Sonntagsspaziergang

Hier steht ja fast nichts mehr persönliches, ist mir heute aufgefallen. Da passt es ja, dass ich heute morgen mit meinen beiden kleinen Söhnen einen kleinen Sonntagmorgenausflug gemacht habe. Da der jüngere grade mal dreieinhalb Jahre alt ist, musste die Strecke also leicht bewältigbar sein.

Also fuhren wir auf den Spuren meiner eigenen Kindheit nach Ettlingen – und gingen zum Bismarckturm, einem Wahrzeichen meiner Heimatstadt.

Der Weg war am Anfag etwas steil, aber auch für den Kleinen gut zu bewältigen. Voraus mit dem großen Bruder, auf der Suche nach dem ersten Wanderstock vom Waldrand. Am Ettlinger Hochwasserbehälter vorbei,

an abgebrochenen Bäumen und geheimnisvollen Baumstämmen im Wald vorbei gelangten wir nach ca. 30 Minuten Wanderung am Turm an. Dazwischen gab es Überlegungen und Beschreibungen, wieviel jetzt wohl 2000 cbm Wasser sind, ob es Ritter im Wald gäbe, die Kinder für sich mitnähmen, ob es wohl Bombentrichter im Wald gibt und so weiter. Auch „Papa, ich find das doof, das Leute hier den Wald absperren dürfen – ja, wer hat wohl relativ unbewirtschafteten Grundbesitz im Wald über Ettlingen?

Die Kinder mal voraus, mal hinterher, mal auf, mal neben dem Weg. Und der Kleine eher an der Hand.

Am Ziel angekommen werden wir mit einem Blick über Ettlingen und das Rheintal belohnt – vor allem der Dreijährige freut sich über Weitblick bis nach Hause nach Malsch.

 

 

Leider werden wir auch mit den Hinterlassenschaften einer Silvesterfeier konfrontiert. Obwohl es auch dort mitten im Wald einen Mülleimer gibt, liegen Flaschen, Böllerreste und Kronkorken rum – 4 Meter und sich zweimal bücken wären notwendig gewesen, um die Sauererei wegzumachen. Da versteht man manchmal, dass solche Orte, der hier wurde bis  in die 70er Jahre von Karlsruher Studenten für Sonnenwendfeiern genutzt, für Feste gesperrt werden.

Dann erstmal geschmierte Brote, Tee (Pfefferminz- und Schwarztee gemischt, wie es früher immer meine Mutter gemacht hatte) und Obst – wobei es die beiden keine 5 Minuten ruhig hielt und die Kletterbäume riefen.

Der Hügel musste erklommen werden – unter ständigem Kirchengeläut der Herz-Jesu-Kirche, das selbst hier im Wald, eine gehörige Strecke von der Stadt weg, ganz schön laut war. Fast pünktlich um 10 Uhr endete es – um kurz danach vom Geläut der nächsten Kirche abgelöst zu werden. Manchmal bin ich froh, nicht mehr mitten in der Stadt zu wohnen.

 

 

Dann ging es auch schon wieder zurück – den Zick-Zack-Weg entlang, wie wir früher immer sagten, der sich in Schlangenlinien vom Bismarckturm in Richtung Vogelsang schlängelt. Für mich, den alten Vater und den kleinen Bruder, den Weg entlang, für den Achtjährigen Abenteurer dann natürlich mitten druch den Wald – Stufen sind langeweilig, auch wenn sie alt, aus Holz und ziemlich glitischig sind.

Bei Oma und Opa wärmten wir uns dann auf, besuchten den Cousin, halfen Tante und Großeltern, den ausgedienten Weihnachtsbaum zur Sammelstelle zu bringen – um dann mit vielen neuen Eindrücken, einem mitten im Wald gefundenen Silvesterraketenstab (den die Mama für ihre Ergotherapie-Praxis benötigt), zwei neuen Wanderstöcken und zwei Hosen, die dringend eine Waschmaschine nötig haben, wieder nach Hause zu fahren. „Papa, sieht man den Turm auch von Malsch?“

 

 

 

 

 

 

 

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