warum mich Nachrichten über Steuerhinterziehung nicht mehr empören

Ach, nun ist es CumCum:

Ich kann sie nicht aufzählen, die Banken- und Bargeldskandale, die Steueroasen, Schwarzgeldaffären der CDU, Entlassung von Steuerprüfern in Hessen, überhaupt: die seit Jahren bekannten Zahlen zu fehlenden Steuerprüfern, überall, auch in Baden-Württemberg, die Subventionen, verdeckte und offene, das Abwälzen von Risiken auf die Allgemeinheit wie jüngst beim Atomausstiegsdeal. Es ist mir sogar zu blöd, das alles zu verlinken oder gar alles aufzuzählen.

Ich glaube einfach kein Wort mehr davon, dass irgend jemand etwas ändern möchte. Oder gar kann.

Geld regiert die Welt und obwohl weitgehend bekannt ist, wie die Finanzströme fließen, tut „man“ einfach nichts dagegen, selbst wenn etwas tun könnte.  Da helfen keine Filme wie

(Wenn es einen Film gibt, der eine Revolution auslösen kann, dann dieser) – die natürlich ausgeblieben ist, genauso wenig wie nette Grafiken wie die obige der dpa. Jeder neue Skandal, der aufgedeckt wird, jedes neue Loch, das geschlossen wird, selbst der Bankenskandal, der mit Lehmann begann – nichts ändert jemals etwas. Auch keine Büchlein wie „empört euch“, keine Regierungswechsel, keine Lieder, keine Demonstrationen.

Und insofern: verschont mich mit Nachrichten darüber, mit Absichtserklärungen, mit lauthalsen „wir müssen was tun“ oder gar „wir tun jetzt endlich was“. Verschont mich, verschont Euch. Lügt ruhig weiter. Wir alle wissen es und im Endeffekt werden die weiter gewählt, die lügen, weil sie lügen. Die UN-Konvention gegen Korruption wird zwar ratifiziert, aber wenn dann mal wieder ein ranghoher Politiker dahin wechselt, wofür er vorher zuständig war, dann regt man sich frei Tage lang auf – und das war es dann. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich was ändert.

Alles was helfen würde, wäre der Abschied vom Kapitalismus, die Überwindung der Idee, dass irgendwelche „Märkte“ irgend etwas richten könnten und die Idee, dass westliche Menschen per se gut sind – und nicht gierig. Ausnahmen und Nischen bestätigen die Regel und auch die neue „Share–Economy“ oder Mikrokredite für soziale Investitionen werden nichts ändern – sondern am Ende gekapert werden. Vielleicht hülfe ein Bedingsloses Grundeinkommen – aber nicht nach der Idee eines Götz Werner, der an seinen Vorsteuerabzug bei dm denkt.

Um etwas zu ändern, müsste man den Willen haben, es zu tun und dann noch Haltung bewahren. OMG. Haltung. Rote Linien. Ich fang schon wieder an.

Dann hör ich doch an dieser Stelle lieber auf.

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