der dritte Streich

Es ist schon reichlich perfide, was Christian Füller als taz-Journalist im Nachgang meiner Kritik an seinem Jubel-Artikel über Julia von Weilers Buch schreibt. In einer schnellen Twitter-Reaktion auf

Das Netz […] ist die Börse fürs Kennenlernen und für Kinderpornografie

schrieb ich in einem Twitterbeitrag

Die „Kinderpornoleier“ reisst er skandalisierend komplett aus dem Zusammenhang und formuliert die Schlagzeile:

„Missbrauchsinitiativen empört über „alte Kinderpornoleier“,

obwohl ich ihm in einem Telefonat den Bezug zu den Bürgerrechtsdebatten ums Internet (Zensursula/VDS) erklärt und klargestellt habe. Ich habe gleichzeitig klargestellt, dass man innerhalb von 140 Zeichen auch manchmal zu umgangssprachlichen Ausdrücken greift. Es ist ja nicht so, als wäre der Ausdruck „Leier“ im Sinne von „jetzt kommt schon wieder jemand damit an“ gänzlich unbekannt.  Er stellt es so dar, als ging es mir darum, Kinderpornografie im Internet als Bagatelle darzustellen. Ich habe ziemlich lange gebraucht, um das Problem der mir von ihm unterstellten Bagatellisierung überhaupt zu erkennen – so absurd war das für mich. Erst im Telefonat wurde mir klar, warum er sich  so aufregt. Offenbar hat er sich aber vor dem Telefonat mit mir auch mit Wildwasser, Strohhalm und Zartbitter ins Benehmen gesetzt und wohl erzählt, Herr Rupp,  ein grüner Landesvorstand aus Baden-Württemberg bagatellisiere Kinderpornografie im Internet. Anders sind solche Sätze nicht zu begreifen (interessanterweise von Silke Noack, Teil der von mir kritisierten Organisation „Innocence in Danger“):

„Ich weiß gar nicht, was Herr Rupp mit Kinderpornoleier meint. Denkt der vielleicht, das leiert sich aus? Das ist gefährlicher Unsinn, der unsere Arbeit behindert.“

Das zeigt mir, dass Herr Füller gar kein Interesse daran hatte, mit mir eine Klärung herbeizuführen oder gar zu verstehen, was mich zu der Aussage gebracht hat. Wie gesagt, den Zusammenhang hatte ich ihn erklärt – darüber verliert er in seinem Artikel kein Wort. Im Gegenteil, er bezieht meine Aussage auf das Buch. Darüber hinaus ist es ihm wohl weiterhin wichtig, mir irgend etwas zumindest anzuhängen. Denn nur so sind zwei Dinge erklärbar:

Auf seinem Blog und in seinen Texten beruft sich Rupp beständig auf den verurteilten Besitzer von Kinderpornografie, den Exbundestagsabgeordneten Jörg Tauss.

Das ist zwar so nicht wahr – ich habe per Blog den Prozess gegen Jörg Tauss begleitet, den ich in der ihm unterstellten sexuellen Absichten in seiner Angelegenheit nach wie vor für unschuldig halte und ihm einmal im Verfahren auf die Verlautbarungen der Ex-OB von Ettlingen, Büssemaker, hingewiesen. Was das in dem Zusamenhang soll, ist dabei ziemich offensichtlich. Wenn vom aufgebauschten Empörungsfall wenig bleibt, stellt man halt Zusammenhänge her, die so nicht gegeben sind. Tauss wohnt im Wahlkreis, für den ich zweimal kandidiert habe und war hier selbst Bundestagsabgeordneter.

Auch die Bundesgrünen distanzierten sich. “ ,Kinderpornoleier‘ entspricht sicher nicht unserer Wortwahl für die Auseinandersetzung mit dieser wichtigen und ernsten Debatte“, sagte der netzpolitische Sprecher Malte Spitz.

Stimmt. Aber die Bündnisgrünen haben noch viel mehr dazu gesagt:

„Ich halte es für falsch und weise es zurück, das einzelne Grüne, selbst wenn sie Aussagen treffen die ich in der Wortwahl und  Verkürzung nicht teile und diese Worte auch nicht Teil der Grünen Debatte sind, dann als „Kinderpornolobbyisten“ bezeichnet werden. Das sind Verleumdungen die weit über das verträgliche einer politischen Debatte hinausgehen. Jörg Rupp hat sich in der inhaltlichen Debatte immer wieder aktiv eingebracht, einen Verein gegen sexuelle Gewalt  gegen Kinder mitgegründet und setzt sich aktiv im Bereich Medienkompetenz und Jugendmedienschutz ein.“

Eine Distanzierung sieht anders aus. Dass Füller nur den Teil, der ihm aus Malte Spitz‘ Stellungnahme passt, zitiert und alles andere weglässt, spricht auch nicht gerade dafür, dass sein Empörungsgebäude auf sicheren Füßen steht. Interessant ist, dass er versucht, an die alten Unterstellungen, Grüne würden irgendwie Pädosexualität straffei stellen wollen, anzuknüpfen:

„Mich erinnert das an die 1980er Jahre, als man aus der grünen Partei Stimmen hörte, die Pädosexualität straffrei stellen wollten“, sagte Iris Hölling.

Das war zwar nie Position innerhalb der grünen Partei, aber damit lässt sich ja immer gut Stimmung machen. Korrekt war es so, wie Marita Wagner schreibt:

Zur damaligen Zeit, es waren noch die Ausläufer der „sexuellen Befreiung“ vor allem durch die Kommunebewegung, gab es in der Schwulenbewegung reichlich Sympathie für pädophile Gedankengänge. Oder anders ausgedrückt, die Pädophilen versuchten sich der Schwulenbewegung zu bedienen und ihre Interessen auch durch die Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule der Grünen zur Geltung zu bringen. Im Zuge dessen kam es auch zu einem Antrag der BAG Schwule auf einem Parteitag der Grünen NRW, der allerdings durch das Einschreiten der grünen Frauen, ich war daran beteiligt, verhindert werden konnte.

Im Internet kursiert noch immer die falsche Annahme, dass dieser Antrag durchgekommen sei und die Grünen NRW diesen Antrag angenommen und es im Parteiprogramm aufgenommen worden sei. Dies ist allerdings falsch.

bzw. in ihrer Stellungnahme zu der Füllerkampagne:

Die Nürnberger Stadtindianer waren auf den Delegiertenversammlungen gefürchtet. Man hat versucht sie so gut wie möglich zu integrieren bzw hinauszubitten. Aber die Geschichte kennt Füller wohl nicht.

Herr Füller kennt vieles nicht. Ich hatte ihn gebeten, mal im Trollforum zu Kinderpornografie zu recherchieren – auch über Innocence in Danger. Da hat ihn wohl schon der Name abgestoßen. „Ich bin kein Netzpolitiker“, sagt er. „Ich recherchiere doch nicht in einem Trollforum.“

Im November 2002 wurde dieses Forum eröffnet. Die Idee stammt von Heise-Usern, die damit eine thematische Schnittstelle zwischen den Heise-Foren und dem Überwachungsforum Stop 1984 schaffen wollten. Es geht um Zensur, Informationsfreiheit, Meinungsbildung und Überwachung im Allgemeinen und um sexuellen Missbrauch und Kinderpornografie im Besonderen. Im Mittelpunkt stehen Strafrecht, Politik und Medien. Auf einige Aspekte möchten wir auf unseren Seiten etwas ausführlicher eingehen.

Vielleicht würde ihn mehr interessieren, was Stefan Niggemeyer zu Julia von Weiler schreibt:

Die »Welt« deutet an, dass Julia von Weiler auch nicht unbeteiligt daran war, Familienministerin Ursula von der Leyen von der Notwendigkeit eines solchen Gesetzes zu überzeugen. Eilig vorangetrieben wurde es jetzt von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, dessen Ehefrau Stephanie Freifrau zu Guttenberg zufällig Präsidentin des Vereins »Innocence in Danger« ist, dessen Geschäftsführerin bekanntlich Julia von Weiler ist (die auch Julia Freifrau von und zu Weiler heißt — angesichts des Vorstands schiene »Adelige für Kinder« auch ein treffender Name für die Organisation).

Letztendlich muss ich anerkennen, dass hier eine Kampagne gegen mich (und die Grünen) läuft, aufgrund einer (bewusst?) missverstandenen Aussage (und was noch?). Schon hat mich eine Mail mit folgendem Inhalt erreicht:

Danke Jörg, für die Wahlkampfhilfe. So schaffen wir es auch in NRW, auf unter 10% zu kommen. Auch wenn du vom Fach kommst, mußt du doch merken, mit welchen umgangssprachlichen Sprüchen entsprechend ankommst.
Verärgert und ohne Gruß

Trotz Klarstellung scheint Herr Füller nicht von seinem Tripp herunter zu kommen. Mit Recht sind mir gegenüber Befürchtungen geäußert worden, dass andere Presseorgane dies aufgreifen könnten, möglicherweise noch mit einem der weniger hübschen Bilder von mir, die man im Netz finden kann. Ich sehe dieses Risiko auch nach diesem Artikel. Daher bleibt mir wenig anderes übrig, als meine Sicht der Dinge noch einmal darzustellen – mein Blog hat natürlich nicht die Reichweite der taz.

Ich kann zwischenzeitlich verstehen, dass der Begriff „Kinderpornoleier“ aus dem Zusammenhang gerissen tatsächlich bagatellisierend begriffen werden kann. Mit diesem Verständnis würde ich ihn auch nicht mehr schreiben oder sagen. Ich finde aber, dass ich ausreichend und umfangreich dargestellt habe, dass es so nicht gemeint war, sogar gesagt habe, dass, sollte dieser Eindruck entstanden sein, es mir leid tut. Ich finde es ziemlich spannend und beängstigend – auch wenn ich noch nicht weiß, wie das alles ausgeht – wie schnell man in so einen Strudel geraten kann. Ein böswilliger Journalist mit entsprechender Reichweite bei einem emotional besetzen Thema – und schon kann man überlegen, ob man wirklich für den Bundestag kandidieren kann. Da wird einem schon anders.

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50 Gedanken zu „der dritte Streich

  1. Dietmar Lust

    Lieber Jörg,

    auch von mir:
    VOLLE UNTERSTÜTZUNG!

    Auch fällt mir dazu der gute alte Hermann Hesse ein:

    „Ein anständiger Mensch macht keinen Schritt,
    ohne Feinde zu kriegen.“

    Grüße,
    Dietmar

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  2. Pingback: Zitate fischen | till we *)

  3. Tante Jay

    Volle Unterstützung auch von mir. Es ist unglaublich, was sich „Kinderschutzverein“ nennen darf.

    Es fällt auch auf, dass in dem Artikel von Herrn Füller Leute unter falscher Flagge segeln. Silke Noack vom Nottelefon NINA ist direkt an Julia von Weilers IoD angeschlossen, NINA ist ein Projekt von Innocence in Danger.
    Kostenpflichtige Hotline für missbrauchte Kinder – my ass, die werden auch noch abgezockt, wenn sie Hilfe suchen.

    Auch alle anderen „Empörten“ die zu Wort kommen sind in der Vergangenheit eher dadurch aufgefallen, dass sie die Straftatbestände zu erweitern suchten. Allein der Satz, dass doch die Kinder unter den Bildern genauso leiden wie unter tatsächlichem Missbrauch zeigt doch, dass die nicht mehr richtig klarsehen können.

    Was auch aufgefallen ist, ist dass er Silke Noack 2x hat sprechen lassen, einmal als „Infotelefon NINA“ und das zweite mal als „Nationales Infoline Netzwerk“, damit bauscht er künstlich seine Ansprechpartner auf.

    Was ist mit den anderen Vereinen, wie „Augen-auf-Heilung e.V.“? MOGiS? Die Bundesinitiative?

    Die das mit Sicherheit NICHT kritisiert hätten, was sie geschrieben haben, weil die Betroffenen von Missbrauch nämlich endgültig die Schnauze voll davon haben, wieder und wieder für durchsichtige politische Ziele missbraucht zu werden? Dass ihr Leiden benutzt wird, um Ziele durchzusetzen, die mit Freiheit und Bürgerlichen Rechten genau nix zu tun haben?

    Gott, wenn ich drüber nachdenke, krieg ich einen Wutanfall nach dem nächsten. Von den Leuten denkt doch KEINER mal drüber nach, was er den Leuten antut, die bereits Opfer sind.

    Keiner denkt mal drüber nach, wie man effektiv helfen kann – stattdessen widerwärtiges Gefeilsche um Schadensersatzzahlungen, die man so klein wie möglich halten möchte (Stichwort kirchlicher Missbrauch). Stattdessen werden Kämpfe auf Nebenkriegsschauplätzen ausgetragen, damit man ja sein Image wahren kann (Odenwaldschule ist hier ganz groß).

    Das ganze Thema ist widerlich – und zwar wegen den Tätern unter den Protagonisten. Man kommt aus dem Gefühl nicht heraus, ständig in einem tiefen Sumpf zu waten, mit diesem ekelhaft saugenden Geräusch, wenn man die Füsse aus der Dreckbrühe zieht.

    Jedesmal, wenn ich was von Innocence in Danger (alleine der Titel des Vereins ist schmutzig) lese, hab ich das Gefühl, lange duschen zu müssen. Denn um den Schutz von Kindern gehts denen keine Sekunde. Das beweist schon die Hotline NINA.

    Antworten
  4. Gabriele Gawlich

    Sehr geehrter Herr Rupp,

    ich bin die zweite Vorsitzende von MOGiS e. V., war Mitglied am Runden Tisch gegen Kindesmissbrauch und bin Co-Autorin des Buches „Zerstörerische Vorgänge“. Mir und meinem Verein sind die Tätigkeiten der von Weiler schon lange sehr auffällig. Während der Verein Innocent in Danger bei der Aufarbeitung des realen Missbrauchs keine Rolle spielte, wie auch Zartbitter e. V. und Wildwasser-Berlin e. V. sich absichtlich an dem Prozess kaum beteiligten (nur als Frau Dr. Bergmann ein paar Gelder „springen ließ“, organisierten die beiden letztgenannten Vereine einen „Kongress“ im Namen von Wildwasser), torpedieren sie die Arbeit von wirklichen „Missbrauchsinitiativen“, indem sie Kapazitäten und Ressourcen binden und von dem wirklichen Problem ablenken.

    Der Verein MOGiS hat seit seinem Bestehen (4/2009) darauf hingewiesen, dass es „Kinderpornographie“ nicht gibt. Jedes Bild, jeder Film, jede Datei zeigt ein tatsächlich missbrauchtes Kind. Das Problem sind nicht diese „Dokumente“, das Problem ist die sexuelle Gewalt.

    Indem Frau Enders das Betrachten der Beweise des Missbrauchs als schädlicher einstuft als den realen Missbrauch selbst, verhöhnt sie die Opfer und verharmlost die Taten. Echte wirksame Prävention und wirksame Hilfe für die Betroffenen werden somit verhindert.

    Das Projekt „Smart User Peer2Peer“ wurde von IiD entwickelt, dass es einen Preis errungen habe, ist nicht verifizierbar. Aber selbst wenn,es ist aus präventiv-pädagogischer Sicht sehr zweifelhaft. Es stellt eine deutliche Überforderung der Jugendlichen dar. Die Verantwortung wird von den Zuständigen auf Minderjährige übertragen. Eine positive Wirkung ist unmöglich.

    Ich und der Verein MOGiS e. V. vertreten die Meinung, dass Erwachsene für die Prävention zuständig sind – alle Erwachsenen, die mit Kindern/Jugendlichen zu tun haben – nicht die Kinder oder Jugendlichen.

    Wir wenden uns gegen die Aushöhlung der Menschen-, Bürger- und Kinderrechte auf dem Rücken der Gewaltopfer. Dies stellt einen erneuten Missbrauch dar.

    Für Fragen, Vorschläge, Ideen o.ä. stehe ich gern zur Verfügung per PM oder info(at)mogis-verein.de. Es ist an der Zeit, die Kräfte gegen Demokratieabbau zu bündeln.

    Mit freundlichen Grüßen

    Gabriele Gawlich
    Zweite Vorsitzende MOGiS e.V. – Eine Stimme der Vernunft

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  5. Tante Jay

    An den Kollegen, der sich um die Wählergunst Sorgen macht:

    Als ob es an der Meinung eines Menschen hängen würde, dass die Grünen gerade abstürzen.

    Was genau ist denn das Profil der Grünen? Einzelne Politiker wie Jörg Rupp oder Christian Ströbele treten deutlich heraus, aber letztlich sind die Grünen doch inzwischen mit SPD und CDU austauschbar geworden – gezähmt, wenn man so will. Angekommen in der Realität, wie es so schön heißt.

    Die Partei der Träumer und Weltverbesserer wars spätestens dann nicht mehr, als die Zustimmung zum Angriffskrieg gegen Afghanistan erteilt wurde.

    Ne, Leute. Wer so argumentiert und versucht, die Leute in eine Parteilinie zu zwängen hat aus den Piraten nix gelernt.

    Was glaubt ihr denn, warum die so einen Zulauf haben? Wegen dem seriösen Namen? m(

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  6. Pingback: Unfaßbar « Abwaschbar

  7. Sylva Jürgensen

    Guten Tag, Herr Rupp!

    Als Mensch war ich letzte Woche auf der Netplattform Twitter sehr erschrocken über eine Art „Dialog“ zwischen Ihnen und Herrn Füller, den ich aufgrund seiner Bücher und Artikel als sehr zeitgemäßen und mutigen Journalisten wahrnehme. Herr Füller spricht Themen an, die in ihrer Brisanz jeden Bürger betreffen- direkt oder indirekt.
    Als Pädagogin bin ich mit der Thematik vertraut, wenn auch nicht abgehärtet. Ihr Tweet, der im Nachhinein als „umgangsprachlich“ betitelt wurde, hat mich zutiefst empört und ich frage mich, wie so ein sensibles Thema von Ihnen – und dann noch als Experte- so profanisiert werden kann. Im Angesicht der betroffenen Kinder, die ihr Leben lang traumatisiert sind, erwartete ich seit letzter Woche eine öffentliche Entschuldigung für diesen „140 Zeichen- Ausrutscher“. Ich habe keine Ahnung, warum Sie sich nun auf diesen Journalisten „einschießen“ und versuchen einen Verein zu dementieren. Jede Person, die aufgeklärt ist über die Ursachen von „Kindesmissbrauch“, direkt im Umfeld oder eben immer stärker im Netz, und jede Person, die handelt, weil sie Notrufmöglichkeiten kennt oder sich traut zu handeln, hilft lebenslanges Leid zu verhindern oder direkte Not aufzudecken.

    IiD nutzt moderne Medien, da sie über Geld verfügen. Vielleicht wäre Ihre Zeit sinnvoller eingesetzt, wenn sich Die Grünen jetzt dafür einsetzten,dass Initiativen, die präventiv oder intervenierend tätig sind nicht dem Sparzwang zum Opfer fallen, anstatt auf Ihrem Blog ständig die „Umgangsprachenleier“ zu verkünden.

    Ihre zutiefst betroffene
    Sylva Jürgensen

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    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      Guten Tag Frau Jürgensen,
      zu IiD steht glaube ich in meinem anderen Blogbeitrag und in den Links bspw. zu Stefan Niggemeyer genügend und auch Mogisverein und andere haben sich ja unter diesem Blogbeitrag geäußert. Dazu ist zum jetzigen Zeitpunkt, denke ich, alles erst einmal gesagt.
      Es tut mir sehr leid, dass Sie so von dieser Verkürzung so betroffen sind, das war sicher nicht mein Anliegen. Twitter ist ein schnelles Medium und manchmal schreibt man Dinge sehr kurz, die man eigentlich ausführlich schreiben sollte. Das ist mir mit dieser „Leier“ passiert und es tut mir leid. Ich kann diese Aussage nicht ungeschehen machen – stehe aber dazu, dass die Kinderpornografie im Netz, die ein großes Problem ist, leider immer dazu benutzt, Zensurinfrastruktur zu fordern, Vorratsdatenspeicherung uns so weiter. Und immer wird dabei von einem „Markt“ gesprochen, als gäbe es damit Milliarden zu verdienen. Und nie geht man dahin, wo es weh tut – woher kommt denn Kinderpornografie. Sie ist die Darstellung vergewaltigter Kinder, oft genug Kleinkinder oder sogar Babies. Diese Vergewaltigungen müssen beendet werden – und dazu muss man Missbrauch in der Familie (ich mag den Begriff Missbrauch eigentlich nicht, denn er impliziert ja, es gäbe einen richtigen Gebrauch) thematisieren, dazu muss man auch Sextourismus thematisieren. Dazu gibt es eine ganze Reihe von Initiativen von unserer Seite. Den Markt dagegen – als Käufermarkt gibt es ihn nicht, wohl aber als Tauschmarkt. Und so war das mein Aufreger, so wie die „Leier“ Herrn Füllers Aufreger ist. Und hat dann zu diesem schlechten Ausdruck geführt, der dem Thema mit Sicherheit nicht gerecht wird.
      Jörg Rupp

      Antworten
    2. Tante Jay

      Sehr geehrte Frau Jürgensen,

      wenn sie so mit der Thematik vertraut sind, können sie mir bestimmt eine Frage beantworten:

      Wo genau werden Kinder missbraucht? Im Internet? Muss man deshalb sperren, damit keine Kinder mehr missbraucht werden? Meinen sie das wirklich?

      Herzlichst ihre Tante Jay

      Antworten
  8. christian füller

    Offener Brief an Jörg Rupp

    (siehe eine ausführliche version auch auf pisaversteher.de)

    Sie, Jörg Rupp, haben bei Twitter folgenden Satz geäußert. „Und wieder die alte Kinderpornoleier“ und zitierten einen wegen des Hundertfachen Besitzes von Kinderpornografie verurteilten Mann als verlässliche Quelle.

    Ich habe das auf Twitter kommentiert: „Grüner Kinderpornolobbyist.“

    Mein Kommentar war falsch. Ich bedauere, Ihre Tweets mit der Bezeichnung grüner Kinderpornolobbyist gekennzeichnet zu haben. Ich nehme das zurück. Es tut mir leid. Sie sind sicher kein Kinderpornolobbyist, arbeiten oder werben nicht für die Porno-Industrie.

    Ich will kurz schildern, wie ich zu der harten Kommentierung Ihrer Tweets gekommen bin.

    1) Sie haben im Bezug auf eine Aufklärungsseite über sexuelle Gewalt in der taz (http://www.taz.de/Sexuelle-Gewalt-gegen-Kinder/!91210/
    http://www.taz.de/Sexuelle-Gewalt-gegen-Kinder/!91222/) gefragt, was es rechtfertige, „den Zusammenhang ‚Internet/Pädo‘ aufzumachen“. Ich habe diese Frage nicht verstanden, denn er steht auf der Seite und ist auch offensichtlich:

    Erst vor wenigen Wochen geschah ein schreckliches Verbrechen. Ein junger Mann erstach ein 11-jähriges Mädchen, nachdem er es – so vermutet die Polizei – vergewaltigt hatte. Dieser junge Mann hatte in den Jahren zuvor seine pädophilen Neigungen durch den Konsum von Kinderpornos im Netz verfestigt und später auch eigene sexuelle Gewalt gegen ein kleines Mädchen dokumentiert. Experten gehen davon aus, dass aus dem Pädophilen auch durch das Netz ein Pädokrimineller geworden ist.

    2) Sie haben in ihrem Tweet, später auch in diversen Blogeinträgen unterstellt, auf der Seite der taz und in einem der rezensierten Bücher („Im Netz“ von Julia Weiler) werde das Netz zur Ursache für sexuelle Gewalt erklärt. „Das böse Internet, die bösen Pädokriminellen und die sozialen Netzwerke – da passiert das alles“, schrieben Sie. An keiner Stelle auf der taz-Seite noch im Buch wird dieser Zusammenhang hergestellt. Im Gegenteil dort heißt es: Kinderpornografie „ist keine Erfindung des bösen weltweiten Netzes“.

    Es gibt ein Netzwerk gegen sexuelle Gewalt und Kinderpornografie. Die wichtigen Jobs der täglichen Hilfe machen kleine Organisationen und Initiativen wie Petze, Strohhalm, Berliner Jungs, Wildwasser, Zartbitter, Innocence in Danger und viele viele mehr.

    Diese Organisationen leiden in ihrer täglichen Arbeit unter Begriffen wie dem der „Kinderpornoleier“ – Sie, Jörg Rupp, haben einen solchen Begriff benutzt.

    Das war es, was mich zur grünen Kinderpornolobby provozierte. Das war falsch und ich entschuldige mich dafür. Christian Füller

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    1. Arne Babenhauserheide

      Sehr geehrter Herr Füller,

      Wie Sie wohl bereits an meinen Kommentaren in der Taz sehen konnten, kam ihr Artikel bei mir als Leser nicht im Geringsten so an wie sie ihn hier darstellen.

      Bitte informieren Sie sich umfassend über Innocense in Danger und deren angeschlossene Organisationen, bevor Sie den Verein erneut als Quelle verwenden.

      Sie haben diesem Verein eine Plattform geboten, um die fundierte Kritik von MOGIS und vielen anderen – inklusive Jörg Rupp – als Schmähkampagne darzustellen, ohne den so Verleumndeten eine Möglichkeit zur Antwort zu geben.

      Grüße,
      Arne

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      1. christian füller

        @babenetc sie sind richtig schlecht informiert, tut mir fast bisschen leid, dass ich das sagen muss.

        mogis ist ein sehr wichtiger partner. christian bahls ist ein herausragender sprecher, der das anliegen einer missbrauchssensiblen netzpolitik hervorragend vertritt. allerdings: die äußerung von frau gawlich besticht durch enorme einseitigkeit. und frau gawlich hat ein problem: sie kritisiert als ein zwei-personen-verein, dass IID zu wenig menschen helfe. das finde ich schwierig. Wie finden sie das?

        informieren sie sich bitte erst über iid, ehe sie blödsinn schreiben. ich kenne die programme dieses vereins (ebenso wie die anderer vereine) von eigenem anschauen. das kann man bei ihnen nicht sagen. sie haben sich iid NIE ANGESCHAUT oder sich dort informiert, sie plappern ausschliesslich zeugs nach, das seit jahren im netz kursiert.

        ein beispiel: allein die tatsache, dass iid schon 2005 für eine nationale infoline gegen missbrauch gesorgt hat war eine grandiose leistung – und zwar lange bevor es die telefone des bundesbeauftragten gab. dass diese line geld kostet, liegt am geschäftsgebaren der telekom – und der ignoranz einer gesellschaft, die von vorurteilsbehafteten und uninformierten leuten wie sie verführt wird.

        Antworten
        1. Jörg Rupp Beitragsautor

          Herr Füller, CareChild hatte schon 1997 eine nationale Infoline – zu ganz normalen Telefongebühren, lange bevor irgend jemand von offizieller Seite aus dazu etwas gemacht hatte. Wenn IiD einen Sponsor für die Shared-Cost-Leitung hat – wieso bezahlt der dann keine, die den Anrufer nur eine einmalige Gebühr wie 0180-2 oder -4? Weil IiD mit diesen Anrufen noch Geld verdienen möchte – und das tun sie bei 14 Cent/Minute.

          Antworten
        2. FTA

          MOGiS ist mitnichten ein Zweipersonen-Verein, und das zeichnete sich auch sehr früh schon ab und war klar erkennbar.

          Ich setze mich sicher nicht Ihrem unsachlichen und diffamierenden Stil aus, wie Herr Rupp ihn erfahren durfte. Und letztlich ist es auch dieser rücksichtslose Stil, der zu MOGiS geführt hat. Sich in dieser Debatte also über den von Missbrauchsbetroffenen aufgebauten Selbstschutz lustig zu machen, disqualifiziert Sie von vorneherein. Wenn Sie vermeintlich die Interessen derer vertreten möchten, denen Sie gerade auf den Füßen stehen, dann sollten Sie Ihre Position überdenken, Herr Füller.

          Sie sollten sich außerdem fragen, warum die Telekom in diesem Fall vorsichtig ist. Das hat nämlich unter anderem damit zu tun, dass schon lange vor Innocence in Danger einige zweifelhafte Gruppierungen unterwegs waren, die sich zwar Kinderschutz auf die Fahnen schrieben, aber wenig dazu beisteuerten. Es war im Gegenteil sogar so, dass um die Jahrtausendwende die Industrie positiv auf alle Gruppierungen zuging, dann aber leider Lehrgeld zahlen musste und daraus Konsequenzen zog.

          Innocence in Danger hat sich leider trotz solcher Hinweise nicht dazu durchgerungen, für ausführliche Transparenz bzgl. der Spendenverwendung zu sorgen. Auch der Vorschlag, sich doch vom DZI prüfen zu lassen (was sie für Unterstützer attraktiver machen würde), wurde leider nicht verfolgt.

          Antworten
          1. christian füller

            @fta
            ich habe mogis nicht kritisiert, sd. gelobt. ich habe überhaupt noch nie einen betroffenen kritisiert, sd ich habe herrn rupp für den satz „und wieder die kinderpornoleier“ angegriffen. verwechseln sie also bitte nicht hinten und vorne.
            das dzi-spendensiegel ist stark umstritten. viele ngos lehnen es ab, sich von denen zertfizieren zu lassen. könnte man recherchieren. nicht so schwer.

            und: zu den anderen dingen, die sie anführen: versteht man schlicht und einfach nicht. weder telekom noch industrie.

            klar ist: zu behaupten, die enorm wichtige nationale infoline nina sei dazu da, profit zu erzielen, ist ein schwerer schlag gegen anti-missbrauchs-einrichtungen: es ist DER KNOTENPUNKT und wichtige anlaufstelle für betroffene, besetzt mit exzellentem fachpersonal. aber, das sind ja fakten: und die nehmen sie et al nicht zur kenntnis.

            nebenbei: wieso posten sie als fta? wieso nicht visier hoch?

            Antworten
        3. Arne Babenhauserheide

          Ich habe mich über Innocence in Danger informiert, als die ihre Fernsehsendung gemacht haben.

          Wenn von denen noch irgendetwas gutes kommen sollte, hätten die eine komplette Kehrtwende machen müssen. Davon sehe ich allerdings nichts.

          Mehr als hier im Thread bereits über Innocence in Danger gesagt wurde, muss ich nicht schreiben. Das Bild ist klar. Dass Sie die Augen davor verschließen auch. Was ich als Taz-Online-Abonnent sehr schade finde. Ich erwarte mehr Sachkenntnis und Hintergrundrecherche von der Taz.

          Antworten
    2. Arne Babenhauserheide

      Nachtrag: Die Organisationen leiden nicht darunter, dass ein Grünen-Politiker von der alten Kinderpornoleier spricht, sondern dass ein Großteil der im Netz Aktiven das denkt.

      Und der Grund dafür sind nicht die im Netz aktiven, sondern Leute wie Innocence in Danger. Durch deren ständige und (für Netzerfahrene) offensichtliche Versuche, das Thema Kinderpornografie zu missbrauchen, um grundlegende Freiheiten im Netz einzuschränken, ohne damit einen wirklichen Nutzen für Kinder zu erzielen, haben sie dem Kampf gegen Kinderpornografie mehr geschadet als jede Verharmlosung, die Jörg Rupp schreiben könnte.

      Wegen Innocence in Danger und Konsorten ist Kinderpornografie überhaupt erst zu „der alten Leier“ geworden.

      Sie haben sich von denen instrumentalisieren lassen, so wie Innocence in Danger das gesamte Thema Kinderpornografie instrumentalisiert. Aber eben nicht zum Wohl der vergewaltigten Kinder.

      Antworten
  9. Tante Jay

    Sehr geehrter Herr Füller,

    bitte verstehen sie, dass ich ihre Äußerungen etwas hinterfrage.

    Zu 1): Quelle? Wer hat behauptet, dass der junge Mann erst durch das Internet dazu getrieben wurde? Wie wurde das belegt? Auf welche Studien beruft sich derjenige?

    Zu 2): So schön wie ihre Welt ist: Die Kritikpunkte, die Herr Rupp gegen Innocence in Danger gebracht hat, sind altbekannt – ein überfinanzierter Verein mit einer unterdurchschnittlichen Erfolgsquote. Und selbst die Hotline NINA ist noch kostenpflichtig.

    Es gibt eine Menge Vereine, die mit sehr viel weniger Geld sehr viel mehr an Prävention auf die Beine stellen und sehr viel mehr Kinder erreichen als Innocence in Danger. Wildwasser und Zartbitter sind auch nicht außerhalb jeglicher Kritik, doch die Erwähnung dieser Kritiken findet in ihrer Berichterstattung einfach nicht statt. Stattdessen erwecken sie – meiner Meinung nach – den Eindruck, dass dies die einzigen Organisationen sind, die sich wirksam mit dem Schutz von Kindern befassen. Seltsamerweise wird ein Verein kaum von ihnen erwähnt, der sehr alt ist und auf dem Gebiet hervorragendes leistet: Der Kinderschutzbund.

    Darüber hinaus fehlt von ihnen eine kritische Nachfrage, warum denn ausgerechnet die „Kinderpornographie“ (ich halte den Begriff nach wie vor für exorbitant widerwärtig) so wichtig ist.

    Kein Wort finde ich von ihnen, dass der überwiegende Teil des Missbrauches in den Familien und in den Sportvereinen, in den Kirchen und im alltäglichen Leben stattfindet. Die Bilder, die sie inkriminieren, werden DORT hergestellt. Und DORT ist der Ansatzpunkt, den es zu verfolgen gilt.

    Prävention muss DORT ansetzen. Im Leben. Und nicht im Internet mit untauglichen Netzsperren. Paravents helfen keinem einzigen Kind, verhindern aber wirksam Aufklärung der Verbrechen, da es keine Zeugen mehr geben wird.

    Nein, Herr Füller, ihr Kommentar hier war untauglich. Er lenkt – meiner Meinung nach – von den tatsächlichen Problemen ebenso ab wie von ihrer mangelnden Distanz zu Frau v. Weiler.

    Mit freundlichen Grüssen
    Tante Jay

    Antworten
  10. Anna

    Kein Wort finde ich von ihnen, dass der überwiegende Teil des Missbrauches in den Familien und in den Sportvereinen, in den Kirchen und im alltäglichen Leben stattfindet. Die Bilder, die sie inkriminieren, werden DORT hergestellt. Und DORT ist der Ansatzpunkt, den es zu verfolgen gilt.

    @ Tante Jay
    Und Sie lenken ebenfalls davon ab, dass Filme und Bilder von realem Missbrauch im Internet verbreitet werden und schlagen mit Ihren Worten auf Frau v. Weiler ein, weil Sie als besserer Mensch da stehen möchten.

    Mit freundl.Grüßen

    Anna

    Antworten
    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      Doch, das ist der ganz reale Ansatzpunkt – steht in meinem anderen Artikel zu der aktuellen Debatte. Wer Kinderpornografie verhindern will, muss den realen Missbrauch verhindern. In Familine, Sportvereinen, Kirchen, beim Sextourismus, …Vor allem an diesem Punkt speist sich auch die Kritik an IiD und den dort praktizierten reißerischen Methoden..

      Antworten
    2. Tante Jay

      @Anna: Und ihre Meinung über meine Intentionen nehmen sie genau woher?

      Es geht mir darum, realen Missbrauch zu verhindern. Und Frau v. Weiler und Innocence in Danger ist ein Verein, der das Verhindern des Missbrauchs verhindern will – indem nach wie vor Netzsperren etabliert werden sollen.

      Und der Kritikpunkt überfinanzierter Verein mit unterdurchschnittlichem Erfolg ist nach wie vor nicht ausgeräumt. Das hat auch nix mit „besserer Mensch“ zu tun, Spendengelder sind Gelder, die sich manche Menschen für einen bestimmten Zweck vom Munde absparen. Und wenn Herr Rupp recht hat und Frau v. Weiler sich nur einen Job sichern will, dann ist das schlichtweg ein Missbrauch (sic) der Spendengelder.

      Es wäre einfach von IiD, die Kritipunkte auszuräumen, allein – es passiert einfach nicht.

      Grüsse
      Tante Jay

      Antworten
      1. Anna

        >>Es geht mir darum, realen Missbrauch zu verhindern<<

        Ehrlich, oder geht es Ihnen nicht eher darum, sich selbst einen Namen zu machen, unter dem Deckmäntelchen (realen Missbrauch verhindern zu wollen). Sie lenken doch nur von sich selber ab, in dem Sie mit Worten auf Andere einschlagen.

        Mit freundl.Grüßen

        Anna

        Antworten
          1. Anna

            Ich wünsche Ihnen das Sie lernen, mal Ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen, bevor Sie auf andere Menschen einschlagen.

            Alles Gute für Sie

            Mit freundl.Grüßen
            Anna

            Antworten
  11. Tante Jay

    Und ich wünsche mir, dass sie außer haltlosen Anschuldigungen vielleicht mal ein wenig Butter bei die Fische tun.

    Frau v. Weilers Verhalten gibt Anlaß zu Kritik. Diese Kritik wird nicht ausgeräumt. Das alleine ist schon fragwürdig.

    Jemand, der mit öffentlichen Geldern umgeht und der Spendengelder verwaltet muss sich dieser Kritik stellen und die aushalten können – sonst ist er oder sie am falschen Platz.

    Den Kritiker mit haltlosen Vorwürfen anzugreifen ist an der Stelle nicht nur nicht hilfreich sondern auch noch ein Ausdruck der Hilflosigkeit – wenn man keine Sachargumente gegenhalten kann, versucht man halt eine persönliche Diffamierung.

    So führt man aber keine sachliche Diskussion.

    Grüsse
    Tante Jay

    Antworten
  12. Anna

    Ich schrieb doch, dass Sie nocht nicht gelernt haben, bei sich selbst zu schauen.

    Alles Gut für Sie

    Mit freundl. Grüßen
    Anna

    Antworten
    1. Tante Jay

      Ich gehe ja auch nicht mit Spendengeldern um und ich stehe auch keinem Verein vor, der sich mit dem angeblichen Schutz von Kindern befaßt.

      Es gibt Unterschiede, aber ich sehe woher sie kommen, von daher sei ihnen verziehen. 😉

      Grüsse
      Tante Jay

      Antworten
  13. Arne Babenhauserheide

    @Christian Füller:

    > wieso nicht visier hoch?

    Das ist jetzt ja wohl unterste Schublade. Gerade bei so einem sensitiven Thema wie Kindesmissbrauch sollte ihnen völlig klar sein, warum Leute nur unter Pseudonym schreiben.

    Dass Sie so etwas nicht verstehen disqualifiziert Sie in meinen Augen fast mehr als ihre bisherigen Beiträge.

    Antworten
  14. Tante Jay

    @Christian Füller: Wie kommen sie auf die Idee, dass MOGiS ein Zweipersonen-Verein ist? Bitte hier besser recherchieren.

    Dazu: Wenn ich sehe, wie sie mit Herrn Rupp umspringen, wie sie ihn diffamieren, wenn er Innocence in Danger mit Recht kritisiert, wenn sie sehen, wie eine „Anna“ hier Kritiker versucht, ins Abseits zu stellen, dann frage ich mich, wieso ich mich hier mit Klarnamen hinstellen soll. Darüberhinaus: Selbst der Name „Anna“ muss kein Klarname sein. Ich bin mir darüber hinaus der Tatsache bewusst, dass auch „Christian Füller“ nicht unbedingt der Christian Füller der taz sein muss.

    Herr Füller, sie haben nach wie vor zu wenig Distanz zu Innocence in Danger. Eine kostenpflichtige Hotline für 14 Cent die Minute ist für hilfesuchende Kinder verdammt happig. Hinzu kommt, dass solche Sonderverbindungen auf der Telefonrechnung ausgewiesen werden. Das ist echt Super, wenn die Täter in den Familien dann wissen, dass Kind mal Hilfe gesucht hat – so gut kann doch keine Beratung sein.

    Erfolgsmeldungen von NINA kann ich jetzt nicht finden. Auch keine Details, welche „Experten“ denn da jetzt so gut bezahlt werden, dass sich das lohnt.

    Es soll „die“ wichtigste Hotline im Bereich Missbrauch sein, die es in Deutschland gibt – ja wichtiger noch als die Hotline des Bundesbeauftragten sexueller Missbrauch.

    Wieso finde ich keine News? Wenn ich nach „Hotline NINA“ google finde ich nur seitenweise Anfragen, wie ich den Zwangseintrag im Telefonbuch von Handies löschen kann – das ist doch nicht wirklich euer Ernst, Leute? ZWANGSeintrag? Nicht löschbar nach Handy flashen? SO kann man natürlich eine Hotline auch etablieren. Seriös geht aber definitiv anders.

    Welche Leute sitzen an der Hotline? Wie viele? In welchem Zeitraum? Wieso wird nichts darin investiert, dass man im Internet die Daten der Hotline schnell findet? „Hotline NINA“ – wenn sich das Projekt ernst nimmt müsste bei so einem Suchbegriff als ERSTES die Webseite zum Projekt kommen und nicht irgendwelche Seiten, die erstmal erklären, wie man den Eintrag im Telefonbuch des Handys wieder los wird…

    Und zu ihrer Aussage, dass NINA DIE Hotline im Bereich missbrauch ist: Recherchieren sie bitte, bevor sie sowas raushauen.

    – Nummer gegen Kummer – das Elterntelefon. Kostenfreie Hotline.
    – Nummer gegen Kummer – das Jugendtelefon. Kostenfreie Hotline
    – Hotline des Unabhängigen Beauftragten des Bundes zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs. Kostenfrei.
    -Hotline der katholischen Kirche für Opfer sexuellen Missbrauchs. Kostenfrei. OK – Kirche. *hust*

    Die sind ALLE kostenfrei. Aber NINA, die sie als „DIE“ Hotline anpreisen, die kostet 14 Cent die Minute. Pfui Deibel.

    Kommen wir nun zur Kritik am Spendensiegel. Es ist ja immer wieder erstaunlich, WER das Spendensiegel kritisiert. Johanniter, Caritas, Diakonisches Werk, THW… alle diese Organisationen stellen das Spendensiegel nicht in Frage. Ich glaube auch, dass gerade diese Organisation außerhalb jeglicher Kritik stehen, was die Verwendung von Spendengeldern angeht.

    Wenn die für ein Spendensiegel sind (und jetzt nur die Verschärfung der Kriterien kritisiert wird, weil – und jetzt kommts: Dann der Verwaltungsaufwand zu hoch wird und das Spendensiegel zu teuer wird, der imho beste Grund, die Verschärfung der Kriterien zu verschieben), dann ist das eine Ansage.

    Und jetzt gucken wir uns mal an, wer GEGEN das Spendensiegel ist. Innocence in Danger und die Deutsche Kinderhilfe (denen das Spendensiegel aberkannt wurde). Ein Schelm der arges dabei denkt.

    Antworten
  15. Twister

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    dies ist mein erster Kommentar hier obgleich ich mich schon länger mit der Thematik „Kinderpornographie im Internet“ beschäftigt.
    Ich denke, zur Thematik Innocence in Danger ist schon genug gesagt worden – gerade das Format „Tatort Internet“, welches später durch „Tatort Deutschland“ wiederbelebt werden sollte, setzte nicht nur auf reißerische Schnitte und rechtlich fragwürdige Aspekte, sondern hatte zudem auch noch, dies sei hier angemerkt, keine Skrupel davor, ein junges Mädchen auf geradezu entblößende Art und Weis darzustellen und ihr noch die Details ihrer Traumatisierung (die durch Erpressung, Nötigung usw. zustandekamen) quasi aus der Nase zu ziehen, dies übrigens ohne Anonymisierung.
    Ich habe dies auf Telepolis hinreichend kommentiert.
    > http://www.heise.de/tp/artikel/33/33476/1.html
    > http://www.heise.de/tp/artikel/33/33519/1.html

    Wichtiger, weshalb ich mich hier auch äußere, ist jedoch der Aspekt „Visier hoch“. Herr Füller hat sicherlich, angeregt durch die Kritik und die durchaus emotional und manchmal unwirscht geführte Debatte, hier ein „zeig dich“ (sinngemäß) ausgestoßen und damit eie Taktik ins Spiel gebracht, die von denjenigen, die oft nicht allzu sensibel mit der Thematik umgehen, genutzt wird. Die Kritiker werden, so wird dies auch bei anderen Themen getan, sclichtweg in die Enge getrieben ndem sie dazu aufgefordert werden, „Mut zu zeigen“, Verantwortung für ihre Äußerungen zu übernehmen, das Visier hochzuklappen – sprich: ihre Realnamen herauszugeben.

    Ich kann nur davor warnen, dieser Taktik nachzugeben _bevor_ man sich nicht ganz genau mit den möglichen Folgen befasst hat. Dies ist letztendlich die gleiche Taktik, die z.B. bei den Kindesverführern im Netz kritisiert wird – sie wollen Realnamen oder gar Adressen haben. Kindern und Jugendlichen wird daher geraten, nicht vorschnell Realnamen und Adressen herauszugeben da dies böse Folgen haben könnte. Dies ist jedoch auch und gerade in dieser Debatte auch für Erwachsene der Fall, gerade auch wenn sie sich von der eher mehrheitlich vertretenen Meinung entfernen.

    Ich warne auch aus persönlicher Betroffenheit sowohl als Opfer sexueller Gewalt als auch durch vorschnelles Vertrauens sich eiem „Kinderschützer“ vertraut habender Mensch (der den Missbrauch dieses Vertrauens nicht nur durch ein Zwangsouting, sondern auch durch fortgehende Diffamierung, Beleidigung, Belästigung und berufliche Nachteile erfahren musste) davor, hier schnell zu schreiben „ich hab nicht zu verbergen, ich bin“. Selbst wen seitens der hier agierenden Personen keine „bösen Folgen“ initiiert werden, so sind diese Informationen dann öffentlich und können schnell dazu dienen, Kritiker auf persönliche Art und Weise anzugreifen, sie zu diffamieren etc.

    Herr Füller – IoD ist meines Erachtens nicht zu Unrecht in der Kritik gestanden, es ist kaum nachvollziehbar, wieso z.B. niederschwellige Ansätze zur Hilfe vor Ort eingestampft werden wegen Geldmangel während sich die Institutionen, die sich vornehmlich der Problematik Netz widmen, von allen Seiten mit Geldern bedacht werden. Es ist schön, dass Frau von Weiler vernetzt, aber die tatsächliche Arbeit geben sexuelle Gewalt kann nicht nur durch Netzpolitik und ein wenig Vernetzung stattfinden, sie muss wieder vor Ort geleistet werden und letztendlich auch Themen wie Kinderarmut mit einbeziehen, sonst ist der ganze „Kampf“ zum Scheitern verurteilt. Die Millionen und halbe Millionen und Fördergelder von Ministerien, die Institutionen wie IoD erhalten, fehlen an der „Vor Ort“-Arbeit und auch wenn durch Programme wie „Smart Peer to Peer“ „geschulte Jugendliche“ Kindern und Jugendlichen erklären sollen, wie man sich im Netz schützt, so sind sie gerade auch zuhause dem Ganzen schutzlos ausgeliefert weil dort die Vertrauenskomponente extrem hoch ist.

    Seit längerem wird Kinder- und Jugendpolitik eher zur Netzpolitik, die Arbeit vor Ort, sei es durch Jugendämter oder Institutionen, durch niederschwellige (kostenfreie) Angebote wird zugunsten der Netz“politik“ eingestampft und während dauernd das Thema Kinderpornographie hochkocht, werden die Opfer vor Ort im Regen stehengelassen und sind nur dann interessant, wenn sie letztendlich unter irgendwelchen reißerischen Umständen den Weg in die Medien finden oder tot sind, so zynisch es klingt.

    Die These, dass Kinder, die Kinderpornographie konsumieren mussten, genauso traumatisiert sind wie Kinder, die sexuelle Gewalt selbst erfahren mussten, hält meines Erachtens keiner wissenschaftlichen Betrachtung stand.

    Dies sind meine Kritikpunkte an den Institutionen, die wie IoD eher auf Netz“politik“ und z.B. auf Netzsperren usw. setzen statt die Arbeit vor Ort immer wieder ins Gespräch zu bringen.

    Insbesondere der „Visier hoch“-Aspekt sollte imho noch einmal von allen Debattenbeteiligten überdacht werden bevor aus welchen Gründen auch immer der nächste Herr, die nächste Dame bemerkt, wie einfach gerade auch diejenigen, die von ihren Meinungen überzeugt sind, gegen andere vorgehen können. Bitte, Herr Füller, gerade Sie als Journalist, sollten insofern über diesen Kommentar noch einmal nachdenken und überlegen, ob sie dadurch nicht Menschen vielleicht zu einem unüberlegten Outing bringen, was sehr negative Folgen für diejenigen haben kann.

    Antworten
  16. christian füller

    @tante jay @fta und @babendingsda @rothschild et all the other anonymus stalkers

    sie schreiben alle spannende sachen hier; häufig schlecht recherchiert, manchmal immerhin hübsch formuliert. ich antworte freilich lieber auf leute, die sich nicht nur wichtig, sondern auch kenntlich machen. also: gesicht zeigen, ich mach das ja auch. (wenn sie sehr verantwortungsvolle jobs und angst haben, das klu-klux-klan-hasskäppi abzunehmen, dann mailen sie mir gerne direkt an cif@taz.de; wird alles zur kenntnis genommen)
    merci und schönen sonntag

    Antworten
    1. FTA

      Sie haben offensichtlich weder die Antwort von Twister hier gelesen noch meine längere Antwort auf Sie im Trollforum – schade, da hätten Sie jetzt ehrlich was über Kinderschutz lernen können. Sie hätten vor allem lernen können, dass Pädosexuelle nicht nur die Fachdisziplin der Pädagogik überrannt haben, sondern auch andere Bereiche. Da hätten Sie jetzt ein paar Informationen ohne große Recherche auf dem Silbertablett serviert bekommen, aber Ihnen ist Ihr Stolz wohl wichtiger.

      Auf unserem Kopf sitzt das Hasskäppi allerdings nicht. Von uns hat sich keiner wie ein aalglatter Medienprofi benommen und Herrn Rupp gezielt ins Messer laufen lassen – nur mal so zur Erinnerung.

      Antworten
    2. angelwing

      Hallo Herr Füller,

      ich hoffe, dass Sie inzwischen den guten Kommentar von Twister gelesen und verinnerlicht haben.
      Ich kenne Twister seit ca. 10 Jahren und habe miterlebt, wie sie, als sie sich einem angeblichen Kinderschutzverein anvertraute, von diesem zwangsgeoutet, verfolgt und gestalkt wurde.
      Ich selber habe, als mein Name bekannt wurde, erleben dürfen, dass man mich an prominenter Stelle denunziert hat. Zum Glück kannte man mich dort und hat mich informiert. Der nachfolgende Prozess ging dann mit einer Verurteilung des Denunzianten aus.
      Ich kenne Missbrauchsopfer, die sich im Internet nie outen würden, weil sie Angst vor den eventuellen Konsequenzen hätten. Und ich muss ihnen recht geben.

      Wenn sie all dies offensichtlich nicht wissen, und Ihr „Visier hoch“ spricht dafür, sollten Sie sich deutlich zurücknehmen. Zumal ihre aggressive Art der Argumentation, die eher persönliche Angriffe sind und mit einer argumentativ geführten Debatte nicht das geringste zu tun hat, nicht dazu geeignet ist das Visier hochzuklappen.

      Gut zu Gesicht stünde Ihnen, wenn Sie auf die Argumente, die hier vielzählig, unter anderem von Twister und FTA gekommen sind, eingehen würden und sich auf Sachverhalte einlassen würden, statt mit Totschlagargumenten wie „schlecht recherchiert“ sich aus der Affäre ziehen zu wollen.

      Denken Sie noch mal darüber nach, ob es nicht sinnvoll sein könnte, wenn Sie sich auf eine Diskussion einlassen würden.
      Sie wissen doch: Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung äbndern kann.

      Marita Wagner

      Antworten
    3. Arne Babenhauserheide

      @Christian Füller: Ich habe also nicht meinen Klarnamen verwendet… Googlen sie mich. Reicht schon aus. Vielleicht können Sie meinen Namen danach auch schreiben…

      Wenn Sie sich also zu fein sind, anonymen Leuten hier zu antworten, dann stellen Sie sich einfach vor, ich hätte das gesagt. Dann haben Sie Themen-Kompetenz und Offenheit zusammen.

      Und wo Sie sich so toll damit finden, dass Sie ihr Gesicht zeigen: Lernen Sie ein Mindestmaß an Empathie. Vor 15 Jahren hätte ich lieber 3 Tage alleine in einem dunklen Zimmer gesessen als meinen echten Namen in einer öffentlichen Diskussion wie dieser zu verwenden. Wenn Sie das nicht nachvollziehen können, sollten Sie ab jetzt ihre Finger von Themen wie diesem lassen – und zwar so lange, bis Sie gelernt haben, sich in andere Menschen hinein zu versetzen.

      Bis dahin sind Sie nämlich völlig ungeeignet, über verletzte Menschen zu schreiben.

      Und hiermit haben Sie dann ja auch das coming-out, das sie sich so gewünscht haben, nur – och – ‚leider‘ nicht zu Kindesmisshandlung.

      .oO( Hm, ja, ich bin sauer )Oo.

      Und um mal wieder weiter von diesem untersten Niveau wegzukommen, in das sie uns treiben wollen: Ich finde die Kommentare hier (abgesehen von Ihren) sehr, sehr interessant.

      @Jörg Rupp: Die Kommentare hier sind Gold wert. FTA hat voll und ganz Recht: Hier werden klasse Informationen auf dem Silbertablett serviert.

      Zumindest ein Gutes hatten die Artikel von Herrn Füller also. Vielleicht nimmt sich ja ein anderer Taz-Autor der Aufarbeitung des Themas an. Er hätte schon eine Fülle sehr guter Quellen zur Hand – und müsste nur kurz nachfragen, um noch viel mehr zu finden.

      Toll, dass Sie ihre Antwort hier auf Ihrem Blog geschrieben haben!

      .oO( jetzt bin ich auch schon wieder etwas entspannter )Oo.

      Antworten
  17. Patrik Schönfeldt

    In dem Zusammenhang ist auch bemerkenswert, dass man oft gegen „Kinderpornografie“ vorgehen will und dann mit Cyber-Grooming argumentiert wird. Geben Sexualstraftäter ihren Opfern etwa Nacktbilder von anderen Kindern? Natürlich ist es ein hochemotionales Thema, aber gerade deshalb sollte man nicht alles in einen Topf werfen. Von diesem Standpunkt aus gesehen, muss man leider viele Initiativen als unseriös ansehen.

    Antworten
  18. Twister

    @Patrik

    Hier bei noch eines erwähnt, was bei dem Ganzen gerne noch unerwähnt bleibt. Kinder, die jedweder Gewalt im Elternhaus ausgesetzt sind, sei es durch Eltern, Verwandte oder Bekannte, sind oft einem enormen Druck ausgesetzt, sie wollen zwar, dass die Gewalt aufhört,wollen aber nicht schuld daran sein, dass die Familie auseinanderbricht, „Papa und Mama sich trennen“ , die Familie des Freundes auseinanderbricht usw. usf. Also halten sie im wahrsten Sinne des Wortes still.

    Durch die Einstampfung der niederschwelligen Angebote sowie die Kosteneinsparungen im Jugendamtsbereich werden die Jugendämter mehr und mehr zur reinen Feuerwehr, nicht aber zum Brandschutzwart. Was bedeutet, dass bei einem „papa tut mir weh“ auch genau das passiert, was Papa dann immer prophezeit hat – die Familie wird sofort auseinandergerissen, das Kind versinkt in Schuldgefühlen.

    Kinder und Jugendliche sind nicht so dumm als würden sie nicht auch im Internet recherchieren, was mit Familien passiert, bei denen es Kindern ähnlich geht, weshalb sie dann eben nicht ide offiziellen Ecken aufsuchen, sondern eher die niederschwelligen Angebote nutzen würden, die oft genug nicht mehr vorhanden sind. Eine Alternative bietet dann letztendlich das Internet, denn die Hotlines wurden oft genug auch schon rückgefahren.

    Hierbei sei auch erwähnt, dass sich nina-info nur an die Erwachsenen richtet, nicht etwa an die Kinder selbst.
    Fürin Kind wäre es auch ungeeignet, denn Mehrwertnummern sind in der Telefonhistorie im allgemeinen aufgezeichnet, gerade in Familien, in denen Gewalt in jedweder Form stattfindet, sind die Kontrollmechanismen hoch – jeder Erwachsene weiß ja im allgemeinen, dass er etwas Verbotenes tut und will daher, dass dies geheim bleibt. Die Kontrolle der Handies, der Telefonate, des Internets ist daher logisch.

    Save-me-online ist daher letztendlich für Kinder auch nicht geeignet weil es in der Historie im allgemeinen auftauchen würde – hier ist übrigens zu erwähnen, dass für Kinder und Jugendliche selbst _keine_ telefonische Beratung angeboten wird, sondern nur per Internet.

    save-me-online richtet sich übrigens nur an Kinder und Jugendliche, die „sich GEfahren im Netz ausgesetzt sehen“. Hier zeigt sich imho schon die Diskrepanz des Ganzen – IiD konzentriert sich auf das Netz, auch die kostenlose Emailberatung konzentriert sich auf das Netz, telefonische Beratung gibt es nicht für Kinder und auch nur gegen Geld.

    Aber zurück zu betroffenen Kindern – der Druck steigt also und am leichtesten wäre sich eben im „realen Leben“ jemand zu suchen, dem man sich anvertrauen kann. Jemand, der weder befürchten muss, dass er entweder bei Nichtaktivwerden selbst mit Strafe rechnen muss (wie es mal ein Gesetzentwurf plante), jemand, der auch nicht gleich die Familie auseinanderreißt, sondern sich vor allen Dingen Zeit nimmt um zuzuhören statt sich auf reißerische Ideen a la „dein Vati ist pädophil, da sSchwein“ zu stürzen, denn oft genug hat der Missbrauch in der Familie mit Pädophilie rein gar nichts zu tun. Das Kind ist letztendlich nur das verfügbare Opfer, wenn sich die Frau „verweigert“ oder dergleichen. Oder Sex ist in dem Fall die Bestrafung für ein „ungebührliches Verhalten“ des Kindes, wie es definiert wird von den Tätern.

    Der Bereich „sexuelle Gewalt“ ist ein Bereich, der fernab von den reißerischen Berichterstattungen über den geifernden Pädo im Busch oder den kinderpornobetrachtenden Perversen im Netz betrachtet werden muss, denn nur so können auch Lösungen entstehen. Die Kinderschutzgipfel sind da ein erster Weg, denn nicht zuletzt sind gerade auch ärmere Kinder, die z.B. durch ihre Prostitution die Familie ernähren, ein Grund für Kinderpornographie im Netz. Hier stellt sich dann oft die zynisch klingende, aber durchaus ernst gemeinte Frage: Wie erkläre ich einem Kind, dass das, was es tut, falsch ist, wenn dadurch die Familie überlebt?

    Diesen Fragen wird aber nicht nachgegangen, sondern es wird weder sich mit der Frage beschäftigt, wieso reale Hilfe vor Ort immer weniger geleistet wird und geleistet werden kann (u.a. auch deshalb weil lieber Gelder in Netzprojekte gesteckt werden, die natürlich auch von denjenigen unterstützt werden, die froh sind, wenn sie sich dadurch profilieren können und dadurch auch ihre eigene Agenda durchsetzen können), noch wird überlegt, wem eigentlich durch die Abnutzung des Begriffes Kinderpornographie gedient wird.

    Hier wären wir dann letztendlich auch wieder bei der „Kinderpornoleier“. Wenn nämlich die Protagonisten von Netzsperren und Co. nicht aus Kinderpornographie einen unerträglichen Brei aus Photos, die sexuelle Gewalt zeigen, auch irgendwelchen Posingphotos Minderjähriger, aus Texten a la Lolita und Manga und Co gemacht hätten, wenn sie nicht mit Übertreibungen ohen Beleg a la „Milliardenmarkt“ immer wieder sich selbst als mehr oder minder Schaumschläger geoutet hätten, dann wäre das Thema jetzt auch nicht so ein Reizthema und so verbrannt. So aber gerät es zur „Kinderpornoleier“, denn diejenigen, die von sexueller GEwalt betroffen sind, müssen sich imho zu Recht fragen: okay, ihr habt also eine Viertelmillion bei „Wer wird Millionär“ gewonnen, jetzt finanziert ihr damit ein Jahr lang (siehe Tätigkeitsbericht) eure „Smart Peer 2 Peer“-idee, die mir also sagt, wie ich mich gegen Anmache im Netz wehre. DAs ist schön, aber wo sind eigentlich die Leute, die mir helfen, wenn Papa, Mama, Onkel Dieter, Tante Susanne oder der nette Freund von Papa mich anfassen oder Schlimmeres?“
    Die Photos, die dann entstehen, sind nur das REsultat dieser Tat – die Tat gilt es zu verhindern, aber für kinderselbstbewusstseinsstärkende Maßnahmen, für Hilfsangebote usw. ist leider kein Geld.

    Und _das_ ist imho das, was beleuchtet gehört, nicht das zigste Buch über die Gefahren im Netz. Dass IiD Preise bekommt, verwundert ebenso wenig wie die Zusammenarbeit mit den Ministerien – hier kennen sich Menschen, hier wissen Menschen eben auch, wie man sich zu profilieren weiß und stürzt sich auf eben jene Arbeit, die einfach ist, die vom Büro aus zu tun ist, die nichts mit schweren Entscheidungen wie „tja, jetzt haben wir also einen Missbrauch in der Familie, aber wenn wir die Familie ausinanderreißen, wird das Kind es nicht verkraften“ zu tun hat. Die EU fördert beispielsweise keine kritischen Institutionen diesbezüglich, sondern hat letztendlich, dies lässt sich nachlesen, ein Netzwerk von Netzsperren wohlgesinnten Leuten entwickelt, das gefördert wird, das Geld bekommt, daher in den Medien ist usw. usf.

    Das ist für diese Institutionen, denen ich nicht einmal pauschal die gute Absicht absprechen will, sicherlich angenehm, aber für die von sexueller (nicht nur) Gewalt betroffenen Kinder ist dies letztendlich keien Hilfe.

    Hierüber würde ich mir kritische Kommentare wünschen, kritische Artikel. Über die Situation in den Jugendämtern, über die Kinder, die keine niederschwelligen Angebote mehr haben, an die sie sich wenden können; über Kinder, die nicht wissen, wohin; über überforderte Sozialarbeiter und eingesparte Stellen im Jugendhilfebereich; über tote Hotlines und dergleichen mehr. Aber nicht noch die zehntausendste Variante von „das Netz ist gefährlich“ und „so wehrst du dich“.

    Dies wurde unter meinem Realnamen verfasst, imho wäre es nun an den beteiligten Journalisten, sich zu melden und zu recherchieren. Niemand muss einem Journalisten hinterherlaufen um Infos weiterzugeben oder ihm Anregungen zu geben – ich bin selbst Journalistin und wenn ich anonyme Tipps bekomme, was an der Tagesordnung ist, dann kann ich selbst recherchieren, denn das ist mein Job. Hier haben schon etliche Leute das Visier runtergelassen, andere tun dies aus gutem Grund nicht. Aber warum sollten die Beiträge hier nicht schon Grund zu weiteren Recherchen geben sondern pauschal als irrelevant abgehandelt werden nur weil sie unter dem Schutz der Anonymität geschehen?

    Es gibt hier bereits eine Menge Informationen, die weiterverfolgt werden können. Was sagt der Tätigkeitsbericht von IoD über die einzelnen Projekte, das Geldaufkommen dafür und die Mittelverwendung aus?
    (Hierfür bedarf es kein Spendensiegel sondern der Transparenz). Wofür wird die Viertelmillion verwandt, die Frau von Guttenberg erspielte – nur für das Smart Peer 2 Peer-Projekt, welche Kosten entsehen da und wofür? Der Tätigkeitsbericht gibt da zu wenig Auskunft darüber.

    Wieso werden erneut für Nina Sponsoren gesucht, wenn doch durch die Anrufe bereits Gelder hereinkomme? Wie hoch sind die Einnahmen, wofür werden sie verwandt?

    Wie ist die Bewertung der im Kuratorium vertretenen Kinderschutzvereinigungen seitens der sei längerem auch vor Ort aktiven Kinderschutzvereinigungen und weshalb ist sie teilweise negativ?

    Wie konnte IoD bei der Zusammenarbeit mit „Tatort Internet“ verantworten, dass eine Minderjährige unanonymisiert von ihrem Trauma berichtete nur weil die Mutter zustimmte und wieso gab die Polizei solch sensible Daten einfach weiter?

    Ist Kinderpornographie im netz tatsächlich ein Milliardengeschäft und wer schätzt dies auf Grund welcher Fakten so ein?

    Wieso fördert die EU lediglich netzsperrenaffine Gruppierungen, nicht jedoch Kritiker?

    Wie ist die Lage der Jugendämter derzeit, deren Ausstattung, deren personelle Verfügbarkeit usw?

    Wie sind die niederschwelligen Angebote aufgestellt, wo harpert es, welche mussten schließen, wurden gefördert, werden nicht mehr gefördert usw?

    Wie will IiD das Zustandekommen von Kinderpornographie im Netz verhindern bzw. inwiefern sind die Ursachen für Kinderpornographie im Sinne von „Dokumentation realer sexueller Gewalt“ ein Thema und werden angegangen? Welche anderen Initiativen befassen sich mit den Ursachen und wie werden diese gefördert?

    ‚Dies und viele andere Fragen sind es wert, von hoffentlich gut bezahlten Journalisten, die Zeit und Geld für diese Recherche haben, beleuchtet zu werden.

    Und für Nachfragen kann ja jeder mich kontaktieren beispielsweise. Ich laufe aber niemandem mehr nach, denn zum Journalistendasein gehört auch Selbstinitiative und das Zuhören statt das Abwürgen.
    Das würde ich mir von Ihnen, Herr Füller, wünschen.
    Twister

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  21. Stephan Rehfeld

    Ein ziemlich wirrer zusammenschnitt unterschiedlicher Zitate um den Eindruck zu erzeugen, dass es ja überhaupt kein Problem geben würde, die andere Seite nicht die Wahrheit sagt und wenn es etwas gab, das gar nicht so schlimm gewesen sein soll.

    Solcherlei Rheotorik kennt man auch aus den Kirchen nach der Aufdeckung entsprechender Fälle. Nur ist man dort zum Glück schon über seinen Schatten gesprungen. Etwas was den Grünen offensichtlich sehr schwer fällt.

    Gerade diese Doppelmoral macht die Grünen derzeit zu abstoßendsten Partei im Bundestag.

    Antworten
    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      Ach, das ist ja spannend. Welche Rhetorik denn genau?
      Der Beitrag „der dritte Streich“ wird sicherlich im Zusammenhang mit „es reicht“ klarer.
      Ansonsten tun wir alles für die Aufklärung und durchwühlen selbst alte Unterlagen, die wir dem Forscher Walther zur Verfügung stellen.
      Der Vergleich mit den Kirchen ist nicht zulässig, da es keinen einzigen Vergewaltigungsvorfall gibt, der direkt aus der Partei käme noch vom weiteren Umfeld. Gerade das macht uns zur glaubwürdigsten Partei in dieser Frage – mit Ausnahme der Personalie Cohn-Bendit, der sich zwar ausreichend distanziert hat, in meinen Augen glaubwürdig, aber trotzdem zurückgetreten sein müsste – schon lange.
      Mir selbst geht es in diesem Beitrag hier aber um das, was jemand mit entsprechender Reichweite mit jemandem anstellt, der praktisch keine Chance hatte, sich zu wehren.

      Antworten
  22. Admiral Snyder

    Die NPD hat den Begriff „Kinderschänder“ vor 10-15 Jahren offensiv für sich aufgegriffen (wobei das nur wirklich politisch Interessierte mitbekommen haben dürften) allein der Begriff existierte schon lange vorher.

    Antworten
    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      ich finde ihn übrigens nicht nur deshalb falsch, sondern auch, weil er impliziert, dass das vergewaltige Kind eine „Schande“ zu tragen hätte – also irgendwas mit Schuld.

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