Rückblick auf #ka0306 – Querdenken in Karlsruhe

Rückblick auf #ka0306 – Querdenken in Karlsruhe

Die wichtigste Botschaft des Tages – ich wiederhole mich da gerne – war, dass Querdenken zu einer Großdemo nach Karlsruhe aufgerufen hatte, und viele QD-Prominente in Karlsruhe waren – vorneweg Michael Ballweg – und nur 11% der Menschen kamen, die ursprünglich angemeldet waren. Was für ein Reinfall – aber im Trend der Querdenken-Kundgebungen bundesweit. Es kommen immer weniger Menschen. Keine der „Wahrheiten“ hat sich wirklich bewahrheitet, vielen geht auf, dass weder Menschen reihenweise an den Impfungen sterben. Darüber hinaus müssen sie erkennen, dass das „Ermächtigungsgesetz“, wie sie das Infektionsschutzgesetz nannten, zu keinen undemokratischen Ermächtigungen geführt hat – sondern nun, da die Pandemie abklingt (oder nur eine Pause macht) auch wie in einer Demokratie erwartbar, ganz oder teilweise zurückgenommen werden.

Und auch wenn die Kundgebungen in Karlsruhe noch eine Weile weitergehen werden – das Ende ist absehbar. Es wird vor allem um die Impfpflicht gehen, die es nach wie vor nicht gibt, dazu wilde Geschichten über Diktatur und fehlende Freiheit, die immer weniger glauben werden. Sollte keine 4. Welle kommen, ist das Trauerspiel bis Ende des Jahres Teil der unrühmlichen Stadtgeschichte.

Daher mache ich mir auch nicht die Mühe, die Reden zu analysieren. Ich habe keine Lust auf die x-te Wiederholung des immer selben Sermons, auf die immer wieder, längst widerlegten „Argumente“. Keiner dieser Menschen muss Freiheit fordern. Denn es gibt einen demokratisch verfassten, gesellschaftlich ausgehandelten Vertrag, der sich Grundgesetz nennt. Und in diesem Grundgesetz sind Rechte und Pflichten festgehalten, die man so als Bürger*in in diesem Land hat. Das beginnt schon in Artikel 2:

1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Interessant bei all dem ist auch, dass es keinerlei Stellungnahmen aus der Orgagruppe gibt, warum denn nun so wenige Leute da waren. Es gibt hübsche Videos und Bilder – aber die Leere am Mount Klotz – die wollte bislang niemand erklären. Auch nicht Frau Israel, die doch sonst so mitteilungsbedürftig ist.

Insofern bleibt der Rückblick auf den umstrittenen Polizeieinsatz.

Zwischenzeitlich gibt es Videos, die den Vorfall aus einer anderen Perspektive aufzeigen.

Maurice Kollof, Mitglied bei „Die Basis“  beispielsweise hat ein Video gedreht.

Das Video ist wundervoll, denn es zeigt, dass es den von der Polizei behaupteten Übergriffsversuch nicht gab.

Überhaupt, der versuchte Übergriff:

wie ich im vorherigen Artikel schon darlegte, begründete die Polizei in einer Lautsprecherdurchsage nach der Einkesselung:

Der Vorwurf lautete in der zweiten über Lautsprecher verbreiteten Ansage, dass die Personen wegen Verstößen gegen Auflagen an der Haltestelle „Europahalle“ gekesselt wären und ihre Personalien aufgenommen würde.

Von diesem Vorwurf ist im Nachhinein nichts mehr übrig. Die Polizei behauptet nun, dass die Einkesselung erfolgte, weil wir Antifaschist*innen versucht hätten, auf das Gelände der Querdenkenkundgebung zu kommen. Hier im Originalton die Polizei Karlsruhe. Im Video zeigt sich nun, dass während die Antifaschisten in die Günther-Klotz-Anlage einlief, die Polizei in Ruhe und überlegt zunächst die Grenze zwischen beiden Kundgebungsflächen mit Fahrzeugen sicherte. Davor zogen dann zusätzlich zur Sicherung Polizist*innen auf. Warum von Anfang an diese Grenze nicht gesichert war, ist völlig unverständlich, erste Auseinandersetzungen mit der Polizei gab es ja schon zuvor.  Trotzdem gab es nach der Sicherung durch Fahrzeuge und Polizeibeamte keine Möglichkeit mehr, auf das Querdenkendengelände zu kommen, davon abgesehen, dass der Wunsch dazu auch gar nicht da war. Was die Polizei bei ihrer Legende nicht berücksichtigt, ist die Tatsache, dass es weiterhin sehr leicht möglich gewesen wäre, auf dieses Gelände zu kommen – ich selbst habe noch während der Aufnahme der Personalien der im Kessel gefangenen Personen völlig unbehelligt den Weg zwischen den Polizeifahrzeugen hindurch gemacht und dort Fotos von Verstößen gegen die Maskenpflicht geschossen.

Man sieht auch gut, dass die Legende, die Klaus „Rotlicht“ Schimmelpfennig spinnt, dass wegen des Kessels die Polizei sich nicht um Querdenken haben kümmern könne (und er deshalb einen vierstelligen Betrag spenden möchte) nicht stimmt: die Polizei hat sich schlicht nicht gekümmert.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=gdYTbiWVYjM

 

Dass die Polizei im Nachhinein selbst rund 2000 Verstöße gegen die Coronaverordnung gezählt haben will, deutet angesichts der Tatenlosigkeit darauf hin, dass es weitaus mehr waren. Darauf weisen auch die zahlreichen Bilder hin, die vorhanden sind. Frau Israel selbst hat mehrere Fotos von sich veröffentlicht, bei denen sie ohne Maske, von der sie angeblich befreit ist, und ohne Abstand mit anderen Menschen posiert.

Quelle: BNN

 

Die Badischen Neues Nachrichten bilanzieren:

Dem ist nichts hinzuzufügen. Der Polizeieinsatz wird Dank der LINKE-Gemeinderatsfraktion auch ein politisches Nachspiel haben.

Die LINKE ist dabei die einzige Partei (und Fraktion), die sich dem Querdenkendenwahnsinn entgegen stellt.

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