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Vater sein dagegen sehr…

Ein guter Tag für deutsche Väter. Der europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Deutschland nicht miteinander verheiratete Väter und Mütter gleich zu behandeln hat, so wie das in den meisten anderen europäischen Ländern längst der Fall ist. Wir GRÜNEN hatten schon im letzten Jahr erfolglos im Bundestag beantragt, dass Vätern zumindest eine gerichtliche Klärung der Sorgerechtsfrage möglich sein müsste – kein Sorgerecht, womöglich von der Mutter nicht angegeben – keine Klagemöglichkeit. Diese diskriminierende Regelung, die teilweise noch von den Jugendämtern befördert wird, muss nun endlich gekippt werden. Mein Sohn Jakob war unehelich, als wir nach der Geburt gemeinsam auf dem Jugendamt Karlsruhe waren, um das gemeinsame Sorgerecht eintragen zu lassen, wurde meine jetzige Frau vom Jugendamtsmitarbeiter sehr massiv dahingehend beraten, das nicht zu tun – ob sie denn wisse, was sie ad tun, sie hätte da dauernd den Mann drin, im Falle einer Trennung etc.pp. Von einem Mitarbeiter, nicht einer Mitarbeiterin! Selbstverständlich hat sie sich nicht davon abbringen lassen, aber der Vorgang an und für sich ist unglaublich.

Das Gesetz wird nicht alle Probleme lösen, natürlich nicht. Es wird immer Eltern geben, die nach der Trennung streiten. Es wird Eltern geben, die wegen einem One-Night-Stand zu Eltern geworden sind. Aber es gibt keinen zwingenden, ersichtlichen Grund, warum eine Mutter deshalb alleine und unausweislich noch veränderbar die alleinige Sorge haben soll. Für Härtefälle wie Kinder aus Vergewaltigungen oder Schikane muss es eine Regelung geben, völlig klar – die in beide Richtungen geht. Denn nicht nur Väter schikanieren, auch Mütter tun das – Regeln, Vorschriften, Umgangsverweigerungen, …man findet immer Beispiele für Fehlverhalten auf beiden Seiten. Aber ich denke, das notwendig gewordene Gesetz wird in einigen Fällen Ruhe in den Streit bringen, aber vor allem ist es ein Signal an die Allmacht der Alleinsorgeberechtigten. Gemeinsame Wege für das gemeinsame Kind zu finden, wird zukünftig ganz vorne stehen.

Parteipolitisch finde ich dabei hochinteressant, dass die allseits hochgeachtete Justizministerin hier ideologisch verbrämt nun das Ergebnis einer Studie abwarten will – Väter (vorrangig betroffen) also bis Ende 2010 warten sollen. Ausgerechnet die FDP, auf die die radikalisierte Männerbewegung so große Hoffnungen gesetzt hatte, lässt die Männer hier im Stich.