ehrlich und seriös

Eine Frau besitzt ein gutgehendes Geschäft in einer kleineren Ortschaft, irgendwo in Deutschland. Es sichert ihr Auskommen, sie beschäftigt ein paar wenige Menschen. Sie wird nicht reich, scheint aber zufrieden. Um ihre Kunden ordentlich zu bedienen, stellt sie Anfang 2010 eine Mutter in Elternzeit ein.

Sie selbst spezialisiert sich ein bißchen auf eine bestimmte Art von Kunden und ihre Produktinteresse – und als sie während des Jahres die Gelegenheit erhält, in die nächstgrößere Stadt umzuziehen, wo sie mehr von genau diesen Kunden hat, nimmt sie diese Gelegenheit wahr. Ihrer frisch eingestellten Mitarbeiterin macht sie ein interessantes Angebot: ich weiß, dass ich nicht alle Kunden dazu bewegen kann, weiter bei mir Kunde zu sein, weil der Weg zu weit wird. Übernimm du doch die Kunden, die du bisher betreut hast, die von mir, die nicht so weit fahren möchten, bekommst du dazu – und mache dich selbstständig. Geh zu meinem Stuerberater, der liefert dir alle notwendigen Zahlen.

Gesagt, getan, überlegt: der Steuerberater eröffnet, dass der Kundenbestand bezahlt werden müsse, so xx.000 € müsse man branchenspezifisch schon rechnen. Ja, und einen Teil der Geschäftseinrichtung könne man übernehmen, für die Überstunden und den Resturlaub.

Die Mitarbeiterin ist guten Mutes, erkundigt sich über Ablöse, rechnet, nimmt ein Darlehen auf und will einen Übernahmvertrag machen für den Tag, an dem das Darlehen ausbezahlt wird. Am Ende stellt sich heraus, weil es angeblich zu lange ging, dass aus der Verhandlung mit dem Ergebnis, dass weniger Geld zu bezahlen sei, folgt: die Inhaberin zieht um, versucht aber jetzt alles, um alle Kunden mitzunehmen. Sie bricht alle mündlichen Absprachen, verweigert sich Gesprächen, unterlässt zugesagte Hilfestellungen, hat keine Zeit für Besprechungen und geht sogar soweit, ein Teil der Überstundenvergütung nicht ausbezahlen zu wollen und den Kunden, die sie nicht mitnehmen kann zu empfehlen, zur Konkurrenz zu gehen. Sie behält wichtige Post ein, die für die neue Inhaberin ist und schadet somit bewusst ihrer „Nachfolgerin“ – in der Branche ein nicht ganz richtiger Ausdruck. Es bleibt der Eindruck, dass man versuchte, irgendwie an xx.000 € zu kommen.

Warum ich das poste: weil mir eine solche Unanständigkeit tierisch auf den Keks geht.

Be the first to like.

Kommentar verfassen