Signale aus der Schweiz

Den Teilnehmern der Reintegrationsmaßnahmen, in denen ich unterrichte und die ich betreue, empfehle ich meist, im Praktikum bzw. am neuen Arbeitplatz sich wohlweislich bei Diskussionen unter KollegInnen zu Themen wie Politik, Fußball und Religion vorerst zurückzuhalten. Weil man weiß, da gehts oft emotional zu – ich halte Emotionalität übrigens für keinen grundlegenden Fehler – und man schießt sich als neue/r KollegIn leicht schnell ins Aus – und wieder aus dem Job.

Minarettverbot…

Völlig isoliert betrachtet könnte man tatsächlich sagen – ein Anfang – wenn denn gleichzeitig Kirchenglockengeläute und Kirchenturmbau hätte verboten werden sollen. Dem war aber nicht so. Statt dessen wurde einseitig etwas verboten, was vermutlich einfach mit fremd/falsch verbunden wurde. Gleichzeitig war es ein Trittbrettfahren auf dem Zug derjenigen, die Muslime gerne automatisiert als Islamisten/Terroristen gleichsetzen – eine auch in Deutschland gerne kommunizierte, aber trotzdem falsche Verbindung. Kopftuchträgerinnen sind sowieso politisch islamistisch und wenn das nicht, dann muss man sie vor der Unterdrückung retten. Letztendlich bleibt das Bild , und wird weiter transportiert, einer mittelalterlichen Religion, deren Anhänger rückständig und brutal sind – und daher auf keinen Fall Toleranz verdient hätten. Vor allem, da ja in der Türkei keine Kirchen gebaut werden dürfen – gerne zitiertes Argument.

Nicht umsonst geht die Hetze jetzt (nicht nur) in den Niederlanden weiter und es gibt genügend Leute hier in Deutschland, die sich klammheimlich freuen – nicht nur aus der rechten Ecke.

Das Ergebnis dieses Volksentscheids zeigt für mich nicht, dass Volksentscheide gefährlich sind und die Menschen/Bürger eines Landes bewiesenermaßen nicht reif genug, damit umzugehen. Es zeigt mir vor allem dass man Botschaften nicht unterschätzen darf und sich auch nicht auf Umfragen verlassen sollte. Man muss den Menschen klar machen, über was sie abstimmen. Wer chauvinistischen Männern den Stinkfinger zeigen möchte, darf das nicht tun, indem er/sie gegen die gemeinsame Religion der Menschen votiert, sondern muss dafr sorgen, dass Unterdrückung – auch in unserer Gesellschaft ja auch noch nicht überwunden – aufhört und sich die Menschen aus der Unterdrückung befreien. So ging ein fatales Signal aus der Schweiz in die Welt – das Signal wetlicher – und wohl in weiten Teilen der Welt vorurteilsbehaftet – christlicher Intoleranz. Was dsa für den Dialog der Religionen bedeuten mag, ist derzeit nicht abzusehen – folgen ähnliche Entscheidungen in anderen Ländern der EU wie den Niederlanden – dann bedeutet das sicherlich nichts Gutes.

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