Rauchverbot – Nannyhaft? – verfehlte Kritik!

Julia Seeliger, bekannte Bloggerin, ärgert sich ein wenig über die Partei, der sie selbst angehört. Grund sind unter andrem das Engagement der bayrischen GRÜNEN für den erfolgreich abgeschlossenen Volksentscheid für den über das Rauchverbot Nichtraucherschutz. Dabei geht sie, gerne provozierend, ein Stückchen zu weit. Während die Presse wie Spiegel Online und andere darüber spekulieren, ob sich andere Bundesländer ein Beispiel nehmen, ätzt sie in ihrem blog:

Dieter Janecek, grüner Vorsitzender in Bayern : Wenn der #Volksentscheid heute erfolgreich ist, wirds Zeit für konsequenten #Nichtraucherschutz in ganz Deutschland. Auf gehts!

Julie Seeliger dazu Heute morgen bei Facebook sprach er schon von ganz Europa. Und morgen dann .. nun ja.

Bei allem was recht ist. Aber beim Nichtraucherschutz geht es nicht um staatliche Verfolgung von Minderheiten. Ich hab selbst lange Jahre geraucht, unvernünftig viel und auch in Gegenwart meiner Kinder. Typische Suchtverhalten. Uneinsichtig.  Aber hier einen Bogen zu spannen zu alten Naziliedern ist nicht nur unanständig, sondern auch unpassend, und  sollte eigentlich zu einer Entschuldigung der Journalistin Seeliger führen. Nichts in der Zeit gerafft, würde ich da sagen.

Denn es geht tatsächlich um Nichtraucherschutz. Ich selbst bin froh, nicht mehr passiv rauchen zu müssen, wenn ich in einer Kneipe bin. Und überall dort,wo Rauchen erlaubt ist, erlebe ich Menschen, die rücksichtlos auch in der größten Menschenmenge sich ne Fluppe anzünden. Kinder daneben, egal. Nichtraucher. Auch egal. Sagt man auf eigentlich rauchfreien Bahnhöfen was, wird man im besten Falle noch blöd angeguckt, die Wahrscheinlichkeit, dass man dumm angemacht wird, ist noch größer. Raucher scheren sich selten um die Auswirkungen des Passivrauchens ihrer Zeitgenossen und da hier die Einsicht fehlt, kann das nur ein Verbot richten. Und da Gesundheit und -schutz schon immer grünes Thema waren, ist das Engagement der bayrischen GRÜNEN nur zu verständlich.

Das Seeliger dann daraus noch uns gRÜNE zu Nannies schreiben will – also Kindermädchen – oder zu grünen Spießer, passt gut ins Bild der schäumenden Raucherin, wie ich sie oft an Bahnhöfen oder in Menschenmengen antreffe.

Eine Verschwörung der Realo-Spießer (“Achse Janecek-Künast”) dürfte das aber nicht sein. Wäre auch Unsinn, wo ist die Anschlussfähigkeit, andere Parteien sind beim Rauchen ja nicht so radikal. Es ist wohl eher eine tiefsitzende Einstellung des “Ich kann es besser und helfe deinem schwachen Fleisch mit einem Verbot”. Was mehr und mehr nervt.

Tja, ich bin generell gegen Verbote, setze mich gegen Netzsperern ein oder gegen Alkoholverbote auf öffentlichen Plätzen. Aber hier gehts um mehr. Hier geht es um eine Sucht nach der Droge Nikotin, die so weit verbreitet ist war, dass noch letztes Jahr weltweit 6 Millionen Menschen an den Folgen gestorben sind, in Deutschland 140.000, das sind mehr als 380 pro Tag, mehr als 3300 jährlich sterben an den Folgen des Passivrauchens. (Quelle: Focus) – also durch die Rücksichtslosigkeit der Raucher.

Jede/r RaucherIn soll rauchen dürfen – da wo er niemanden anderen damit belästigt. In Raucherzelten vor Kneipen,bei Wind und Wetter und Affenkälte, auf Balkonen, da, wo keine Menschenmengen sind. Bitte. Wer’s braucht und gerne schlecht riecht. Aber aus aktiven Nichtrauchern, die sich gegen die Vergiftung durch andere wehren, Spießer machen und damit Rauchen als irgendwas geartetes „Cooles“ zu machen – das traut sich ja noch nicht einmal mehr die Tabakindustrie seit der Schadensersatzklage des Marlboro-Mannes. Julia – #fail!

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3 Gedanken zu „Rauchverbot – Nannyhaft? – verfehlte Kritik!

  1. Adil Oyan

    Toleranz ist, das Bedürfnis des Nichtrauchers nach Rauchfreiheit zu respektieren. Schade, dass dies erst per Gesetz angeordnet werden musste.

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  2. Andre

    Es geht hier meiner Meinung nach nicht um den Verbot einer Droge, sondern um das Vermeiden von Tötung anderer Menschen – ja herbeigeführte Krankheit durch jahrelanges passiv Rauchen sehe ich als Tötungsdelikt seitens der Raucher an. Ein guter Bekannter von mir hat sein Leben lang nicht geraucht, war Tätig in der Gastronomie – Lungenkrebs, Folgen des Passivrauchen.

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