Du betrachtest gerade Ekelliste – für die Einhaltung politischer Hygiene in der Gastronomie
Bild von Engin Akyurt auf Pixabay

Ekelliste – für die Einhaltung politischer Hygiene in der Gastronomie

Es ist nicht das erste Mal, dass trotz aller Kritik der rechtsextreme Vordenker Martin Sellner unter einem Vorwand gemietete Räume nutzen kann, um zusammen mit der AfD seine Pläne von Deportation an das rechtsextreme Umfeld dieser Partei zu diskutieren. In Ettlingen gab es ein wochenlanges Verwirrspiel, zunächst sollte er im Kasino, Räume der Stadt Ettlingen auftreten – dann gab es zwar die Information, dass er käme, der Ort jedoch blieb geheim und die Veranstaltung fand statt. In den Räumen des Fußballvereins Ettlingenweier – dessen Vorstand sich nun um Schadensbegrenzung bemüht.

„Die betreffende Veranstaltung wurde in unseren Räumlichkeiten als private Veranstaltung ohne politischen oder ähnlichen Hintergrund gebucht.“ Es sei von einem Geburtstag die Rede gewesen. Und davon, dass eine Lesung geplant sei.

wird der Wirt der „Esskultur“ in E’weier zitiert. Gleichzeitig äußert er sich widersprüchlich zur Behauptung der AfD in Ettlingen, der Wirt sei so begeistert von der Veranstaltung gewesen, dass sie zukünftig ihren Stammtisch bei ihm monatlich ausrichten werde.

„Wenn die privat reservieren, würde ich sie reinlassen“, sagt er auf Nachfrage.

ist im selben Artikel zu lesen. Denn: Die Gastronomie habe es derzeit nicht leicht. „Wenn Wirte anhand von Parteizugehörigkeiten entscheiden würden, wären die Läden leer.“ Zudem sei das auch nur schwer machbar.- zitiert ihn die BNN.

„Schwer machbar“ ist das nicht – der Wirt hat ein Hausrecht. Und Veranstaltungen, die unter falschen Behauptungen zum Charakter gebucht werden, können unterbrochen werden, der Wirt kann von seinem Hausrecht Gebrauch machen. Es können sogar Bußgelder verhängt werden.

Gleichzeitig sind Gastronomen aufzufordern, Ihre Räumlichkeiten nicht für die menschenverachtenden Veranstaltungen von Rechtsextremen wie der AfD, Martin Sellner und anderen herzugeben. Sie beschädigen ihren Ruf nachhaltig. Kein Geld der Welt ist es wert, sich mit diesen Menschen gemein zu machen und sie in der Verbreitung ihrer Hetze und ihres Hasses zu unterstützen.

Pachtverträge wären so zu ändern, dass die Vermietung von Räumen durch Pächter*innen an Rechtsextreme nicht länger möglich sind.

Dass dem Wirt das Geld näher ist wie die Verhinderung der Verbreitung rechtsextremer Inhalte, wird dabei zum Problem. So wie er denken viele Wirte. Und ihre Verpächter*innen. Daher wird es Zeit, dass man ihre Förderung der Rechtsextremen auch öffentlich benennt, die Menschen, die dort Essen gehen, informiert. Damit die Wirte merken, dass es sie Geld kosten kann, wenn sie den Faschisten ihre Räume vermieten.

Es gibt seitens der Regierungspräsidien sogenannte „Ekellisten“, in denen öffentlich bei Hygieneprüfungen beanstandete Betriebe benannt werden. So etwas braucht es auch für die Gastronomie, die die politische Hygiene missachtet:

Ekelliste für Ettlingen und Umgebung
„Esskultur“ in Ettlingenweier: wie oben zu lesen ist, lehnt es der Wirt nicht ab, an die AfD seine Räume zu vermieten. Der Fußballverein, der die Räume verpachtet, hat noch keine Handhabe gefunden, das zu verhindern.

Zum „Sternen“ in Ettlingen. Hier hat die AfD im Wahlkampf auf ihrer Kneipentour Halt gemacht und auch ein Video gedreht. Der Wirt fand das nicht anrüchig.

Gleiches gilt für den „Badischen Hof“ in Ettlingen.

Und im Oktober 2024 war Maximillian Krah im Bonito in Malsch. Auch dessen Wirt fand das nicht schlimm

Krah am 24.10.2024 in Malsch. Das Bonito ist erkennbar. Der Wirt hat das auch nicht abgestritten

Update:

Wie die BNN am Freitag Abend noch berichten, trennt sich der FV Ettlingenweier von seinem Pächter – die Esskultur ist vorerst geschlossen.

Die Esskultur ist Vergangenheit: Wie der FV Ettlingenweier auf seiner Homepage und in Social Media erklärt, hat sich der Verein von seinem bisherigen Pächter des Clubhauses, Nail Ekic, getrennt. Das Restaurant bleibt ab sofort geschlossen.

„Das Pachtverhältnis zwischen dem FV Ettlingenweier und der Esskultur wurde im gegenseitigen Einvernehmen zum 01.04.2026 beendet“, schreibt der Verein. Den Post hat Esskultur-Wirt Nail Ekic auf seinem Instagram-Profil repostet. Auf der Homepage des Restaurants ist bisher noch nichts davon zu lesen.

0 0 Bewertungen
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Comments
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen