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„Eine Weile geht das noch gut …“

Alex Bonde (MdB) informierte sich zusammen mit mir bei Milch erzeugendem Betrieb in Bretten

Alex Bonde_Jörg Rupp auf dem Hof Müller

Auf Einladung der Brettener GRÜNEN machte sich Bundestagsabgeordneter Alex Bonde mit der aktuellen Situation der Milch erzeugenden bäuerlichen Betriebe in Bretten auf dem Hof von Rudolf und Sabine Müller vertraut. Rudolf Müller stellte seinen Betrieb mit derzeit 50 Milchkühen vor und verwies auf seine Milchproduktion von rund 450.000 kg/Jahr. Der Erzeugerpreis von rund 25 Cent/kg sei nicht kostendeckend und reiche rechnerisch gerade für das Futter der Tiere. Er reagiere im Moment auf die Preiskrise, indem er alle geplanten Investitionen auf Eis lege. Eigentlich würde er gerne einen neuen Stall bauen. Stabilisierend wirkten in seinem Betrieb die Erträge aus dem Getreideanbau (KraichgauKorn) und den Zuckerrüben. Allerdings könne der Betrieb nicht auf Dauer Milch unterhalb der Gestehungskosten produzieren. „Eine Weile geht das noch gut“ – so Müller. “Wenn die Preise aber so niedrig bleiben, ist die Milchproduktion irgendwann nicht mehr durchzuhalten.“

Alex Bonde befasst sich im Haushaltsausschuss des Bundestags mit Agrarfragen. „Einem halben Dutzend mächtiger Handelskonzerne steht eine völlig zersplitterte Produktionsseite ohne jeden Einfluss auf das Marktgeschehen gegenüber. Milch ist ein Beispiel für einen nicht funktionierenden Markt“, unterstrich Bonde. Er kritisierte die Bundesregierung und die EU, die es nach seiner Ansicht an klaren Rahmensetzungen für den Milchmarkt fehlen lassen. Das Agrarministerium habe Instrumente, um einzugreifen, lasse die Dinge aber derzeit einfach laufen. Der Abgeordnete hielt nichts davon, die Milchquotenregelung auslaufen zu lassen. Die in Brüssel vorherrschenden marktradikalen Auffassungen wollten das aber so. Wahlkreiskandidat Jörg Rupp betonte, es gehe auch um die Grundfrage „Welche Landwirtschaft wollen wir ?“ Gerade die Grünlandwirtschaft der Milcherzeuger leiste einen enormen Beitrag zur Erhaltung der Kulturlandschaft und des Naturhaushalts.

Bei einem Rundgang durch den Stall und den Melkstand verfolgten etwa 25 Interessierte die angeregten Gespräche. Auf die Frage, was denn die Verbraucher in dieser vertrackten Lage tun könnten, antwortete Rudolf Müller ohne Umschweife: „Markenmilch und Marken-Molkereiprodukte kaufen“. Die Preismisere komme maßgeblich von den Milchübermengen, welche die Molkereien zwar den Bauern abnehmen, aber nicht in den eigenen Produktlinien verarbeiten könnten. „Diese Milch wird verramscht und landet zu Dumpingpreisen bei ALDI, LIDL & Co“. Erkennbar seien Markenprodukte daran, dass die produzierende Molkerei auf der Packung stehe. Je mehr Milch zu Markenprodukten verarbeitet werde, desto stabiler der Erzeugerpreis. Der Informationsbesuch schloss mit einem kleinen Imbiss.

MON 810 verboten

Die umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Landtag von Baden-Württemberg, Gisela Splett aus Karlsruhe und der Bundestagskandidat der GRÜNEN im Wahlkreis Karlsruhe-Land, Jörg Rupp zeigen sich erfreut über das Verbot des Genmais MON 810 durch die Bundeslandwirtschaftministerin Ilse Aigner. Übereinstimmend betonen sie in einer aktuellen Pressemitteilung: „Das Verbot war lange schon überfällig. Dass Gefahren durch die Ausbringung genmanipulierten Maises für Flora und Fauna entstehen, konnte bis zuletzt nicht ausgeräumt werden. Diese Gefährdung ist es, die auch letztendlich zum Verbot geführt hat.“
Splett äußert aber weitergehende Forderungen: „Die Landesregierung muss daraus aber Konsequenzen ziehen. Sie hat zwar erst kürzlich die Einstellung der landeseigenen Versuche zur Gentechnik beschlossen – ein erster, aber nicht ausreichender Schritt. Das Land soll jetzt – wie Bayern – dafür sorgen, dass die Sortenversuche in Rheinstetten und Ladenburg eingestellt werden.“ Denn, so weist Rupp auf die noch bestehende Lücke hin: „Versuchsausbringungen sind – widersinnigerweise – von dem Verbot nicht betroffen.“ „Unbedenklichkeitsbericht“ von Monsanto zum Umweltrisiko durch MON810hält keinem wissenschaftlichen Anspruch stand, so Splett und Rupp weiter. So werde beispielsweise auf die Ergebnisse der
Bodendauerbeobachtungsflächen inDeutschland verwiesen, die zu diesem Zweck nie eingerichtet wurden und daher auch keine Aussage liefern können.
Der agrarpolitische Sprecher der GRÜNEN im Landtag Bernd Murschel forderte die Landesregierung auf, eine saubere rechtliche
Lösung auf EU-Ebene zu unterstützen, die generell den Mitgliedsländern
die Entscheidung zum Verbot gentechnisch veränderter Pflanzen überlässt.

Splett und Rupp fordern in ihrer Pressemitteilung vom 14. April daher:“ Ein wichtiger Schritt zur Begründung der gentechnikfreien Region
Bundesrepublik Deutschland ist gegangen worden. Die Landesregierung muss
nun handeln. Die Freilandversuche auf landeseigenen Flächen sind sofort zu stoppen.“ Dass Landwirtschaftsminister Hauck dies ablehnt, zeigt, wie gespalten die Union in dieser Frage ist – und wie wenig sie verstanden hat, so Rupp abschließend „Hauck macht sich zum Büttel der Agrarkonzerne. CDUCSUSPDFDP wollten den Genmais! Zugelassen hat das Saatgut Seehofer Dezember 2005