Twitter-Account reaktiviert

Am 5. Januar diesen Jahres wurde mein Facebook-Account für eine Woche und mein Twitter-Account dauerhaft gesperrt. Ich habe damals darüber berichtet. Im Laufe des Jahres hatte ich mehrere Anläufe unternommen und immer mal wieder versucht, bei Twitter eine Änderung zu erreichen. Ich bekam aber immer dieselbe Antwort.

Hallo,

dein Account wurde gesperrt und wird nicht wiederhergestellt, da er gegen die Twitter Nutzungsbedingungen verstoßen hat, insbesondere gegen die Twitter Regeln gegen Hass-Inhalte.

[…]

Faszinierend daran ist und bleibt, dass es zu keiner Sekunde einen Austausch über die Sperre gab. Nie hat jemand persönlich reagiert, nie ist man meiner Anfrage nach einem Gespräch, einem Mailaustausch oder Ähnlichem auch nur ansatzweise spürbar eingegangen.

Nach langem Überlegen dann, einem Versuch, einen neuen Account anzulegen, der „erkannt“ wurde – ich nehme an, er wurde von einem langjährigen rechten Stalker gemeldet, denn der schrieb mir nach der Sperre des neuen Accounts eine triumphierende Mail – und daher auch wieder gesperrt wurde, erschien mir die Situation nach wie vor ungerecht. Ich hatte mir nichts vorzuwerfen. Hinzu kam, dass ich mit Alvar Freude unter dem neuen Account ein Gespräch hatte, indem er mir indirekt vorwarf, nichts unternommen zu haben. Das ging mir dann doch einige Zeit durch den Kopf. Und darüber hinaus ist ja Twitter ein andere Kanal als FB, ich war mit anderen Menschen verbunden als dort. Und mir fehlte da nicht nur der Input, sondern auch dieser Austausch.

Auch wenn das Geld knapp war und ist, habe ich bei Thomas Stadler, mit dem ich auch lange schon bei Twitter und FB verbunden bin, seitdem er mir juristisch gegen den Journalisten Christian Füller geholfen hatte, dann am 23. Oktober nachgefragt, ob er meine, dass es noch möglich sei, nach der Zeit zu versuchen, den Account zu reaktivieren. Da er dies bejahte, gab ich ihm am 5. November den Auftrag, mich juristisch gegen Twitter zu vertreten. Er schrieb an Twitter, in dem er den Vorgang noch einmal zusammen fasste. Beide rechneten wir nicht damit, dass es ohne Klage gehen würde. Auch wenn die Frist verstrich und ich keine Nachricht von Twitter erhielt: am 21.11. bekam ich von einer Followerin eine Mail, dass der Account wieder da sei. Ich habe von Twitter darauf weder einen Hinweis noch sonst etwas bekommen. Ich kann nicht genau sagen, seit wann der Account wieder da ist – die Frist 10.11. hatten sie auf jeden Fall verstreichen lassen.

Ich fremdel noch ein bisschen, merk ich. Aber das wird schon. Schön, dass ich wieder da bin. Und falls jemand findet, ersie könne mir bei der Finanzierung dieses Vorgangs ein wenig helfen, auch wenn jetzt keine Klage notwendig war, hier nochmal der Hinweis auf die Möglichkeiten.

Update:
Zwischenzeitlich ist darüber ein Bericht in der New York Times erschienen. Twitter beruft sich ausführlich auf die ToS – die Terms of Service. Ich bleibe dabei: es war eine direkte Reaktion auf das neu erlassene NetzDG.

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