her mit den wilden Weibern

oder so ähnlich könnte die Forderung aussehen, liest man Tills Blog von heute zur Verteilung von Männern und Frauen als Autor_innen der letzten 100 Beiträge bei Carta. Till ist ja selbst Autor dort. In einem längeren P.S. zu diesem Artikel klärt er nochmal näher auf, wie lange die Debatte um diese Frage auch schon carta selbst beschäftigt, deren Empfehlung lautet:

Aber sie (Frauen) sollten es (bloggen/schreiben)lauter tun. Eine Flüstertüte nehmen und rufen, ‘seht her, ich hab was geschrieben, das euch interessieren wird!’. Mit Leuchtfarbe auf Twitter, facebook, identi.ca – wo auch immer, annoncieren. In anderen Blogs Werbung machen. Sich vernetzen. Sich was trauen. Für Öffentlichkeit sorgen.

Ein kurzer Vergleich. Die Netzpiloten stehen scheinbar vor einem ähnlichen Problem:

https://twitter.com/Isarmatrose/status/319446876149657600

Und schaue ich in die Liste der Autoren bei heises Telepolis  zeichnet eine Frau unter lauter Männern als Autor_innen und Blogger_innen. SChaue ich ins baden-württembergische Blog von uns Grünen, in dem ich auch sporadisch mitschreiben, dann finde ich dort 10 Autor_innen von 20. Die letzten 15 Beiträge sind von Männern geschrieben – das war kaum besser, auch solange noch Silke Krebs ihre Freitagskolumne dort geschrieben hatte.

Als mögliche Lösung schlägt sie einen Ort vor, an dem quasi das Schwimmen geübt werden kann, der sanfte Übergang von Tweets und Kommentaren zu eigenen Blogtexten.

kann man bei Till noch als Lösungsvorschlag von Vera Bunse von Carta nachlesen.

Ist es das? Oder ist es das nicht?

Am 15. November veröffentlicht die AGOF folgende Studie:

Während Sport- und Testergebnisse bei den männlichen Onlinern stark nachgefragt sind (76,6% bzw. 68,7%), interessieren sich zwei Drittel der Frauen für Lifestyle-Themen wie VIP-News oder Horoskope. Bei weit über 50 Prozent der Männer stehen zudem Nachrichten (Weltgeschehen oder regional), der Bereich „Flirten und Kontakte“ so­wie Webblogs/ Blogs auf der Liste der häufig genutzten Aktivitäten. Sechs von zehn Frauen wiederum nehmen im Internet besonders oft die Themenkomplexe „Familie und Kinder“, „Essen, Trinken und Genießen“ in Anspruch, sowie jede Zweite außerdem Jobbörsen.

Ähnliche Ergebnisse bekommt man auch für die Nutzung von Smartphones:

Frauen wollen wissen, wie es ihren Freundinnen und Verwandten geht. […]Männer dagegen fokussieren sich stärker auf praktische Anwendungen.

Ich glaube, Till beschreibt das Problem schon selbst ganz gut:

[…]ich kenne mich da allerdings zugegebenermaßen nicht so besonders aus, was Männerthemen wären

Es ist ein klassisches Genderproblem. Männer sind anders, Frauen auch. Es ist das selbe wie mit Frauen in der Politik: die wenigsten drängen sich auf. Deshalb gibt es keine Frauen bei den Piraten, also so gut wie keine (ja, ich weiß, die Berliner Liste!) und wenige bei der CDU und erst recht wenige bei der SPD. Bei uns funktioniert das nur über die Quote. Weil sich sonst die Männer vordrängen würden und die Frauen mit der Schulter zucken. Klar, nicht alle. Aber selbst toughe Frauen wie Kerstin Andreae, die 3 Kinder während des Mandats auf die Welt bringen und wieder Spitzenkandidatin der baden-württembergischen Grünen ist – ist weit seltener in der Presse als ihr Mitspitzendkandidat Cem Özdemir.

Frauen schreiben schon – nur eben nicht so sehr zu Politik wie Männer. Wir finden eine gleichwertige oder sogar andere Geschlechterverteilung bei Themenblogs, die außerhalb der Politik angesiedelt sind. Politische Blogs von Frauen sind halt eher selten. Es gibt keine Quote,. die das unsichtbar macht. Sondern es liegt hier. Auf dem Präsentierteller. Man muss es nur sehen wollen.

Frauen sind anders sozialisiert. Verhalten wird über Generationen weiter gegeben. Das ist nicht innerhalb von wenigen Jahrzehnten grundlegend zu ändern. Wir sind nicht da, wo wir hin wollen. Auch daher war das piratige „postgender“ eine Negierung gesellschaftlicher Realitäten.

Das „Politikgeschäft“ ist eines, das typisch männliche Verhaltensweisen erfordert. Das politische Bloggeschäft auch: zeig dich, melde dich zu Wort, sag offen Deine Meinung, versuche nicht, zu vermitteln, präsentiere dich.

Wenn wir das in Bezug setzen zu dem, was wir über das Nutzungsverhalten wissen, dann passt das einfach. Die traditionellen Protagonisten der Geschlechter verharren überwiegend in traditionellen Geschlechterrollen. Ausnahmen gibt es. Das Ziel bleibt: umgekehrt muss es sein. Das Verharren in Geschlechterrollen muss die Ausnahme werden. Nicht nur deshalb ist und bleibt Feminismus notwendig. An den Stellen, an denen es keinen Einfluss gibt, wird es überdeutlich.

Be the first to like.

20 Gedanken zu „her mit den wilden Weibern

  1. Alex Schestag

    „Das Ziel bleibt: umgekehrt muss es sein. Das Verharren in Geschlechterrollen muss die Ausnahme werden.“

    Aha. Und was macht der politisch korrekte männliche Gender-Aktivist, mit den Frauen, die mit dem Status Quo zufrieden sind? Ihnen sagen, dass sie nicht wirklich zufrieden sind, sondern sich das einbilden? Und was macht er, wenn das die Mehrheit ist?

    Sozialisierung muss man primär aus eigenem Antrieb überwinden – und primär muss man es wollen. Sicherlich braucht es dazu manchmal Hilfe oder einen Anstoß. Aber der obige Satz ist kein Hilfsangebot. Er stellt vielmehr eine Vorschrift dar, eine Regel, wie Menschen zu sein haben. Sie sollen in der Regel nicht geschlechterrollentypisch sein. Punkt. Mit diesem Satz wird überhaupt nicht in Betracht gezogen, dass es vielleicht gar nicht mal wenige Frauen gibt, die sich in diesem Punkt in ihrer Geschlechterrolle pudelwohl fühlen und über gar nichts anderes als über Lifestyle bloggen wollen.

    Sorry, aber das ist wieder dieser typisch grüne Ansatz zu glauben, man allein wisse, was gut für alle ist und was wie bei möglichst allen wie zu sein hat. Die Grünen wollen eine liberale Partei sein. Aber ein Satz wie der obige ist nicht liberal. Das ist der Versuch, allen (Frauen) eine Einstellung aufzudrücken, ob sie wollen oder nicht. Das ist das Gegenteil von liberal. Das ist klassischer Paternalismus.

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    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      Aus einem „es muss“ abzuleiten, dass hier auf irgendeine Art und Weise Zwang ausgeübt werden soll, ist ein bißchen unschön, Alex. Für mich als Grüner bleibt es das Ziel. Ich will einen gesellschaftlichen Wandel, weil ich davon ausgehe,d sas diese Ungleichverteilung dann nicht mehr existiert.

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      1. Alex Schestag

        „Ich will einen gesellschaftlichen Wandel, weil ich davon ausgehe,d sas diese Ungleichverteilung dann nicht mehr existiert.“

        Eben das ist der Punkt. Was du willst, ist in dem Punkt nämlich gar nicht relevant. In keinster Weise. Für mich ist vielmehr die entscheidende Frage: Wie sehen die Frauen, über die du hier schreibst, also die, die nicht politisch, sondern zu anderen Themen – oder gar nicht – bloggen, das? Wollen die auch einen gesellschaftlichen Wandel, weil sie hier eine gesellschaftlich relevante Ungleichverteilung sehen? Oder sind sie in dem Punkt zufrieden, wie es ist? Kurz: Hat die Ungleichverteilung überhaupt irgendeine Relevanz für die, die sie betrifft? Und ehe jetzt das Argument kommt, dass die Betroffenen diese Relevanz nur nicht sehen, weil sie falsch sozialisiert wurden: Das wäre ein Zirkelschluss und würde ihnen zudem unterstellen, das nicht selbst beurteilen zu können.

        Also: Fragen wir doch mal die nicht oder nicht politisch bloggenden Frauen, wie die das sehen.

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        1. Jörg Rupp Beitragsautor

          Also gut, Alex, wenn Dir heute nach Korinthen kacken ist: mein politisches Ziel – das ist das, was ich will – ist aufgrund meiner Kenntnisse und meiner Sicht auf die Welt und die deutsche Gesellschaft – dass diese Ungleichverteilung nicht mehr besteht, wenn sie besteht, weil sie auf einer Benachteiligung aufgrund der Geschlechtszugehjörigkeit basiert. (Übrigens ein wundervolles Beispiel, warum Politiker nicht einfach sagen, was sie denken.) Wer nicht will, muss nicht müssen.

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  2. Lusru

    Verehrter Jörg Rupp, wenn du möchtest, dir und uns etwas mehr Klarheit und Transparenz in das zu bringen, wWAS „Du möchtest“, dann bräuchtest du nur ein par Fragen beantworten:
    1. Du sagst:
    „Das „Politikgeschäft“ ist eines, das typisch männliche Verhaltensweisen erfordert“
    Bitte was muß ich unter „typisch männlich im Politikgeschäft“ mir vorstellen?
    Kann es sein, daß du dich verschrieben hast und statt „typisch männlich“ eigentlich „Typisch menschlich“ meinst?

    2. Du sagst:
    „Die traditionellen Protagonisten der Geschlechter verharren überwiegend in traditionellen Geschlechterrollen.“ – Meinst du tatsächlich die „traditionellen“ Protagonisten – oder alle?
    Wieso ereklärst du das aktivieren in „traditionellen Geschlechterrollen“ als „verharren“? (Ich sehe da reichlich muntere Leute heftig agieren, von verharren keine Spur). Und was bitte hast du gegen Tradition, gegen „Traditionelles“? Wenn wir auf Tradition nicht (mehr) bauen könnten, wäre Schluß mit Mensch! Oder meinst du die „falsche“ Tradition, die erkünstelte, die erstarrte, die immer dann sich breit macht, wenn der sich durchsetzt, der sagt:“ Ich will dass …“?

    3.Du sagst:
    „Das Ziel bleibt: umgekehrt muss es sein. Das Verharren in Geschlechterrollen muss die Ausnahme werden.“
    Bitte WARUM? Kannst du das erklären, so daß es „sitzt“?
    WER legt das fest, WAS SEIN MUSS? Jörg Rupp?
    Und wessen Ziel meinst du hier, deines oder wessen?

    Abschließend:
    Kannst du mir sagen, woher du immer deine Textbausteine holst, deine Prämissen sehen selten nach selfmade in handmade aber immer aus wie geklaut aus einem flyer einer stringenten Organisation, die schon von Weitem zeigt, daß sie in nichts mit sich reden lassen will…

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    1. Arne Babenhauserheide

      @Lusru:

      > Kannst du mir sagen, woher du immer deine Textbausteine holst, deine Prämissen sehen selten nach selfmade in handmade aber immer aus wie geklaut aus einem flyer einer stringenten Organisation, die schon von Weitem zeigt, daß sie in nichts mit sich reden lassen will…

      Du erwartest bei der Beleidigung nicht wirklich, dass er dir antwortet, oder?

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      1. Lusru

        Doch, wer Wahrheiten bereits als Beleidigung versteht, kann auch antworten.
        Schwärmerisch und verträumt mit Allgemeinfloskeln zu jonglieren und dabei den Anspruch des ernsthaften Politisierens erwecken, ist auch eine (die hier) Wahrheit, aber eine, die AUCH beleidigen kann: den der es im guten Glauben zuversichtlich lesen möchte.
        Wer sagt demJörg das, du Arne? Solltest du, falls und dann weil du sein Freund sein könntest, und das bevor ein Fremder das in den blog schreibt.

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      2. Lusru

        Zur Erhellung meiner harschen Antwort:
        Jörg kann – oder will – nicht das untersetzen, was er verschwärmt und / oder fast mit altväterlicher Gewißheit (als ob das ja auch der Eskimo im Iglu und jedes 4-jährige Kind längst weiß …) z.B. als „männlich“ daher betet, das fällt irgendwann auf.
        Fragen beantwortet er grundsätzlich nicht: Er kann und will sich mit SEINEM Gesagten nicht auseinandersetzen – wie soll das ernst genommen werden?
        Wen Jörg will, ernsthaft, dann macht er sich daran, das abzuarbeiten.
        Besser überwindet man persönliche Probleme, auch wenn sie sich häufen, nicht. Er sollte sich von Ja-Sagern fern halten, die machen ihn nur selber dazu.
        Nettikette bezeugt nicht immer der, der „nett“ scheint …

        Antworten
        1. Arne Babenhauserheide

          Das ganze kannst du auch ohne Unterstellungen sagen. Dann kommt es vielleicht an.

          Du belegst sehr gut, dass man einen Satz mit „Mein Eindruck ist“ beginnen, und dabei trotzdem statt Beobachtungen („ich sehe“) v.a. Unterstellungen („du bist“) in seine Aussage packen kann.

          > „wie geklaut aus einem flyer einer stringenten Organisation“

          Was ich vermute, dass da beobachtet hast: „Dein Text klingt für mich nicht natürlich“.

          Unterstellung: „geklaut…Flyer…stringente Organisation“. Da vermischen sich Beschreibung, Vermutung und Beleidigung. Und dann wunderst du dich, dass er dir nicht antwortet („nicht auseinandersetzen“). Bei dem Stil hätte ich auch recht schnell keine Lust mehr, Dir meine Meinung auseinanderzusetzen.

          Um zum Schluss noch auf den anderen Thread zu verweisen: War so der Stil bei den Piraten? Kein Wunder, dass das einbricht…

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          1. Lusru

            „…kannst du auch ohne Unterstellungen sagen. Dann kommt es vielleicht an.“
            Nein, das tat – und tut – es nicht. Dies ist nicht meine erste Meinungsäußerung.
            Die Realität zeigt das Gegenteil, denn „Unterstellung“ heißt auch immer: „Unter gestellt“ – worunter? Da muß doch dann etwas sein, wo man unterstellen könnte ….?

            „Was ich vermute, dass da beobachtet hast: „Dein Text klingt für mich nicht natürlich““ –
            gemeint eventuell korrekt, gesagt (so) ist es falsch, da es keinen Text gibt, der „natürlich“ klingen kann, weil Text nie über das Kultürliche hinaus kommt. Meinst du also “ Dein Text klingt für mich nicht kultürlich“ (kultürlich ist alles vom Menschen -selbst?- Gemachtes), hättest du das richtig bemerkt. Nur eben mit „natürlich“ hat das leider nichts zu tun.

            „Da vermischen sich Beschreibung, Vermutung und Beleidigung.“ – Nun, wenn du das so siehst, immerhin will Jörg mir nun auch mal etwas mitteilen, nun erst, nach deiner als Vermengung bezeichneten „Kreation“: Er hat geantwortet ….

            „Bei dem Stil hätte ich auch recht schnell keine Lust mehr, Dir meine Meinung auseinanderzusetzen.“ – und warum „hast du nicht“? Weil du eben vom Kopf her nur „hättest“, dein Bauch offensichtlich das Gegenteil angewiesen und durchgesetzt (!) hat – oder lese ich hier Texte von anderen? Warum DAS wohl SO ist?

            „Um zum Schluss noch auf den anderen Thread zu verweisen: War so der Stil bei den Piraten? Kein Wunder, dass das einbricht…“ – Welchen „anderen“ Thread? Gibt es da noch einen? – Nun aber mal ganz deutlich:
            Wer lesen kann, ist immer im Vorteil! So erinnere ich mich, dir (und Jörg) mitgeteilt zu haben, daß ich nicht nur kein Piratenmitglied bin, sondern auch nie eines war!
            Was nicht ausschließt, daß ich einer Reihe von Piraten-Funktionsträgern auf verschiedenen Ebenen bis zum Schlömer „genau so“ entgegen getreten bin, wenn ich das für erforderlich (nicht: für gerechtfertigt) hielt. Wer Lust hat, kann derlei ergoogeln.
            Und: dort, bei Piratens, und nicht nur bei denen, wie Jörg zu berichten weiß, gibt es ausreichend Anlässe, DAS für erforderlich zu erachten, um bestimmte (an sich eventuell talentierte) Leute von ihrem hoh(l)en Roß herunter zu holen, damit sie wieder politische Gegenwart in Ihr Handeln hinein verankern – was leider im eigenen Laden nie einer traut, offen zu sagen (man könnte ja sofort die beschmierte und ewig klebrige Antisemitismuskeule umgebunden bekommen, wie z.B.: … Jörg zu berichten weiß)
            Da du ja mit „wenig Lust“ pausenlos Gelegenheiten zum Antworten bietest, mehr an anderer passenderer Stelle, denn deine Fragen und scharfsinnigen Feststellungen sind ja auch nicht „ohne“, nur „ohne was?“

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          1. Lusru

            Ja, habe ich, wobei das ja inzwischen erst mal so nicht mehr stimmt, da du es dir hier sichtlich doch anders überlegt hast …
            Was sagt uns (dir und mir) das?
            Inzwischen?

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            1. Jörg Rupp Beitragsautor

              ich weiß nicht, was es dir sagt. Aber die Art und Weise, wie du dich hier mit Löffeln gefressener Weisheit aufspielst, macht es einfach unmöglich, dir zu antworten.

              Antworten
              1. Lusru

                Endlich kommst du aus dem Schneckenhaus, das deine Texte eben auch prägt, heraus.
                Das ehrt dich.
                Warum du dabei auch mich ehren willst, indem du bei mir „Weisheit“ erkennst, ja sogar „mit Löffeln gefressene“, ist mir noch unklar, aber immerhin interessant.
                Was würdest du sagen, wenn ich so nur reagiere, um dir zu zeigen, wie deine Texte mit deiner „gelöffelten und ungelöffelten Weishei“ rüberkommen?
                Aha?
                Immerhin, der Anfang ist gemacht, der Blick für (nicht nur fremde) „seltsame Texteigenschaften“ nun wohl geschärft.
                Das sagt ES mir.
                Deine Sichten, nicht so beschwert und vergrämt sondern etwas leichtfüßiger und selbstironisch locker geboten, würden auch dich wieder erfreuen (was keine Weisheit ist sondern aus deinen Texten ins Gesicht springt). Sarkasmus, Ironie und etwas satirische Frechheit stünden dir gut, solange Möglichkeit des Zweifels auch an der eigenen Sicht dadurch wieder erscheinen kann.
                Lockerungsübungen.

              2. Lusru

                @Babenhauserheide sagt 8. April 2013 um 19:59 –
                Und was bitte geschafft? Beim Thema (bei einem ernsthaften) angekommen, um Verwendung bitten und dann kneifen mit Verweis auf Tiroll?
                Aber Arne, dat steht dir nich, nicht dein Metier

              3. Arne Babenhauserheide

                @Lusru: Eine Weile lang waren deine Angriffe noch spannend (haben mich dazu gebracht, zu konkretisieren, was ich meine), aber nachdem von dir immer wieder nur die gleiche stetige Konfrontation kam, warst du nur noch nervig. Ist dir das selbst nicht aufgefallen?

              4. Lusru

                @Arne Babenhauserheide – nicht aufgefallen?
                Das wäre schlimm, wenn einem das nicht auffällt, was man gerade tut …
                Kann deine Frage auch anders gestellt werden, besser AN jemand anderes, ob das denn dort nie auffällig durchdacht würde?
                Bloggen ist geben und nehmen, nicht schmolln.

  3. Lusru

    Hallo Arne Babenhauserheide und Jörg Rupp, hier verabschiedet sich euer Tiroll mit einem kleinen bei Antje Schrupp getrollten Textchen anläßlich ihrer Session zu dem Buch „Philosophie des Körpers“ …
    Das sah / sieht (?) so aus:
    Dein Kommentar muss noch moderiert werden.
    Michaela Lusru
    9. April 2013

    “Menschen haben, so viel ich weiß, schon immer an ihren Körpern herumgeändert, nur dass es jetzt durch neue Techniken einfacher geworden ist” – meint Susanna, recht hat sie, wenn auch der Hintergrund und der Kontext meist ein völlig anderer war und zu unterscheiden wäre, ob jemand sich selbst ein Körperteil entfernt oder das jemand anderes tut (z.B. Hand ab bei Diebstahl, Kriegsverletzung usw., alles auch “Körperveränderungen” …) womit Susanna wieder weit weg vom Kern dieser Diskussion wäre.

    Antje Schrupp meint:
    ” .. da auch der allerautonomste Mensch sein Leben dem Geborenwerden aus dem Körper einer Frau heraus verdankt, das Symbol schlechthin für diese Verhaftung ans Materielle sind…”, was natürlich so erst (!) einmal stimmt – die Frage nach “dem Materiellen” ODER “der Materie” mal außen vor gelassen – jedoch (wie gelegentlich gern bei Antje Schrupp) nur die halbe Miete ist, und das offensichtlich, es sei denn, sie hält die “Jungfrauengeburt” für DIE allgemeine reale (materielle Existenzgrundlage) der Menschheit …
    Es gibt eben, genauer und exakt hingeschaut, immer noch ein (anderes) Stückchen”Material” (oder hier auch Materie) mehr, als wohl Antje hier bis dato in Rechnung gestellt, um “zu einen -neuen- Menschen zu kommen.

    Womit wir lieber weitergehen zu meiner “(Vor)Namensvetterin” Michela Marzano, die es auf den Punkt bringt, wenn sie laut Antje meint:
    “Dass das „Ich“, das Subjekt, keinen Körper „hat“, sondern nur als Körper überhaupt existiert, diese Tatsache haben fast alle (westlichen) Philosophen entweder ignoriert oder zumindest bedauert.”
    Lusru ist zwar etwas “westliches” aber kein (solcher) Philosoph, hat jedoch seit längerem genau das nicht bedauert, sondern versucht, nachzuweisen, wer googeln kann, wird irgendwann das finden( gelegentlich half Berta Brahmer wohl dabei)

    Worum geht es, wenn Michela Marzano (mit anderen Worten) die einzige gemeinsame Identität von Körper und Geist benennt?

    Wir nehmen statt “Körper” den philosophisch zugedachten “Materialbegriff” MATERIE und suchen später auch den auf psssender Ebene verwendbaren Begriff für “Geist”, der ja auch aus irgendetwas bestehen muß, um existieren zu können …

    Zunächst MATERIE, nie zu verwechseln mit “Material” (wie materialistisch nie zu verwechseln ist mit materiell…):
    These
    Alles, was es gibt und uns bekannt oder unbekannt ist, ist Materie, es gibt keinen “materiefreien Raum”, nirgendwo.
    Was ist MATERIE:
    Materie ist stets ein Ganzes, ein System, das aus mehreren Ganzen / Systemen besteht, die sich selbst jeweils (und öfter auch gemeinsam, wie z.B. in einem biologischen Organismus, und dann nur kooperativ sprich mutualistisch – nicht altruistisch!) zu erhalten haben – oder zugrunde gehen, oder über gehen in ein anderes System, da nichts verschwindet sondern es bestenfalls die Erscheinung (samt “Körper”, Ort, Zeit oder alles zusammen) ändert.

    Wenn Materie ein Ganzes im Verständnis eines Systems oder sogar eines Organs ist, muß sie aus verschiedenen Elementen bestehen.
    Diese Elemente sind stets MASSE, ENERGIE und INFORMATION.

    Während Masse und Energie auch im Alltag relativ geläufig sind, auch, daß es davon ungeheuer kleine und ungeheuer große “Erscheinungen” geben kann, taucht bei dem 3. unverzichtbaren Element der Materie, der Information (die hier zunächst nichts mit dem Verständnis von Journalisten als “Nachricht”, als “nach GeBerichtetes” dazu zu tun hat sondern eher im physikalischen Verständnis auftritt), die offensive Frage nach dem “Was ist das?” und wieso ist das “IN der Materie zwangsläufig” enthalten auf.

    Nehmen wir die Masse, den “Stoff”, das “Stoffliche” – sie/es hat stes eine Struktur, eine innere, äußere und Gesamtbeschaffenheit mit vielen Kriterien und Parametern, die sie von anderen explizit unterscheidet – oder es gibt sie nicht.

    Nehmen wir die Energie: Auch sie bedarf der eigenen Strukturierung, die sie von einer anderen /andersartigen unterscheidet – oder es gibt sie nicht.

    Und was ist STRUKTUR?
    Struktur beschreibt und sichert die Unterschiedlichkeit aller Erscheinungen, aller Systeme, ob im anorganischen oder organischen Bereich, nach innen wie nach außen.
    Sie ist verantwortlich nicht nur dafür, daß es UNTERSCHIEDE gibt, sondern auch dafür, daß diese erkennbar, wahrnehmbar werden, sind und bleiben, auch während aller permanent (aufgrund permanenter innerer und äußerer Bewegung bereits der allerkleinsten Materie-Einheiten) erfolgenden Veränderungen.

    Diese UNTERSCHIEDE sind das einzigste, das in und durch Systeme aller Art erkennbar, wahrnehmbar, erfassbar sind, einzig sie allein werden durch ihre Erfassung zu INFORMATIONEN.
    Information heißt (erfaßter) Unterschied.

    Das heißt aber auch:
    Kein Unterschied – keine Information (und hier darf das journalistische “Nachrichtenverständnis” von “Information” sich selbstprüfend weiter “Andocken!)!
    Heißt aber auch:
    Kein Unterschied – keine Information – keine erkennbare Struktur von Masse, Energie – keine Masse, keine Energie und keine Materie.

    Und das gibt es bekanntlich, wie eingangs ausgeführt und fast vollständig inzwischen auch physikalisch erwiesen, eben nicht, nirgendwo gibt es keine Materie (in dem hier beschriebenen Verständnis, auch nicht im All oder im Vakuum …)

    Damit zeigt sich nicht nur ein sondern der “Platz”, die “Struktur”, die “Daseinsberechtigung” und die “Daseinsnotwendigkeit für “Geist”, für alles, das als “Geist” im engeren und weiteren Sinne, im physikalisch – biologischen wie im philosophisch-religiösen Sinne damit bezeichnet werden kann:
    (nicht) Ganz zuletzt ist alles das (nur) UNTERSCHIED, als das einzige, das systemisch innerlich oder gegenseitig wahrnehmbar oder erfassbar ist und damit alle Veränderungen herbeiführt, zuläßt, antreibt.
    Der systemisch erfaßte Unterschied als INFORMATION ist die Triebkraft jeder Bewegung, jeder Veränderung, jeder Entwicklung, jeder Evolution, in der anorganischen wie in der organischen Welt, ist DAS ELEMENT der MATERIE, das deren GANZHEIT und damit die EINHEITLICHKEIT von KÖRPER und GEIST erstellt und sichert und deren Dualität prinzipiell auschließt
    Es gibt keine Trennung von Körper und Geist, das eine kann nur als das andere existieren.
    Die “Philosophie des Körpers” ist zwingend die “Philosophie des Geistes” und umgekehrt.

    … Freundliche Grüße von Michaela an Michaela in Paris.

    Und dann weiter mit Antje Schrupp:
    “Das, was nach der Kritik an den „alten Philosophen“ mit ihrem Körper-Geist-Dualismus neu zu lernen wäre, ist nicht eine prinzipielle Skepsis gegen eine von subjektiven Wünschen geleitete Gestaltung von Körpern, sondern eine bewusste und differenzierte kulturelle Praxis, die die Art und Weise von Körpergestaltung kritisch reflektiert. Was heißt es, das eigene „Körpersein des Ichs“ verantwortlich zu gestalten?

    Dem wäre nur noch – leicht korrigierend – hinzuzufügen
    “Was heißt es, das eigene gestaltete „Körpersein des Ichs“, diese Struktur, dieses Erkennungsmerkmal, verantwortlich zu gestalten?”

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