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Elternangst

Während der Arzt mit dem Ultraschall über den Bauch meines Sohnes fährt, mit dem Gerät vermisst, wieder und wieder über den Bauch, die Seiten fährt, wieder misst, hämmert es in meinem Kopf „Tumor, Tumor, Tumor“. „Tief einatmen“- – ich denke andauernd: „wann sagt er es mir?“, sehe mich vor meinem inneren Auge zusammenbrechen, mich aufrichten, stark sein. Nach außen. In mir schreit es.

Nein, natürlich ist es das nicht, sondern vermutlich eine Blinddarmreitzung oder vielleicht ist es auch eine Blinddarmentzündung. Aber da liegt mein 13-jähriger Sohn vor mir auf der Behandlungsliege, hat unspezifische Unterbauchschmerzen. Ein bisschen Fieber. Nichts ungewöhnliches.

Gerade waren wir noch zu Hause, nachfeiern mit den Freunden, die seit vielen Jahren zu Silvester kommen. Wir hatten einen schönen Abend zusammen, haben alle viel gegessen und sind heute morgen aufgewacht. J. ist 13, seit mehreren Wochen mehr im Bett als außerhalb zu finden, wenn er zu Hause ist (oder vor dem PC) und so haben wir uns am Neujahrsmorgen keine großen Gedanken gemacht, als er nicht runter kam zum Frühstück. Das macht er manchmal und da die Bude voll ist mit Familie, mitwohnendem Syrer, Nichte, Neffe, befreundete Familie und wir – ist es nicht weiter schlimm, wenn ein Platz am unregelmäßigen Frühstück frei bleibt. Um 13 Uhr beschließen wir, dass wir einen gemeinsamen Spaziergang machen. Meine Frau will ihn holen, kommt runter, sagt, er habe Bauchschmerzen und er wolle zu Hause bleiben.

Zwischen Hundegebell, lärmenden Kindern, dem Duft nach Neujahrsbrezel, Früchtebrot und Toast stehe ich kurz unentschlossen – und gehe nach oben. Ich brumme was von „ich schau mal nach ihm“ – mehr zu mir als zu den anderen und ja, da liegt er, begraben unter Decken, Kissen, Micky-Maus-Büchern. Kaum zu sehen, irgendwo entdecke ich seine Mähne unter dem Kissen vorlugen. Halb scherzhaft unterstelle ich ihm „faule Ausrede, haha!“ aber sein Blick lässt mich verstummen. Er wiederholt, was er zu meiner Frau gesagt hat. Ich bitte ihn, doch aufzustehen, Zähne zu putzen – vielleicht geht der Schmerz weg, wenn er sich ein bisschen bewegt. Ich gehe schon mal wieder runter. Wird schon nichts sein. 5 Minuten später ist er noch nicht da, meine Frau schaut noch einmal – und sagt, er habe es versucht, stehend sei es dann aber schlimmer geworden. Er habe sich wieder hingelegt. Ich geh ebenfalls nochmal, untersuche jetzt seinen Bauch, rechts zuckt er zusammen, wenn ich drauf drücke. „Tut sehr weh, Papa“. Er jammert selten.

„Auf, Zähne putzen, zieh dich an – wir fahren ins Krankenhaus. Das soll sich jemand anschauen.“

Ich erzähle es unten der versammelten, wartenden Mannschaft. „Pack ne Tasche, wenn es so unspezifisch ist, behalten sie ihn wahrscheinlich zur Beobachtung über Nacht“. Meine Frau, praktisch und an Dinge denkend, auf die ich in der Schaffenswut nicht gekommen wäre. Ich gehe nach oben, das Kind schaut mich etwas ungläubig an, als ich eine Tasche mit Jogginghosen, T-Shirt, Hoodie (wieso haben 13-jährige keine Schlafanzüge mehr?), Waschsachen, Buch, Ladegerät, Handy und Kopfhörer packe. „Können wir wieder auspacken, wenn wir wieder da sind, aber sicher ist sicher“ sage ich leichthin und denke mir nichts weiter.

Wir fahren in die Kindernotaufnahme des Städtischen Klinikums. Er kommt schnell dran, die Schwester ist nett. Der Arzt auch. Aber jetzt habe ich Angst. Angst, die ich nicht zeigen darf, weil sie völlig unbegründet ist. Aber sie ist da. Ich halte das Kind fest, während ihn der Arzt mit Ultraschall untersucht und auch mich selbst. Scherze mit Kloß im Hals. begleite ihn zur Toilette (Urinabnahme, Penis säubern, da ist Seife, dann Mittelstrahl, wissen Sie wie das geht? Ein bisschen in die Toilette, dann in den Becher, den Rest in die Toilette). Das willst Du sicher alleine machen, frage ich erklärend. „Ja, bitte“. Drei Minuten später, während ich versuche, meine Frau per WhatsApp zu informieren und das beste Netz Deutschlands mal wieder keinen Empfang hat, kommt mir aus der Toilette  ein weißbleiches Kind entgegen. „Tut wieder sehr weh, vom sitzen und das pinkeln auch“. Die Panik schreit jubilierend „Tumor“ in mein Hirn und ich bringe das Kind zurück zum Behandlungsbett. Füße hoch, Blutdruckmanschette, die herbhumorige Schwester sagt „bei dem Blutdruck wäre ich schon umgefallen“ und ich sitze neben dem Bett – und sehe mich in der Rolle des allmächtigen Vaters, der nichts tun kann. Es gibt ja auch nichts zu tun.

Sie stechen mein Kind, nehmen Blut, einmal, zweimal, dann noch einmal, und ich kann nur daneben sitzen und warten. „Die Ergebnisse kriegen wir so gegen 15 Uhr“ – also in 45 Minuten. T-Mobile ist noch immer offline und ich fotografiere zumindest mein Kind – dass es sehen kann, WIE bleich es ist. „Siehste! Totkrank!“ schreit mein Gehirn.

Kurz nach drei dann leichte Entzündungswerte im Blut feststellbar, „wir behalten ihn da“. Er weint, will nicht bleiben. Möchte nach Hause, in sein Bett „Wenn ich da geblieben wäre, dann wüsstest Du das nicht, dann wird das schon wieder gut“. „Liebes Kind, eine Blinddarmentzündung ist lebensbedrohend“. „Ja, aber ich will heim“.

Ich hab Angst.

Wir ziehen ein, ich fülle fröhlich den Schrank, „brauchst Du die Haarbürste am Bett? Nein?“ und das Bad, die Schublade mit Handy, da Buch auf den Nachttisch, frage die Schwester nach einem Ladegerät fürs Handy, weil wir nur eines für den Ohrhörer dabei haben, der Kloß wird größer und größer und er weint, weil er heim will und nicht bleiben und ich will das auch alles gar nicht haben, weil ich noch immer Angst habe um mein Kind. Und er lacht, weil ich einen Scherz mache und zwischendurch ist er ganz vernünftig, weil es ja sein muss, so wie es sein muss. „Wird schon werden“.

Es gibt einen Fernseher und die Mama kommt sicher auch noch – und so verabschieden wir uns. Er küsst noch, mit 13 und er wir sagen uns „ich hab dich lieb“ ohne dass es peinlich wäre. Mein Herz ist schwer, so schwer vor Angst und Trauer, er will heim, er will, dass ich bleibe aber auch, dass die Mama auch noch kommt. Er weint, weil er heim will und ich möchte am liebsten mitweinen. Aber ich bin der Papa und ich bin stark.

Die Frau sagt: „wie kannst du ihn alleine lassen“ und ich sage: „du kannst ja auch noch gleich hin“ und denke: “ ich hab’s grad gar nicht mehr ausgehalten, aber das könnte ich kaum sagen“.

Zu Hause angekommen, verabschieden wir Freunde, Nichte, Neffe und meine Frau packt Ladegerät und noch was zu lesen und fährt weg. Ich sitze fast alleine im Sessel und weiß, dass es keinen Grund für Angst gibt, aber ich möchte weinen und das dann aber doch auch wieder nicht. Es zehrt und zehrt und ich will keine Angst um mein Kind haben und habe sie doch. Es ist die Angst, die ich um alle sechse (siebene mit Fastschwiegertochter) habe, die Angst, es könnte ihnen was zustoßen, bei dem ich nichts machen kann,nicht helfen kann, nichts regulieren kann, wo ich Zuschauer sein muss, obwohl ich doch der Vater bin.

Und das musste jetzt raus, geschrieben stehen, weil es vielleicht ein bisschen hilft, wenn ich es aufschreibe. Sein Bett ist leer heute Nacht – und ich werde  diesen Schmerz erst wieder weniger spüren, wenn er wieder lachend zu Hause ist.

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Drei Dinge

… liebe Deutsche Bahn, wünsch ich mir von Dir.

1. Wenn der Fahrkartenautomat nicht geht und ein Fahrgast dann keine Fahrkarte kaufen kann, sollte er keinen Zuschlag bezahlen müssen.

2. Wenn ein Zug vom Bahngleis abgefahren ist, löscht doch bitte die Anzeige auf der Abfahrtstafel

3. Wenn ein Zug von A nach B und wieder zurück fährt – wie die Schwarzwaldbahn – dann ändert doch bitte die Zielanzeige erst, wenn ihr angekommen seid – und nicht vorher.

Zu 1: sowas passiert leider immer wieder. Eure Zugbegleiter sind da auch nicht vom Gegenteil zu überzeugen. Bisher war icht betroffen – aber es ist schon sehr unangenehm, wenn man nur daneben steht. Man fasst sich echt an den Kopf.

Zu 2. und 3.: Mein Sohn (8) fährt täglich mit dem Regionalexpress nach Karlsruhe und mittags wieder zurück – mit der S-Bahn. Normalerweise bin ich dabei – aber es kommt auch mal vor, dass ich einen Termin woanders habe, krank bin oderoderoder. Er kann das schon ganz gut alleine, schließlich macht er das schon ein ganz Jahr und er kennt Leute, die da auch täglich fahren. Trotzdem kommt es immer wieder vor – erst heute – dass er auf dem Bahnsteig ankommt, auf dem die Bahn abfahren soll – und es steht ein anderer Zug noch auf der Abfahrtstafel am Bahnsteig, als der, in den er muss. Und es ist nicht derjenige, der dann kurz vorher fährt, es ist einer, der schon lange weg ist. Für kleine Kinder ist das sehr verwirrend und diese Verwirrung ist unnötig wie ein Kropf. Was mich zu der anderen Verwirrung führt.

Fährt ein Zug von Kreuzlingen nach Karlsruhe neigt Euer Schaffner dazu, die Zielanzeige schon vor der Einfahrt  in Karlsruhe umzustellen. Das mag für den Schaffner ganz praktisch sein – ich bin nicht sicher, warum – aber meinen Sohn (s.o.) verwirrt das ganz schön, wenn er alleine unterwegs ist. Auch diese Verwirrung ist unnötig.

Ich bin sicher, das verwirrt nicht nur meinen Sohn – sondern auch andere Menschen. Diese Dinge zu ändern, kosten Euch kein Geld, sondern nur ein bißchen des Sich-Hineinversetzens in andere Menschen, in sogenannte Kundenfreundlichkeit – wenn Ihr wisst, was ich meine. Wäre schön, wenn Ihr das zukünftig hinbekommen würdet.

 

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Väter

Ein uneheliches Kind hatte ich. Das vierte ist unehelich geboren. 2003. Nicht 1987. Und ich erinnere mich noch sehr genau an die Prozedur, als wir die gemeinsame Sorge eintragen lassen wollten. Wir gingen gemeinsam zum Jugendamt, nachdem wir einen Termin bekommen hatten und wurden dann beraten. Wie gesagt, ich hatte schon 3 größere Söhne und hatte lange Kämpfe geführt, auch um regelmäßigen Umgang zu erreichen, der nicht willkürlich von der Mutter abgesagt werden konnte oder um den Umzug eines Sohnes zu mir zu ermöglichen, gegen den ausdrücklichen Wunsch der Mutter (bei gemeinsamer Sorge) bzw. Unterhaltszahlungen zu erreichen (da hab ich zwar jedes Verfahren gewonnen, aber nie Unterhalt erhalten)….

Meine damalige zukünftige Frau wurde nach meinem kurzen Gespräch sehr intensiv vom Jugendamtsmitarbeiter „beraten“. Und erst als sie sagte, sie räume mir selbstverständlich jetzt die gemeinsame Sorge ein, da sie angesichts der Streitigkeiten aus meiner ersten Ehe vermute, dass sie es mir im Falle einer Trennung nicht mehr zugestehen würde, hörte der Jugendamtsmitarbeiter (ein Mann!) auf, sie vor diesem Schritt zu warnen.

Ich bin kein perfekter Vater, sowenig wie die Mütter meiner Söhne perfekte Mütter sind. Ich mache Fehler, raste auch mal aus, schimpfe, verliere die Geduld. Aber ich gebe mir Mühe, es gut zu machen. So gut es geht. Kümmere mich. Sorge mich. Handle. Ich liebe meine leiblichen Söhne über alles. Und auch der verlorene Stiefsohn ist nicht vergessen.

Vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrungen mit Scheidung, Trennung und den Folgen und meinen Anschauungen in 10 Jahren (Internet-)Foren und Selbsthilfe mit Männern und Frauen in diesem Kontext kann ich das gestrige Urteil (SPON-Artikel) des BVerfG zur gemeinsamen elterlichen Sorge auch für uneheliche Väter nur begrüßen. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ich würde mir wünschen, dass die gemeinsame Sorge die Regel ist, mit der geringen Einschränkung eines Vetorechts eines der beiden Elternteile, das ausschließlich von Familiengerichten behandelt werden darf.

Interessant finde ich die Debatte drumherum: von Antje Schrupp, die sich irgendwie nicht so recht davon lösen will, dass man Männern sagen muss, was ein guter Vater ist (Männer sollten einmal darüber nachdenken, was genau sie sich eigentlich unter Vaterschaft vorstellen und was ihnen daran wichtig ist), gleichzeitig aber den Weg aufmacht in Richtung Familienvertrag, denn es kann ja auch andere Elternkonstelletationen als nur VaterMutterKind geben. In der taz dagegen findet sich ein differenziertes Bild auf der Leserbriefseite, wobei die rückwärtsgewandte Sicht mancher Frau dabei eher erschreckt. Und auch Till Westermayer findet 11 interessante Sätze zum Urteil. Man hat wohl gerne Männern gesagt, dass sie gute Väter sein sollen, jetzt, wo sie es wollen, scheint das auch irgendwie nicht richtig zu sein – ich vermute, weil Väter (wie ich) selbst bestimmen, auf welche Art sie Kinder erziehen.

Dabei bleibt doch eins gewiss: es gibt zunehmend andere Formen des Zusammenlebens als die klassische Ehe. Dieser Tendenz muss die Gesellschaft endlich Rechnung tragen. Dass die Bundesregierung nun aktiv wird, dazu aber ein Urteil des EuGH sowie des Verfassungsgerichts braucht, um diesen Missstand zu beheben – und da nehme ich sieben rot-grüne Jahre nicht aus – ist dabei eine Schande. Und auch wenn der Familienvertrag irgendwann kommen wird, wird es nicht unnötiger werden, die Folgen strittiger Trennungen gesetzlich und gerichtlich abzufedern. Dazu gehört auch ein Konzept wie das Cochemer oder andere Modelle – und für die, die es dann immer noch nicht können, klare Gesetzesregelungen und vor allem einklagbare Konsequenzen. Und selbst wenn es mir geholfen hätte – die Grenzen zu Zwangsarbeit für Unterhaltsschuldner oder Wegzugbegrenzungen sollten dabei nicht überschritten werden – höchstens durch die Pflicht zur Kostenübernahme des Wegziehenden.

Wichtig ist aber, dass mit diesem Urteil ein weiterer Wegstein auf dem Weg zur gleichberechtigten Elternschaft erreicht ist. Langfristig, ich bin mir sicher, werden sich mehr Eltern darauf einigen, Umgang und Aufenthalt im Sinne des Kindes zu regeln.

Update 11.08.:

die Debatte bekommt dabei natürlich teilweise bizarre Züge. In der taz melden sich jetzt Frauenhausvertreterinnen, die die Sorge ins Feld führen, das gemeinsame Sorgerecht mit ledigen Vätern sei eine Gefahr für Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden. Als würde der Trauschein Schutz vor häuslicher Gewalt gewähren. Darüber hinaus wird die Durchsetzung des Umgangsrechts bemängelt. Ich hab einen Leserbrief dazu geschrieben:

Selbstverständlich müssen Gewaltopfer geschützt werden. Und es ist eine berechtigte Forderung, dass Frauenhausadressen geheim bleiben müssen. Aber wenn es um die Kinder geht, um elterliche Sorge, dann steht das eben hintendran und nicht vornedran. Dann muss der Kontakt eben über Dritte wie Großeltern oder Jugendamt gewährleistet werden. Denn die Strafe für Körerverletzung heißt nicht: lebenslanger Kinderentzug oder Entväterung. Darüber hinaus bleibt windmühlenartig zu wiederholen: Kinder werden zu gleichen Teilen Opfer von Gewalt durch Männer und Frauen. Wenn eine Frau ihr Kind drischt, soll man sie dann auch davon ausschließen, über die Schule ihres Kindes eine Entscheidung treffen zu dürfen? Oder ihr lebenslang den Kontakt zu ihrem Kind untersagen dürfen?

Auch die Mädchenmannschaft beschäftigt sich mit dem Thema, auch hier überwiegt der Eindruck, dass Frauen sich jetzt zwar schon lange keine Familienpatriarchen mehr wünschen, aber selbst gerne noch die Definitionsmacht darüber hätten, wie dend ein Vater zu sein habe. Und klar wird gleichzeitig gefordert, dass Väter doch bitteschön erstmal ihren Pflichten nachkommen müssten. Also, Rechtstaat hin oder her: erst wenn alle Väter sich so um ihre Kinder kümmern, wie Frauen das gerne hätten, dann können alle Väter, auch die, die sich jetzt schon kümmern wollen, das Recht auf gemeinsame Sorge zugesprochen werden. „Sippen“ (Sippe=Mann)haft gibt es nicht mehr in diesem Staat, dachte ich. Ein getrennt von der Mutter und den Kindern lebender Vater gehört aber scheinbar grundsätzlich zur unzuverlässigen Sorte. Fast alle Väter wollen sich kümmern. 50% der Väter aber verlieren im ersten Jahr nach der Trennung den Kontakt zu ihren Kindern. Warum wissen wir nicht. Aber der alleinige Grund ist sicher nicht ein Nicht-Wollen. Ich vermute eher Vorschriften, Besserwisserei, Kontaktabbruch durch die Mutter und Willkür und Streit – und bei manchem Vater sicherlich die Schmerzen, die mit dem von oben verordneten 14-tägigen Umgangsrecht einhergehen. Ich hab sehr oft „Ain’t no sunshine“ gehört, nachdem ich die Jungs zurück gebracht hatte. Und das hielt oft noch tagelang an. Trennten sich alle friedlich, gäben sich Mühe, im Sinn ihrer Kinder zu entscheidden – diese Diskussion wäre gar nicht notwendig. Fazit: Rollen zu überwinden erfordert Mut zur Reflektion von allen Beteiligten.

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