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Steuergelder gegen Windkraft – (k)eine Petitesse

Der Gemeinderat der Gemeinde Malsch hat sich den Völkersbachern Windkraftgegnern angeschlossen. Mit den vereinten Kräften von CDU und Freien Wählern wird auch noch jede so abstruse Idee verfolgt, um zwar nicht in den Verdacht einer Verhinderungsplanung zu kommen – aber alles zu tun, damit Malsch keinen Windkraftbeitrag gegen den Klimawandel leistet.

Malsch hat sich der Normenkontrollklage der Stadt Ettlingen angeschlossen, um zu klären, ob Ausnahmegenehmigungen nach dem Motto Klimaschutz vor Artenschutz für den Bau von Windkraftanlagen nach Bundesgesetz nicht mit EU-Recht kollidiert. Im Falle einer Niederlage kommen Kosten auf die Gemeinde zu, man spricht von 20.000 € und man weiß auch noch nicht, wie weit die beiden Fraktionen zu gehen bereit sind und was das alles noch kosten soll.

In der letzten Gemeinderatssitzung, an der ich als Gemeinderat teilnahm, erfuhr der Rat, dass Bürgermeisterstellvertreter Scherer von den Freien Wählern in einer Woche, in der er den sich in Urlaub befindenden Bürgermeister vertrat, eine Studie zur Feststellung, ob es auf Malscher Gemarkung in Waldprechtsweier Nestlinge des Roten Milans gäbe, freihändig vergeben hat. Diese kostet „nur“ rund 1200 €, aber es stellen sich schon Fragen, von denen ich zwei gestellt habe. Warum man damit nicht warten konnte, bis der Bürgermeister wieder da ist, ist dabei offensichtlich: man wollte das unbedingt machen und das wäre vielleicht nicht gegangen, wenn der Bürgermeister zurückgekommen wäre. Und 1200 € mögen für einen Gemeindehaushalt nicht viel sein – aber trotzdem muss man das Geld nicht aus dem Fenster werfen.

Was denn der Anlass für diese Studie war und welche Auswirkungen sich auf das Vorranggebiet für Windkraftanlagen am Sulzberg ergeben, wollte ich wissen. Der Sulzberg ist weiter als der Mindestabstand zu eventuellen Milanhorsten zu sein hat, wenn Windkraftanalgen gebaut würden.

Der Anlass für diese Suche, so CDU-Rat Geiger, waren „Sichtungen“, die nicht genauer definiert wurden und die Unterstellung, Windkraftbefürworter könnten den Baum mit dem Horst fällen oder beschädigen. Das ist kaum anzunehmen, weil Waldprechtsweier ja raus aus den Vorranggebieten ist und Nestlinge dort keine Auswirkungen auf den Sulzberg hätten. Dass es Milane in und um Malsch gibt, wissen wir ja. Da der Vogel aber weite Strecken zurücklegt, haben die Windkraftgegener trotz intensiver Suche bisher keine „das Dorf rettenden“ Horste gefunden. Also gibt es eigentlich nichts Neues, aber man wollte es noch einmal versuchen – und hat die Gelegenheit genutzt, als der Bürgermeister nicht da war. Und der BI gegen Windkraft in Malsch mal wieder das Geld ersparen, eigene Untersuchungen duchzuführen. Vor Jahren hat man diesen Leuten auch Schulungen in Vogelfotografie bezahlt. Der Griff in die Gemeindekasse fällt offenbar leicht, wenn’s um die eigene Klientel geht. Ansonsten geriert man sich ja gerne als Sparkommissar.

Die Auswirkungen auf den Sulzberg konnten natürlich auch nicht benannt werden.