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KARGIDA toleriert Gewalt

Über mehrere Jahre schlug ich mich mit Karlsruher Rechtspopulisten und Neonazis, Rassisten und anderen Menschen, von denen ich nicht geduzt werden möchte, online in ka-news-Kommentarspalten herum. Getreu dem Motto „Keinen Fußbreit den Rassisten“ habe ich dort versucht, den immer und immer wiederkehrenden rechten Umtrieben etwas entgegenzusetzen, widerlegt, diskutiert. Ende letzten Jahres habe ich meinen Account dort gekündigt – mit folgender Begründung:

ja, es gibt einen speziellen Grund. Die Moderation ist leider nicht gut genug, es wird gemobbt, beleidigt, beschimpft, Unwahrheiten verbreitet. Es gibt Nachrichtenportale, die das besser im Griff haben. Ich weiß natürlich auch, dass ka-news nicht gerade das reichste Blatt im Land ist.

Vielleicht finden Sie ja irgendwann einen Weg, das anders zu gestalten. Die Effekte nach Bekanntgabe der neuen Etikette sind völlig verpufft, Leute melden sich mit mehreren Nicknamen an oder eröffnen einfach wieder einen neuen, nachdem sie gesperrt wurden und trauen sich sogar, das in ihre Beiträge zu schreiben.

Wenn Sie durch Werbeanzeigen oder ähnliches die Möglichkeit hätten, Vergünstigungen anzubieten würde ich mir an Ihrer Stelle überlegen, ob Sie keine Ehrenamtlichen suchen wollen, die einen Teil der Moderation übernehmen – für ein Ticket vom KVV oder für ein Konzert oder Rabatte bei Anzeigenkunden. So ist das leider nicht mehr sehr angenehm und ich will mich einfach nicht länger diesem Mob aussetzen. Ja, ich weiß, dass ich durchaus auch mal provoziert, aber im großen und ganzen glaube ich, hab ich über die vielen Jahre die Form gewahrt.

Der Redakteur hat das bedauert und mich gebeten, das zu überdenken und ich habe geantwortet:

Mir wird das echt zuviel, die Angriffe unter der Gürtellinie nehmen mehr und mehr zu. Lesen werde ich weiterhin, kommentieren nicht mehr. Gerade die User, die nach einer Sperrung sich sofort einen neuen Account anlegen, sind ein großes Problem – dass Sie nicht in den Griff bekommen.

Ich denke, das man davon ausgehen kann, dass sich KARGIDA und Pegida Karlsruhe aus diesem mindestens rechtspopulistischen und offen fremdenfeindlichen Pool zumindest teilweise rekrutiert. Daraus resultierend war es natürlich sehr unangenehm für diese Leute, dass ich einer der Initiatoren und Organisatoren der NoKARGIDA-Kundgebung mit 1500 Menschen am 26. Januar war. Und der Betreiber der KARGIDA-Seite fühlte sich offenbar durch meine Person so provoziert, dass er das Spiel, das bei ka-news begonnen hatte, fortsetzte und Artikel auf der KARGIDA-Seite postete, die sich mit mir als Person beschäftigten – unter anderem ein Foto von der Kundgebung gegen den Versuch einer KAGESA-Kundgebung am 6. Dezember, bei der ich mit Mitgliedern der grünen Jugend ein Antifa-Transparent gehalten habe. Dieses Foto war schon Thema im ka-news-Forum gewesen.

Unter einem weiteren Artikel fand sich dann obiger Beitrag eines Mario Wackenhut aus Brackenheim, der von hier stammt und unter anderem bei Argus Fluidtechnik gearbeitet hat. Er hat dazu aufgerufen, mich einfach umzulegen, mich Sau. Mithilfe von Facebook wurde dann die KARGIDA-Seite gestern Abend gelöscht und ist zumindest bis auf weiteres nicht erreichbar.

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Pegida Karlsruhe hat sich dann gestern Abend kurz vor Mitternacht dazu zu Wort gemeldet, offenbar, nachdem sie meinen Beitrag über die Offline-Meldung von KARGIDA gelesen hatten:

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Angesichts der Umstände und auch der Tatsache, dass KARGIDA von dem Gewaltaufruf Kenntnis hatte, kann dieser Beitrag nur als Hohn bzw. Leugnen der Realität bezeichnet werden, der Aufruf an die „Gegenseite“ als Unverschämtheit.

KARGIDA und PEGIDA Karlsruhe haben damit offen gezeigt, dass ihre Distanzierung von Gewalt nur Lippenbekenntnisse sind.

Übrig geblieben ist nun Pegida Karlsruhe. Diese versuchen, diesen Vorgang zu verharmlosen. Aber damit ist klar, dass die gesamte Gruppe, die zur Pegida-Demonstration in Karlsruhe aufruft, Gewalt zumindest mittelbar toleriert. Die Threads über meine Person waren so angelegt, auch mit verächtlicher Sprache, dass davon ausgegangen werden kann, dass eventuelle Gewalt gegen mich persönlich billigend in Kauf genommen wurde.

Es gab vom Betreiber von KARGIDA noch von Herrn Wackenhut, dem Gewaltaufrufer, weder eine Entschuldigung noch eine Distanzierung von dem Gewaltaufruf – im Gegenteil, Herr Wackenhut hat mein politisches Profil blockiert. Damit muss er auch ernst genommen werden. Da er laut eigener Auskunft in verschiedenen Facebook-Postings weiterhin einmal wöchentlich in Karlsruhe ist, obwohl er in NRW wohnt, noch mehr.

Ich habe daher Strafanzeige gestellt. Gegen Herrn Wackenhut – und gegen den KARGIDA-Betreiber. Denn nach dem Telemediengesetz ist jeder Facebook- und Google-Plus-Nutzer Diensteanbieter weil man die Seite selbst gestaltet hat und der einzige ist, der die Möglichkeit hat, darauf Inhalte zu löschen.

Die gerade noch in Baden-TV getätigten Verlautbarungen von Thomas Rettig zur Gewaltlosigkeit der KARGIDA , der unter „Tea Party Karlsruhe“ firmiert hat, und sich bei der „Freien Welt“, wo er auch Autor ist, sich so äußert:

Das größte Glück ist weder eine funktionierende Partnerschaft bzw. Ehe, noch der Bau eines Eigenheims oder die Familiengründung. Für mich wäre das größte Glück Frieden in Christus. Der kostet allerdings die Mühe, den geistlichen Kampf zu kämpfen (Epheser 6,10 bis 17), den Kampf gegen die Mächte der Finsternis: Gegen den Wohlfahrtsstaat, gegen die autoritätslose Erziehung, den Feminismus, die Übersexualisierung, die Political Correctness, das Spießbürgertum und generell gegen die angeborene Undankbarkeit und Bosheit der Menschen, die zu bändigen unsere sterbende Kultur kaum mehr in der Lage ist (www.liberalkonservative.de/#Christentum). Vorbilder: Martin Luther, Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Dietrich Bonhoeffer, Anselm Grün

sind daher ebenfalls als Farce entlarvt. Wer dort mit mitläuft, läuft mit Gewaltverharmlosern, Gewaltaufrufern und Gewalt billigend-in-Kauf-Nehmern.

Die ka-news gelten übrigens bei den Leuten, die die rechte Szene in Karlsruhe beobachten, zwischenzeitlich als zentrales Vernetzungsforum für die Karlsruhe Szene. Es wird Zeit, dass man sich dort Gedanken darüber macht, wie man zukünftig mit dem rechten Mob in den eigenen Kommentarspalten umgeht.

Update: Kargida ist zurück. Es hat wohl den ganzen Tag gedauert, bis sie Facebook überzeugt hatten, dass das zukünftig besser wird. Und es sind sehr viele Beiträge gelöscht. Ich werde die Seite weiter beobachten