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Ester Seitz‘ letzte Demo in Karlsruhe?

Nachdem ich mich vor einem halben Jahr von den Karlsruher Anti-Nazi-Kundgebungen zurückgezogen hatte, war für heute von Seitz angekündigt, dass sie sich aus Karlsruhe zurückzieht. Ich hatte mich daher für eine Rede angemeldet, die ich auch halten konnte.

Nach der Rede das übliche Procedere – Reden bei den Nazis, Gehupe und Getröte und Musik aus der Konserve um einen Klangteppich zu erzeugen, sodass von den Reden nichts zu hören ist – zumindest nicht in Richtung Innenstadt.

Danach liefen sie los in Richtung Bundesverfassungsgericht. Die Antifa lief ebenfalls parallel mit – wir kamen bis zur Ecke Waldstraße, wo der befriedete Bezirk beginnt. DOrt war erst einmal Stopp – bis die Nazidemo, die über eine andere Strecke dorthin kam, vorbei war. Danach löste die Polizei die Blockade auf und die jungen Antifamitglieder liefen zum Park, um nahe an den Nazis zu sein, einige andere blieben gegenüber des Aufzugs stehen und waren so in Sicht- und Rufweite der Kundgebung – die wir weidlich nutzten. Seitz und irgendeiner ihrer Mitstreiter verlasen Gewalttaten von Migranten, die sie alle Angela Merkel anhafteten. Deshalb auch vor dem Bundesverfassungsgericht, weil ja Legislative und Exekutive versagt hatten – die Judikative hätte längst aktiv werden müssen, so ihre Aussage (sie konnte alles fehlerfrei sagen). Unsere Zurufe „dann klagt doch“ gefielen ihr und ihrer Gefolgschaft allerdings nicht.

Sie hatte einen Sarg mitgebracht, mit dem sie symbolisch den Rechtsstaat beerdigten. Und sie hatten viele Blumen darauf geworfen. Es wurde sehr amüsant, als sie versuchten, ohne die Blumen wieder abzuziehen – die Polizei musste sie mehrfach auffordern, ihre Blumen wieder mitzunehmen, ansonsten würden sie kostenträchtig von der Polizei entfernt werden. Große Aufregung, großes Mimimi, sie habe noch nie gehört, dass die Polizei Blumen wegmachen würde und überhaupt, eine Schande wäre das, denn schließlich hätten sie ja getrauert. Wo wir doch zuvor schon ihre Schweigeminute mit Rufen „gestört“ hatten.

Auch auf dem Rückweg gelang, es die Nazis um Ester Seitz mit Rufen zu provozieren, es waren einige Dresdner Nazis dabei, die so nahe Konfrontation offenbar nicht gewöhnt waren. Zwei/drei provozierende Rufe – und dann ging es los mit „Drecksau“-Rufen, mit „Frei, sozial, National“-Geschrei und dem dumpfen „Komm doch her“.

An Ende dann die Rede von Festerling – die aber auch keiner hören konnte. Meine Rede ging so:

(es gilt das gesprochene Wort)

Ester Seitz will nicht mehr.

Was vordergründig eine gute Meldung ist, weil eine gute Chance besteht, dass nach zweieinhalb Jahren endlich Schluss ist hier in Karlsruhe mit den regelmäßigen Demonstrationen von ganz-rechts-außen-besorgte Bürger hat natürlich noch eine andere Dimension.

Ester Seitz hört nicht auf, weil der Widerstand zu groß war – das zeigen Ihre Verlautbarungen zu diesem Thema – sondern weil ihr zuletzt die Gefolgschaft fehlte. Sie sucht heute hier eine letzte Chance, in dem Sie Tatjana Festerling, eine weitere Pegida-Ex-Größe, wie sie zwischenzeitlich vertrieben von den sonnigen Plätzen der Naziaufmerksamkeit, nach Karlsruhe gebracht hat. Sie hofft, dass mit der Einladung dieser Pseudoprominenten sich doch wieder mehr Leute für ihre kleine Demo interessieren.

Seitz, die hier in Karlsruhe als Ansagerin der unsäglichen Michaels begonnen hat – Mannheimer und Stürzenberger – verlässt den letzten Ort, an dem sie noch ein Standbein hatte.  Das ist kein Erfolg der Gegenbewegung, die nicht müde wurde, es ihr hier so ungemütlich zu machen, wie es nur ging. Wie man hört, geht sie ins Ausland. „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“ – wenigsten hält sie sich an ihre eigenen, wenn auch blödsinnigen Vorschläge.

Es ist das persönliche Scheitern einer Frau, die dachte, wenn sie sich mit ungezügeltem Machtwillen den von Thomas Rettig initiierten Pegidaableger unter den Nagel reißt, sie irgendetwas für sich persönlich erreicht. Personen und Unterstützer waren ihr immer nur Mittel zum Zweck, das scheint auch fast dem letzten, die dort drüben gestanden sind, klar geworden zu sein. Und obwohl sie fast alles versucht hat, sie wurden immer weniger. Sie hat Karlsruher Nazis nach Thüringen geschleppt, nachdem es dort zu Ausschreitungen in der Asylunterkunft kam, sie war in Mainz, gegen die „Lügenpresse“ mit bundesweiter Aufmerksamkeit, immer die Fanboys dabei. Sie hat sich mit wem auch immer verbündet, keine dieser Verbündeten ist geblieben – am Ende muss es die mit Freischärlern im bulgarischen Wald lebende Tatjana Festerling sein.

 

Mehr als 300 Nazis und angeblich bürgerliche, besorgte Bürger waren es zu Beginn. Von Anfang an waren sie Teil einer Bewegung von Rechtsextremen, haben sich von den Berserkern „beschützen“ lassen, hatten immer wieder Leute dabei, die nicht nur die Reichskriegsflagge schwenkten, sondern auch hier in Karlsruhe Hitlergrüße zeigten – oftmals unter dem wohlwollenden Wegsehen der Ordnungskräfte. Was anderswo die Staatsanwaltschaft auf den Plan rief – als Michael Mannheimer Merkel als schlimmster Kanzler seit Hitler“ nannte – führte hier zu ungehinderter Fortsetzung der Ansprache

Wir erinnern uns an traurige Höhepunkte wie das geschmetterte „Rumsfallera“ vom in Ungnade gefallenen Thomas Rettig und den Verschwörungstheorien bis hin zum kostenfreien Eigenheim für Asylbewerber/innen anderer Redner/innen oder dem Demogeld für Antifast/innen, über das auch hier in Karlsruhe gesponnen wurde.

Wisst Ihr, Ihr Nazis: Antifaschismus ist nicht nur Handarbeit, wie viele hier immer wieder betonen – sie war und ist auch immer ehrenamtlich. Und es ist eine große Freude, Teil dieser Bewegung zu sein – ganz ohne Demogeld. Wobei – mein Tesla da drüben in der Tiefgarage und die regelmäßigen Erholungsurlaube mit Antifa Reisen das ist alles schon ganz angenehm…

Wir erinnern uns an blockierte Kreuzungen und Polizist/innen, die sie mit brutaler Gewalt räumten. Wir erinnern uns an Anwohner/innen, die von der Straße aus bedroht wurden – die Polizei sah weg. Wir erinnern uns daran, dass viele von uns hier kriminalisiert wurden, bestraft wurden unter tw. an den Haaren herbeigezogenen Anklagen, tw. sind immer noch Verfahren anhängig, Verfahren, in denen es vorkommt, dass Menschen, die dafür da sind, Recht und Gesetz zu schützen, bewusst die Unwahrheit sagen.

Getroffen: OB Mentrup, der Pappkamerad

Wir erleben bis heute eine Abwesenheit der Stadt Karlsruhe und ihrer Vertreter und Politiker/innen – der Grund, warum ich mich persönlich seit Beginn des Jahres zurückgezogen habe. Anstatt dass sich Bürgermeister, Gemeinderäte, Abgeordnete in die erste Reihe gestellt haben, haben sie großzügig mit Abwesenheit geglänzt. Ja, es gab Ausnahmen – Karin Binder von der LINKEN zum Beispiel oder Michael Borner von den GRÜNEN, um zwei zu benennen und natürlich Michael Brandt als zwischenzeitlich Bundestagskandidat, der glaube ich bei so gut wie allen Demos hier dabei war – aber der Schutz, den Mandatsträger hier hätten für uns Gegendemonstrant/innen hätte sein können, der hat nicht stattgefunden. Niemand hätte erwartet, dass OB Mentrup hier alle 14 Tage steht – aber er ist ja nicht der einzige prominente Vertreter des Rathauses, der hier hätte sein können. Von der verbalen Unterstützung mal ganz abgesehen. Und wo sonst Fahnenmeere etablierter Parteien zu sehen sind – hier, wo es gegen Nazis geht, ist Leere.

Und es ist kaum anzunehmen, dass die Polizei mit Pferden in eine Blockade reitet, wenn dazwischen Mandatsträger/innen gestanden wären. Dafür haben wir erlebt, dass wir über diesen gesamten Zeitraum als gewalttätig diffamiert wurden und der friedliche Protest in den Medien praktisch nicht vorkam.

Wir alle haben in zweieinhalb Jahren gelernt, dass auf die bürgerliche Gesellschaft kein Verlass ist, wenn es um Antifaschismus geht. Wir haben gelernt, dass „Wehret den Anfängen“ manchem leicht über die Lippen kommt –aber wenn er oder sie sich oder andere dann erwehren soll – er oder sie lieber woanders ist. Wir haben gelernt, dass hier 2,5 Jahre lang Nazis nahezu ungehindert machen konnten, was sie wollten. Ein Bild, dass mir immer in Erinnerung bleiben wird, ist der von der Polizei für die Nazis hell erleuchtete Stephanplatz – während in Dresden am Tag zuvor die Semperoper das Licht ausschaltete und Pegida im Dunkeln lies. Und nie vergessen werde ich die Straßenbahnen, die die Stadt mehrfach zur sicheren Abfahrt der Nazis bereitstellte.

Ich habe Pegisten gehört, wie sie darüber lachten und von „ihren“ Straßenbahnen sprachen, die sie „wieder“ bekämen. Dies um die sichere Heimfahrt der Nazis zu gewährleisten, die angeblich gefährdet war. Habt Ihr jemals davon gehört, dass sich jemand Gedanken um die sichere Heimkehr von  Antifaschist/innen in dieser Stadt gemacht hat?  Nichts beschreibt besser die Karlsruher Verhältnisse, die Haltung der Stadt Karlsruhe zu praktiziertem Antifaschismus.

Ob es das vorerst war hier in Karlsruhe oder nicht – das werden wir sehen. Ich glaube erst daran, wenn es keine neuen Anmeldungen mehr gibt. Bis dahin bleibe ich, bleiben wir, wachsam.

Ich beende meine Rede mit dem bekannten Zitat von (Pastor Martin Niemöller)

 

“Als sie kamen, um die Juden zu holen, schwieg ich, weil ich kein Jude war. Als sie kamen, um die Kommunisten zu holen, schwieg ich, weil ich kein Kommunist war. Als sie kamen, um die Gewerkschafter zu holen, schwieg ich, weil ich kein Gewerkschafter war. Dann, als sie kamen, um mich zu holen, gab es keinen mehr, der für mich seine Stimme hätte erheben können.”

Vielen Dank!

Väter

Ein uneheliches Kind hatte ich. Das vierte ist unehelich geboren. 2003. Nicht 1987. Und ich erinnere mich noch sehr genau an die Prozedur, als wir die gemeinsame Sorge eintragen lassen wollten. Wir gingen gemeinsam zum Jugendamt, nachdem wir einen Termin bekommen hatten und wurden dann beraten. Wie gesagt, ich hatte schon 3 größere Söhne und hatte lange Kämpfe geführt, auch um regelmäßigen Umgang zu erreichen, der nicht willkürlich von der Mutter abgesagt werden konnte oder um den Umzug eines Sohnes zu mir zu ermöglichen, gegen den ausdrücklichen Wunsch der Mutter (bei gemeinsamer Sorge) bzw. Unterhaltszahlungen zu erreichen (da hab ich zwar jedes Verfahren gewonnen, aber nie Unterhalt erhalten)….

Meine damalige zukünftige Frau wurde nach meinem kurzen Gespräch sehr intensiv vom Jugendamtsmitarbeiter „beraten“. Und erst als sie sagte, sie räume mir selbstverständlich jetzt die gemeinsame Sorge ein, da sie angesichts der Streitigkeiten aus meiner ersten Ehe vermute, dass sie es mir im Falle einer Trennung nicht mehr zugestehen würde, hörte der Jugendamtsmitarbeiter (ein Mann!) auf, sie vor diesem Schritt zu warnen.

Ich bin kein perfekter Vater, sowenig wie die Mütter meiner Söhne perfekte Mütter sind. Ich mache Fehler, raste auch mal aus, schimpfe, verliere die Geduld. Aber ich gebe mir Mühe, es gut zu machen. So gut es geht. Kümmere mich. Sorge mich. Handle. Ich liebe meine leiblichen Söhne über alles. Und auch der verlorene Stiefsohn ist nicht vergessen.

Vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrungen mit Scheidung, Trennung und den Folgen und meinen Anschauungen in 10 Jahren (Internet-)Foren und Selbsthilfe mit Männern und Frauen in diesem Kontext kann ich das gestrige Urteil (SPON-Artikel) des BVerfG zur gemeinsamen elterlichen Sorge auch für uneheliche Väter nur begrüßen. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ich würde mir wünschen, dass die gemeinsame Sorge die Regel ist, mit der geringen Einschränkung eines Vetorechts eines der beiden Elternteile, das ausschließlich von Familiengerichten behandelt werden darf.

Interessant finde ich die Debatte drumherum: von Antje Schrupp, die sich irgendwie nicht so recht davon lösen will, dass man Männern sagen muss, was ein guter Vater ist (Männer sollten einmal darüber nachdenken, was genau sie sich eigentlich unter Vaterschaft vorstellen und was ihnen daran wichtig ist), gleichzeitig aber den Weg aufmacht in Richtung Familienvertrag, denn es kann ja auch andere Elternkonstelletationen als nur VaterMutterKind geben. In der taz dagegen findet sich ein differenziertes Bild auf der Leserbriefseite, wobei die rückwärtsgewandte Sicht mancher Frau dabei eher erschreckt. Und auch Till Westermayer findet 11 interessante Sätze zum Urteil. Man hat wohl gerne Männern gesagt, dass sie gute Väter sein sollen, jetzt, wo sie es wollen, scheint das auch irgendwie nicht richtig zu sein – ich vermute, weil Väter (wie ich) selbst bestimmen, auf welche Art sie Kinder erziehen.

Dabei bleibt doch eins gewiss: es gibt zunehmend andere Formen des Zusammenlebens als die klassische Ehe. Dieser Tendenz muss die Gesellschaft endlich Rechnung tragen. Dass die Bundesregierung nun aktiv wird, dazu aber ein Urteil des EuGH sowie des Verfassungsgerichts braucht, um diesen Missstand zu beheben – und da nehme ich sieben rot-grüne Jahre nicht aus – ist dabei eine Schande. Und auch wenn der Familienvertrag irgendwann kommen wird, wird es nicht unnötiger werden, die Folgen strittiger Trennungen gesetzlich und gerichtlich abzufedern. Dazu gehört auch ein Konzept wie das Cochemer oder andere Modelle – und für die, die es dann immer noch nicht können, klare Gesetzesregelungen und vor allem einklagbare Konsequenzen. Und selbst wenn es mir geholfen hätte – die Grenzen zu Zwangsarbeit für Unterhaltsschuldner oder Wegzugbegrenzungen sollten dabei nicht überschritten werden – höchstens durch die Pflicht zur Kostenübernahme des Wegziehenden.

Wichtig ist aber, dass mit diesem Urteil ein weiterer Wegstein auf dem Weg zur gleichberechtigten Elternschaft erreicht ist. Langfristig, ich bin mir sicher, werden sich mehr Eltern darauf einigen, Umgang und Aufenthalt im Sinne des Kindes zu regeln.

Update 11.08.:

die Debatte bekommt dabei natürlich teilweise bizarre Züge. In der taz melden sich jetzt Frauenhausvertreterinnen, die die Sorge ins Feld führen, das gemeinsame Sorgerecht mit ledigen Vätern sei eine Gefahr für Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden. Als würde der Trauschein Schutz vor häuslicher Gewalt gewähren. Darüber hinaus wird die Durchsetzung des Umgangsrechts bemängelt. Ich hab einen Leserbrief dazu geschrieben:

Selbstverständlich müssen Gewaltopfer geschützt werden. Und es ist eine berechtigte Forderung, dass Frauenhausadressen geheim bleiben müssen. Aber wenn es um die Kinder geht, um elterliche Sorge, dann steht das eben hintendran und nicht vornedran. Dann muss der Kontakt eben über Dritte wie Großeltern oder Jugendamt gewährleistet werden. Denn die Strafe für Körerverletzung heißt nicht: lebenslanger Kinderentzug oder Entväterung. Darüber hinaus bleibt windmühlenartig zu wiederholen: Kinder werden zu gleichen Teilen Opfer von Gewalt durch Männer und Frauen. Wenn eine Frau ihr Kind drischt, soll man sie dann auch davon ausschließen, über die Schule ihres Kindes eine Entscheidung treffen zu dürfen? Oder ihr lebenslang den Kontakt zu ihrem Kind untersagen dürfen?

Auch die Mädchenmannschaft beschäftigt sich mit dem Thema, auch hier überwiegt der Eindruck, dass Frauen sich jetzt zwar schon lange keine Familienpatriarchen mehr wünschen, aber selbst gerne noch die Definitionsmacht darüber hätten, wie dend ein Vater zu sein habe. Und klar wird gleichzeitig gefordert, dass Väter doch bitteschön erstmal ihren Pflichten nachkommen müssten. Also, Rechtstaat hin oder her: erst wenn alle Väter sich so um ihre Kinder kümmern, wie Frauen das gerne hätten, dann können alle Väter, auch die, die sich jetzt schon kümmern wollen, das Recht auf gemeinsame Sorge zugesprochen werden. „Sippen“ (Sippe=Mann)haft gibt es nicht mehr in diesem Staat, dachte ich. Ein getrennt von der Mutter und den Kindern lebender Vater gehört aber scheinbar grundsätzlich zur unzuverlässigen Sorte. Fast alle Väter wollen sich kümmern. 50% der Väter aber verlieren im ersten Jahr nach der Trennung den Kontakt zu ihren Kindern. Warum wissen wir nicht. Aber der alleinige Grund ist sicher nicht ein Nicht-Wollen. Ich vermute eher Vorschriften, Besserwisserei, Kontaktabbruch durch die Mutter und Willkür und Streit – und bei manchem Vater sicherlich die Schmerzen, die mit dem von oben verordneten 14-tägigen Umgangsrecht einhergehen. Ich hab sehr oft „Ain’t no sunshine“ gehört, nachdem ich die Jungs zurück gebracht hatte. Und das hielt oft noch tagelang an. Trennten sich alle friedlich, gäben sich Mühe, im Sinn ihrer Kinder zu entscheidden – diese Diskussion wäre gar nicht notwendig. Fazit: Rollen zu überwinden erfordert Mut zur Reflektion von allen Beteiligten.