You are currently viewing illegaler Querdenker Spaziergang in Karlsruhe am 27.12.

illegaler Querdenker Spaziergang in Karlsruhe am 27.12.

Angekündigt war für den 27.12. ein weiterer illegaler Spaziergang, also eine Demonstration der Querdenker in Karlsruhe.

Zum Versammlungszeitpunkt, 18 Uhr, kamen mehr und mehr Menschen auf den Marktplatz in Karlsruhe, bis ca. 120 Personen verteilt in Kleingrüppchen auf dem Marktplatz versammelt waren. Gegen 18:45 lief eine kleinere Gruppe von ungefähr 40 Personen in südlicher Richtung vom Marktplatz weg – und über eine der Fächerstraßen – Lamm oder Herrenstraße – zur Kaiserstraße. Die Polizei fuhr kurz nebenher – wollte aber nichts weiter unternehmen.

Die verbliebene größere Gruppe lief kurz danach vom Marktplatz auf die Kaiserstraße und vereinigte sich an der ehemaligen Haltestellt „Herrenstraße“ mit der anderen Gruppe. Gemeinsam konnten dann 120 Querdenker, trotz Allgemeinverbot der Stadt Karlsruhe, auf der Kaiserstraße zum Europaplatz und zurück zum Marktplatz laufen. Die Polizei filmte und kesselte am Ende am Marktplatz ca. 30 bis 40 Querdenker ein und stellte Personalien fest. Die Personen werden jetzt wohl einen Bußgeldbescheid bekommen. Es ist zu hoffen, dass die Stadt den Rahmen voll ausschöpft. Danach war die Demonstration, die noch weiter gehen sollte, allerdings auch zu Ende. Um den Kessel bildete sich eine tw. grölende Zuschauergruppe – die allerdings nicht eingriff.

Ich wurde mehrfach an diesem Abend von Klaus Schimmelpfennig aus Rheinstetten gefilmt und fotografiert – die Aufnahmen sind zwischenzeitlich in seiner Telegramgruppe zu finden. Er nannte mich mehrfach Bundestagskandidat – obwohl die Wahl ja schon vorbei ist und hat damit versucht, die Aufnahmen der „öffentlichen Person“ Jörg Rupp zu rechtfertigen.

Ein mir unbekannter Mann hat mich mehrfach als „Faschist“ und „Kinderschänder“ beleidigt – der landetet am Ende im Polizeikessel – insofern konnte ich hier im Nachgang Strafanzeige stellen. Leider folgte er mir nicht, als ich ihn 15m von einer Polizeigruppe entfernt aufforderte, doch das von ihm höchst aggressiv vorgetragene „Du Faschist“ mit mir auszuboxen.

Die Polizei war erst am Ende mit ausreichend Beamten vor Ort – die Strategie scheint zu sein, Eskalationen zu vermeiden und nur kleinere Gruppen zu kesseln und Bußgelder zu verhängen. In der Hoffnung, dass sie dann nicht mehr kommen. Grundrechte.Jetzt hat angekündigt, für alle Bußgelder aufzukommen – allerdings sei ihre „Kriegskasse“ nur ca. 4000 € schwer. Ob Klaus Schimmelpfennig, der ja nicht arm ist, hier aushelfen wird, ist unklar. Ansonsten war es wie immer: die Rädelsführer, die auch immer wieder laut die Richtung vorgaben, waren nicht im Kessel und wurden nicht belangt. Die Fußtruppen bezahlen Bußgelder – und wurden mal wieder ohne den Schutz des Versammlungsrechts belassen. Alleine, um dem Staat zu zeigen, dass man ihm auf der Nase rumtanzt. Eine Eskalation ist absehbar.

Wenn die Polizei so agiert, muss die Stadt Karlsruhe keine Allgemeinverfügung erlassen, die ja dann noch keine Konsequenzen hat. Denn Demonstrationen ohne Anmeldung sind nicht erlaubt, sofern sich kein Versammlungsleiter findet.

Interessant war im Gespräch mit dem Einsatzleiter, dass er mir am Ende zustimmte, dass die Gefahr, die ich im letzten Beitrag skizziert habe – nämlich, dass das Versammlungsrecht verschärft würde – oder weitere Konsequenzen durch die Innenminister zu ziehen wären, wenn diese unangemeldeten Demonstrationen fortgeführt werden. Was dann eben negative Auswirkungen auf das demokratische Demonstrationsrecht hat.

Fazit: es gab wieder ein paar unschöne Bilder, ein paar dümmliche Wortgefechte, bei dem einen das Wort, kaum man es ausgesprochen hat, im Mund herumgedreht wird.  Und es gab eine nicht angemeldete Versammlung, die mal wieder zu spät unterbunden wurde und das wird von den Karlsruher Querdenkern auch so gefeiert. Alles wie immer.

In Ettlingen, wo ich gestern Abend nicht war, kam es tatsächlich noch zu Tätlichkeiten gegen einen Genossen:

„Am 27.12.21 beobachtete ich eine illegale Versammlung aus dem
Querdenkerspektrum vor dem Rathaus in Ettlingen. Nachdem sich etwa 25
Personen dort versammelt hatten, rief ich die Polizei beim Revier Ettlingen.
Kurz nach meinem Telefonat kam ein Herr mittleren Alters von hinten auf mich
zu, versuchte mir das Handy zu entreißen und drohte mir mehrmals sinngemäß
mit den Worten: Du schwule Sau, Du kannst Deinen Freunden ausrichten, Dir
und denen schlagen wir in die Fresse. Er lief mir mehrere Meter hinterher
und wiederholte die gleichen Worte. Eine Zeugin bot mir an, dies zu
bezeugen, was ich jedoch dankend ablehnte. 

Kurze Zeit später befand ich mich auf dem Heimweg auf der Rathausbrücke, auf
der sich wiederum eine Gruppe von ca. 6 bis 7 Menschen versammelt hatte. Ich
befand mich bereits einige Meter in der Kronenstrasse als ich von dieser
Gruppe zunächst von hinten mit der Behauptung, ich hätte Einzelfotos von den
Personen geschossen, bedrängt und eigekreist wurde. Als ich auf die
Aufforderung, das Handy herauszurücken, nicht reagierte wurde ich von einem
Mann aus der Gruppe erheblich attackiert und zu Boden gestoßen.

Dabei kam es zu Prellungen und Hautabschürfungen am linken Knie und am
linken Ellenbogen sowie zu einer Beschädigung meiner Jacke. Ein junger Mann,
der mit seinem Hund unterwegs war, kam hinzu und wurde, nachdem er lauthals
interveniert hatte, ebenfalls zu Boden gestoßen.

Was bleibt? Wir bleiben gemeinsam weiterhin dran. Denn:

Was mich an ihnen interessiert, ist nur eins: dass man sie hindert, das zu tun, was sie eben tun, wenn man sie nicht hindert

(Droste)

0 0 votes
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
2 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
Eberhart

War die Gegendemonstration angemeldet?