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von Neonazis bedroht

Öffentlichkeit über die Geschehnisse herzustellen, macht am Ende des Tages deutlich, was passiert ist – und wann.

Am Dienstag, den 30.06. war Kundgebung und Spaziergang der Ex-Kargida-Bewegung – die jetzt „Widerstand Karlsruhe“ heißt. Die Protagonisten sind die selben wie bislang, Anmelder scheint weiterhin Thomas Rettig zu sein, ehemaliger Kommunalkandidat für die AfD. Seit ein paar Terminen sind Kundgebung und Aufmarsch direkt hinter dem Karlsruher Rathaus, an der Ecke Hebel- und Lammstraße. Dies hat ein paar Änderungen gebracht. Zwar werden die Lager strikt getrennt, allerdings sorgen Antifa und die bürgerlichen Gegner der Ex-Kargiden nun durch Anwesenheit in den anliegenden Kneipen oder Imbissen für mehr Sicherheit. Bei der ersten Kundgebung dort war ausgerechnet das „Karlsruher Kebap-Haus“ von Neonazis überlaufen, die dort Bier tranken und auf die Toilette gingen – der eine oder andere hat auch einen Döner gegessen. Die Polizei kann natürlich nicht die Straßentische sperren – und so sitzen wir dort zwischenzeitlich. Am Dienstag saß ich zuerst im Kebap-Haus, danach ging ich ins Viva – dort saßen am Tisch ein paar Leute, die ich kenne. Das war dann mehr oder weniger mitten in der Kundgebung, die direkt davor auf der Straße stattgefunden hat.

Einer der Redner des Abends war Michael Merkle alias Michael Mannheimer, der am selben Tag vor dem Landgericht eine bittere Niederlage gegen die Stuttgarter Zeitung einstecken musste: das Gericht hat es zugelassen, dass er als „bekannter Neonazi“ bezeichnet werden darf. Er sprach – und er beschäftigte sich die ersten Minuten der Rede mit mir und den GRÜNEN:

Ich habe ausführlich dargelegt, dass Deutschland mithilfe unserer Parteien und wir haben hier einen prominenten Vertreter, einen der GRÜNEN, Herrn Rupp, der soll einer der Organisatoren dieser ganzen Leute sein, direkt mitten uns, Ich habe belegt, dass diese Feinde Deutschlands die neuen Faschisten, die Nachfolger von Hitler, die Erfüller des hitlerschen Nerobefehls, Deutschland dem Untergang weihen. Hier sitzen sie, hier lachen sie. Ich sage Ihnen, Herr Rupp, der einzige Ort, wo Sie richtig hingehören ist ein deutsches Gefängnis. Ja!

Bei Minute 1:01 ist zu sehen, wie seine Rede wirkt: eine namentlich bekannte Ordnerin der Veranstaltung macht die „Kehle-durchschneiden-Geste“ – das ist auf dem Video gut zu erkennen. Dies geschah in meine Richtung und war auf mich gemünzt – eine klare Morddrohung. Mannheimer hetzt mit seiner Rede seine Zuhörer auf. Bei Minute 1:08 ist ein Bild von mir ins Video eingeblendet, Vor- und Zuname und Alter werden genannt. Während der gesamten Redezeit haben verschiedene Teilnehmer mich fotografiert und mich gefilmt, unter anderem Michael Stürzenberger. Damit sollte wohl sehr offensichtlich eine Drohkulisse gegen mich aufgebaut werden. Mannheimer hat während der Rede sehr ausgiebig oft in meine Richtung mit der Hand gedeutet und sich teilweise auch in meine RIchtung gedreht, mich angesprochen.

Am Ende des Abends gab es wohl in Durlach einen Zwischenfall, wo gewaltbereite Antifa-Mitglieder auf Pegiden getroffen sind und diese bedroht und gejagt haben. Ich hab schon an anderer Stelle sehr deutlich gemacht, dass ich das nicht gut finde. Nichtsdestotrotz wird mir permanent durch die Neonazis unterstellt, ich wäre der „Boss“ der Antifa – was natürlich Blödsinn ist. Soweit ich weiß, bin ich dort noch nicht einmal sehr beliebt. Das Ziel eint uns aber.

Thomas Rettig, der Veranstalter, versucht aber nun, mir die Sache in die Schuhe zu schieben:

rettig_verleumdung

an anderer Stelle passiert das selbe:

müller

 

Auch hier wird ein Drohszenario aufgebaut – der Anschein erweckt, ich hätte etwas damit zu tun. Hab ich natürlich nicht – als das passiert ist, war ich längst zu Hause.

Man möchte mich einschüchtern – das funktioniert natürlich nicht. Ich habe den Staatsschutz eingeschaltet und dazu meinen Anwalt. Allerdings wird mir seit der ersten Veranstaltung im Februar immer wieder von Leuten, die der ach so friedlichen Pegida zuzuordnen sind, gedroht. Vielleicht kann ich ja noch was  für das Netzwerk gegen rechts rausholen.

Update: 6.7.2015

Zwischenzeitlich habe ich im Nachklapp zu dieser Veranstaltung mehrere Strafanzeigen gestellt. Die letzte heute, weil mir unterstellt wird, ich hätte mich zu dem Überfall – von dem keiner weiß, ob er überhaupt stattgefunden hat, einen Polizeibericht dazu gibt es nämlich öffentlich bislang nicht – bekannt. Im Video ist eine der Transparent haltenden Frauen zu erkennen, wie sie in meine Richtung den Hitlergruß zeigt – mit der linken Hand allerdings, was aber vermutlich trotzdem unter den STGB 86 fällt. Eine weitere, wegen einer E-Mail, die ich gestern erhalten hatte, die unter dem Betreff „grüne Volksfeinde“ (und damit der Zusammenhang zur Mannheimerrede, die zwischenzeitlich auch bei pi-news zu sehen ist, deutlich wird) so beginnt:

Nun verstehen wir warum unser geliebter und hochverehrter Ur-Großvater solche wie Euch noch vor dem Frühstück in einem Eimer mit der eigenen Pisse ersäuft hat. Das ist zwar originell  und macht sicher auch Spaß, aber für uns ist das zu aufwändig. Wir erwürgen Euch Volksverräter lieber ganz langsam mit Stacheldraht. Das haben wir schon mal an einigen Asylschmarotzern ausprobiert. Die Frauen unserer Kameradschaft lockten diese Parasiten einzeln in eine abgelegene Gegend und statt Ficki-Ficki gab es dann ein Halsband .

Den Rest lass ich weg, der ist noch widerlicher. Wer will, kann sich diese widerliche Pamphlet hier anschauen (PDF): grüne volksfeinde Die Mail kam per Fakemailer – wir werden sehen, ob sich der Absender über den Mailheader herausfinden lässt.

Eine Unterlassungserklärung habe ich ebenfalls veranlasst. Wenn das so weiter geht, wird das ganz schön teuer für die „Widerständler“

Update 7.7.2015

die ka-news haben die Sache aufgenommen und berichten

Update 8.7.2015

die BNN berichten ebenfalls

berichtbnn