Nokargida am 14.04

Am heutigen Abend sind wir zum siebten mal gegen Kargida auf die Straße gegangen.

Es hat schön begonnen – Sonnenschein, Außentemperaturen von über 20° – und ein gut gefüllter Stephanplatz ab 16:00 Uhr zur angekündigten Mahnwache. Es fanden sich hier schon über 100 Leute ein – und mit gut 50 Leuten mehr hätten wir den Platz nicht räumen müssen – sondern uns wegtragen lassen. Lobenswert die Teilnahme von ca. 40 Leuten vom Staatstheater, die eigens dazu gekommen sind. Wären noch 30 Grüne, 30 SPDler, 30 Linke und 30 Gewerkschaftler dagewesen  – wer weiß, was hätte passieren können heute…

2015-04-14 17.47.27

 

So sind wir nach der letzten Aufforderung, den Platz freizumachen, in Ruhe, friedlich – aber nicht allzu schnell, vom Platz gegangen.

Nach kurzer Pause besetzten wir dann die Kreuzung Amalienstraße/Karlstraße,  und gaben sie vorerst nicht mehr frei. ‚Kargida musste den umgekehrten Weg laufen – warum auch immer die Stadt ihr einen längeren Spaziergang als bisher genehmigt hatte. So liefen sie Wohnstraßen entlang – und die Polizei sorgte am Ende dafür, dass sie auch über unsere Kreuzung gehen konnten.

In einem brutalen Polizeieinsatz, der durch nichts gerechtfertigt war, drängten sie die Blockade zurück. Mit Gewalt drängten Stoßtrupps in die Menge hinein,

so dicht stand die Menge, in die Polizei hineingestürmt ist

die anderen Polizisten schoben die Blockade vor sich her. Obwohl es Alternativrouten für die #Kargida gegeben hätte, setzte man eine Route für die Nazis durch und nahm in Kauf, dass friedliche Gegendemonstrant_innen verletzt wurden – was auch geschehen ist. Wie ich erfuhr ist eine zerknüllte Plastikflasche von den Gegendemonstranten in Richtung Spaziergang geworfen worden und später flog auch ein Stein (etwas abseits). Nicht okay, vor allem der Stein.

Hier kann man sehen, wie einer der Vorstöße ablief – anlasslose Gewalt:

Sehr viele normale Leute, die teilweise mit Kindern da waren, waren völlig entsetzt über das Vorgehen der Polizei. Den Nazis wurde der Weg freigeräumt – und das, obwohl sie deutlicher als jemals zuvor, auch eindeutige Parolen brüllten:

Die Gruppe aus dem rechten Spektrum sorgte bereits bei Krawallen von Hooligans und Rechtsextremen in Köln im Oktober 2014 für negative Schlagzeilen (HoGeSa). Die Gruppe aus Pforzheim – unter anderem erkennbar an Shirts und Fahnen – rief immer wieder: „Unsere Fahnen, unser Land – nationaler Widerstand.“ Slogans wie sie auch von klassischen Neonazi-Aufmärschen bekannt sind.

 

Offenbar wurden Anweisungen des Anmelders der Pegida-Demos, dies zu unterlassen, ignoriert. Er ist wohl nur noch eine Marionette der Rechtsextremen.

Insgesamt waren wir sicherlich 500 Leute heute Abend, und Pegida höchstens noch 100. Wir werden mehr, die weniger.

Wie wir erfahren konnten, kam die Anweisung, die Strecke freizuprügeln, aus dem Ordnungsamt. Morgen ist treffen mit dem OB Mentrup – mal sehen, was er dazu sagt, dass seine Behörde für unnötige gewalttätige Aktionen der Polizei gegen die friedliche Karlsruher Bevölkerung sorgt – und wie das ganze zu seinen letzten Äußerungen in Sachen Pegida passen soll.

 

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