wie, ein Grüner ist auch Bürger?

Interessant. Die Windkraftgegner_innen in Malsch fühlen sich offenbar provoziert durch die Entstehung einer Bürgerinitiative, die sich für Windkraft engagiert. Nun, anstatt sachlich zu argumentieren, wird sehr schnell auf der persönliche Ebene agiert. Dabei wird eine interessante Variante gefahren, die ich mal kurz darstellen will:

in der Zeitung steht unter der Überschrift „Bindung an grünen Politiker“:

„Wie kann denn eine Bürgerinitiative objektiv sein, deren Initiator als „Grünen Politiker vehement parteipolitische Programmstrategien verfolgt“

Das an und für sich ist ja schon ein wenig peinlich, denn in vielen Bürgerinitiativen engagieren sich parteipolitisch engagierte Menschen, viele erfolgreiche Bürgerinitiativen wären ohne Menschen aus Parteien undenkbar.

Als Gründe für mein Engagement als Bürger der Gemeinde vermutet er:

Profilierungszwang oder einfach blinde, parteipolitische Hörigkeit.

Im örtlichen Gemeindeanzeiger geht der Leserbriefschreiber allerdings etwas weiter. Hier gibt es keine Redaktion, ich kann also nicht sagen, ob das dann nicht sogar der Originaltext ist, den die BNN-Redaktion gekürzt hat:

Profilierungssucht eines gescheiterten Politprofis, sich über diese Schiene doch noch in den Vordergrund zu schieben oder einfach blinde, parteipolitische Hörigkeit.

Scheinbar geht der Herr aus Malsch-Völkersbach davon aus, dass man mit dem Ausfüllen eines Antrags auf Parteimitgliedschaft sein Gehirn abgibt und nur noch das  nachbetet, was einem von den Parteigremien vorgesetzt wird. Und scheinbar kann er sich nicht vorstellen, dass man auch als im politischen Ehrenamt engagierten Menschen, der ich jetzt seit fast 15 Jahren hier in der Region bin, das Thema „On-Shore-Windkraft“ ein Herzensanliegen ist und der Ausstieg aus der Atomenergie und die Energiewende ebenso.

Das wirft ein schlechtes Bild auf ihn – und die Frage, wie man sich denn so als nichtparteigebundeneR Bürger_in so eine Parteimitgliedschaft vorstellt – oder überhaupt, was die Gründe für eine solche Mitgliedschaft sein können. Ich gehe zudem davon aus, dass sich auch in der Malscher Gegen-Windkraft-Initiative sich Menschen befinden, die den örtlichen Gliederungen der CDU oder den Freien Wählern angehören. Für die gilt diese Unterstellung davon vermutlich nicht – oder soch auch?

Wenn die Argumente ausgehen, dann wird man scheinbar gerne persönlich. Auch auf dem Dorf.

Ich denke, ich werde zum nächsten Stammtisch dieser BI gehen und mal sehen, was sie einem in persönlichen Gespräch an den Kopf werfen. Das wird sicherlich: interessant. Ich werde berichten.

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