und jetzt?

Ja, der Listenparteitag der Grünen in BW war nicht sehr erfolgreich für mich. Dafür gibt es  Gründe, die es beizeiten zu diskutieren gibt. Manches hat mich an diesem Wochenende hart getroffen. Das Wichtigste aber war mir immer, dass ich letztendlich weich falle. Dass ich nicht ins Parlament muss, sondern möchte,und noch andere Perspektiven habe. Meinen Job liebe – auch wenn ich für mein Leben gerne ein Mandat hätte, um zu sehen, was ich politisch in einem Mandat bewegen kann. Weil ich denke, dass ich das auch gut kann.

Nun, es hat nicht sollen sein. Basisarbeit und Zeitaufwand werden nicht immer honoriert. Und als Parteilinker hat man es in Baden-Württemberg ncoh nie leicht gehabt.

Mein Arbeitgeber, initial e. V., hat sich im letzten Jahr fast komplett neu aufgestellt. Bedingt durch die Intrumentenreform im SGB II-Bereich hatten wir zunächst kurz gearbeitet, dann massiv restrukturiert. Zwischenzeitlich ist es uns gelungen, wieder ausreichend Maßnahmen durchzuführen. Alle Standorte konnten erhalten bleiben. Die Maßnahme, die ich leite, wurde durchgängig durchgeführt, wir haben nach wie vor gute Vermittlungsergebnisse  und eine langfristige Perspektive. Von anderen mussten wir uns leider trennen – unsere Deutsch- und Integrationskurse beispielsweise.

Wir Angestellten und Freiberufler werden gut behandelt. Wir arbeiten nicht nur als Pädagogen mit unseren Teilnehmern, sondern auch das Unternehmen bzw. der Verein werden so geführt. Dies hier ist wahrlich ein Arbeitsplatz, der gute Arbeit bietet – die Leitlinien stehen da nicht nur, sondern werden so praktiziert – für alle, sind ernst gemeint.

Nach der Restrukturierung haben wir jetzt diese auch online neu umgesetzt und den Internetauftritt neu gestaltet. Einige haben bei Facebook gelesen, dass ich für unser Cafe Initial derzeit Spenden für einen neuen Backofen suche. Jeder Cent hilft. Das Lernrestaurant mit dem Standbein „indische Küche“ und zweimal die Woche Abendöffnung trägt sich zwischenzeitlich auch gut – ebenfalls ein Schritt, der notwendig wurde.

Mit einem lachenden und auch weinenden Auge bin ich also weiterhin hier. Politisch werde ich sehen, wohin mich der Weg zukünftig führt – es war ein zeitliches Nadelöhr mit Landtag und Bundestag. Für beide Mandate konnte ich nur schwer (direkt für den BT aktuell) oder gar keine Mehrheiten hinter mich bringen. Das muss ich sacken lassen und überdenken, was das für mich bedeutet. Und was diese Ablehnung, die ein Stück weit auch persönlich ist, mit mir macht. Aber neben der Politik als Beruf ist sie ja ein tolles Hobby. Ein wenig fühle ich mich auch befreit. Und vor allem frei, meinen Fokus wieder neu auszurichten. Vielleicht fange ich wieder an zu singen. Wäre ein guter neuer Anfang. Aber bei initial blieben, das will ich auf jeden Fall. Außer es käme vielleicht doch noch ein Mandat? Wer weiß.

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3 Gedanken zu „und jetzt?

  1. Detlef Reppenhagen

    Du bist zu ehrlich für die Politik. Deine Sprache ist zu deutlich. Wer Karriere machen will, sollte viele Konjunktive und Relativierungen benutzen. Das mit „links“ sein, ist leider auch negativ besetzt aus historischen Gründen. Ich gebe Dir hier keinen Rat, nur einen Gruß nach Karlsruhe, meiner Heimat bis 1991. Dennoch glaube ich, daß Deine Meinungen in der Partei weiterhin gefragt sein werden.

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    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      Das ist ja ganz uneigentlich („eigentlich war der Impuls“) ein riesengroßes Kompliment. Ich mag keine Relativierungen. Danke!

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  2. Monika Maier-Kuhn

    Lieber Jörg,
    es hat mich sehr getroffen das man Dich nciht einmal auf Platz 30 gewählt hat, wo Du als LA-Vo Vorstand eigentlich hättest auf Platz 14 stehen sollen, meiner Meinung nach. Du arbeitest in dieser Partei seid Jahren im Ehrenamt, begleitest einzelne KVs , in Deinem Einzugsgebiet, hilfst wo Du kannst , alles habe ich schon erleben dürfen.
    Es ist für mich ein ganz seltsames Zeichen, sicher Du bist nicht unumstritten, aber ehrlich und wahrhaftig , ein Typ Mensch der auch sagt was er denkt. Ich dachte immer solche Typen sind gefragt in unserer Partei und muss zur Kenntnis nehmen, dies scheint nciht der Fall zu sein, das macht auch mich sehr nachdenklich. Ist es wirklich ausreichend zu sagen : Grün wirkt und dann wird man gewählt, will keiner in meiner Partei sozialen Fragen sich stellen? Wird meine Partei beliebig in ihren Aussagen und Beschlüssen , wie in Hannover beschlossen? Wir halten uns alles offen? Kann man nur so in eine Regierung kommen? Ich denke nein, das ist nicht der Weg, ich möchte verläßlich sein, klare Aussagen treffen und mich auch dadurch deutlich von anderen Parteien unterscheiden. Deine Reaktion ist mehr als verständlich und vielleicht sollten wir alle in Klausur gehen und darüber nachdenken warum ein ehrenamtlicher LA-Vo nicht einmal ein Platz 30 gegönnt wird und “ Newcomer “ auf Platz 14 landen.

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