Causa Böhmermann zeigt – Rassismus ist in Deutschland quer durch alle Lager hoffähig

Man kann sich ja über Geschmack streiten. Hilft nur nichts. Das Böhmermann-Gedicht über Erdogan war jedenfalls keines, das mir gut gefallen hätte. Sei’s drum, könnte man sagen. Aber es geht am Ende um mehr.

Deutschland streitet darum, was Satire darf. Alles sagen alle, die es so gerne hätten. Aber darf Satire sich rassistischer Stereotype bedienen? Kunst/Meinungs-Freiheit sagen die, die nicht verstanden haben, dass die eigene Freiheit da endet, wo die des Nächsten beginnt. Dieselbe Argumentation, derer sich die bedienen, die gerne rücksichtslos ihre Meinung, oft verbunden mit Beleidigungen, in die Welt posaunen und dann, bei merklichen Reaktionen, von Zensur reden.

Alles noch nicht schlimm – aber am Ende erschreckt, dass genau das rassistische Motiv des „Ziegenf*****“ wiederholt und als Leitmotiv für Kritik an der Kritik an Böhmermann herhalten muss. Ist es also Meinungsfreiheit, wenn man ein rassistisches Stereotyp verbreitet? Reden wir also in Zukunft wieder von N*****, wenn wir von afrikanischen Diktatoren reden und nennen das dann „Satire“?

Um jedes Missverständnis auszuräumen: Erdogan bietet allen Grund, dass man sich nicht nur über ihn lustig macht, auch und besonders mittels satirischer Mittel. Und das ist richtig so. Aber es gibt Grenzen, die darf auch Satire nicht überschreiten. Hätte sich Böhmermann einer Beleidigung bedient, die sich alleine auf Erdogan bezogen hätte – kein Grund zur Beschwerde. So aber tappt er in die Rassismusfalle. Und das nicht nur im Kontext von nach Schweinen riechenden Fürzen – auch ein widerliches Bild, wenn man an die rassistischen Angriffe mittels Teile von toten Schweinen auf Moscheen oder Asylunterkünfte denkt

Das Bild des mit Tieren kopulierenden Mannes ist ein altes, rassistisches Stereotyp des weißen Mannes über Muslime generell. Es ist nicht alleine bezogen auf  Türken, sondern eine Beschimpfung, Verunglimpfung von männlichen Muslimen. Diesen wird nicht nur unterstellt, auf einer sozusagen vorzivilisatorischen Stufe zu stehen, weil sie mit Tieren kopulieren, sondern es wird gleichzeitig eine Triebhaftigkeit des muslimischen Mannes beschworen, die sich in rassistischen Blogs z. B. so äußert (inkl Rechtschreibfehler):

Ich kann nur jedem „Nicht Islamischen“ Mädchen empfehlen einmal den Koran zu lesen. Dann erkennen die Mädels vielleicht das sie den Ziegenf***** lediglich als Vieh zur Befriedigung dienen und zwar nur solange bis Aischa, Fatma, volljährig sind.

Eine Triebhaftigkeit, die so heftig ist, dass sie soweit geht, dass der muslimische Mann Ziegen als Ersatz für Frauen nimmt. Diese Triebhaftigkeit, die im 3. Reich auch Juden in Bezug auf deutsche Frauen unterstellt wurden und die auch für alle anderen gelten, die nicht weiß sind. Von Legenden über die sexuelle Attraktivität von POC (People of Colour) kaum zu reden. Ein bekanntes, rassistisches Stereotyp.

Und wie gesagt, aus dem ganzen, unsäglichen Gedicht ist es genau dieses Stereotyp, das wieder und wieder hervorgezogen wird, betont wird, wiederholt wird. Obwohl es viele Texte gibt, die auch dieses Gedicht klar als rassistisch definieren. Eine Reihe von wirklich widerlichen Aktionen – bis hin zu der, eine „Ziegendemo“ abzuhalten und das Gedicht zu rezitieren – was zum Glück untersagt wurde.

Ich bin schockiert, mit welcher Vehemenz auch genau diese Passage verteidigt wird. In meinem FB-Freundeskreis findet sich ebenso wie dazu auf Twitter jede Menge, von links bis nach ganz rechts ist sich die Gesellschaft einig: Muslime, zumindest Türken, also Erdogan, darf man als Ziegenf***** bezeichnen. Das ist so unsäglich wie die Verteidigung des Mohrenkopfes im Zusammenhang mit Schokofesten (und zwar ausgerechnet von einem grünen OB) oder der Verteidigung eines rassistischen Logos einer Firma, die zufälligerweise „Neger“ heißt.

Letztendlich ist das der unbeabsichtigte Verdienst von Jan Böhmermann: er hat sichtbar gemacht, wieweit sich Rassismus noch in den Köpfen von deutschen Menschen befindet. Erbittert wird jeder Zusammenhang zu Rassismus zurückgewiesen.

wie auch Ismael Küpeli früh anmerkt.

Kein Wunder: Susan Arndt schreibt:

Bei Rassismus handelt es sich […] um eine europäische Denktradition und Ideologie, die „Rassen“ erfand, um die weiße „Rasse“ mitsamt des Christentums als vermeintlich naturgegebene Norm zu positionieren. […] Diese historisch gewachsene und im Laufe der Jahrhunderte ausdifferenzierte Ideologie produzierte und produziert rassistisches Wissen (wie das um die Triebhaftigkeit des muslimischen Mannes, d. Red), hat sich ebenso facettenreich wie wirkmächtig in Glaubensgrundsätze, (Sprech)Handlungen und identitäre Muster eingeschrieben und sich – unabhängig davon, ob Weiße dies anerkennen oder nicht – die Welt passfähig geformt. Rassismus gehört zweifelsohne zu den am meisten gravierenden und folgenschweren historischen Hypotheken, mit denen sich die Welt im 21. Jahrhundert auseinander zu setzen hat, denn die symbolische Ordnung von „Rasse“ hat sich strukturell und diskursiv in Machthierarchien und Wissensarchive eingeschrieben. […] Vor diesem Hintergrund handelt es sich also nicht einfach nur um Nichtwissen, mit dem Rassismus auf die eine oder andere Weise weggeredet wird. Vielmehr ist das Nicht-Wahrnehmen von Rassismus ein aktiver Prozess des Verleugnens, der durch das weiße Privileg, sich nicht mit (dem eigenen und/oder kollektiven) Rassismus auseinanderzusetzen zu müssen, gleichermaßen ermöglicht wie abgesichert ist.

Dies beschreibt wunderbar genau den Prozess, das Verleugnen, sogar bis hin zur aggressiven Verteidigung des rassistischen Angriffes auf Erdogan. Es braucht mehr Wissen über Rassismus und über die Rolle, die er im weißen Denken spielt. Denn, so Arndt weiter:

[…] Es geht nicht um individuelle Schuldzuweisungen, sondern um Verantwortung, das Wissensarchiv des Rassismus zu hinterfragen, feste Glaubensgrundsätze aufzugeben, Gelerntes zu verlernen und bereits Gelebtes selbstkritisch zu hinterfragen.
(Zitate Susan Arndt aus diesem Buch)

Etwas, dass ich schmerzlich vermisse in diesen Tagen.

22 Menschen gefällt dieser Beitrag.

58 Gedanken zu „Causa Böhmermann zeigt – Rassismus ist in Deutschland quer durch alle Lager hoffähig

  1. Pingback: Und? Wars Satire? | Tante Jays Café

  2. txxx666

    Jan Böhmermann hat in seinem (als solches angekündigten und als Exempel ausgewiesenen) Schmähgedicht nicht pauschal Muslime, sondern explizit die Person Erdoğan beleidigt – was daran rassistisch sein soll, ist mir schleierhaft.
    Sonst wäre es ja immer rassistisch, IRGENDWEN zu beleidigen, weil diese(r) ja (Obacht: auch hier Rassismusgefahr!) irgendeiner menschlichen „Rasse“ resp. Volksgruppe angehört…
    Also, auch wenn Böhmermann jetzt AUCH Solidarität von falscher Seite (notorischen Türkenhassern etwa) bekommen mag – ihm Rassismus zu unterstellen halte ich für meilenweit daneben.
    https://misanthrope.blogger.de/stories/2578887/

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    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      es steht schon im text: er hat Erdogan mit pauschal auf Muslime gemünzte Schmähungen bedacht – und das ist klar rassistisch. DAS ist wie wenn man Mugabe als N**** bezeichnen würde und das Satire nennen würde

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          1. Kommando Norbert Blüm

            Und wenn man glaubt, es geht nicht mehr, dann kommt immer noch ein Rupp daher.

            ….und sieht hinter jeder Ecke einen Rassisten, selbst wenn es nur der eigene Schatten waere.

            Wie waer’s, wenn Sie Ihre formidablen Ausserungen direkt an Jan Boehmermann richten? Noch besser: wie waere es, wenn Sie Anzeige gg Boehmermann erstatten?
            Sollte doch ein Leichtes fuer Sie sein? Aus der Uebung duerften Sie noch nicht sein, oder?

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            1. Jörg Rupp Beitragsautor

              Darum geht es mir doch gar nicht. Ich finde nur, dass es ein deutliches Bild auf diese Gesellschaft wirft, dass ein rassistisches Stereotyp so „witzig“ aufgenommen wird und man sich noch dazu versteigt, es zu verteidigen.
              Achso: wie wär es, wenn Sie mich widerlegten – sofern Sie es anders sehen?

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        1. Jörg Rupp Beitragsautor

          Ich habe ihn nicht als Rassisten abgestempelt, ich habe gesagt, dass das Gedicht rassistisch ist. Aber ich habe von Böhmermann auch nicht soviel Reflektionsfähigkeit erwartet, dass er es erkennt. Er will nicht rassistisch sein. Sein Gedicht ist es.

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          1. Realo

            Haarspalterei. Was anderes kann von Ihnen auch nicht erwartet werden. „Reflektionsfähigkeit“ schon gar nicht, denn sonst würden Sie erkennen, dass Sie ein Gedicht nicht ohne den Autor als „rassistisch“ schmähen können.

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            1. Jörg Rupp Beitragsautor

              Keine Haarspalterei. Ich kann jemanden bezichtigen, sich rassistischer Sprache zu bemächtigen, ohne selbst rassistisch sein zu wollen. Wobei ich eher das Gefühl habe, dass es Böhmermann egal ist.

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  3. Denokrat

    Sehr gut geschrieben! Vielen Dank für die ehrlichen Worte. Bei Gott, ich bin alles andere als ein Freund von Erdoğan und manch seiner Politik, aber mit der türkischen Fahne im Hintergrund ein solcher Auswurf, dass brennt sich in die Köpfe der Menschen ein!

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  4. ludwig

    Jan Böhmermanns Gedicht war echt mies. Aber das sollte es denke ich auch sein. Genauso sollte man das auch bei seinen rassistischen Äußerungen sehen. In meinen Augen hat er das ganz bewusst gemacht.

    Satire soll provozieren und übertreiben. Da jedes mal gleich die Rassismus-Keule zu schwingen finde ich übertrieben. Schaut man sich die Comics von Charlie Hebdo an, findet man da andauernd Rassismus.

    Über das Thema Beleidigung sollen die Richter entscheiden. Die haben da mehr Ahnung.

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    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      Ich vermisse noch immer ein Argument dafür, warum es KEIN RAssismus sein sollte oder eines, warum Rassismus auch in der Satire legitim ist – oder zumindest, auf welche Art und Weise. Ich hätte da Ideen dazu, aber bisher hat noch niemand dazu argumentiert.

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      1. ludwig

        Das ist eine Frage, die man so pauschal nicht beantworten kann. Sicher kommt es immer auch auf denjenigen an, den es betrifft und den Hintergrund dessen, der sich diesem bedient. Wenn sich schwarze gegenseitig „Nigger“ rufen ist das ja auch kein Rassismus.

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    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      Ja, aber Deutsche sind keine Rasse und vor allem: weiß. Rassismus deklassiert alle Nichtweißen.

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      1. ludwig

        Falsch. Es gibt genauso Rassismus gegen weiße. Zudem sind Muslime auch keine Rasse. Es gibt sowieso überhaupt keine Menschenrassen. Diese Diskussion führt ins Bodenlose

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        1. Jörg Rupp Beitragsautor

          Nein, gibt es nicht. Rassismus ist ein weißes Konzept und unterscheidet sich elementar von anderen Versuchen, sich abzugrenzen. Rassismus unterstellt biologische Unterschiede zur weißen, christlichen Norm

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          1. ludwig

            Es gibt viele und keine einheitliche Definition von Rassismus. Jeder hat für sich so seine eigene. andernfalls wäre diese Debatte nicht entstanden. Aber das es keinen Rassismus gegen weiße bzw. Europäer gibt wage ich mal stark zu bezweifeln. Gerade in Südafrika spricht man auch langsam vom Rassismus gegen weiße.

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          2. Manollip

            Rassismus ist kein weißes Konzept. Rassismus ist eine menschliche Eigenschaft sich mit seiner Rassenangehörigkeit von einer anderen Rasse abzugrenzen, indem man sie aufgrund ihrer Rasseneigenschaften oder durch diverse beleidigende Klischees aufs übelste verunglimpft, ihr sogar weniger Rechte einräumt, evtl. verfolgt, droht, oder sie sogar aufgrunddessen verletzt. Rassismus gibt es auch unter nicht weißen Rassen. Schau Dir mal die kriminellen afroamerikanischen Verbindungen in den USA an. Die ganzen mexikanischen Gangs. Da hast Du als weißer auch keine guten Chancen Freunde zu finden. Sicherlich gibt es dafür viele Gründe, auch aufgrund des Rassismus der Weißen den nichtweißen Rassen gegenüber. Dennoch ist es Rassismus. Es gibt viele Wege die zu Rassismus führen. Aber Rassismus als weißes Konzept anzuführen find ich schlicht falsch. Ich bin der Überzeugung das ein bisschen Rassist jedem Menschen zu finden ist, und es eine menschliche Eigenschaft ist.

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            1. Jörg Rupp Beitragsautor

              Rassismus ist ein weißes, europäisches Konzept. Niemand redet sonst von „Rassen“ und (hat) versucht, Unterschiede sogar biologisch nachzuweisen – außer Weißen.

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              1. Anna

                Das ist leider der größte Unfug, den ich heute lesen musste. Und das will derzeit was heissen. Rassismus gab es schon seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte. Die Kennzeichnung von Juden fand bereits lange vor den „Weißen“ statt. Das ist freilich kein Rassismus, denn es waren ja andere Zeiten und das ist ja lange her…. .http://www.planet-wissen.de/kultur/voelker/geschichte_des_juedischen_volkes/pwiejudenundmuslime100.html
                Warum müssen die Juden eigentlich immer dazu herhalten den Rassismus gegenüber Muslimen, die in nicht geringer Zahl genau denselben Rassismus jegen Juden betreiben, herhalten?

                Aktuell findet hier neben nationalsozialistischem Rassismus in Deutschland auch anderer Rassismus statt. Von nationalsozialistischen grauem Wölfen, die von einer breiten Mehrheit der türkischen Bevölkerung hier mehr Zustimmung erhalten als es gesund ist, gerade so wie ….? Gegen Kurden, gegen Juden und gegen die bunte Gesellschaft aller anderen und der eigenen Nation in Deutschland?
                Es gibt nicht nur schwarz und weiß, wäre es so, hätten sie recht. Mit der Gesellschaft ist auch der Faschismus bunt geworden.

              2. Jörg Rupp Beitragsautor

                Nein, Rassismus gab es eben nicht seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte.

        2. besucher

          Also einigen wir uns auf einen anderen Begriff für die Verteidiger des konservativen Islams die ganz klar zwischen Umma und Ungläubigen unterscheiden. Weil das ist ja eigentlich auch Rassismus, oder nicht?

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  5. Dr. Fritz Baur

    …interessante Diskussion. – Freilich eine Kleinigkeit am Rande: wer sich wie J. Rupp über Rechtschreibschwächen anderer mokiert („…es wird gleichzeitig eine Triebhaftigkeit des muslimischen Mannes beschworen, die sich in rassistischen Blogs z. B. so äußert (inkl Rechtschreibfehler)“), sollte vielleicht nicht unbedingt seine eigene Sprachschwäche öffentlich zur Schau stellen („…der unbeabsichtigte Verdienst von Jan Böhmermann…“). Dennoch: Nichts für Ungut, Fritz Baur.

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    1. Jonny never walks alone

      Rupp ist ein Paradebeispiel von fleischgewordener Unfaehigkeit, Meinungen anderer zu re- und akzeptieren. Rassismus als „weisses“ Konzept zu vereinfachen, ist der schlagende Beweis fuer ein schlichtes Gemuet oder intellektuelle Inkompetenz; Simbabwe, Suedafrika, USA – LA/ South Central – den dortigen Rassismus Weissen gegenueber als nichtexistent zu beschreiben, schaffen nur sehr Wenige.

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      1. Jörg Rupp Beitragsautor

        Nett, wie Sie meinen Text bzw. die Zitate von Susan Arndt bestätigen. Denken Sie nach – vllt. schaffen Sie es, zwischen Rassismus und Distanzierung zu unterscheiden.

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  6. niko

    Vielen Dank für diesen wirklich guten Text. Ich bin begeistert, dass es Menschen mit klarer Linie gibt, und schockiert von den Reaktionen auf diesen Beitrag. Das wahrlich weltoffene Deutschland liegt noch Lichtjahre von uns entfernt.

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    1. Kommando Norbert Blüm

      Weltoffenheit bestuende darin, Boehmermann nicht Rassismus zu unterstellen und sich selbst und sein verqueres Weltbild zu hinterfragen! Wie hoch ist der Anteil derer, die Boehmermann (gerade Boehmermann, wie grotesk!) Rassismus unterstellen? Abgesehen von einem lokal unbedeutendem Gruenen, der de facto ueberall aneckt ( man beachte: anecken ungleich Charakter!) und bis dato im Vergleich zu wirklich interessanten Parteikollegen kaum Nennenswertes geleistet hat. Schauen Sie sich seinen CV an, sprechen Sie mit Malscher Gemeinderatsmitgliedern etc etc.

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      1. Jörg Rupp Beitragsautor

        wenn ich so unbedeutend bin – warum lesen Sie dann hier? 🙂
        Ergänzend: Sie haben ausreichend Beleidigungen abgesondert, anstatt sich hier an Debatten zu beteiligen. Jeden weiteren Beitrag von Ihnen werde ich löschen. Tut mir leid, Sie müssen sich jemanden anderen suchen.

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        1. Kommando Norbert Blüm

          Sie halten sich in der Tat für „bedeutend“. Wie entlarvend. Und lächerlich. Wie die TAZ schon schrieb “ … ein unbedeutender lokaler Grüner…“. Der Einzige, der dies noch nicht realisiert hat, sind Sie selbst. Warum ich hier im Blog mitlese? Weil es göttlich ist, die Kommentierungen wider Rupp zu lesen. Kommentierungen, die sie oftmals im Ansatz nicht verstehen.

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              1. Jörg Rupp Beitragsautor

                Ich fordere Sie jetzt zum letzten Mal auf, sich hier zu benehmen. Sie dürfen an Diskussionen teilnehmen, wenn Sie diskutieren. Ihrer Beleidigungen, noch dazu anonym, bin ich überdrüssig.

      2. Jörg Rupp Beitragsautor

        Es scheint Sie schwer zu drücken, dass sich jemand, der nichts weiter tut, als ein Blog zu schreiben, das auch noch tut. Und es auch noch andere lesen?
        Sie wissen nicht, was ich geleistet habe – und ob es überhaupt um Leistung geht. Sie wissen noch nicht einmal, was mich antreibt. Ihre Unterstellungen und Beleidigungen sagen so viel mehr über Sie aus als über mich.
        Und dann plaudern Sie doch ein bisschen: mit wem haben Sie gesprochen und wer hat was gesagt. Aber mit Nägel mit Köpfen, dass man es nachprüfen kann. Ich bin gespannt. Ansonsten: billige rhetorische Masche.

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  7. Robert

    Ich empfehle dringend nochmal den ganzen Ausschnitt aus der Sendung anzuhören und nicht nur das Gedicht alleine. Dann wird einem klar, dass sich Boehmermann die Aussagen in keiner Weise zu eigen macht. Jedenfalls nicht mehr als in diesem Text, in dem der Sachverhalt auch nur referiert wird.

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    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      Es geht nicht darum, ob er ihn sich zu eigen macht, sondern dass er behauptet, er greife Erdogan an – und lässt dann rassistische Stereotype, die gegen alle Muslime verwendet werden, vom Stapel. Es hätte jede Mengen nichtrassistischer Schimpfwörter gegeben, die alle persönlich gegolten hätten, die er hätte benutzen können.

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      1. Robert

        Ja, das ist mein Ernst. Es geht um Erdogan, weil es eine Kommentierung der extra3-Sache ist. Und es geht eben auch um den Kontext, nicht nur um das Gedicht selbst (wie das Bundesverfassungsgericht in Sachen Schmähkritik auch immer wieder feststellt).

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  8. Robert Sauer-Ernst

    Vielen Dank. Ich möchte auch hier nochmal auf die Zeile „E. Fritzl Prikopil“ hinweisen. Fritzl ist ein Inzesttäter, „der seine Tochter rund 24 Jahre lang in einer unterirdischen Wohnung gefangen hielt. Während dieser Zeit missbrauchte und vergewaltigte er sie vielfach und zeugte mit ihr insgesamt sieben Kinder“. Prikopil ist der Kampuschentführer, der die junge Frau 8 Jahre in einem Kellerverlies gefangen hielt und sexuell missbrauchte.

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  9. Norbert Huber

    Es geht überhaupt nicht darum ob man mit dem Inhalt Böhmermanns Gedicht einverstanden ist bzw. ob es einem gefällt oder nicht.
    Soweit ich mitbekommen habe, hat der Böhmermann seine Aussagen gar nicht ernst gemeint, sondern wollte damit lediglich dem Erdogan und allen anderen die es nicht verstehen, erklären, was eine Schmähung ist. Ein Beispiel liefern. Das wird man doch wohl tun dürfen?! Andere zitieren und gleichzeitig sagen, dass man dem nicht zustimmt, damit nicht einverstanden ist.
    Und das hat er auch vorher angekündigt. Weshalb ich seine Aussagen für, von ihm von vorne herein für entschuldigt, halte.

    Selbstverständlich ist z.B. Ziegenf***** ein Ausdruck, den ich nicht in den Mund nehmen möchte.
    Geschweige denn, Menschen damit zu verbinden bzw. herab zu würdigen. Das ist eine absolute Beleidigung, eine Entwürdigung, unter der Gürtellinie, auf niederstem Niveau, welche nur die eigene Unfähigkeit oder Unwilligkeit, sich auszudrücken, ausdrückt.
    Aber genau das wollte Böhmermann ja aufzeigen, oder?

    Und, wenn man schon erkennt, dass man damit eigentlich eine rückständige Religion entsprechend diskreditieren will, sollte man sich vielleicht fragen, weshalb das so ist, statt alle für dumm zu halten, die diese Religion nicht befürworten wollen.

    Unabhängig von dem Böhmermanngedicht:
    Mit Rassismus hat das aber nichts zu tun. Weil Religion keine Rasse ist. Religion und Rasse sind zwar angeboren. Doch Religion lässt sich wechseln. Rasse nicht.
    Und, Religionen beinhalten Ideologien, welche die Gesellschaft formen. Rasse nicht.
    Dennoch und gerade deshalb muss es prinzipiell auch möglich sein, auch über die islamische Lehre und deren Anhänger negatives zu äußeren, wenn es der Wahrheit entspricht, ohne deshalb aufgrund angeblichen Rassismus zensiert zu werden.

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    1. Jörg Rupp Beitragsautor

      Religion ist das äußere Merkmal, das bspw. die Hautfarbe ersetzt. Ähnlich wie bei Antisemitismus, wo Angheörige jüdischen Glaubens fiktiv einer vermeintlichen Gruppe zugeordnet werden. Schlimmer noch bei Antiziganismus – der zu viele Gruppen umfasst, als das man sie alle aufzählen könnte

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      1. Norbert Huber

        Was machen Sie dann anders als die Rassisten, wenn Sie deren Gedankenschema übernehmen?
        Wie wollen Sie das „alle in einen Topf werfen“ überwinden, wenn Sie es selber tun?
        Man muss unterscheiden, um individuell behandeln zu können.
        Auch zwischen den Religionen.
        Und, wenn eine Religion verfassungsfeindlich, menschenfeindlich, menschenrechtsfeindlich, demokratiefeindlich usw. ist, dann muss man dieser Religion doch den Kampf ansagen, ohne damit sämtliche Menschen die dieser Religion dem Anschein nach angehören in einen Topf zu werfen, versteht sich.

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        1. Jörg Rupp Beitragsautor

          Ich bin nicht perfekt, aber ich arbeite an mir, Vorurteile zu überwinden, meiner westlichen, erlernten Sicht eine weitere hinzuzufügen.
          Und wegen der Religionen: in diesem Land gilt das Grundgesetz. Daran haben sich alle zu halten. Ob dann jemand an Voodoo oder Allah oder das Fliegende Spgahetimonster glaubt, ist mir völlig gleich. Das muss ich auch nicht bekämpfen. Das Grundgesetz gibt den Rahmen vor, in dem sich jede Religion ansonsten völlig frei bewegen darf.

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          1. Santee

            wenn das Grundgesetz massgeblich ist, warum „melden“ Sie dann Thor-Steinar-tragende Busfahrer? Das Tragen von TS-Kleidung ist vom Grundgesetz gedeckt.

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            1. Jörg Rupp Beitragsautor

              Ja, das schon. Aber im Rahmen des öffentlichen Auftrags keine adäquate Kleidung. Das gibt es ja auch noch. Regeln, Normen, Anstand, …

              Antworten
              1. Santee

                Und Sie entscheiden, dass es nicht „adaequat“ ist, TS-Kleidung zu tragen? Und Sie entscheiden, was Anstand ist?

              2. Jörg Rupp Beitragsautor

                Ich entscheide für mich. Und in der Frage TS haben Regierungspräsidium und ein Busunternehmer entschieden, dass es nicht adäquat ist. Nicht ich. Aber die Diskussion gehört nicht hierher.

  10. Sangeeta

    Kann jemand diesen Vollhonk „Kommando Norbert Blüm“ hier mal entfernen? Der Typ ist ein ungebildeter Troll der nur provozieren will.

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  11. NadinBisewski@web.de

    Ich finde es sehr gut, dass endlich wieder ehrlich und laut über die Freiheit von Presse und Kunst in Deutschland diskutiert wird, dass die Menschen endlich wieder begreifen, was für ein kostbares Gut wir da haben, welches es mit aller Kraft zu verteidigen gilt.
    Wie weit darf Satire gehen? Wo sind die Grenzen der Kunst?
    Ja, das Gedicht ist geschmacklos. Ja es ist provokant. Ja es verursacht Magenkrämpfe. Aber es ist absolut nicht mit Mohrenköpfen, N…küssen o.ä. Essensbezeichnungen vergleichbar, es war bewusst als Satire benannt. Sry Jörg, ich teile Deine Empörung über die rass. Vorurteile, aber ich lehne diese Form der Provokation nicht ab. Denn sie hält so viele Spiegel hoch, sie bewegt so unglaublich viel!
    beste Grüße
    Nadin

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    1. Stadtkind

      Böhmermann ist ein weißer Mann, der sich mit diesem Gedicht in seinen Privilegien gebadet hat, die von den vorherrschenden Strukturen gestützt werden. Das hat nichts bewegt und nichts verändert.

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  12. Pingback: Diskussionsrunde unter Linken – Böhmermann und Flüchtlinge – YURIS CHAOS

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