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wenn der Support lügt

dann kann man sich hoffentlich selbst helfen. Ich bin diese Woche ziemlich dreist vom Support der Firma Acer angelogen worden. Hintergrund: ich habe mir vor 3 Jahren, gebraucht, einen Lumiread E-Book-Reader von Acer gekauft. Der Reader hat vor 3 Jahren ganz gute Kritiken und da ich sonst auch mit Produkten aus dem Hause Acer zufrieden war, kaufte ich ihn mir. Er erfüllte seinen Zweck, mir kam es vor allem darauf an, ePub-Dateien lesen zu können, um nicht von wie beim Kindle abhängig von amazon zu sein, sondern meine eBooks kaufen zu können, wo ich wollte. Ich fand ihn etwas unbequem, was die Bedienung im Netz anging – aber wer braucht das schon, wenn er ein USB-Kabel hat?

Vorletztes Jahr im Urlaub kniete ich aus Versehen auf den Reader, das Display ging kaputt und war ab dann unbenutzbar. Ich kaufte mir nach dem Urlaub denselben Reader nochmal, er war etwas günstiger geworden, ebenfalls gebraucht. Dieses Jahr im Urlaub ging der Akku kaputt, ich konnte mich mit „lesen am Kabel“ über die Zeit retten.

Als ich ihn diese Woche endlich auf die Seite räumen wollte und darüber nachdachte, ihn als defekt zu versteigern – ich lese derzeit mit meinem Tablett- kam mir der Gedanke, dass ich ja aus zwei Readern einen machen könne. Gesagt getan. Ich suchte im Netz nach Anleitungen, wie man den Reader auseinander bekommt – Fehlanzeige. Also schrieb ich eine Mail an den Acer-Support, wo das Gerät auch zwischenzeitlich registriert war.

Frage an den Support:

Sehr geehrte Damen und Herren, ich besitze einen Lumiread, bei dem Display durch Gewalteinwirkung kaputt ist und einen weiteren, bei dem der Akku kaputt ist. Ich würde gerne entweder Display oder Akku tauschen – muss dazu aber das Gerät öffnen. Ich finde dazu nirgends eine Beschreibung. Da beide Geräte kaputt sind, ist es mir egal, ob ich sie beim Versuch möglicherweise ganz zerstöre. Gibt es irgendwo eine Anleitung, wie die Geräte zu öffnen sind? Es sind meine Geräte, ich bin mir des Risikos bewusst.

Antwort Von Email (P. Albers) (26/08/2013 15:22)

Eine Demontage-Anleitung wird für dieses Gerät leider nicht zur Verfügung gestellt, da das Gerät verklebt ist. Ein Öffnen ist daher leider nicht ohne weiteres möglich. Daher können wir Ihnen hier leider keine positive Rückmeldung geben. Automatische Antwort Von (Administrator) (26/08/2013 06:25)

Es kam der obligatorische Hinweis, das Gerät doch einzuschicken. Meine Nachfrage:

Wenn ich nochmal nachhaken darf: würden Sie dann auch aus den beiden Geräten eines machen?
wurde natürlich abschlägig beschieden:
Aus zwei Geräten eines zu machen können wir Ihnen bedauerlicherweise nicht anbieten.
Jedes Gerät für sich können Sie zum Kostenvoranschlag und eventueller Reparatur bei uns anmelden und einsenden.
Nun, da saß ich und dachte: bis das repariert ist bei denen, bist du mindestens 100 € los, da kriegste nen neuen Reader für. Ich nahm also einen Schraubenzieher zur Hand und versuchte zunächst, die Schalter für vor- und zurückblättern, den Menü-Schalter etc. zu entfernen – und zwar an dem Lumiread, bei dem der Akku kaputt war. Das ging erwartungsgemäß ganz leicht. Danach kam ich dann an die Stelle, bei der ich damit rechnete, den Rahmen zu zerstören, weil der Support recht hatte. Aber siehe da – es ging ganz leicht. Der Rahmen war nur geclipt. Nachdem der erste Clip gelöst war, ging es ganz flott. Ein etwas größerer Clip unter der Tastatur leistet etwas mehr Widerstand – aber mit Geduld und Spucke löste sich aus dieser. Auch der Stecker vom Display lies sich bequem lösen. Also, altes Display raus, das andere Display rein. Und dann wieder den Stecker ran.
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Probleme machte mir dann eben dieser Stecker – mit meinen 47 Jahre alten Augen gelang es mir nicht, ihn wieder zu befestigen, Pins und Anschlüsse zu klein, das ging auch mit Lesebrille UND Lupe nicht. Nun, wozu hat man Söhne mit (noch) guten Augen – der 20-jährige hat’s geschafft. Die Schrauben wieder befestigt, den Rahmen zusammen geclipt, alle Schalter wieder dran – da lag er und war wieder funktionsfähig.
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Ich ärgere mich echt über den Acer-Support. Ich kann mir natürlich vorstellen, dass man keine Information gerne rausgibt, die, behält man sie für sich, Geld bringt. Aber Kunden anzulügen – nun, das kostet Kunden. ich werde mir in Zukunft dreimal überlegen, ob ich mir ein Produkt von Acer kaufe.

Drei Dinge

… liebe Deutsche Bahn, wünsch ich mir von Dir.

1. Wenn der Fahrkartenautomat nicht geht und ein Fahrgast dann keine Fahrkarte kaufen kann, sollte er keinen Zuschlag bezahlen müssen.

2. Wenn ein Zug vom Bahngleis abgefahren ist, löscht doch bitte die Anzeige auf der Abfahrtstafel

3. Wenn ein Zug von A nach B und wieder zurück fährt – wie die Schwarzwaldbahn – dann ändert doch bitte die Zielanzeige erst, wenn ihr angekommen seid – und nicht vorher.

Zu 1: sowas passiert leider immer wieder. Eure Zugbegleiter sind da auch nicht vom Gegenteil zu überzeugen. Bisher war icht betroffen – aber es ist schon sehr unangenehm, wenn man nur daneben steht. Man fasst sich echt an den Kopf.

Zu 2. und 3.: Mein Sohn (8) fährt täglich mit dem Regionalexpress nach Karlsruhe und mittags wieder zurück – mit der S-Bahn. Normalerweise bin ich dabei – aber es kommt auch mal vor, dass ich einen Termin woanders habe, krank bin oderoderoder. Er kann das schon ganz gut alleine, schließlich macht er das schon ein ganz Jahr und er kennt Leute, die da auch täglich fahren. Trotzdem kommt es immer wieder vor – erst heute – dass er auf dem Bahnsteig ankommt, auf dem die Bahn abfahren soll – und es steht ein anderer Zug noch auf der Abfahrtstafel am Bahnsteig, als der, in den er muss. Und es ist nicht derjenige, der dann kurz vorher fährt, es ist einer, der schon lange weg ist. Für kleine Kinder ist das sehr verwirrend und diese Verwirrung ist unnötig wie ein Kropf. Was mich zu der anderen Verwirrung führt.

Fährt ein Zug von Kreuzlingen nach Karlsruhe neigt Euer Schaffner dazu, die Zielanzeige schon vor der Einfahrt  in Karlsruhe umzustellen. Das mag für den Schaffner ganz praktisch sein – ich bin nicht sicher, warum – aber meinen Sohn (s.o.) verwirrt das ganz schön, wenn er alleine unterwegs ist. Auch diese Verwirrung ist unnötig.

Ich bin sicher, das verwirrt nicht nur meinen Sohn – sondern auch andere Menschen. Diese Dinge zu ändern, kosten Euch kein Geld, sondern nur ein bißchen des Sich-Hineinversetzens in andere Menschen, in sogenannte Kundenfreundlichkeit – wenn Ihr wisst, was ich meine. Wäre schön, wenn Ihr das zukünftig hinbekommen würdet.