eines Freundes habe ich hohe Präzision mit einem Haltepunkt der „Spiegel aufgesetzt“ heisst. Bei mir fangen demnächst wieder die Bezirksmeisterschaften an. Dort starte ich mit fünf Kurzwaffendisziplinen, was im Vergleich zu anderen recht wenige sind. Aber für diesen Tag brauche ich 200 Schuss allein für den Wettkampf und nochmal mindestens 25 für die Probe. Weiterhin sind das vier verschiedene Munitionssorten. Wie soll es nun der Veranstalter logistisch schaffenfür einige hundert Schützen mehrer 10000 Schuss von jeder Marke und Sorte bereitzustellen? Und was passiert eigentlich mit den Wiederladern?
    Sie schreiben desweiteren, daß man mit einem Auto Amok fahren könnte. Ich sage man könnte nicht nur, sondern man kann, wie alle in Holland gesehen haben.
    Für Sie ist eine Waffe kein Gegenstand des täglichen Gebrauchs. Für mich aber schon. Genauso wie ein Tennisschläger für einen Tennisspieler ein Gegenstand des täglichen Gebrauchs ist.
    Sie hätten es gerne, wenn differenzierter berichtet werden würde. Ich auch. Das Problem ist aber, dasß die meisten Reporter und Schreiberlinge keine Ahnung davon habe, was sie da so schreiben. Da werden schnell mal grundlegende Begriffe wie Waffenschein und Waffenbesitzkarte vertauscht.
    Ihrer Meinung nach sollte auch im Waffenrecht bei leichten Verstössen die Verhältnismässigkeit gewahrt bleiben. Auch da sind wir uns einig. Nur ist dies leider nicht der Fall. Oder finden Sie es verhältnismässig, wenn mann mir meine Waffen für fünf Jahre wegnimmt, wenn ich öfters mal falsch parke oder über ein Stopschild fahre? Daher denke ich auch, daß eine schärfere Auslegung der Zuverlässigkeit nicht nötig ist. Aus diesem Grund werde ich auch nie einen meiner Schützenkameraden kontrollieren. Jedesmal wenn ich auf einen Stand gehe um zu schiessen, vertraue ich diesen Menschen quasi mein Leben an. Ich weiss nämlich, daß keiner von ihnen mit seiner Waffe Dummheiten anstellt. Wenn ich dieses Vertrauen einmal nicht mehr haben sollte, kann ich mit meinem Hobby aufhören.
    Auch Ihre letzte Behauptung kann ich widerlegen. In unserem Verein gab es ein Mitglied, das immer auf die Sportordnung und die Gesetze gepocht hat. Nun fand man nach dessen überraschendem Tod nicht registrierte und nicht erlaubte Waffen in der Wohnung. Nieman im Verein hat das mitbekommen oder nur geahnt.
    Abschliessend möchte ich sagen, daß ich es bewundere, daß Sie Argument der „Gegenseite“ akzeptieren, darüber nachdenken und auch annehmen. Ich habe leider schon andere Parteikollegen von IIhnen erlebt, die im Bezug auf Verschärfung des Waffengesetzes keine ander Meinung hören wollten und sogar das Wort „Zwangsenteignung“ verwendet haben.
    Ich hoffe daß Sie meine Entschuldigung vom Anfang annehmen.
    Mit freundlichen Grüssen
    Christian Stahl

    Antworten
    1. Matthias

      Schöner Beitrag. Anzumerken sei bezüglich der Munition noch, daß Sie auf den gleichen Trick wie ich hereingefallen sind.
      Ich meine: WIR müssen uns für die Forderung weiterhin Munition besitzen zu können weder rechtfertigen, noch schämen.
      Die Gegenseite jedoch muß stichhaltige Fakten bringen, die BEWEISEN, daß eine solche Regelung (Verbot von Munition zu Hause) eine unverhältnismäßig große Gefahr wirksam abwenden kann. Und genau das ist nicht der Fall.
      Bleibt mir nur wieder darauf hinzuweise,. daß wir in einem Rechtsstaat leben, in dem VERBOTE BEGRÜNDET werden müssen und nicht Freiheiten.

      Viel Spaß und Erfolg noch mit der Desert Eagle! In 44 gefällt sie mir persönlich auch besser als in 50! 😉

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