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Kundgebung "Unser Rechtsstaat ist in Gefahr", bei der auch regelmäßig Güzey Israel auftritt

Güzey Israel versucht erneut Querdenker zu verharmlosen

In einem längeren Elaborat im Telegram-Kanal von Querdenken721 reagiert Güzey Israel, der „Kopf“ von Querdenken721 auf die Berichterstattung zu der von ihr initiierten Großdemo am 3. Juni in Karlsruhe. An alle Journalisten wendet sie sich, weil die

hier ansässige Tageszeitung die BNN , mit einem Bericht mit Unwahrheiten berichtet

so Israel in dem langen Text, der hier abrufbar ist.

Die Unwahrheiten beginnen aber tatsächlich bei ihr. So behauptet sie,

Mein Name ist Güzey Israel , bin 42 Jahre, Mama und bin seit Januar diesen Jahres wieder beschäftigt, nach einer knapp 8 monatiger Zwangspause, wegen Berufsverbot!

Das Berufsverbot stellte sich laut Artikel in den BNN am 14.12.20 noch so dar:

Israel musste ab Mai in Kurzarbeit gehen und hat im September ihren Job bei einer Gebäudereinigung verloren – ein Schlag für die alleinerziehende Mutter eines 14-jährigen Jungen.

eine Situation, die nicht schön ist für Frau Israel und so ist es vielen Menschen gegangen in Karlsruhe – und nicht zuletzt: dass Kurzarbeit nicht immer Betriebe retten kann, ist ein oft tragisches, aber durchaus bekanntes Phänomen. Mit einem Berufsverbot hat das alles aber rein gar nichts zu tun. Warum ihr Arbeitgeber damals so entschieden hat, weiß niemand. Ob es ihn noch gibt, auch nicht.

Schon in nächsten Satz  schreibt sie:

In meinem gesamten Leben habe ich weder aktuell, noch hatte ich jemals Kontakt zu rechtsradikalen Personen, Sekten oder anderen ideologisch fokussierten Menschen.

Das stimmt erst recht nicht. Die ersten Querdenkerkundgebungen haben im Spätsommer 2020 in Karlsruhe begonnen. Am 8. August ist bei einer Versammlung in der Günter-Klotz-Anlage zum ersten Mal Querdenken721 als Organisation aufgetaucht. Seitdem sind zahlreiche Redner*innen aus dem rechtsradikalen Umfeld bei den von ihr oder anderen Organisatoren durchgeführten Kundgebungen aufgetaucht. Es ist ja nicht so, dass Frau Israel nur bei Querdenken auftritt, sondern auch bei den anderen Organisationen. Die demonstrierenden Personen sind eh fast immer dieselben.

Ein kurzer Ausschnitt: am 6.2.21 sprach Lothar Mack, in der Region bekannt als Redner beim rechtsextremen Frauenbündnis Kandel.

Die Schweizer Kirchengemeinde Heiden gab im Mai 2016 bekannt, dass man das Arbeitsverhältnis mit Mack zum Jahresende aufgelöst habe. Mutmaßlich wegen islamophober Äußerungen, die Mack getätigt hatte. Lothar Mack engagiert sich in der Schweiz an vorderster Front beim Verein „Sichtwechsel“. Der Verein offeriert „Beratung bei falschen Missbrauchserinnerungen“ (zusammengefasst: das Motto lautet Tat ohne Täter – falsche Erinnerungen könnten beschuldigten oder angeklagten Tätern in Missbrauchsfällen juristisch schaden). Artikel von Mack verfasst werden beim national-völkischen Blog „Schweizergeschichte“ publiziert.

Israel nimmt für sich in Anspruch, dass die Veranstaltung am 6.2.21 von ihr persönlich, nicht von Querdenken organisiert worden war.

Schon bei den ersten größeren Kundgebungen haben Israel und ihre Mitorganisatoren Mitglieder des Frauenbündnis Kandel auf ihren Demonstrationen geduldet und sich nicht distanziert. Diese Leute haben sich auch nicht versteckt, sie liefen dort mit entsprechenden Shirts herum, auf denen deutlich wurde, wer sie sind. Und dies nicht nur bei dieser einen Demo. Auch Marco Kurz, der aktuell die „Schneedemos“ in Oberkirch organisiert und Gründer des Frauenbündnis Kandel war, wurde schon gesehen. Kurz hat Kontakte zu Sven Liebich.

Mitglieder des rechtsextremen Bündnis‘ „Frauenbündnis Kandel“ auf der Querdenken721

 

Regelmäßiger Gast bei Querdenkenveranstaltungen ist Neli Heiliger aus Karlsruhe, die Myriam Kern verharmlost, oft mit ihrem Partner Günter Nakath . Myriam Kern war die „Stimme von Kandel“, eine Berufsschullehrerin, die wegen rechtsextremer Umtriebe bei diesen Demonstrationen vom Schuldienst suspendiert ist.

Ist möglicherweise ein Bild von 2 Personen, Personen, die stehen und außen
Neli Heiliger (links mit Engelsflügeln) bei einer Kundgebung des Frauenbündnis Kandel am 15.05.21

 

Es war bei der Querdenkenveranstaltung am 14. November 2020, bei der sich die 11-jährige Michelle wegen ihrer heimlich stattgefundenen Geburtstagsfeier mit Anne Frank verglich. Israel, die dieses „mutigste Mädchen, das ich kenne“ ankündigte, reagierte auf die bundesweite Empörung auf den Antisemitismus so:

Weitere Redner*innen, waren auf Karlsruher Veranstaltungen Florian Kuhn mit dem Rettungsboot, der Grünenfeindliche Falschzitate von sich gab, vor allem im Kontext flüchtlingsfeindlicher Aussagen. Auf derselben Kundgebung war auch Karl Hilz. Bei der Kundgebung vor dem Schulamt in Karlsruhe war  Ralph Bühler – ein bekannter Rechtsaußen, der direkt nach mir sprach, ebenso wie Güzey Israel, die kein Problem hatte, dort aufzutreten. Bei einer der Kundgebungen von „Unser Rechtsstaat ist in Gefahr“, bei der auch Frau Israel regelmäßig auftritt oder auch mal als Veranstalterin fungiert, wurde eine Rede von „Silberjunge“ Thorsten Schulte eingespielt. Nicht zu vergessen ihre persönliche Teilnahme an der Frauenbustour von Eva Rosen, die ein Hitlerbuch im Bücherregal stehen hat. Der Querdenken721-Telegramkanal ist voll von Inhalten und Links auf rechtspopulistische und -extreme Seiten, auf Xavier Naidoo, der mit seinem neuesten Video inklusive indirektem Gewaltaufruf für viel Empörung sorgt. Bis heute verlinkt Querdenken721 auf Attila Hildtmann als Seite zur „Aufklärung“. Und so weiter, und so fort…..

Begrüßungslink Querdenken721. Screenshot vom 30.5.21

 

Aber weiter im Text:

Es umgeben mich Bürger aus der Mitte der Gesellschaft, die durch Medien und Falschbehauptungen der Regierenden in das Licht der rechten Szene gerückt werden, ohne dass sie persönlich damit zu tun hätten. Allesamt sind es Bürger, die sich nachvollziehbare Sorgen um die Zukunft für sich und ihre Kinder machen und unverhältnismäßige, nicht plausible Maßnahmen der Regierung nicht mittragen.

Was ja nun zum wiederholten Male ausreichend widerlegt ist.

Sie sagt zur Pandemie:

Jeder Bürger wird pauschal unter den Generalverdacht des asymptomatischen Gefährders gestellt, um Maßnahmen zu rechtfertigen, die in keinster Weise dem Ziel einer Pandemiebekämpfung dienlich sind.

Dass in einer Pandemie, in der es kein  Medikament und keine Therapie gibt, die Kontaktbeschränkung, Masken und Hygiene sowie Abstandsgebote die gebotenen Reaktionen sind, ist vollkommen sicher.

Weiter:

Beispielsweise wird damit argumentiert, dass die Patienten der Intensivstation jünger werden, tatsächlich hat die Regierung jedoch auf Nachfrage in der Bundespressekonferenz gar keine Information über das Alter der Patienten mit COVID19 auf den Intensivstationen.

Täglich verlinkt Querdenken721 mittels Bot auf das DIVI-Intensivregister. Der Median wird dort angegeben, der ist am  27.05.21 bei den 60-69 jährigen. „Gar keine Informationen“ stimmt also nicht, es gibt aber aktuell keine Zeitreihen. Bekannt ist darüber hinaus, dass Kinder ab fünf Jahren  eine ähnlich hohe Viruslast im Rachen wie Erwachsene aufweisen und somit genauso ansteckend sind.

Weiter schreibt sie:

Gerne dürfen Sie auch mal Kontakt mit der Polizeibehörde aufnehmen und fragen wie es bisher bei Querdenken Demonstrationen in Karlsruhe gelaufen ist. Sie sollten allerdings darauf achten, dass es wirklich eine Demo die von Querdenken organisiert wurde die Infos bekommen. Denn jede Demo die in Karlsruhe stattfindet ist automatisch eine Querdenker-Demo.

Wie ich schon oben schrieb: bundesweit werden Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen zwischenzeitlich als Querdenkendemonstrationen verortet, die Teilnehmende als „Querdenkende“ bzw. in der rein maskulinen Form „Querdenker“ bezeichnet. DAs gilt auch für Karlsruhe. Hier hat es zahlreiche Platzverbote gegeben, bei einer der letzten Kundgebungen wurde einem Mann mit Wirmerflagge des Platzes verwiesen.

Frau Israel schreibt dazu seit Monaten dagegen an, um zu vertuschen, dass sie selbst und sehr viele andere auf sehr vielen der unterschiedlichen Querdenkendenkundgebungen in Karlsruhe anwesend sind. Es macht also keinen Unterschied, ob Herr Kraft oder Frau Sprösser  oder Frau Heel zur Kundgebung aufruft. Es ist im Großen und Ganzen derselbe Personenkreis, der auch auf Querdenken721-Kundgebungen auftaucht. Es ist eine mehr oder weniger einheitliche Soße, die sich da trifft.

Am Ende schreibt sie über ihren Sohn, der in die 8. Klasse geht. Unserer geht in die 7. Klasse, er kommt gut, nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der schulischen Disziplin, mit den Maßnahmen zurecht. Es ist auch, das ist erwiesen, eine Frage, was Eltern ihren Kindern vorleben.

Problematisch wird es allerdings hier:

Abstand, soziale Distanzierung, Masken und Tests die sowieso nicht richtig funktionieren und nichtsaussagend sind, gehören einfach nicht in den Alltag unserer Kinder und auch nicht in den Alltag von uns.

In einer Pandemie ist es wichtig, dass die Maßnahmen zum Alltag gehören. Ist die Pandemie überwunden, gehören diese Dinge auch nicht mehr zum Alltag. Aber nur weil man diese Maßnahmen unangenehm findet, kann man sie sich nicht wegwünschen. Frau Israel macht hier ihre Motivlage sehr deutlich. Sie ist nicht bereit, sich in die Notwendigkeiten, die zurB Bekämpfung einer Pandemie notwendig sind, einzufügen. Sie zeigt deutlich, was Querdenken ist: eine Bewegung von Egoisten.

Wir müssen lernen damit umzugehen und zu leben wie mit jedem anderen Virus auch.

Um das zu tun, braucht es Impfstoff, der von der Querdenkenbewegung, auch mit Falschmeldungen bekämpft wird, Medikamente, die es immer noch nicht gibt und Infiziertenzahlen, die nicht zu einem exponentiellen Wachstum führen. 88.406 Menschen sind an diesem Virus in Deutschland gestorben, 3,53 Millionen weltweit. Wie sie Situation in den Ländern war und ist, in denen nichts gegen das Virus getan wird, ist bekannt. Mehr Verachtung für die Leben anderer Menschen geht kaum – über Schattenfamilien hat sie noch nie gesprochen.

Es wird eine Reihe von Gegendemos am 3. Juni geben. Und mit was? Mit Recht. Denn Frau Israel, die immer wieder behauptet

Wir sind friedliche Menschen.
In meinem gesamten Leben habe ich weder aktuell, noch hatte ich jemals Kontakt zu rechtsradikalen Personen, Sekten oder anderen ideologisch fokussierten Menschen.

bereitet in Karlsruhe wie ehedem Ester Seitz den Boden für Antisemiten, Rechtsextreme, Nazis, Verschwörungsmystiker, Reichsbürger*innen, Esoteriker und Umstürzler. Nicht zu vergessen, die Rolle, die Michael Ballweg bundesweit spielt. Sie bekennt sich ausdrücklich dazu, der Kopf von Querdenken721 zu sein. Damit ist sie ein Teil der Gefolgschaft von Ballweg. Und damit Teil der Bewegung, die vom Verfassungsschutz wegen rechtsextremer und verfassungsfeindlicher Umtriebe beobachtet wird. Vor all dem mag sie die Augen verschließen und in bekannter Manier wie ein trotziges Kind behaupten, es wäre nicht wahr. Glaubhafter wird es dadurch nicht.

Artikel in den BNN vom 29.1.2021
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