Monika Ebeling in Goslar

Die Männerbewegung Maskulisten haben einen neuen Helden. Ach, was red ich, sogar eine Heldin. Sag noch mal einer, die wären engstirnig. Monika Ebeling heißt sie und sie war Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goslar.

Kurz zur Geschichte, die ja vielfach im Netz und den Medien kursiert ist: Frau Ebeling hat ihren Job ernst genommen und sich für Frauen und Männer eingesetzt. Von ihrem Amt wurde sie nach einem Antrag der Linksfraktion im Goslaer Gemeinderat abberufen. Denn sie tat etwas, was durchaus ungewöhnlich ist für Gleichstellungsbeauftragte: sie setzte sich auch für Männer ein und widersetzte sich einseitiger Frauenförderung bzw. dem einseitigen Schutz von Frauen vor Disksriminierungen.

So hat sie darauf aufmerksam gemacht, dass bei einer Kinderschutzwoche es durchaus unangebracht ist, Brötchentüten mit dem Text: „Gewalt an Frauen und Kindern kommt nicht in die Tüte“ bei den Bäckern zu verwenden und doch die Frauen weglassen sollte oder geschlechtsneutral formulieren sollte. Ich denke auch, dass man bei einer Kinderschutzwoche durchaus den Fokus auf den Kindern lassen kann – denn diese werden durchaus auch Opfer von Frauen – und zwar, wenn man Studien glauben darf, zur Hälfte.

Im Handbuch der Wanderausstellung zu Gewalt in Paarbeziehungen stellte sie fest, dass dort entgegen der Datenlage ausschließlich von Männern als Täter und Frauen als Opfern die Rede war. Dies kritisierte sie.

Zwei Punkte, die ich für unsterstützenswert halte. Sie hat in diesen Punkten recht: Frauen sind TäterInnen auch bei Kindern, da in erheblichem Maße und bei Männern, da nicht so stark. Zum letzten Punkt gibt es differierende Zahlen, ich persönlich beziehe mich dabei in aller Regel auf die Zahlen der Pilotstudie „Gewalt gegen Männer„, die von ca. 5-10% ausgeht. Die Maskus reden davon, dass hier eine Gleichverteilung herrscht – die Realität – Krankenhausbelegungen, keine Männerhäuser – spricht da eine andere Sprache. Und bei Kindern halte ich die pauschale Vereinahmung der Kinder durch Feminstinnen in der Gewaltfrage für Opferverhöhnung.

Was sie allerdings veranlasst hat, auf die völlig dubiose Seite des „Väternotrufs“ zu verlinken, verstehe ich nicht. Es gibt sachliche Informationen zu Väterfragen im Internet, vaeter.de bspw. hätte es sicherlich getan.

Erschreckend finde ich, dass die GRÜNEN in Goslar finden Benachteiligung von Männern aufzeigen und „beseitigen“ sei nicht ihr politischer Wille. Ich finde schon, dass man die Benachteiligung jedes Individuums aufzeigen und beseitigen muss, ob ein Mann, eine Frau, ein Kind, ein Junge, ein Mädchen, Transsexuelle und so weiter (sorry fürs „mitmeinen“) betroffen sind.

Ich finde es schade, dass angesichts der richtigen Feststellung, dass die Gleichberechtigung der Frau nach wie vor nicht erreicht wird, fälschlicherweise davon ausgegangen wird, die Gleichberechtigun des Mannes wäre erreicht. Gender Mainstreaming bezeichnet den Versuch, die Gleichstellung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen durchzusetzen (wikipedia). Alle Geschlechter sind in irgendeiner Weise von Benachteiligung betroffen. Man sollte die beiden Problemfelder daher nicht gegeneinander aufrechnen oder zu vergleichen versuchen. Denn es sind grundlegend verschiedene Dinge – wobei manchmal des einen Vorteil des anderen Nachteil bedeutet. Was die Emotionaliät in die Debatte bringt. Leider. Wir grünen Männer haben ja an anderer Stelle versucht, mehr Sachlichkeit in die Debatte zu bringen – wobei hier auch der nächste Schritt notwendig ist.

Frau Ebeling könnte etwas ungeduldig gewesen sein – wie dieser taz-Artikel aufzeigt. Möglicherweise war sie auch nicht diplomatisch in ihrem Vorgehen. Sicherlich hat sie sich mit Agens und IGAF auf die Seite von Rechtspopulisten geschlagen. Und vermutlich haben einige überreagiert – meine grünen FreundInnen aus Goslar auf jeden Fall schon (update: in der Aussage, Gleichberechtigung vn Mänenrn wäre nicht das politische Ziel) . Ich kenne das aus eigener Erfahrung – es ist nicht immer leicht mit diesem Thema.  Aber es sollte möglich sein, dass beide Seiten – sodenn es denn tatsächlich welche sind, wenn man Extremisten außen vor lässt – Verständnis für die jeweils andere Seite aufbringt. Das scheint mir nach dem Fall Ebeling notwendiger denn je.

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101 Gedanken zu „Monika Ebeling in Goslar

  1. Michael Baleanu

    „Kinder, die in den ersten drei Jahren beinahe auschließlich ihre Mutter als Spielkameradin haben, werden Entwicklungstörungen vorweisen – vor allem in sozialer Bindungsfähigkeit.“

    Dein Wort in Gottes Ohr: Ja, auch der Vater sollte Spielkamerad in den ersten drei Jahren sein. Dazu braucht er allerdings das gemeinsame Sorgerecht von Geburt des Kindes an!

    Denn er muss Folgendes vermeiden: Dass die Mutter, die nicht erkennen kann, dass es zu Entwicklungsstörungen des Kindes führt, wenn sie alleine mit dem Kind lebt, mit ihm abhaut.

    Das ich das noch erleben darf, dass sich ein Grüner für das Sorgerecht des Vaters ab Geburt des Kindes ausspricht! Hat mich positiv überrascht.

    Leider haben die anderen Parteigenoss.I.nnen eine vollkommen andere Meinung. Schade.

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  2. Astrid

    @ Jörg: Ich meine die Behauptung, dass Frau Ebeling gechasst wurde, weil sie sich auch für Männer einsetzte. Zu der Ausstellung, die Frau Ebeling kritisierte habe ich noch das hier gefunden: http://krautism.blogspot.com/2011/06/die-mannerfreundliche-frau-ebeling.html. In dem Handbuch wurde offenbar durchaus auf männliche Opfer aufmerksam gemacht.

    @ Michael Knuth: Ich bin übrigens nicht Astrid Lutter. Es sollte Ihnen klar sein, dass dieser Vorname nicht ganz unüblich ist. Sie passen sehr gut zur Männerrechtssekte mit Ihren Verschwörungstheorien. Das hier: http://www.vaeternotruf.de/amtsgericht-wernigerode.htm sind also nicht Sie? Dann entschuldige ich mich selbstverständlich, Sie mit dem Väternotruf in Verbindung gebracht zu haben.

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  3. Astrid

    Lieber Jörg, wo Du nun meinen letzten Beitrag nicht freigeschaltet hast (warum eigentlich?), könntest Du vielleicht trotzdem freundlicherweise Herrn Knuth darauf hinweisen, dass ich nicht diejenige bin, für die er mich hält. Der arme Mann verstrickt sich doch sonst immer mehr in seine Verschwörungstheorien.

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  4. Yussuf K.

    Sie meinen ernsthaft, weil es keine Männergewaltschutzhäuser gibt, dass es deshalb auch keine häusliche Gewalt von Frauen gegen Männer gibt? Der von Ihnen benannte Anteil von 5-10% stammt aus einer Pilotstudie, die mittlerweile älter als 10 Jahre ist. Vor einer notwendigen Folgestudie hat das Frauenministerium verständlicherweise Abstand genommen, weil man vor deren Ergebnis schlichtweg ANGST hat.

    Ich bin von meiner Ex selber geprügelt worden und als die Polizei kam, wollte man mich mitnehmen, obwohl ich die „Beulen“ hatte. So sieht die Realität aus und offensichtlich will man nicht an der weiblichen Opferrolle rütteln.

    Das muss man als Mann akzeptieren und so empfehle ich jedem jungen Mann sich konsequent zu schützen: Keine Kinder, keine Ehe, eigene Wohnung! Dann bleibt man vor Falschbeschuldigungen, Unterhaltsbazocke, Kindesentzug, Scheidungskosten, Gewaltschutzgesetz etc. verschont!

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    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      da steht nichts von „keine häusliche Gewalt“ – sondern es ist ein Beleg dafür. Eine andere Ursache ist sicherlich die fehlende Hilfesuche von Männern.
      Ich kann verstehen, dass in einem solchen Fall wenig Vertrauen zum anderen Geschlecht da ist. Nur, dann zu Pauschalieren ist dann sicher der falsche Weg. Es gibt leider keine aktuelleren Zahlen als die 5-10%, ich finde diese jedoch ausreichend, um eine folgestudie zu finanzieren und wir GRÜNEN forern das auch seit Jahr und Tag in den Programmen.

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  5. Sebastian

    @ Astrid

    NEIN, widerlich war diese Aktion mit der Brötchentüte, WEIL Männer nur als Täter, Frauen nur als Opfer vorkamen.

    “ Mit der Strategie, kann ich nahezu jedes sogenannte “Familiendrama” benutzen, um zu begründen, warum Männer niemalsnicht das Sorgerecht für ihre Kinder bekomen sollten“

    Ja…dann könnte ich genauso jeden Kindsmord (Kühlschrank, Blumenkübel) von einer Frau benutzen, um zu begründen wieso Frauen nie nie niemals nicht (um mal bei ihrer kindischen Sprache zu bleiben) das Sorgerecht bekommen sollten…

    Und nun? Merken sie was?

    Gewalt gegen Kinder und auch Mord an Kindern gehen nunmal in der Merhzahl von Frauen aus…von daher ist es schon ein starkes Stück gewesen diese Brötchentüte…

    Mit Lügen kommen wir hier nicht weiter. Sie verdrehen jedoch das Ganze…ich tippe mal: Sie sind Feministin.

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  6. Sebastian

    PS:

    Für einen Grünen haben sie in der Sache sogar recht progressive Ansichten…

    Leider sehen das die Merhzahl ihrer GenoSinnen nicht so.

    Wechseln sie die Partei: Die Grünen sich heuchlerisch und (Kriegs)-Verbrecher…wieso sind sie noch bei einer Partei die Angriffskriege befürwortet hat?

    Darauf hätte ich mal gerne ne Antwort… Wie kann man vor sich selbst verantworten einer Partei anzugehören die Millionen Menschenleben auf dem Gewissen hat?

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  7. Sebastian

    PS:

    Was Horst sagt stimmt. So wie über Männer würdet ihr Grünen euch nicht wagen über Frauen oder AusländerInnen zu reden.

    Nur mit dem deutschen Michel kann man es machen?

    Ich meine es ist ja bekann das die Grünen Deutsche abschaffen wollen. Krass eigentlich…was sagen sie denn dazu. zu den Äußerungen eines Trittins, Fischer usw.

    Hört sich nach Völkermord an…“die Deustchen abschaffen“

    Wie können se es rechtfertigen bei einer Partei zu sein die ein komplettes Volk abschaffen will?

    Und bitte kein Blabla von wegen das stimmt alles nicht…

    Ist alles dokumentiert.

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    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      Niemand will „die Deutschen“ abschaffen. Ich kenne die aus dem Zusammenhang gerissenen Zitate, gebe aber gleichzeitig zu bedenken, dass man den Kontext betrachten muss.

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  8. Sebastian

    Achso und ich erwarte natürlich eine Antwort auf die Frage wie man bei einer Partei sein kann, die Angriffskriege zu verantworten hat und ein ganzes Volks ausdünnen (Fischer) will.

    Meinen Nazi-Großeltern (waren wirklich Nazis) habe ich ja auch diese Fragen gestellt.

    Aber sie können sich heutzutage in Zeiten des Internnets nicht darauf berufen, von nichts gewusst zu haben.

    Ich bin gespannt auf die Antwort bzw. die Rechtfertigungsversuche eines Grünen 😉

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    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      Es gibt nichts zu rechtfertigen. Ich habe gegen die Teilnahme am Kosovoeinsatz ebenso wie gegen die Teilnahme am Afghanistankrieg gekämpft – und war nicht bei der Mehrheit. Trotzdem verlasse ich die Partei nicht, kämpfe weiter um meine Positionen (z. B. in Göttingen) und werde das auch weiterhin tun.

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  9. Astrid

    @ Sebastian: Es ist abartig, wie Sie und Frau Ebeling tote Kinder ideologisch instrumentalisieren. Mehr sagte ich nicht. Ihre Aufrechnerei ist durchschaubar und hat mit der Wahrheit nichts zu tun.

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  10. XRay

    Es ist insbesondere abartig, wie frau Brötchentüten ideologisch intstrumentalisiert. Da kann einem schon die Lust auf das tägliche Brot vergehen.
    Gerade in Bezug auf Gewalt gegen Kinder dürfen TäterInnen nicht unter Brötchen versteckt bzw. unter den Tisch gekehrt werden.
    Frauen sind keine Bessermenschen und FeministInnen schon zweimal nicht.

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  11. Hans Baer

    Ich bin froh, dass es auch noch Frauen gibt,die ganz uneigennützig Partei und Meinung für den Mann (und Frau)einnimmt – (Monika Ebeling).Seit ich Mitte der 70er Jahre die ersten Feministinnendemos verfolgt habe, bin ich immer wieder auf der Spur dieser geblieben. Ich habe auch als Mann in den 60ern unter den heimtückischen seelischen Vergewaltigungen leiden müssen. Dies wohl auch nur deswegen, weil ich in den alten klassischen Werten einer „Wilhelminischen Gesellschaftsordnung und Anschauung“ groß geworden bin. Leider können wir sicherlich nicht jeden Einzelnen dahin bringen, Mann und Frau als gleichberechtigte Partner anzusehen und zu behandeln. Aber den anderen Menschen so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte – nach dem alten Sprichwort: “ das was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu!“

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