Schlagwort-Archive: Denkpause

#Offline

für die nächsten Tage begebe ich mich offline – Twitter, Facebook, Blog. Der Shitstorm hat mich sehr mitgenommen, die mediale Aufmerksamkeit ebenso. Alle Zeitungen haben berichtet, gestern Abend bin ich im Neomagazin sehr lustig durch den Kakao gezogen worden (danke!, das Lachen hat geholfen)) und ich bin ein bisschen ängstlich, ob die Heute Show was draus macht. Ich bin kein Vollzeitpolitiker, ich mache Politik im Ehrenamt, nebenberuflich. Ich gehe 40 Stunden die Woche arbeiten und zu Hause hab ich die Macht über die Hälfte des Haushalts – ich kann das alles in der Form nicht bewältigen – weder zeitlich noch emotional. Außerdem muss ich zur Ruhe kommen und endlich auch für mich klären, was da aus mir gekommen ist, wie ich das aufarbeite und was ich daraus mache. Ich habe einen schweren und nur schwer gutzumachenden Fehler begangen und kann nicht einfach so tun, als wäre nichts passiert – so sehr mich auch die Finger jucken. Für Normalität braucht’s ein paar Tage. Ich brauche eine Denkpause. (solange bleibt auch das Kontaktformular kaputt, wer mich erreichen will, weiß wie, Kommentare bleiben offen, werden aber nicht gelesen. Erstkommentatoren sind moderiert und werden erst nach der Pause freigeschaltet oder auch nicht)

Einzig eine Erklärung wäre noch abzugeben: ich habe dem Landesvorstand BW nicht meinen Rücktritt angeboten und dieser hat ihn daher auch nicht ablehnen können.

Bis auf Weiteres, bis auf bald.

Zur Killerspieldebatte in und um Karlsruhe

Die Wogen schlagen hoch, höher. Um die Veranstaltung Intel Friday Night Games in Karlsruhe, bei der die Meisterschaften der Electronic Sports League ausgetragen werden, ist eine heiße Debatte darüber entbrannt, ob man diese Veranstaltung in Karlsruhe will oder nicht. Es wogt hin und her, der Gipfel ist der CDU-interne Kampf zwischen dem OB und seinem vermeintlichen Nachfolger. Richtig ist: zur Auswirkung von Killerspielen auf die Spielenden gibt es unterschiedliche Aussagen. Allerdings ist die Gefährdung für junge Menschen durchaus ernst zu nehmen. Richtig ist auch: wer Counter Strike spielt, wird nicht automatisch zum Amokläufer. Solche Baller/Strategiespiele mögen ein Baustein sein, müssen es aber nicht. Die von den GRÜNEN geforderte Denkpause mit der Installation eines kritischen und offenen Begleitprogramms ist eigentlich ein guter Mittelweg gefunden, wie mit der Veranstaltung umgegangen werden sollte. Die gesellschaftliche Debatte über diese sogenannten „Killer“spiele ist überfällig. In der Aufregung geht aber eines völlig unter:

Wer sogenannte „Killer“spiele als Mitverursacher für Amokläufe annimmt, sollte auch benennen, was sonst noch dazu gehört: der freie Zugang zu Waffen, die Möglichkeit für schon Jugendliche, mit sogenannten „Sport“waffen zu schießen und die Verantwortungslosigkeit mancher WaffenbesitzerInnen, diese Waffen ungesichert im eigenen Haushalt zu lagern. Da Fälle mit Toten immer wieder vorkommen, Selbstjustiz, Unfälle oder eben auch die medial am stärksten wahrgenommen Amokläufe, kann es eigentlich nur eine Konsequenz geben: Waffen haben in privaten Haushalten nichts verloren. Alle haben ihre Waffen abzugeben, diese müssen gut gesichert zentral und getrennt von Munition gelagert werden. Bis zu dieser Regelung muss sich jeder unangemeldete Kontrollen gefallen lassen, um festzustellen, wer meint, seine Pistole nach dem Vorbild amerikanischer Krimis im Nachtschränkchen zu deponieren. Und wer scharfe Waffen sammeln möchte, soll diese unbrauchbar machen lassen oder sie im Museum betrachten. Das Wohl der Gesellschaft steht in dieser Angelegenheit über dem Wohl des Einzelnen. Die Schützenverein- und Waffenlobby, die sich so gegen stärkere Regeln wehrt, muss sich fragen lassen, wie sie zukünftig solche Vorfälle vermeiden will – wenn nicht durch Unzugänglichmachen. Waffen gehören nicht in private Haushalte.